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Thema: [Workshop] Sauber (und schnell) Saiten aufziehen

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    [Workshop] Sauber (und schnell) Saiten aufziehen

    so, update.... da ich den beitrag nicht ändern kann, hier alles nochmal. wenn ein mod so nett sein würde, den eingangspost mit dem hier zu ersetzen, wäre ich wirklich mehr als dankbar!
    Edit KlausP: Unteren Beitrag hierher kopiert

    1. Einleitung

    Ich will hier eine einfache (wenn mans mal intus hat) und schnelle Methode vorstellen, Saiten auf die Gitarre aufzuziehen. Bei vielen Anfängern (z.B. bei mir früher) ist das Saitenaufziehen eine fummelige Angelegenheit, viele schenken dem keine besondere Beachtung. Aber: sauber aufgezogene Saiten tragen zur Verbesserung der Stimmstabilität, und somit wesentlich zum Spielspaß, bei, wer stimmt schon gerne alle paar Riffs die Gitarre, wenn die Saiten frisch sind. Die Methode, die ich hier vorstelle, ist sicher nicht die Beste oder gar die einzig Wahre, aber sie hat sich im Laufe meines Gitarristendaseins sehr bewährt, und sollte auf allen Standard-Gitarren funktionieren. Vielleicht können sich auch Fortgeschrittene ein paar Tipps abschauen, wenn ihnen vorm Saitenaufziehen sehr graust (hab letztens einige Beiträge zu dem Thema gelesen ). Aber von vorne:

    2. Materialien

    Wir benötigen:
    • Eine Gitarre.
    • Einen neuen Saitensatz.
    • Optional: Saitenkurbel. Erhöht die Geschwindigkeit ungemein, und kostet nur ein paar Euros. Sehr empfehlenswert.
    • Optional: Saitenschneider / Drahtzange zum schnelleren abtrennen des Saitenrestes.


    3. Ablauf

    Um die Geschwindigkeit seiner Produktion zu erhöhen, hat Henry Ford 1913 das Fließband in seine Fabriken eingeführt. Die Idee übernehmen wir gleich und versuchen, gleiche Tätigkeiten zu blocken, um sie “wie am Fließband” durchzuführen. Sprich: Nicht eine Saite lösen, herausnehmen, neue Saite drauf, aufwickeln, nächste Saite drauf, usw... sondern: Alle Saiten lösen, alle herausnehmen, etc.... Wenn man ein schwebendes Tremolo-System wie z.B. ein Floyd Rose hat, kann das allerdings zu Problemen führen, da es dauert, bis man das System wieder in den richtigen schwebenden Zustand bringen kann. In dem Fall könnte es sinnvoller sein, Saite für Saite abzuarbeiten. Bei Fender-artigen Vintage-Tremolos hatte ich aber bisher keine Probleme.
    Ich setze mich beim Aufziehen der Saiten auf mein Bett und stelle die Gitarre zwischen meine Beine auf den Boden, was mir zu allen Teilen der Gitarre bequemen Zugriff mit beiden Händen ermöglicht.

    1. Mit der Saitenkurbel (oder per Hand) sämtliche alten Saiten von der Gitarre entfernen. Vorsicht bei Gibson-artigen Stegen (StopTail): Löst man alle Saiten, fliegt das Ding aus der Halterung und kann unter Umständen dabei die Gitarre zerkratzen. Deswegen bei der letzten Saite das Ding festhalten! Die Mechaniken am besten jetzt schon so einstellen, dass die Löcher für die Saiten in Richtung Korpus zeigen, damit wir da nachher die Saiten schnell einfädeln können. Jetzt ist übrigens ein perfekter Zeitpunkt, die Gitarre ein wenig zu pflegen: Pflege-Workshop
    2. Neue Saiten in der Brücke einfädeln. Besonders bei Fender-artigem einfädeln am Korpusrücken würde ich sehr empfehlen gleich alle auf einmal einzufädeln, da das ständige hantieren mit der Gitarre nur Zeit kostet! Bei herausnehmbaren StopTails (Gibson, etc.) kann man einfach die Saiten in den herausgenommenen Steg einfädeln und das Teil auf dann wieder montieren. Dabei sollte man aufpassen dass man die Höheneinstellung nicht verdreht! Bitte aufpassen, dass die eingefädelten Saiten nicht zu sehr durcheinander kommen, aber wenn man keine zwei linken Hände hat sollte man das hinkriegen. Ich hatte zumindest da noch nie Probleme.

    3. Saiten in einer sinnvollen Reihenfolge in die Mechaniken auf folgende Weise einfädeln:
      Wir ziehen die gesamte Saite durch bis sie gespannt ist. In etwa 3 bis maximal 5 cm (ich würde auf jeden fall unter 4 empfehlen!) hinter der Mechanik knickt man die Saite in Richtung Kopfplatte. Bei einer Standard-Fender Stratocaster heißt das alle Saiten nach rechts knicken, bei Gibson Les Paul / SG die tiefsten drei Saiten nach Rechts, die höheren nach links!

      Auf dem Foto siehts aus als ob es weniger als 3 cm wären - das liegt daran dass die Saite von selbst ein wenig zurückgerutscht ist! Bei Gibson-style Kopfplatten mit Mechaniken auf beiden Seiten werden die hohen Saiten natürlich in die andere Richtung geknickt:

      Danach wird die Saite bis der Knick an der Mechanik ankommt zurückgeschoben. Jetzt kann man die Saite nochmal stärker an der Kante knicken, falls es vorher nicht gut gelungen ist. Dann wird aufgezogen! Wichtig ist, dass Saite immer an der inneren, also der Kopfplatte zugewandten Seite der Mechanik aufgewickelt wird, wie auf dem Foto:

      Mit einer Hand wird für ein bisschen Zug an der Saite gesorgt. Bis zur ersten halben bzw. dreiviertel Drehung nicht zu fest, wir wollen die Saite ja nicht gleich wieder rausziehen. Bei einem sanften Zug hält aber das geknickte Saitenende auf der anderen Seite der Mechanik die Saite fest. Nach einer halben bis dreiviertel Drehung kann man fester anziehen, ohne dass die Saite wieder rausrutscht. Das gewährleistet, dass die Saiten gut an der Mechanik aufgewickelt werden und nicht irgendwie unkontrolliert. Bei Stoptails fixiert das außerdem den Steg, wenn man vorher alle Saiten entfernt hat, sodass das Ding nicht an der Gitarre rumbaumelt.

      Auf dem Foto seht ihr wie ich das mache - mit dem Daumen kann ich so den Zug an der Mechanik regeln, mit den restlichen Fingern den Zug am Steg, damit das Stoptail nicht rausfliegt - hat man kein Stoptail, ist das natürlich egal, dann ist nur der Daumen auf dem Foto wichtig
      Bei den umwickelten Saiten (im Normalfall E, A, D) wird “nach unten” gewickelt, jede neue Wicklung kommt unter die vorherige, bis die Saite gut gespannt ist. Das sollte dann in etwa so aussehen:

      Nun entfernt man den unnötigen Rest: hat man einen Saitenschneider (Drahtzange) zur Hand, schneidet man die Saite so nah wie möglich an der Mechanik ab. Falls keiner in der Nähe ist, einfach die Saite an der Mechanik einmal ganz nach rechts, und dann ganz nach links biegen. Früher oder später (normalerweise nach 1 - 3 Mal) bricht sie an der Kante und wir haben eine perfekt und sauber exakt am Austrittspunkt aus der Mechanik abgetrennte Saite! Die Spannung der Saite lässt durch das Rumbiegen nach, also am Besten wieder ein bisschen weiter aufziehen.
      Vorsicht bei nicht umwickelten Saiten: mit etwas Glück funktioniert die beschriebene Methode, aber im Normalfall halten sie nicht und rutschen raus! Deswegen sollte man bei nicht umwickelten Saiten die erste Wicklung ÜBER dem herausragenden Saitenende wickeln, die zweite Wicklung kommt UNTER das Saitenende. Dadurch wird dieses noch zusätzlich stabilisiert und lässt sich noch dazu viel einfacher durchs Knicken brechen. Auch wenn man mit einem Saitenschneider arbeitet würde ich eine Wicklung oberhalb empfehlen.

      Hat jemand extrem rutschige Saiten, sodass sie auch noch so nicht halten, kann er eine Wicklung direkt über das Saitenende wickeln, das hält dann garantiert bombenfest. Es war aber bei mir noch nie nötig.
    4. Zum schnellen Einspielen der neuen Saiten empfehle ich starke Bendings am 12 Bund. Also zuerst Gitarre stimmen, jede Saite ein paar Mal am 12. Bund benden, dann wieder alles nachstimmen, usw., bis sich die Stimmung durch das Benden gar nicht oder nur minimal ändert. Bei den von mir verwendeten Saiten reichen zwei bis maximal drei solcher Durchgänge bis eine akzeptable Stabilität erreicht wird.
    5. Abrocken!


    Sollte ich hier irgendwo Blödsinn stehen haben, oder wenn jemand Verbesserungsvorschläge oder Kommentare hat (oder findet dass der beitrag hier völlig unnötig ist ), raus mit der Sprache! Ich werde bei meinem nächsten Saitenwechsel ein paar Fotos machen und reinstellen, also wenn irgendwas nicht klar ist, oder durch Fotos besser erklärt werden sollte, sagt mir das, damit ich entsprechende Bilder machen kann.
    Geändert von KlausP (27.05.2008 um 12:19:18 Uhr)
    1 Benutzer findet diesen Beitrag hilfreich.

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von MathewHopkins

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    Super Anleitung, ich machs etwas anders, aber so wie dus erklärt hast werd ich wohl wirklich schneller wenn ich ein paar Dinge übernehme (immer den selben Arbeitsschritt an allen Saiten gleichzeitig und so).

    Hut ab!

  3. #3
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    Zitat von Crestfallen Beitrag anzeigen
    Optional: Saitenkurbel. Erhöht die Geschwindigkeit ungemein, und kostet nur ein paar Euros. Sehr empfehlenswert.
    Da empfehle ich mal an dieser Stelle, den Planet Waves Pro Winder mit und ohne Saitenschneider.

    Ein paar Bilder wären/sind vielleicht noch eine anschauliche Untermalung, ansonsten nette Anleitung.

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    danke euch beiden!

    ich werd wie gesagt beim nächsten saitenwechsel welche machen... ich wollte ja nicht meine frischen saiten nochmal wechseln wegen eines workshops aber bald kommen definitiv bilder von den wicklungen, dem knicken etc...

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von Wödan

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    Gut gemacht (hab dich bewertet)
    Das hilft mir nach einigen Jahren noch etwas.
    Whooop whooop!

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von Direwolf

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    Nicht eine Saite lösen, herausnehmen, neue Saite drauf, aufwickeln, nächste Saite drauf, usw... sondern: Alle Saiten lösen, alle herausnehmen, etc....
    Das Funktioniert aber auch nur, wenn du kein schwebendes Vibrato-System, wie z.B. ein Floyd Rose o.ä. hast. sonst bauert das ewig, bis du das Vibrato wieder richtig in der schwebe hast.

    cu Direwolf

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Pleasure Seeker

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    Ich habe Kritik
    Zum einen sehe ich bei Materialien eine kleine Drahtzange/Seitenschneider zum abkneifen als unerlässlich an, die spart dir mehr Zeit als die Saitenkurbel , desweiteren ist die Optionale Saitenkurbel so gut wie nicht notwendig, wenn man 3-5cm hinter der Mechanik die Saite knickt (Ziel: ca 3 Wicklungen auf der Mechanik, mehr sind unnötig, schaden der Stimmstabilität).
    Bei Nr.1 vergisst du das mögliche Stoptail Problem was zu hässlichen Kratzern führen kann wenn man es nicht per Tuch oder Hand entsprechend fixiert

    Ansonsten mache ich es minmal anders: Saite durchfädeln, spannen, die Saite an der Mechanik zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen ca.5cm die Saite wieder Richtung Brücke bewegen (zurückkommen lassen), dann direkt an der Mechanik die Saite nach oben Knicken und dabei eine Schlaufe per Hand (oberhalb des Durchfädelungsloches) legen.. anziehen abknipsen.. fertig.
    ...Circle Two...

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    Zitat von Pleasure Seeker Beitrag anzeigen
    Zum einen sehe ich bei Materialien eine kleine Drahtzange/Seitenschneider zum abkneifen als unerlässlich an, die spart dir mehr Zeit als die Saitenkurbel
    seh ich nicht so. so wie ich das mache, muss ich die saiten 3-4 mal umknicken und sie brechen sauber exakt an der kante ab. mit einer drahtzange brauchst du vielleicht ne halbe sekunde kürzer pro saite, kriegst es aber garantiert nicht so nahe an der kante hin. aber jedem das seine, ich werd die option mit saitenschneider einfach reintun
    Zitat von Pleasure Seeker Beitrag anzeigen
    desweiteren ist die Optionale Saitenkurbel so gut wie nicht notwendig, wenn man 3-5cm hinter der Mechanik die Saite knickt (Ziel: ca 3 Wicklungen auf der Mechanik, mehr sind unnötig, schaden der Stimmstabilität).
    genau dieses ziel erreiche ich so gut wie immer (meistens 2-3 wicklungen). die saitenkurbel bringt dir vor allem was beim ausspannen der alten saiten (ich würd sogar wagen zu behaupten, dass das mindestens 5 mal schneller mit saitenkurbel geht). sie bringt imho wesentlich mehr tempomäßig als eine drahtzange.
    Zitat von Pleasure Seeker Beitrag anzeigen
    Bei Nr.1 vergisst du das mögliche Stoptail Problem was zu hässlichen Kratzern führen kann wenn man es nicht per Tuch oder Hand entsprechend fixiert
    meinst du mit "stoptail problem", dass das ding rausfällt und dabei die gitarre zerkratzt? stimmt, das hab ich nicht drin. hab das wohl als selbstverständlich erachtet. werd das aber auch irgendwie einbauen.

    jedenfalls danke für deine kritik!

  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen
    Das Funktioniert aber auch nur, wenn du kein schwebendes Vibrato-System, wie z.B. ein Floyd Rose o.ä. hast. sonst bauert das ewig, bis du das Vibrato wieder richtig in der schwebe hast.
    mit floyd rose hab ich noch nie gearbeitet... aber ich hab eine gitarre die so ein fender-style vintage tremolo hat. ist ja auch "schwebend", oder nicht? da funktioniert das eigentlich auch ohne probleme. falls das bei mir reiner zufall sein sollte und es im allgemeinen doch probleme macht, bitte ich um eine rückmeldung, damit ich auch darauf hinweisen kann.. aber danke schon mal


    EDIT: Weiß jemand bitte warum ich meinen ersten beitrag nicht bearbeiten kann?! so kann ich ja die ganzen guten hinweise und kritikpunkte gar nicht einbauen! HILFE

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von madeye

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    Zitat von Crestfallen Beitrag anzeigen
    EDIT: Weiß jemand bitte warum ich meinen ersten beitrag nicht bearbeiten kann?! so kann ich ja die ganzen guten hinweise und kritikpunkte gar nicht einbauen! HILFE
    das kannst du nur in den ersten 12 stunden nach erstellen des beitrags.

    schreib es einfach hierrein und bitte einen mod es oben einzufügen.

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    Zitat von madeye Beitrag anzeigen
    schreib es einfach hierrein und bitte einen mod es oben einzufügen.
    okay, in dem fall werde ich aber warten bis vielleicht noch weitere vorschläge kommen und ich die fotos habe, damit ein mod das alles auf ein mal updaten kann.

  12. #12
    Registrierter Benutzer Avatar von wishboneX

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    Hallo,

    ich will Crestfallens Beitrag keineswegs schmälern, sehr gute Arbeit! Den werde ich bei Fragen dann immer verlinken.
    Aber ein paar Bilder sind für Anfänger sicher wikrlich hilfreich, daher nenne ich hier mal den Thomann-Guide, der m.E. auch sehr gut gemacht ist:

    E-Gitarre:
    http://www.thomann.de/de/onlineexpert_80_6.html

    Western-Gitarre:
    http://www.thomann.de/de/onlineexpert_80_10.html

    Konzertgitarre:
    http://www.thomann.de/de/onlineexpert_80_12.html

    C.

  13. #13
    Registrierter Benutzer Avatar von Die Locke

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    Hey
    Das Saitenaufziehen hat mir am Anfang auch Schwierigkeiten gemacht. Gut, dass es dazu jetz nen Workshop gibt.
    Bei den nicht umwickelten Saiten mach ich das immer so, dass ich sie 2 mal einfädel an der Mechanik. Also einmal von unten rein und dann gleich nochmal von unten. So entsteht ein Knoten mit dem sich die Saite super einfach aufziehen lässt.
    *

  14. #14
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    so, update.... da ich den beitrag nicht ändern kann, hier alles nochmal. wenn ein mod so nett sein würde, den eingangspost mit dem hier zu ersetzen, wäre ich wirklich mehr als dankbar!

    1. Einleitung

    Ich will hier eine einfache (wenn mans mal intus hat) und schnelle Methode vorstellen, Saiten auf die Gitarre aufzuziehen. Bei vielen Anfängern (z.B. bei mir früher) ist das Saitenaufziehen eine fummelige Angelegenheit, viele schenken dem keine besondere Beachtung. Aber: sauber aufgezogene Saiten tragen zur Verbesserung der Stimmstabilität, und somit wesentlich zum Spielspaß, bei, wer stimmt schon gerne alle paar Riffs die Gitarre, wenn die Saiten frisch sind. Die Methode, die ich hier vorstelle, ist sicher nicht die Beste oder gar die einzig Wahre, aber sie hat sich im Laufe meines Gitarristendaseins sehr bewährt, und sollte auf allen Standard-Gitarren funktionieren. Vielleicht können sich auch Fortgeschrittene ein paar Tipps abschauen, wenn ihnen vorm Saitenaufziehen sehr graust (hab letztens einige Beiträge zu dem Thema gelesen ). Aber von vorne:

    2. Materialien

    Wir benötigen:
    • Eine Gitarre.
    • Einen neuen Saitensatz.
    • Optional: Saitenkurbel. Erhöht die Geschwindigkeit ungemein, und kostet nur ein paar Euros. Sehr empfehlenswert.
    • Optional: Saitenschneider / Drahtzange zum schnelleren abtrennen des Saitenrestes.


    3. Ablauf

    Um die Geschwindigkeit seiner Produktion zu erhöhen, hat Henry Ford 1913 das Fließband in seine Fabriken eingeführt. Die Idee übernehmen wir gleich und versuchen, gleiche Tätigkeiten zu blocken, um sie “wie am Fließband” durchzuführen. Sprich: Nicht eine Saite lösen, herausnehmen, neue Saite drauf, aufwickeln, nächste Saite drauf, usw... sondern: Alle Saiten lösen, alle herausnehmen, etc.... Wenn man ein schwebendes Tremolo-System wie z.B. ein Floyd Rose hat, kann das allerdings zu Problemen führen, da es dauert, bis man das System wieder in den richtigen schwebenden Zustand bringen kann. In dem Fall könnte es sinnvoller sein, Saite für Saite abzuarbeiten. Bei Fender-artigen Vintage-Tremolos hatte ich aber bisher keine Probleme.
    Ich setze mich beim Aufziehen der Saiten auf mein Bett und stelle die Gitarre zwischen meine Beine auf den Boden, was mir zu allen Teilen der Gitarre bequemen Zugriff mit beiden Händen ermöglicht.

    1. Mit der Saitenkurbel (oder per Hand) sämtliche alten Saiten von der Gitarre entfernen. Vorsicht bei Gibson-artigen Stegen (StopTail): Löst man alle Saiten, fliegt das Ding aus der Halterung und kann unter Umständen dabei die Gitarre zerkratzen. Deswegen bei der letzten Saite das Ding festhalten! Die Mechaniken am besten jetzt schon so einstellen, dass die Löcher für die Saiten in Richtung Korpus zeigen, damit wir da nachher die Saiten schnell einfädeln können. Jetzt ist übrigens ein perfekter Zeitpunkt, die Gitarre ein wenig zu pflegen: Pflege-Workshop
    2. Neue Saiten in der Brücke einfädeln. Besonders bei Fender-artigem einfädeln am Korpusrücken würde ich sehr empfehlen gleich alle auf einmal einzufädeln, da das ständige hantieren mit der Gitarre nur Zeit kostet! Bei herausnehmbaren StopTails (Gibson, etc.) kann man einfach die Saiten in den herausgenommenen Steg einfädeln und das Teil auf dann wieder montieren. Dabei sollte man aufpassen dass man die Höheneinstellung nicht verdreht! Bitte aufpassen, dass die eingefädelten Saiten nicht zu sehr durcheinander kommen, aber wenn man keine zwei linken Hände hat sollte man das hinkriegen. Ich hatte zumindest da noch nie Probleme.

    3. Saiten in einer sinnvollen Reihenfolge in die Mechaniken auf folgende Weise einfädeln:
      Wir ziehen die gesamte Saite durch bis sie gespannt ist. In etwa 3 bis maximal 5 cm (ich würde auf jeden fall unter 4 empfehlen!) hinter der Mechanik knickt man die Saite in Richtung Kopfplatte. Bei einer Standard-Fender Stratocaster heißt das alle Saiten nach rechts knicken, bei Gibson Les Paul / SG die tiefsten drei Saiten nach Rechts, die höheren nach links!

      Auf dem Foto siehts aus als ob es weniger als 3 cm wären - das liegt daran dass die Saite von selbst ein wenig zurückgerutscht ist! Bei Gibson-style Kopfplatten mit Mechaniken auf beiden Seiten werden die hohen Saiten natürlich in die andere Richtung geknickt:

      Danach wird die Saite bis der Knick an der Mechanik ankommt zurückgeschoben. Jetzt kann man die Saite nochmal stärker an der Kante knicken, falls es vorher nicht gut gelungen ist. Dann wird aufgezogen! Wichtig ist, dass Saite immer an der inneren, also der Kopfplatte zugewandten Seite der Mechanik aufgewickelt wird, wie auf dem Foto:

      Mit einer Hand wird für ein bisschen Zug an der Saite gesorgt. Bis zur ersten halben bzw. dreiviertel Drehung nicht zu fest, wir wollen die Saite ja nicht gleich wieder rausziehen. Bei einem sanften Zug hält aber das geknickte Saitenende auf der anderen Seite der Mechanik die Saite fest. Nach einer halben bis dreiviertel Drehung kann man fester anziehen, ohne dass die Saite wieder rausrutscht. Das gewährleistet, dass die Saiten gut an der Mechanik aufgewickelt werden und nicht irgendwie unkontrolliert. Bei Stoptails fixiert das außerdem den Steg, wenn man vorher alle Saiten entfernt hat, sodass das Ding nicht an der Gitarre rumbaumelt.

      Auf dem Foto seht ihr wie ich das mache - mit dem Daumen kann ich so den Zug an der Mechanik regeln, mit den restlichen Fingern den Zug am Steg, damit das Stoptail nicht rausfliegt - hat man kein Stoptail, ist das natürlich egal, dann ist nur der Daumen auf dem Foto wichtig
      Bei den umwickelten Saiten (im Normalfall E, A, D) wird “nach unten” gewickelt, jede neue Wicklung kommt unter die vorherige, bis die Saite gut gespannt ist. Das sollte dann in etwa so aussehen:

      Nun entfernt man den unnötigen Rest: hat man einen Saitenschneider (Drahtzange) zur Hand, schneidet man die Saite so nah wie möglich an der Mechanik ab. Falls keiner in der Nähe ist, einfach die Saite an der Mechanik einmal ganz nach rechts, und dann ganz nach links biegen. Früher oder später (normalerweise nach 1 - 3 Mal) bricht sie an der Kante und wir haben eine perfekt und sauber exakt am Austrittspunkt aus der Mechanik abgetrennte Saite! Die Spannung der Saite lässt durch das Rumbiegen nach, also am Besten wieder ein bisschen weiter aufziehen.
      Vorsicht bei nicht umwickelten Saiten: mit etwas Glück funktioniert die beschriebene Methode, aber im Normalfall halten sie nicht und rutschen raus! Deswegen sollte man bei nicht umwickelten Saiten die erste Wicklung ÜBER dem herausragenden Saitenende wickeln, die zweite Wicklung kommt UNTER das Saitenende. Dadurch wird dieses noch zusätzlich stabilisiert und lässt sich noch dazu viel einfacher durchs Knicken brechen. Auch wenn man mit einem Saitenschneider arbeitet würde ich eine Wicklung oberhalb empfehlen.

      Hat jemand extrem rutschige Saiten, sodass sie auch noch so nicht halten, kann er eine Wicklung direkt über das Saitenende wickeln, das hält dann garantiert bombenfest. Es war aber bei mir noch nie nötig.
    4. Zum schnellen Einspielen der neuen Saiten empfehle ich starke Bendings am 12 Bund. Also zuerst Gitarre stimmen, jede Saite ein paar Mal am 12. Bund benden, dann wieder alles nachstimmen, usw., bis sich die Stimmung durch das Benden gar nicht oder nur minimal ändert. Bei den von mir verwendeten Saiten reichen zwei bis maximal drei solcher Durchgänge bis eine akzeptable Stabilität erreicht wird.
    5. Abrocken!


    Sollte ich hier irgendwo Blödsinn stehen haben, oder wenn jemand Verbesserungsvorschläge oder Kommentare hat (oder findet dass der beitrag hier völlig unnötig ist ), raus mit der Sprache! Ich werde bei meinem nächsten Saitenwechsel ein paar Fotos machen und reinstellen, also wenn irgendwas nicht klar ist, oder durch Fotos besser erklärt werden sollte, sagt mir das, damit ich entsprechende Bilder machen kann.

  15. #15
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    Hier gibts ne super Video Anlietung:

    http://www.youtube.com/watch?v=xHeFA_qlR0I

  16. #16
    Registrierter Benutzer Avatar von Direwolf

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    mit floyd rose hab ich noch nie gearbeitet... aber ich hab eine gitarre die so ein fender-style vintage tremolo hat. ist ja auch "schwebend", oder nicht? da funktioniert das eigentlich auch ohne probleme. falls das bei mir reiner zufall sein sollte und es im allgemeinen doch probleme macht, bitte ich um eine rückmeldung, damit ich auch darauf hinweisen kann.. aber danke schon mal
    Fender Style ist nicht schwebend. Mit nem Floyd ziehts das ganze Vibrato, wenn du keine Saiten drauf hast ganz rein. deshalb kannst du die Saiten nach dem Aufziehen nicht mehr vernünftig stimmen, weil mit jeder Saite das Vibrato wieder ein Stück raus kommt -> ewig alle Saiten nachstimmen. Beim Floyd unbedingt die Saiten nacheinander wechseln.
    Noch ein kleiner Tipp: Beim aufziehen die Saiten schon mal gut dehen, dann halten sie fast von Anfang an die Stimmung.
    Aber trotzdem: Guter Workshop! Hast dir viel Mühe gegeben

    cu Direwolf

  17. #17
    Registrierter Benutzer Avatar von LongLostHope

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    Du musst unbedingt in den Einganspost (am besten ganz gfroß) schreiben, dass deine Anleitung NICHT für Floyd-Rose Gitarren gilt!!!

    Jeder Anfänger, der das mit ner Floyd-Rose Gitarre so macht, hockt danach weinend da und verzweifelt, weil sein tremolo absackt und ers nicht mehr eingestellt bekommt...

    Ansonsten nette Anleitung!
    ------------------------------------------------------------
    Mooncry - Dark Melodic Metal vom Bodensee !!!

  18. #18
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    Zitat von Die Locke Beitrag anzeigen
    Bei den nicht umwickelten Saiten mach ich das immer so, dass ich sie 2 mal einfädel an der Mechanik. Also einmal von unten rein und dann gleich nochmal von unten. So entsteht ein Knoten mit dem sich die Saite super einfach aufziehen lässt.
    hab ich vor Jahrzehnten so oder so ähnlich gemacht

    bis ich einmal auf einer schummrigen Bühne mit gerissener Saite da stand und gekämpft hab, den blöden Knoten aufzukriegen,.... seitdem keine Knoten mehr


    den Workshop finde ich ganz gut

    Blues zum Gruß
    Foxy

  19. #19
    Registrierter Benutzer Avatar von Crestfallen

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    Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen
    Mit nem Floyd ziehts das ganze Vibrato, wenn du keine Saiten drauf hast ganz rein. deshalb kannst du die Saiten nach dem Aufziehen nicht mehr vernünftig stimmen, weil mit jeder Saite das Vibrato wieder ein Stück raus kommt -> ewig alle Saiten nachstimmen. Beim Floyd unbedingt die Saiten nacheinander wechseln.
    okay, aber ansonsten funktioniert der rest mit floyd rose? davon hängt jetzt ab ob ich ganz am anfang schreibe "nicht für floyd rose" oder nur bei dem tipp mit alle saiten auf einmal raus.

  20. #20
    Registrierter Benutzer Avatar von LongLostHope

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    LongLostHope ist offline
    Mann muss nur nen genau auf die Höhe des Floyd angepassten Holpflock unter das Termolo legen, sodass es am absinken gehindert wird.

    Dann geht alles genau gleich.
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