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Thema: Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon

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    PA-kkordeon Moderator Avatar von Wil_Riker

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    Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon

    Ein Kondensatormikrofon mit 3 wechselbaren Kapseln in schlanker Optik für einen Straßenpreis von unter 250 €? Das hört sich interessant an! All dies bietet MONACOR INTERNATIONAL mit dem IMG Stage Line FSM-170 - Grund genug, das Mikrofon im Praxisbetrieb mal unter die Lupe zu nehmen. Ein Dankeschön geht dabei an den MI-Produktspezialisten B_West (Björn Westphal) für die unkomplizierte Bereitstellung des Testobjekts .

    Lieferumfang und Verarbeitung

    Das FSM-170 kommt in 2 separaten Paketen ins Haus. Eines enthält den Stativfuß aus (vermutlich) Gusseisen mit 3 dämpfenden Gummifüßen. Die Verarbeitung ist nicht ganz perfekt, wie man anhand des Fotos erkennen kann. Allerdings handelt es sich wirklich nur um einen kleinen optischen Makel (Kanten nicht ordentlich entgratet):



    Das zweite Paket enthält die restlichen Teile: Kohlefaserverstärkter Galgen aus Kunststoff mit Schwanenhals, Kapselkopf und einer der 3 Kapseln, ein schmuckes Holzkästchen mit 2 weiteren Kapseln, 2 verschieden lange Stativrohre mit je 2 Kabelclips, 1 Anschlusskabel sowie ein Windschutz/Poppschutz für die Kapsel. Einen "Beipackzettel" mit den technischen Daten konnte ich leider nicht entdecken, allerdings kann man sich ihn auf der o. g. Artikelseite herunterladen:
    http://www.monacor.de/de/FLE/FSM170.pdf

    Erwähnenswert ist, dass der Kapselkopf fest am Galgen montiert ist, allerdings mit einem flexiblen auszurichtenden Metall-Schwanenhals, der schwergängig genug ist, um nicht versehentlich zu verrutschen.

    Komplett zusammengebaut sieht das Mikrofon wie folgt aus:



    Wie man anhand des letzten Fotos sieht, ist das Mikrofon alles andere als transportabel, da der Galgen nicht zusammengelegt/zusammengeschoben werden kann. Dementsprechend ist die Zielgruppe meiner Meinung nach weniger der (mobile) Beschaller, sondern das Mikro bietet sich eher zur festen Ausstattung von Veranstaltungsräumen an. Durch die beiden mitgelieferten Stativrohre, die jeweils einen Teleskopauszug besitzen und mit einem Gewinde einfach in den Fuß eingeschraubt werden, kann man es in der Höhe flexibel anpassen - kurzes Rohr (39 - 63 cm) für den Einsatz am Rednerpult oder für die erste Reihe eines Kinderchors, langes Rohr (90 - 160 cm) für Overhead-Anwendungen. Auf der angegebenen Höhe wird dann die Halterung des 146 cm langen Galgens befestigt:



    Diese Halterung hat mir persönlich nicht so gut gefallen, was weniger an der Arretierung des Neige-Gewindes (Kunststoffgriff), sondern an der Art des Auszugs lag. Der Galgen wird mit Hilfe einer Spannzange (ähnlich der Zugentlastung bei Neutrik-Steckverbindern) an seiner Position gehalten. Dadurch ist eine hohe Stabilität gewährleistet. Um den Galgen zu verschieben, muss man allerdings das umgebende Kunststoffgehäuse lösen. Leider hat bei mir leichtes Aufschrauben nie gereicht, sondern ich musste das Unterteil jeweils immer komplett abschrauben, da sich die Spannzange sonst verkeilte und sich der Galgen nur ruckhaft verschieben ließ. Also eine recht hakelige Angelegenheit .

    Sehr gut hat mir hingegen die Art des Anschlusses gefallen: Am unteren Ende des Galgens befindet sich ein 3-poliger Mini-XLR-Einbaustecker, der nur ein wenig dicker ist als der Galgen selbst und sich somit gut in die schlanke Optik einfügt. Die Kabelführung von/zur Kapsel erfolgt im Galgen, d. h. keine störenden Kabel, die außen an ihm gefestigt werden müssen. Zum Anschluss ans Mischpult o. ä. liegt ein 8 m langes Kabel mit 3-poliger Mini-XLR-Kupplung zum Anstecken an den Galgen und mit "normalem" XLR-Stecker auf der anderen Seite bei. Mit Hilfe von 2 Schiebeschaltern, die mittels dünnem Schraubendreher betätigt werden können, lässt sich dort zum einen ein LowCut (Hochpass-/Trittschallfilter) aktivieren und zum anderen das Signal komplett um 10 dB bedämpfen:



    Natürlich sollte man tunlichst vermeiden, dass dieses Spezialkabel "unter die Räder kommt", ansonsten wird es schwierig, das Mikrofon anzuschließen .

    Ein weiteres nettes Feature ist die LED am Kapselkopf. Hier leuchtet ein Ring bei anliegender Phantomspeisung rot auf und signalisiert gut sichtbar aber dennoch dezent Betriebsbereitschaft (ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich irgendwie vergessen habe, davon ein Foto zu machen ).

    Die einzelnen Kapseln (Kugel, Niere, Superniere) sind mit einem Gewinde versehen und können einfach ohne spezielles Werkzeug in den Kapselkopf eingeschraubt werden.



    Für die Beurteilung der Frequenzgänge verweise ich an das oben verlinkte Datenblatt. Nachgemessen habe ich selbst nicht, sondern mich beim Praxisbetrieb auf meine eigenen Ohren verlassen . Erwartungsgemäß ist die Kugel-Kapsel bauartbedingt am linearsten, zumindest bis ca. 5 kHz. Zwischen 5 und 10 kHz fällt sie leicht ab, danach recht deutlich. Im Gegensatz dazu besitzen Nieren- und Supernieren-Kapsel eine hörbare Präsenz-Betonung zwischen 6 und 8 kHz und klingen auch "weiter oben" ein wenig brillanter.

    Praxisbetrieb und Fazit

    Mit einem einzelnen Mikrofon ist natürlich keine Abnahme eines kompletten Chors o. ä. möglich, deshalb habe ich mich beim Praxistest auf wenige passende Anwendungsfälle beschränkt. Aufnahmen/Klangbeispiele gibt es diesmal leider nicht .

    Zum einen habe ich mit dem FSM-170 mich selbst, d. h. eher mein Akkordeon , auf einer ansonsten leisen Bühne mikrofoniert. Dabei hat mir die Klangcharakteristik der Superniere am besten gefallen, denn die beiden Erhöhungen im Frequenzverlauf um 8 und 15 kHz passen sehr gut zu meinen persönlichen Vorlieben beim Akkordeonklang. Die Kapsel hat die Brillanz meines Instruments gut wiedergegeben, d. h. gut mit ihm harmoniert.
    Als dezentes Mikrofon an einem Rednerpult funktioniert meiner Erfahrung nach die Nierenkapsel am besten, besonders wegen der kleinen Senken bei 4 kHz sowie im Bassbereich.
    Die Kugelkapsel hat mir persönlich nicht besonders zugesagt, zum einen, da Kugeln im Live-Betrieb immer ein wenig problembehaftet sind, zum anderen, weil diese Kapsel in den Höhen ein klein wenig "dumpf" klang und dort per EQ "angeschoben" werden musste.
    Als besonderen Härtetest habe ich das FSM-170 mit der Nierenkapsel und mit am Anschlussstecker aktiviertem LowCut als Drum-Overhead-Mikrofon eingesetzt, was auch sehr gut funktioniert hat. Insbesondere die Standfestigkeit des im Vergleich zu Klappfuß-Sockeln kleinen Guß-Sockels sowie die Entkopplung durch die Gummifüße hat mich positiv überrascht, speziell da auf der Bühne recht viel Bewegung war.

    Wer soll sich das Mikrofon nun kaufen? Wie bereits weiter oben geschrieben ist das FSM-170 wohl weniger für den mobilen Beschaller geeignet. Als festes Inventar für Schulen, Gemeindehäuser, Kirchen, kleine Bühnen o. ä. halte ich es angesichts der Flexibilität der Wechselkapseln, der schlanken Optik sowie des Preises für eine gute Anschaffung. Kleine Punktabzüge gibt es für die schlichte Verarbeitung des Sockels und den etwas hakeligen Galgen-Auszug.
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon-galgen.jpg   Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon-totale.jpg   Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon-sockel.jpg   Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon-stecker.jpg   Testbericht IMG Stage Line FSM-170 Bodenstativ-Mikrofon-kapseln.jpg  


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