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Porcupine Tree / Fear of a Blank Planet / 2007 /CD
PORCUPINE TREE - FEAR OF A BLANK PLANET

Tracklist
1. Fear of a Blank Planet (7:28)
2. My Ashes (5:07)
3. Anesthetize (17:42)
4. Sentimental (5:26)
5. Way Out of Here (7:37)
6. Sleep Together (7:28)
Gesamt: 50:08
Musiker
Steven Wilson: vocals, gitarre, piano
- Richard Barbieri: keyboards, synthesizer
- Colin Edwin: bass
- Gavin Harrison: drums
Review
Vorgeschichte:
Porcupine Tree hat mich vorher nie so vom Hocker gerissen, "In Absentia" wirkte imho ohne aüßeres Konzept, das heißt es fehlte für mich der rote Faden der sich durch alle Songs zieht, "Deadwing" wurde von vielen als Meilenstein gelobt und war natürlich guter Prog Rock, aber meinen Geschmack traf es nicht. Jetzt ist seit einigen Tagen das neue Album "Fear of a blank Planet" draußen, und ich sitze hier und frage mich was diese Band überhaupt anders gemacht hat dass ich auf einmal ausgerechnet dieses Album so gut finde....
Der Sound - Zwischen Tool, Explosions in the Sky und O.S.I.
So richtig ähnlich ist Porcupine Tree natürlich keiner der genannten Bands, aber einige Parts erinnern mich persönlich sehr daran. Die Vocals des Titelsongs beispielsweise hätten auch auf das Album "Free" von O.S.I. gepasst. Die unverzerrten Gitarren am Anfang von Anesthetize und im Hintergrund bei Sentimental erinnern ein wenig an Explosions in the Sky. Und wo wir schon bei Anesthetize sind: Die Riffs in der Mitte dieses Liedes hätten auch zu Tool gepasst. Eine solche Beschreibung wird jedoch diesem neuen Album von Porcupine Tree nicht gerecht. Man könnte die Musik auch mit der von Camel vergleichen, aber wir reden hier von Prog, welche Prog-Rock-Band kann man bitte nicht mit Camel vergleichen?!?
Dieses Album ist imho deutlich facettenreicher als alle Alben die bis jetzt von Porcupine Tree erschienen sind. Von harten Metal-Riffs bis zu Post-Rock wird alles geboten und wirkt trotzdem nicht überladen. Der Text und die Musik folgen einer logischen Story (!!!) und Reihenfolge. Harte und ruhigere Parts wechseln sich angenehm ab und sorgen dafür dass man das Album öfter hintereinander hören kann ohne irgendwann angenervt zu sein, eine ähnlich gute Albumstruktur zwischen ruhigen und härteren Parts hab ich bis jetzt selten gesehen, unter anderem vielleicht bei Disillusion auf dem Album "Back to Times of Splendor" oder bei Gazpacho auf dem Album "Night".
Die Songs:
1. Fear of a Blank Planet: Ein sehr guter Opener, beginnt mit den Geräuschen einer Computertastatur und danach einem undefinierbaren Geräusch (was zum Geier ist das???), danach leitet eine Akustikgitarre das sehr prägnante Main Riff zu einem groovigen Drumbeat ein. Der Text erzählt aus der Ich-Perspektive von einem Jugendlichen der Pornos schaut, bekifft ist und mit einer Waffe durch die Gegend läuft. Der Gesang ist sehr untypisch für Rock, aber passt sich perfekt in die Songstruktur ein, man könnte den Text auch als Gedicht aufschreiben....
2. My Ashes: Sehr gute Ballade mit geschmackvoll eingesetzten Streichern, gefühlvoll, harmonisch, schön...und eine Vorbereitung auf Anesthetize.
3. Anesthetize: Das knapp 18-minütige Kernstück des Albums erscheint schon beim ersten hören als Dreh- und Angelpunkt aller Songs. Es beginnt sehr ruhig und endet sehr ruhig, der Mittelteil jedoch ist für Porcupine Tree vergleichsweise hart und drückt eine Art unterdrückte Aggression gegen die Gesellschaft aus:
"My hands on the Gun and I find the Range,
God tempt me
Well what did you say?
Think I'm passing out..."
Dieser Song ist meiner Meinung nach ganz große Kunst, ist gut durchdacht und verbindet groovende Parts mit jeder Menge Emotion.
4. Sentimental: Kernteil dieses Songs ist der sehr gute Gesang und der träumerische Pianopart der sich fast durch den ganzen Song zieht. Dieser Song ist der, der vom Text her am ehesten mit dem Albumtitel identifiziert.
5. Way out of here: Am Anfang erinnert der Text ein wenig an eine Liebesgeschichte oder ähnliches, dann brechen harte Riffs über den Hörer herein, die sich gegen Ende des Songs abwechseln mit dem Thema vom Anfang des Songs. Mir gefallen hier
besonders gut Bass und Drums.
6. Sleep Together: Hört sich etwas "elektronisch" an, vor allem durch die Keys und die verzerrte Stimme im Refrain des Songs. Am Ende klingt das Album mit Streichern aus.
Und was bleibt?
Verwirrung? Nein, als ich zum ersten Mal "Lateralus" von Tool gehört hab war ich vielleicht verwirrt. Porcupine Tree ist anders, hier ist zwar durchaus beim Hörer angekommen was gemeint war, aber man braucht eine Weile um die Songs in ihrer ganzen Bandbreite zu erfassen. Das Album bringt eine Menge Gefühl mit sich und ist so vielschichtig, dass man sich auch beim x-ten Mal hören nicht langweilt. Vor allem der Song Anesthetize ist ein Werk das wirklich seinesgleichen sucht. Allen die auf Prog-Rock stehen kann ich euch nur empfehlen auch mal reinzuhören.Geändert von strep-it-us (19.04.2007 um 14:46:38 Uhr)
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Wie so häufig, so auch hier, Geschmäcker sind verschieden. Ich mag die Platte nicht - überhaupt nicht, denn was ich von PT erwarte, wird nicht erfüllt. Wo sind die genialen hooklines, wie man sie auf "in absentia" zuhauf findet? Wo sind die federleichten Melodien alá "lazarus", wo die dezenten Pop-Attitüden aus der "Lightbulb Sun"-Ära?
Stattdessen wird wieder rumgebratzt, elektronisch verfremdet und textlich herumgedüstert.
Der (für mich wohlgemerkt!) Negativ Trend von "Deadwing" wird fortgesetzt, einzig Drummer Harrison vermag zu überzeugen.
Wenn PT weiter diesen Weg gehen, gibt es mindestens einen Fan weniger, aber wer weiß, vielleicht finden sie ja viele neue?
BumTac
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Ich kenne nur das Lied Blackest Eye - und eben dieses Album. Ich für mich finde es wirklich gelungen. Die Rezession ist schon gelungen und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ich persönlich finde nur eben, dass etwas mehr Abwechslung vielleicht auch gut getan hätte, aber hey, ansonsten ist die CD wirklich rundum gelungen.
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Ich weiß nicht. Irgendwie werde ich mit "Porcupine Tree" nicht ganz warm. Es gibt 2-3 Songs die sehr cool sind. Die Platte Deadwing finde ich auch halbwegs gut. Besonders "Arriving somewhere but not here" ist ein absoluter Übersong. Aber der Rest, vor allem auch "In Absentia" konnten mich nicht überzeugen. Ich finde sie sollten sich eher an den ruhigen sphärischen Songs wie "Arriving" versuchen anstatt irgendwelche möchtegern groovige und möchtegern metallige Dinger abzuziehen. Metal können sie nämlich überhaupt nicht, wie "In Absentia" beweist.
Ich weiß damit stehe ich so ziemlich alleine da.
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Ich kannte die Band bis vor kurzem noch gar nicht, hab nur mal von Freunden gehört dass die ganz gut sein sollen und letztens einfach das neue Album gekauft, ohne vorher reinzuhören :screwy: (mach ich sonst eigentlich nie
), und als ich's mir dann zu Hause angehört hab war ich sofort begeistert^^
..und die Begeisterung stieg bei jedem Hördurchgang^^
Hab inzwischen auch noch In Absentia, aber Fear Of A Blank Planet gefällt mir besser
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Ich finde das neue Album wirklich extrem gelungen
. Vor allem Sentimental ist wunderschön anzuhören... *träum*
Was Steven Wilson mit dieser Stelle wo er das "Trains-Thema" aufgreift, beabsichtigen will weiß ich nicht, aber ich finds klasse, da Trains ebenfalls ein unglaublicher Song ist!
"Lightbulb Sun" und "In Absentia" sind meiner Meinung nach ebenso gute Vorgänger von "Fear of a Blank Planet" (vor allem mit "Blackest Eyes", "Sound of Muzak" und "Buying New Soul"
)
Steven Wilson ist einfach genial!
Liebe Grüße...Die Musik zwingt mich, mich selbst, meine wahre Lage zu vergessen; sie bringt mich in eine andere freundlichere Lage; unter Einwirkung der Musik scheint es mir, als fühle ich etwas, was ich nicht fühle, als verstünde ich, was ich nicht verstehe und als könnte ich, was ich nicht kann.~Leo N. Tolstoj~
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Buying Nuw Soul is' aber aufm Recordings erschienen!

(*klugscheissaus*)HollyWoodSilencers
atonale Freakshow in Münster sucht Bassisten
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Ja Ok, ist aber auf der Lightbulb Sun Special Edition. Nehmen wir halt als Beispiel für Lightbulb Sun "Shesmovedon"
Die Musik zwingt mich, mich selbst, meine wahre Lage zu vergessen; sie bringt mich in eine andere freundlichere Lage; unter Einwirkung der Musik scheint es mir, als fühle ich etwas, was ich nicht fühle, als verstünde ich, was ich nicht verstehe und als könnte ich, was ich nicht kann.~Leo N. Tolstoj~
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EDIT: sorry, ich hab aus Versehen das Gazpacho-Review hier gepostet
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Sehr geiles Album von PT
. Langsam dürfen sich DT warm anziehen, denn Steven Wilson und Co. können nicht nur "Höher, schneller, weiter", sondern auch großartige Songs schreiben, von der (fast schon zu) perfekten Produktion mal ganz abgesehen.
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Progression ist Fortschritt.
Porcupine Tree ist in musikalischer Hinsicht fortgeschritten, d.h. haben sich verändert.
Dass sich dann auch die Fans verändern gehört dazu und ist völlig normal.
Der Stil von P.T. war früher ruhiger und sphärischer, jetzt ist er lauter, metallischer.
Aber nicht ausschließlich.
Das Album ist die konsequente Fortsetzung von Deadwing, stilistisch war das schon bei "In Absentia" abzusehen. Ebenso trägt Dummer Harrison seinen Anteil dazu bei. Seit jenem Album ist er dabei.
Die Wandlung der musikalischen Ausrichtung wird alte Fans vergraulen und neue werden hinzukommen, was unvermeidbar ist.
Für die Fans des alten Stils gibt es ja bereits einige gute Alben, die sich immer wieder hören lassen, wie der neue Stil sich weiterentwickelt, werden wir noch hören. Es bleibt also spannend.
Soundtechnisch gefällt mir Fear of a blank Planet ganz gut. Steven Wilson behauptet von sich selbst, dass er das Produzieren etc. am besten könne.
Ach ja, danke für die ausführliche Rezension.
Gruss Mike W.
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mich ärgert nur etwas die Gesinnung von Steven Wilson, dass er seine band und die ganzen anderen neumodischen, relativ populären New Art Rock- und Prog Metal-bands wie auch Tool als die einzigen würdigen Nachfolger der Heroen der 70er in sachen progressiver Musikkunst sieht und anderen acts Verrat an der "progressiven Idee" vorwirft (siehe seine Auseinandersetzungen mit Roine Stolt). Das ist insofern einigermaßen lächerlich, als dass gerade Porcupine Tree sich in den letzten Jahren recht stark dem musikalischen mainstream angebiedert haben.
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Also ich habe auch erst mit Fear of a Blank Planet angefangen bei Porcupine Tree reinzuhören. Mein Vater hört schon seit Jahren Porcupine Tree, und mich hat es damals einfach nich so richtig erreicht. Seit ich Fear of a blank Planet hier habe beschäftige ich mich auch mehr mit den älteren Sachen, wobei mir eindeutig die neueren besser gefallen. Also durch die Stiländerung wurde hier ein neuer Fan gefunden

PS: Ich könnte mir immernoch in den Arsch beissen, dass ich mir auf dem letzten Hurricane Festival lieber Ravioli gekocht habe, als sie mir anzuhören
Liebe Grüße
Alex
///EDIT: grad erst gesehen, wie alt der Thread ist. Aber naja das Album ändert sich ja nicht


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