Modelleisenbahn
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Modelleisenbahn
Meine Krabbeljahre fallen noch in die Dampflok- und Gaslicht-Ära. Ich kann mich noch erinnern, wie ich einmal in der Abenddämmerung mit Mutter und Vater von einem Spaziergang zurückkam und mich wieder unserem Heimatdorf näherte. Während wir im Grünen waren, wurden die Straßenlaternen in Betrieb gesetzt, die ich nun staunend beobachtete. Mit dem Beginn der bewussten Kindheit verließ ich dann meinen Geburtsort, und an unserem neuen Wohnsitz, nennen wir ihn der Einfachheit halber Poorbutloudingen, gab es nur noch elektrisches Licht.
Dampfloks wurden noch bis in meine Grundschulzeit hinein sporadisch eingesetzt, aber ich kann mich nicht entsinnen, sie im deutschsprachigen Raum jemals im Regelbetrieb angetroffen zu haben. Offenbar wurden sie schon in der ersten Hälfte der 70er als museal behandelt und deshalb auch von mir als Relikt aus einer anderen Zeit eingestuft. Erst in den Achtzigern stellte ich im Urlaub zu meiner Verwunderung fest, dass das Vorheizen einer gut gepflegten Dampflok in Teilen Mitteleuropas noch immer zu den gängigen Aufgaben auf durchaus nicht provinziell anmutenden Bahnhöfen gehört. Das war vermutlich im Hauptbahnhof von Bydgoszcz an der Weichsel.
In Poorbutloudingen, wo ich fast meine gesamte bewusste Kindheit verlebte, sahen die Züge aber ganz anders aus. Lange Zeit fuhren hier Schienenbusse, auch Ferkeltaxen genannt. Die Dinger unterschieden sich von den ebenfalls zum Einsatz gekommenen Akkutriebwagen hauptsächlich durch mangelnden Komfort, bedeutend kürzere Waggons und ein Türenpaar weniger. Manchmal fuhren aber auch lokbespannte Züge, die aus den legendären Silberlingen bestanden und von Dieselloks gezogen wurden, die damals stets purpurrot lackiert waren. Und dicht vor dem alten, am Stadtrand gelegenen Provinzbahnhof konnte man dem Schrankenwärter bei der Arbeit zusehen. Und die größeren Vorortbahnhöfe hatten alle noch einen Fahrkartenschalter und meist auch einen Gepäckschalter, wenngleich beides kurz nach dem Ablauf des dritten Jahrhundertviertels verschwand. An unserem Bahnhof allerdings bekommt man schon seit meiner Geburt gar keine Fahrkarten mehr, weshalb man sie im Zug lösen musste. Das Bahnhofsgebäude habe ich auch nie von innen gesehen. Wahrscheinlich ist die Einrichtung schon längst den Weg alles Irdischen gegangen.
Mit diesen Zügen fuhr mein Vater jeden Morgen zur Arbeit, nachdem er in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Stelle gefunden hatte. Abgesehen davon ist er ein großer Freund von Bahnreisen und ein begeisterter Modelleisenbahner. Zu diesem Zeitpunkt besaß er die größte Anlage seines Lebens, eine achtstöckige H0-Anlage in Dreileiter-Wechselstromtechnik.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich mal zu Fuß in der Nähe eines Bahnübergangs unterwegs war und ein Silberling-Zug ohne Steuerwagen in Richtung Hauptbahnhof an mir vorbei fuhr, gezogen von einer Diesellok mit 1350-PS-Zwölfzylindermotor. Das muss so etwa 1978 gewesen sein, als mein Vater bereits zum zweiten Mal verheiratet war. Die Lok war vermutlich die hier sehr verbreitete 212 mit purpurroter Prä-1974-Lackierung, denn Altanstriche wurden bei gutem Zustand nur sehr schleppend ersetzt. Um diese Zeit fing auch ich mit der Eisenbahnerei an. Im Hause meines Stiefvaters, bei dem ich vorübergehend gewohnt hatte, bekam ich nämlich eine Gleichstromanlage der Spur H0 als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk. Sie umfasste neben Gleisoval und Trafo ein paar zweiachsige (Güter- oder Länderbahn-)Wagen und eine rund 10-14 cm lange Dampflok. So ging ich nun, allerdings mit sehr mäßigem Interesse, unter die "Teppichbahner".
Interessanter waren aber die Bahnreisen, die ich im realen Leben an Vaters und Stiefmutters Seite unternahm. Was waren das noch Zeiten! Vor allem die Fahrten zu den Großeltern habe ich noch in schöner Erinnerung. Wenn wir sie besuchten, stiegen wir in den Schienenbus oder in einen Silberling-Zug, je nachdem, was gerade auf unserer Provinzbahn unterwegs war. Spätestens ab Hauptbahnhof kamen dann Silberlinge zum Einsatz. Wenn wir bei der Suche nach Sitzplätzen an einem Erster-Klasse-Bereich vorbei kamen, schaute ich einigermaßen neidisch den Gang entlang, denn hier gab es nur geschlossene Abteile. Den Löwenanteil der Strecke legten wir nach nochmaligem Umsteigen per Schnellzug zurück. Hier gab es dann für beide Klassen nur noch Abteilwagen. Deren Sitze erinnerten im Profil und zunächst auch bezüglich des Bezugsmaterials (rotes Kunstleder) an die Silberling-Sitzbänke, auch wenn sie naturgemäß länger und mit herunterklappbaren Armlehnen ausgestattet waren. Ab 1974 wurden diese zunächst kobaltblauen (Schnellzugloks und reine Erster-Klasse-Wagen) oder chromoxidgrünen (alle anderen E-Loks und Schnellzugwagen) Wagen allmählich in ozeanblau-beige umlackiert und mit cognacfarbenen Textilbezügen ausgestattet. Außerdem gab es über jedem Sitz eine quaderförmige Leseleuchte, deren Glühlampe (24 Volt und kleiner als E14?) hinter einem Array aus weißen Kunststofflamellen saß. Damit war für meine Begriffe der absolute Höhepunkt der Reisekultur erreicht, wenn man mal von den Rheingoldwagen absieht, die ich nie von innen gesehen habe. Man hatte nicht so viele fremde Leute um sich herum sitzen, und hinter sich schon gar nicht, vor allem nicht, wenn man schon zu viert oder gar zu fünft anrückte. Denn mittlerweile sprechen wir bereits von der Zeit, in der mein erstes Halbgeschwisterchen zur Welt kam.
Die am Schalter gekauften Fahrkarten waren damals aus bräunlicher Pappe im Hochformat 30x57 mm und hatten nicht mehr den zu Beginn der 70er wohl noch üblichen lila Längsstreifen. Die Schnellzugzuschläge kosteten 3 oder 5 Mark und hatten dieselbe Größe, waren aber weiß.
Nun musste für das Baby Platz geschaffen werden. Auch Vaters Modelleisenbahn musste eine exzessive Schrumpfkur über sich ergehen lassen. Für mich bedeutete das den Aufstieg vom Teppichbahner zum "Unterbettbahner". Meine Schwester Poorline und ich besaßen damals Betten, unter denen sich ein von der Langseite aus zugänglicher Stauraum befand. Jeder von uns bekam eine Spanplatte spendiert, auf der wir etliche Gleise und je einen Trafo aus Vaters reichhaltigem Fundus montierten, schließlich hatte er jede Menge Teile übrig. Als der Aufbau stand, wurden die verschiedenen Landschaftsformationen mit Bleistift eingezeichnet und alles wieder abgeschraubt, um die Platte mit Wasserfarben anstreichen zu können, ohne die Aufbauten zu beschädigen. Nach dem erneuten Zusammenbau kamen Vaters Fahrzeuge und Häuser drauf. Wir haben sogar neue Häuser- und Baumbausätze angeschafft. Die Gleise dagegen hatten zum Großteil noch den durchgehenden Mittelleiter, damals verpönt, heute eher schon nostalgisch geschätzt.
Die Fahrzeuge, die Vater zu diesem Zweck von seiner Anlage abgezweigt hatte, erinnern an aktuelle Märklin-Startsets. Die Dampflok war etwa so groß wie meine alte, und ich hatte zwei braune Güterwagen, nämlich einen Rungenwagen und einen mit geschlossenen Seitenwänden (keine Ahnung, ob der oben offen war). Die Rungen waren noch aus Stahlblech und dünnwandiger als das heutige Plastik, aber letztlich auch nicht stabiler. Die Lok hatte ebenfalls ein Plastikgehäuse. Einen Haribo-Wagen gab es zwar nicht, aber bald müsste ich einen Shell-Tankwagen bekommen haben. Nach und nach trudelten noch zwei weitere Loks ein, nämlich eine purpurrote 290 und eine braun lackierte Lok in der Form belgischer Dieselloks, die aber m. W. eine französische Lok darstellen sollte. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie nicht trotz ihrer Form eine E-Lok war. Jedenfalls machte das viel mehr Spaß als die Teppichbahnerei ohne Häuser und Landschaften. Natürlich gehörte ich damals noch nicht zu den detailbewussten Modelleisenbahnern, die sich irgendwelche Gedanken um die korrekte Zusammenstellung ihrer Züge machten. Da wurden Stuttgarter oder Baseler Pendlerzüge schon mal aus französischen Schnellzugloks und sibirischen Museumswagen zusammengestellt
, Hauptsache, es sah gut aus!
Besondere Freude kam allerdings auf, wenn Vater seine schwere Schlepptender-Lok auf seiner Anlage fahren ließ, zumal er die auch noch mit einem Dampfeinsatz ausgerüstet hatte. So etwas hatte ich leider nie.
Bald darauf wurden die Schienenbusse vollständig durch Akkutriebwagen ersetzt, was wir allerdings nicht so recht mitbekamen. Um dieselbe Zeit nämlich entschlossen sich Vater und Stiefmutter, die Fahrschule und schließlich den örtlichen Autohändler aufzusuchen. In der Folgezeit absolvierten wir die Verwandtenbesuche und einen Großteil der Urlaubsreisen also mit dem Auto und waren entsprechend seltener auf der Poorbutloudinger Bahnstrecke anzutreffen. Ein paar Jahre später wurde die Poorbutloudinger Bahn ganz stillgelegt, und wir zogen in die Umgebung um, an den Rand jener Stadt, die den Hauptbahnhof und Vaters Arbeitsplatz beherbergte.
Poorlines und mein Interesse an der Modelleisenbahn waren jedoch nicht von Dauer. Schon in unserer Poorbutloudinger Zeit hatte es stark nachgelassen, und irgendwann bespielten wir unsere Anlagen nur noch zusammen mit unseren jüngeren Cousins und Cousinen und ließen sie in der übrigen Zeit verstauben. Mit dem Umzug waren auch neue Betten ins Haus gekommen, die sich teilweise nicht mehr zum Unterstellen einer Anlage eigneten. Aber auch Vaters Anlage sollte nicht mehr zu alter Größe zurückfinden. Denn unser neues Wohnzimmer hatte einen für Modelleisenbahnerbelange deutlich unpraktischeren Zuschnitt als das alte, und überdies begann sich wohl der Wunsch abzuzeichnen, Wohn- und Hobbyraum klar voneinander abzugrenzen.
In der zweiten Hälfte der Achtziger schließlich war die Schulzeit für Poorline und mich zu Ende, und es kam noch einmal Nachwuchs ins Haus. Auch die beiden Kleinen kamen nach und nach jeder zu seiner Kindheitsanlage. Dann ging ich in die Lehre, und für die Fahrt zur Arbeit benutzte ich wieder Silberling-Eilzüge, wie ich sie aus meiner Kindheit kannte. Silberling-Mittelwagen, die sich annähernd im Originalzustand befanden, gab es damals noch in großer Zahl, und sogar die Strecke könnte dieselbe gewesen sein wie das zweite Teilstück der "Großelternstrecke".
Nach der Ausbildung wurde es dann Zeit für eine eigene Wohnung, und irgendwann wurde auch das dritte Kind flügge. Bis dahin war auch der letzte Großelternteil verstorben. Mein Vater, meine Stiefmutter und das jüngste Halbgeschwisterchen blieben noch bis um die Jahrtausendwende an Ort und Stelle, bis Vater in Rente ging.
Kurz bevor sie umzogen und ich ebenfalls meinen Wohnsitz erneut verlegte, besuchte ich die Drei noch einmal in jenem Haus, in dem ich meine Jugend und meine Lehrlingsjahre verbracht hatte. Wir fuhren quer durch die Stadt zum alten Vorortbahnhof, den Vater früher bei seinen Pendlerfahrten so oft passiert hatte, ohne dort auszusteigen. Denn hier starteten die mittlerweile eingerichteten Museumszüge nach Poorbutloudingen. Der Fahrkartenautomat, der erst ein paar Jahre vor der Stilllegung der Strecke aufgestellt worden war, war längst wieder abgerissen, und hinter dem Tresen mit seinem altertümlichen Zahlteller waren wieder Menschen anzutreffen, die historische Uniformen trugen und Fahrkarten verkauften, die aussahen wie die aus meiner Kindheit. Der Fahrzeugbestand verkörpert grob das, was in der Jahrhundertmitte auf dieser Strecke anzutreffen war, als noch alle Zweige unserer Verwandtschaft in einem eng umrissenen Gebiet weit von Poorbutloudingen entfernt lebten. Von UIC-X-Wagen keine Spur, dafür findet man (wenige) 20-Meter-Mitteleinstiegswagen und viel mehr kurze Zweiachser, alle grün lackiert. Gezogen wurde das Ganze von einer Dampflok; die Museumsbahngesellschaft könnte damals schon eine größere Schlepptenderlok gehabt haben.
Wir fuhren also mit der Museumsbahn nach Poorbutloudingen. Dann unternahmen wir eine Wanderung durch die angrenzenden Wälder, vorbei auch an der Wiese, die uns in Kindheitstagen, als die weiße Weihnacht noch selbstverständlich und das Kleinste noch längst nicht auf der Welt war, als Schlittenpiste gedient hatte. Bald darauf zogen, wie gesagt, die drei Anderen und ich etwa gleichzeitig um.
Vater und Stiefmutter wohnen nun weit weg, noch hinter dem Wohnort meiner seligen Großeltern, und ich habe mich in die entgegengesetzte Richtung "abgesetzt". Auf einer der ersten Fahrten an Vaters neuen Wohnort war es mir ein letztes Mal vergönnt, einen cognacfarben gepolsterten Schnellzug-Abteilwagen zu benutzen. Ich weiß sogar noch, dass ich einen Fensterplatz hatte und entgegen der Fahrtrichtung saß. Direkt rechts neben mir war das Fenster, und der Gang war folglich links. Ich weiß das auch deshalb noch so genau, weil ich in diesem Traum genauso saß.
Für mich ging damals ein schwieriger Zeitabschnitt zu Ende, und im Laufe der Zeit sollte ich noch mit verschiedenen neuen Problemen konfrontiert werden, die bis heute ungelöst geblieben und teilweise auch nicht mehr zu ändern sind. Aus diesem und noch etlichen anderen Gründen habe ich mich viel mit der "guten alten Zeit" beschäftigt. Eine Etage in Vaters neuem Haus erinnert sogar in etlichen Punkten an unsere alte Behausung in Poorbutloudingen, vor allem, nachdem vor ein, zwei Jahren neue Heimtextilien angeschafft wurden und ein längst auf dem Müll der Geschichte gelandeter Einrichtungsstil in zeitgemäßer Form zurückkehrte. Aber auch in diesem Haus musste Vaters Modelleisenbahn dem Wohnzimmer fern bleiben und sich den architektonischen Gegebenheiten ihres Ausweichquartiers fügen. Wieder darf sie nicht in ihrer alten Pracht neu erstehen und wird es wohl auch in diesem Leben nicht mehr.
Und dennoch ist mein Vater damals zum zweiten Mal mit Kartons voller übrig gebliebener Modellbahnartikel umgezogen, weil er es nicht übers Herz brachte, die in jahrzehntelanger Feinarbeit zusammengetragenen Schätze zu verramschen. Der Modelleisenbahn über all die Jahrzehnte hinweg treu geblieben sind letztlich nur er selbst und ein Kind aus zweiter Ehe. Nachdem ihm klar wurde, dass auch er nicht ewig leben wird und dass sich bei seinen Nachkommen weder eine Wiederbelebung ihres Kindheitshobbys noch ein ernsthafter Kinderwunsch abzeichnet (der Hoffnung auf eine Fortführung der Eisenbahnerei in der Enkelgeneration aufkommen lässt), suchte er schweren Herzens einen Gebrauchthändler auf, damit die gar nicht mehr benötigten Teile wenigstens in gute Hände kommen. Außerdem ist eine weitere Verkleinerung der Anlage im Laufe der Jahre beschlossene Sache.
Aber da hatte er sich getäuscht. Schon seit Jahren träume ich davon, eines Tages unsere alte Wohnung zu kaufen, und überlege, ob man nicht, rein zur Zierde, Vaters alte Anlage in vollem Umfang dort wieder aufbauen müsste. Zugegeben, das ist eine ziemliche Spinnerei. Aber letztes Jahr fuhr ich erneut mit der Museumsbahn und befasste mich sowohl mit meinem alten Wohnort als auch mit alten Bundesbahnfahrzeugen. Und wie das halt so ist, man schnappt hier mal was auf, da mal was auf, schafft es irgendwann auch, sein Wissen zu ordnen und mehrmals zu erweitern, und inzwischen ist auch ein ernsthaftes Interesse an der Modelleisenbahn da. Nun möchte ich also wirklich eine Anlage aufbauen und habe mir auch schon ein paar unverzichtbare Fahrzeuge zugelegt, sogar eine schwere Schlepptender-Lok, wenn auch in etwas kümmerlicher Ausführung mit Karosserie und Rädern aus einem einzigen Spritzgussteil, ohne Achsen oder andere bewegliche Teile, ohne Motor und selbstredend ohne Dampfeinsatz. Als ich meinen Vater auf dieses Thema ansprach, erzählte er mir von seinen Umbauplänen und den frei werdenden Teilen, meinte aber etwas unsicher, ob er nicht doch noch ein paar davon einlagern sollte, weil doch inzwischen das zweite Enkelkind unterwegs ist und vielleicht auch bald eine Anlage haben will.
Geändert von poor but loud (14.03.2010 um 05:43:02 Uhr)
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Ähm, dass wir uns nicht missverstehen: Posts von Gleichgesinnten sind sehr willkommen. Es müssen keine nobelpreisverdächtigen Erzählungen sein.
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Früher hatte ich ja auch eine Modeleisenbahn aber leider keinen Platz dafür und jetzt stehen die Züge in einer Vitrine.
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Bei der Planung meiner neuen Anlage ging es zunächst etwas chaotisch zu, aber allmählich entwickle ich ein Gespür dafür, welche Fahrzeuge zueinander passen. Es sind auch schon etliche Züge geplant. Etwas Kopfzerbrechen bereiteten mir die Nebenstreckenwaggons, die vor einem halben Jahrhundert in der weitläufigen Umgebung meiner Heimat verkehrten und nun bei der Museumsbahngesellschaft untergekommen sind. Diese hat die Typenbezeichnungen fast aller ihrer Fahrzeuge veröffentlicht, nur die ihres am wenigsten gängigens Umbauwagens nicht, weder für die vorliegende Ausführung noch für den Spenderwagen. Und, wie sollte es anders sein, alle anderen Waggons sind (zumindest in Ursprungsausführung) bei Märklin erhältlich, nur diesen einen findet man dort nicht, auch nicht im Archiv. In Internet-Auktionshäusern findet man auch nicht so recht etwas. Im Prinzip könnte ich mir mit der Umarbeitung eines handelsüblichen Wagens behelfen. Ein Modell, das grob hinkommt, ist sogar recht bekannt. Eine Neuanfertigung des Rahmens einschließlich Lackierung und der Anbringung diverser filigraner Beschriftungen ist allerdings das Mindeste, was hier gemacht werden muss. Genau genommen müssten auch noch neue Schutzgitter her. Selbst hiermit ist der Wagen nicht perfekt, weil die Abmessungen nicht ganz stimmen. Unter dem Strich herrscht ein ziemliches Missverhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis.
Geändert von poor but loud (06.06.2010 um 06:27:03 Uhr)
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Falls Du ernsthaft dieses Hobby (wieder/weiter) ausüben möchtest, gebe ich Dir einen guten Tip:
VERMEIDE DIESEN ORT !!!
--> http://www.miniatur-wunderland.de/
Das ist für Modelleisenbahner Himmel und Hölle in Personalunion !
Nach einem Besuch dieser "Kultstätte", wirst Du nie vermutlich mehr Deine Modellbahn anrühren.
Ich selbst habe schon eine große Anlage bei Verwandten gesehen und war begeistert (bin selbst aber kein Bastler)
Aber DAS hat meine künsten Phantasien um Längen übertroffen.
Dafür gibt es nur einen einzigen Ausdruck: W A H N S I N N !!!
Mit anderen Worten: Du wirst die "Anlage" total lieben - und immer wieder zu diesem "Mekka" zurückkehren..
..oder Du wirst sie für alle Zeiten hassen und Dein jetziges Bahn-Hab-und-Gut bei eBay einstellen.
Das in Hamburg ist einfach eine völlig faszinierende..Welt.
Gruß - Löwe
[PS: Ich schätze aber mal, dass Dir die Anlage gefallen würde - FALLS Du jene tatsächlich noch nicht kennst.
]
Geändert von Löwe (06.06.2010 um 16:08:07 Uhr)
[An alle Nachwuchsgitarristen: Konzentriert Euch mal lieber auf Harmonie-Bildung, Verständnis der verschiedenen Tonleitern und deren Zusammenhänge, Spieldynamik, akzentuiertes Spielen und passende Soli-Begleitung sowie RHYTHMUS-Gitarren-Arbeit als immer nur wie bescheuert s t u n d e n l a n g
Skalen und Arpeggien nach "Tempo-Wettbewerbs-Art" hoch-und-runter zu rattern !]
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Hi,
upps.... Modellbahner hier im Musiker-Board??? Wow! Der Modellbahn-Bau ist neben meinen Webradio- und DJ-Aktivitäten, also der Musik, mein zweites ganz großes Hobby. Ich habe den kompletten Dachboden des Hauses meiner Familie zu einer Modelleisenbahn-Großanlage ausgebaut, welche die europäische Nord-Süd-Achse von der holländischen Küste bis hinunter zu den Schweizer Alpen in der Baugröße H0 darstellt. Im Gegensatz zu den meisten Modellbahnern habe ich meine Anlage allerdings in der aktuellen Zeit-Epoche angesiedelt, und dementsprechend finden sich auf meiner Anlage typisch moderne Züge wie ICE, TGV, Doppelstockwagen, Containerzüge und dergleichen, und auch bei den Gebäuden habe ich auch moderne Bauten wie Hochhäuser oder eine moderne Kirmes integriert. Guckt mal auf meine Homepage http://andreas.musik-train.de/, dann auf Hobbys -> Eisenbahnen, und da findet Ihr eine Beschreibung meiner Anlage und eine Bildergalerie zum Download (ganz unten auf der Seite).
Im Miniatur-Wunderland in Hamburg war ich auch schon einige Male, und finde es immer wieder geil. Wer im Ruhrgebiet oder Umgebung wohnt, dem kann ich einen Besuch in dieser Ausstellung empfehlen: www.der-deutschlandexpress.de.
DJ Nameless
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Mein Lehrer hat eine beeindruckende Anlage im Keller, die ich schon ein paar mal besichtigen durfte. Er hat - genau hab ichs nicht verstanden - seine alten Loks modifiziert, sodass sie auf modernen Schienen laufen und digital gesteuert werden können. Auch die Häuser und sonstigen Landschaftsteile sind von ihm verschönert worden (realistischere Farben), Häuser werden nicht einfach über ein Lämpchen gestülpt, es gibt Pseudoneonlicht im Arbeitszimmer, eine grelle Außenbeleuchtung und gemütliches Licht im Wohnbereich. Ein Kran kann mit einem Magnet nicht nur Metall sondern auch Stein - Gipskugeln mit implantierten Schrauben - bewegen. Über diverse Steuereinheiten fahren ca 30 Züge, die auf der Platte Platz finden (im Regal stehen mindestens nochmal so viele), geben Signale, verschiedensprachige Schaffneransagen, Qualm, Tankgeräusche von sich, ein Lagerfeuer flackert auf dem Berg, Brauereischornsteine qualmen.... Dazu kennt der Mann die Geschichte zu den Vorbildern seiner Züge: Auf welcher Messe wurde er vorgestellt, welches Land hat wie viele gekauft...einer hupt wohl in Ungarn anders als in Österreich (die Miniaturlok kann beide Signale).
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Danke für den Tipp, aber da besteht für mich keine Gefahr mehr. Anfangs hatte ich mir meinen Einstieg in die Eisenbahnwelt ganz toll vorgestellt. Dann entwarf ich einen Gleisplan nach dem anderen und stellte fest, dass ich eine ganze Reihe von Kompromissen schließen muss, weil die Anlage sonst nicht in die Wohnung passt. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden. Im Vergleich zu mancher anderen Anlage, bei der eine Bahnstrecke neben der anderen liegt, fällt mein Entwurf sogar noch erstaunlich realistisch aus.
Meine Anlage soll die Bahnstrecke an jenem Ort darstellen, an dem ich fast meine ganze bewusste Kindheit verbrachte, und natürlich in erster Linie den Bahnbetrieb der damaligen Zeit (zweites Viertel der Siebziger bis erstes Viertel der Achtziger). Das hat nicht nur nostalgische Gründe. Am Ende dieses Zeitabschnitts endete auch der Regelbetrieb auf dieser Strecke, und außerdem gab es einige Jahre vor meiner Geburt und dann wieder ein paar Jahre nach der Streckenstilllegung größere Umbaumaßnahmen an den angrenzenden Bahnanlagen. Die Glanzzeit der Hechtwagen und das ICE-Zeitalter lassen sich deshalb nur bedingt bis gar nicht nachstellen.
Da ich aber mittlerweile auch die alten Fahrzeuge schätzen gelernt habe, werde ich den mir zur Verfügung stehenden Zeitrahmen voll ausschöpfen und auch den Bahnbetrieb der frühen Sechziger nachstellen, als Mitteleinstiegswagen und Vorserien-Silberlinge noch up to date waren. Meine persönlichen Favoriten aus dieser Zeit sind die vierachsigen Umbauwagen und die Verwendungsgruppen 28 und 30.
Die Mitteleinstiegswagen und Vorserien-Silberlinge passen, wie auch die roten Nebenbahnwagen mit Runddächern, stilistisch gut zur V 80 (die beiden ersteren auch zeitlich). Natürlich hat sie auch Umbauwagen und Serien-Silberlinge gezogen, aber zu denen passen auch ältere (Dampfloks) bzw. neuere Loks (V 100), die viel verbreiteter waren als die nicht annähernd bundesweit eingesetzte V 80, so dass mit ihnen gebildete Züge oft authentischer wirken. Andererseits war das nächstgelegene Revier der V 80 nicht so weit weg, dass ich für den Fall gravierender Engpässe Ausleihaktionen zwischen diesem Standort und unserer Region ausschließen kann. Mit anderen Worten, der Einsatz einer V 80 auf unserer Strecke wäre zwar ungewöhnlich, ist aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.
An anderen Tagen kommen wie gesagt etwas jüngere Fahrzeuge zum Einsatz, also hauptsächlich m-Wagen und mz-Wagen sowie modernere Loks vom Schlage der Einheits-Elektroloks, der 103 und der 218. Die Fahrzeuge für "normale" F-Züge sowie für unterhalb davon angesiedelte Zugkategorien waren zunächst noch einfarbig, bis die ICs durchgängig mit TEE-Wagen bestückt wurden und auch die übrigen Fahrzeugtypen einen daran angelehnten zweifarbigen Anstrich erhielten, den mit der ozeanblauen Bauchbinde. Stoffbezüge gab es von da an auch in einigen Abteilwagen der zweiten Klasse. Nach der Stillegung unserer Bahnstrecke wurden die sogar im Eilzugdienst eingesetzt, so dass ich auch bei Fahrten zu meiner Mutter darauf zurückgreifen konnte. Damit war für meine Begriffe der Höhepunkt des Eisenbahnwesens erreicht. Nur eine Klimaanlage würde ich heute vermissen.
Das Interregio- und ICE-Zeitalter wollte ich auf meiner Anlage zunächst nicht nachstellen, weil man dazu Unmengen von Fahrzeugen braucht, die mir alles andere als am Herzen liegen, angefangen bei den S-Bahnen. Die haben inzwischen ihre dritte Lackierung seit der Anbindung unseres Hauptbahnhofs ans S-Bahn-Netz. Mit anderen Worten, um die Epochen III bis V glaubwürdig nachzustellen, braucht man dreimal so viele Züge, wie auf der Anlage stehen sollen. Ein einziger Zug in allen Farbvarianten kostet neu bereits 1.000 Euro. Viel Geld für ein Fahrzeug, das man eigentlich nicht mag.
Mit den Schnellzugwagen sieht es etwas günstiger aus, weil mir die verschiedenen Farbvarianten irgendwie gefallen. Ich würde auch gern einen Zug aus Rotlingen und IRE-Wagen zusammenstellen. Aber die sieht man (nicht nur) in dieser Region kaum. Als die Silberlinge modernisiert und mint-lichtgrau lackiert wurden ("Grünlinge"), kamen sie noch auf den verbleibenden Nebenstrecken und im Eilzugdienst zum Einsatz. Damit bin ich von unserem neuen Wohnort zum Hauptbahnhof und später zu meiner ersten eigenen Wohnung gefahren. Inzwischen wurde der Nebenstreckendienst aber ausgegliedert und wird mit DB-fremden Triebwagenzügen abgewickelt, während im Eilzug-Nachfolger RE die Einführung des neuen Farbschemas mit der Ablösung der Silberlinge durch Doppelstockwagen zusammenfiel. Solche Wagen benutze ich des öfteren, wenn ich meinen Vater besuche oder unseren alten Wohnort bereise. Vom oberen Deck aus hat man eine gute Aussicht, aber ansonsten verbinde ich mit diesen Fahrzeugen keine positiven Eindrücke.
Wahrscheinlich werde ich mir nur einen Grundstock an modernen Fahrzeugen zulegen und für jeden Tag, an dem sie zum Einsatz kommen, eine Nostalgieveranstaltung anberaumen. Es wird also lediglich der Schnellzugverkehr mit modernen Fahrzeugen abgewickelt, während der halbe Bahnhof voll mit Nostalgiezügen ist. Da sich ein ICE TD recht gut neben einem TEE-Triebwagenzug macht, werde ich mir einen ICE TD besorgen. Den größten Teil des ICE-Verkehrs darf aber ein ICE 2 in aktueller Farbgebung übernehmen, weil diese Kombination aus Baureihe und Anstrich die längste Laufzeit hat (der ältere ICE 1 wird vor dem ICE 2 ausgemustert werden, und der ICE 3 kam erst nach Einführung des aktuellen Schnellzuganstrichs).
Die digitale Steuerung musst Du Dir in etwa so vorstellen wie den UKW-Empfang an Deinem Radio. Stell Dir vor, Dein Radio würde die Sendeenergie einfach in Lautstärke umsetzen. Dann würdest Du in der Nähe eines starken Senders unabhängig vom ausgestrahlten Programm einen Dauerton hören, der den Putz von der Decke holt und die Nachbarn in den nächstgelegenen Bunker treibt.
So geht es also nicht. Demnach müssen die Radiowellen moduliert werden. Die aufmodulierte Information verkörpert das Musiksignal, während die Stärke der Trägerwelle für die Lautstärke des Empfangs unmaßgeblich ist und lediglich für klaren Empfang sorgt.
So ähnlich macht man das inzwischen auch bei der Modelleisenbahn. Eine analoge Lok erreicht bei maximaler Betriebsspannung ihre Höchstgeschwindigkeit, und die Lampen sind für diese Spannung ausgelegt und erreichen dann ihre volle Helligkeit. Bei Verringerung der Spannung wird die Lok langsamer, und die Lampen werden dunkler. Außerdem kann man in die Lok nur solche Geräuscherzeuger einbauen, die immer dasselbe Geräusch abgeben, also z. B. das Brummen eines Dieselmotors. Sollen irgendwelche Geräusche wie das Pfeifen des Schaffners oder das Zuschlagen der Waggontüren erzeugt werden, so geht das nicht, weil man sie nicht vom Motor getrennt steuern kann.
Des weiteren ist es mit der analogen Steuerung schwierig, mehrere Loks auf einunddemselben Gleisabschnitt unabhängig voneinander zu steuern. Man braucht dazu eine gemeinsame Leitung und für jede Lok noch eine eigene Leitung.
All diese Probleme lassen sich mit der digitalen Steuerung umgehen. Die Loks und Triebköpfe dürfen ständig unter Strom stehen. Der Strom wird aber moduliert, ihm also ein Signal aufgeprägt. An diesem Signal erkennt jede Lok, ob sie überhaupt gemeint ist und welche Aktion sie ausführen soll. Man kann also z. B. die Scheinwerfer im Stand auf volle Leuchtkraft hochfahren und die Lok danach langsam anfahren lassen. Außerdem kann (je nachdem, wie aufwändig sie ausgestattet ist) jede Lok mit einer ganzen Palette von Betriebsgeräuschen ausgestattet werden, die individuell abgerufen werden.
Die Digitaltechnik war früher sehr teuer, was zu einer kostspieligen Parallelproduktion von analogen und digitalen Fahrzeugen führte (und damit die digitalen Fahrzeuge erst recht verteuerte). Der Preisverfall auf dem Elektroniksektor hat dazu geführt, dass viele Hersteller heute nur noch Digitalloks anbieten. Sie lassen sich aber oft noch analog steuern.
Nee, ganz so ein Crack bin ich noch nicht. Es ist schon sehr beeindruckend, was Du und Andere über das Modelleisenbahnerdasein zu berichten haben. Mein Hauptanliegen ist es aber, überhaupt erst mal eine passable Anlage auf die Beine zu stellen. Um die Feinheiten kann ich mich später noch kümmern.
Detailliertes Wissen über Bestellmengen habe ich nicht, aber von irgendwelchen klimatisierten Schnellzugwagen der ersten Klasse müsste die Deutsche Bundesbahn 267 Abteilwagen und 100 Großraumwagen abgenommen haben, von denen je einer bald darauf bei einem Unfall zerstört wurde. Ich weiß nur nicht mehr, ob es sich um die Rheingoldwagen oder die Eurofima-Wagen handelte.Geändert von poor but loud (13.07.2010 um 20:40:08 Uhr)
Mit dem dritten Hängetom beginnt der Darwinismus. Aber der Mensch, der Mensch fängt erst beim Bassisten an.
Frei nach Carl Zuckmayer
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Ich kann euch meine gesamte Geschichte mit Modelleisenbahnen nicht mehr rekonstruieren, auch ist sie nicht so interessant und ausufernd wie deine poor but loud, aber dennoch möchte ich sie mal niederschreiben.
Als ich, nun gutmütig geschätzt, 2 war, hat mein Opa mir meine erste Eisenbahn geschenkt (das kann also wirklich gerade mal 1990 gewesen sein, höchstens). Eine Märklin H0 Starter-Schachtel. Die mit der kleinen Dampflok, dem Kranwagen, zwei-achsigem Niederbordwagen und dem Kippwagen (rot, Plastik). Ich konnte de facto mit dem Kopf gerade mal über die Tischplatte gucken und bekam gerade eben noch mit, dass sich da was bewegt. Kurz darauf hab ich die andere Starterschachtel bekommen, mit der Tender-Dampflok und mehr Wagons. Und mehr Schienen. Nunja, von da an kam alle paar Monate ein Wagen, eine Weiche, ein Häuschen...irgendwas dazu. Das führt z.B. auch dazu, dass ich mit 5 schon die Faller-Häusle selbst bauen konnte. Zwar nicht perfekt, aber hey, ich war fünf (okay lesen hab ich vor der Grundschule dadurch gelernt, dass ich meiner Mutter gegenübersitzend die Tageszeitung gelesen habe. Stück für Stück, jeden Tag mehr...).
Irgendwann, eines Weihnachtens bekam ich dann eine Fertigplatte. Also diese überdimensionierten Plastikteile auf einem Holzleistengerüst. Man war ich da aufgeregt. Ich hatte zwar ganz viele tolle Pläne, eine eigene Platte zu bauen und auch schon Gleispläne gemalt (mit Zirkel und co. cmgenau...
) aber ich hatte die Platte schon vorher gesehen...nunja, ich war den Rest des Abends damit beschäftigt, Häuser hin und her zu stellen und die Loks heißlaufen zu lassen. Mein Opa hat mir dann heimlich kurz nach Weihnachten noch einen "Triebwagen" geschenkt (diese weinroten Schienenbusse eben). Der leuchtete komplett. Da werden Kinderaugen groß 
Nunja, mein Opa war sowieso wie ein zweiter Vater für mich, immer schon und durch dieses gemeinsame Hobby noch mehr. Ich hab die Platte dann erweitert nach links und rechts (Eigenbauten) und tjoa. Wie das halt so ist, kam immer mehr Kram hinzu.
Dann wurde ich immer älter und mein Interesse sank dann erstmal irgendwie, zwar nie erloschen, aber PC war dann erstmal interessanter, weil kreativer und irgendwie war das alles sehr nativ an der Kiste für mich. Nunja, weil mein Verhältnis zur Modelleisenbahn sehr eng an das Verhältnis zu meinem Opa geknüpft ist, hab ich ihn auch hier ein wenig verloren, für ihn waren Computer "Quatsch". Heute tut mir das maßlos leid, wobei es eben ist wie es ist.
Als er dann gestorben ist, hab ich den gesamten Eisenbahnkram bei meiner Oma abgeholt. Ich hab zwar auch sein Auto, aber die Eisenbahn war mir wichtiger. Weggeben wollte ich sie nie. Nur ist momentan absolut kein Platz mehr vorhanden, so dass ich alles mit "Motor" einmal im Jahr auspacke, fahren lasse und wieder einräum - bis mal wieder Platz für ne Anlage ist.
Einzig von den Gleisen werde ich mich bald trennen. Die M-Gleise sind für mich nicht haltbar, weil die einerseits empfindlicher sind in der Lagerung und andererseits später nicht mehr aufzutreiben. Daher werde ich die Gleisanlage wohl irgendwann mal katalogisieren und verkaufen - um mir einen kleinen Kreis K (die gibt's noch oder?) oder C-Gleise zuzulegen, solange ich eben keinen Platz habe...- 42 -Mein Songwriting-Workshop Teil I
Lautstärke ist der Tod von Sound, denn Sound hört man, man fühlt ihn nicht.
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