richtige benennung #9 oder b10

Kodou
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Hi,

ich frage mich gerade wann ich ein Intervall #9 und wann b10 nenne. Ich habe gerade eine bassspur analysiert und bin da auf diese Frage gestoßen. Es ist auch nur ein Intervall, weniger ein Akkord da es ja auf dem Bass gespielt wird und es nur 2 Töne sind die zusammen klingen. G# und B. Das B in der darauffolgenden Oktave. Welches ist der Kontext auf den es hierbei ankommt? Übermäßige None oder kleine Dezime?

ich meine bei einer Terzschichtung für einen Akkordbau innerhalb einer Oktave stellt sich die Frage eig. nicht. Zumindest nicht bei Standard-Akkorden. Aber will ich z.B. die kleine Terz eines Akkordes in der nächsten Oktave haben - wovon ist dann die Rede? G#m#9 oder G#mb10?
 
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Zuletzt bearbeitet:
Welches ist der Kontext auf den es hierbei ankommt? Übermäßige None oder kleine Dezime?

Wenn Deine zugrundeliegende Harmonie Dur ist, ist es die #9.
Beim Analysieren der Bassspur ist es wichtig die eventuell im Hintergrund laufenden Harmonien zu hören, um zu wissen ob es sich um eine Mollterz oder eben die Tension #9 handelt. Kannst Du Dein Beispiel dahin gehend näher beschreiben?
 
Hi Kodou,

meinst du mit "B" das deutsche "H"?

Das Intervall "b10" habe ich noch nie benutzt oder gar gesehen, daher würde ich dir die Frage mit "#9" beantworten.
Um das genau zu sagen bräuchte man aber den harmonischen Kontext, dahinter könnten sich auch andere Dinge verbergen.
Es könnte auch einfach eine kleine Terz sein (über den Raum einer Oktave hinaus) - hinter "#9" verbirgt sich immer etwas alteriertes (zum Beispiel im Halbton-Ganzton-Kontext) usw... aus welchem Stück hast du dies? ;) Ich hoffe ich konnte helfen.
 
hi,

da die Harmonielehre nicht vorsieht, Dur und Moll gleichzeitig einzusetzen, wurde hier die Bezeichnung #9 eingeführt, wie dir meine Vorposter ja schon geschrieben haben^^.

In meinem Studium in den Niederlanden wurde allerdings auch der Begriff b10 gebraucht. Begründung war die Herleitung nicht aus klassischer Harmonielehre, sondern aus dem Blues. Hier ist der Ton wirklich eine Mollterz in der Melodie, der gleichzeitig mit der Durterz der Begleitung gespielt wird (günstigenfalls eine oder mehrere Oktaven drüber). Somit wird er auch als kleine Terz bezeichnet - b10.

Ich fand das nachvollziehbar. Die Ausweichmöglichkeit mit der #9 muss nicht unbedingt benutzt werden; wenn man den Ton als Mollterz nun mal hört, darf er auch so heißen.
Es gibt auch Situationen (z.B. jazzige Akkordfolgen mit #9 - b9 - Melodieverläufen), wo der Ton klar als alterierte None gehört wird; da ist nur die Bezeichnung #9 und nicht b10 angebracht.

Von daher sind beide Bezeichnungen möglich und richtig. b10 ist zumindest hierzulande ungewöhnlich und wird eher auf Widerspruch stoßen ;)
 
Hallo zusammen,

es kommt, wie alle schon geschrieben haben, sicherlich auf den harmonischen Zusammenhang und auch die "nähere Umgebung" an, so ein Schnappschuß alleine ist natürlich nur schwer einzuordnen.

Ich hatte sofort Teddy Wilsons Riesenpratzen vor meinem geistigen Auge, genauer gesagt seine "Tenth Bass"-Spielweise. Der hat doch oft auf dem Klavier mit der linken Hand genau so begleitet: Den Grundton und eine Oktave höher die Dur- oder Moll-Terz. Das wäre dann ganz "harmlos" und ohne jegliche Erweiterung/Alteration - einfach nur Grundton und Terz, als Dezim-Intervall gespielt.
Das würde man dann überhaupt nicht gesondert bezeichnen.

KMPNR hat das ja im Grunde auch schon geschrieben:
Es könnte auch einfach eine kleine Terz sein (über den Raum einer Oktave hinaus)

Wilsons Spielweise auf dem Klavier ließe sich natürlich perfekt auf den Baß übertragen, sozusagen als "Minimal-Akkord-Begleitung". Ich habe sogar ein passendes Video gefunden (nur mangels Lautsprecher noch nicht gehört):



Viele Grüße
Torsten
 
Auch ein Intervall kann ja auch einen Akkord implizieren. Ein harmonischer Kontext kann also auch von mehreren nacheinander klingenden Tönen dargestellt werden.

Jetzt wissen wir natürlich nicht in welchem Zusammenhang dein Intervall steht, deshalb kann man jetzt auch schwer entscheiden welche enhamonische Verwechslung nun theoretisch richtig ist.

Für sich genommen klingt es einfach nach einem Mollakord, denn mit Grundton und b3 sind die wichtigsten Töne vorhanden. Es ist auch sonnenklar welcher von beiden in diesem Falle der Grundton ist. ;)

Aber will ich z.B. die kleine Terz eines Akkordes in der nächsten Oktave haben - wovon ist dann die Rede?
Dann redet man einfach nicht von enger Lage, bzw stattdessen von weiter Lage. An den Funktionen der Töne ändert sich dann nichts. Man würde es auch nicht anders im Akkordsymbol notieren.
 
Zwei Möglichkeiten:

a) Am einfachsten kannst du es entscheiden, indem du heraushörst, in welche Richtung sich die #9 bzw. b10 auflöst (oder auflösen würde, falls keine Auflösung kommt). Abwärts: b10, Aufwärts: #9.

b) Prototypen: #9 ist Hawaiigitarre (z.B. "Es gibt kein Bier auf Hawaii"). b10 ist folgende Akkordfolge: c-Moll: <h d f b>, <h d f as>, (optional: <h d f g>), <c es g>
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Stück kommt von mir selbst was ich da gerade zu analysieren versuche. Dadurch bekomme ich neue Ideen zum Ausprobieren und fürs weiterkomponieren.

An der fraglichen Stelle habe ich noch keine Gitarrenspur. Der Bass steht in einer Passage bis jetzt allein und spielt: C# mit D# (große None) --- E mit D# (große Septime) --- G# mit B (international) (übermäßige None oder kleine Dezime?) --- A mit B (große None). Tonart ist C#m.


 
Also wenn man die Stufen (diatonisch) analysiert haben wir bei C# mit D# so etwas wie einen C#m(add9) oder C#m9 oder C#sus2 - dann einen Emaj7 - dann einen G#m (5. Stufe in Moll ist ein Moll(sept)akkord (v), es sei denn du nimmst einen Dominantseptakkord auf die Stufe (V), dann wäre es ein G#7(#9)) - wahrscheinlicher ist aber wirklich ein stinknormaler G#m - und als letztes ein A(add9) oder A(sus2).
 
Kodou: In dem Fall ist es B (international), also b13. Leicht zu erkennen, weil das B liegenbleibt (in den Aadd9 hinein) und keine enharmonische Veränderung hörbar ist.
Verstehe ich dich richtig, dass es G#-Dur ist?
 
Hallo Kodou,

wenn man alle Töne aus Deinem Stück mal "zusammenaddiert", erhält man:

C#, D#, E, G#, A, B (international), C#.

Das ist im Grunde ein ganz normale C#-Moll-Tonleiter, der das F# fehlt:

C#, D#, E, F#, G#, A, B, C#.
(oder ein Modus derselben: G#-Phrygisch, A-Lydisch, E-Dur etc.)

Aus dieser Tonleiter würde ich dann auch die Intervalle ableiten. Und da ist G# - B eine kleine Terz bzw. mit Oktave dazwischen ein kleine Dezime.

Viele Grüße,
McCoy
 
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"und es nur 2 Töne sind die zusammen klingen"

Habe ich überlesen. Sorry! Ich ging von >3-stimmigen Akkorden aus.
 

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