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Funkstrecken ab 2010 schon nicht mehr nutzbar?
Hallo Kollegen!
Mit Schrecken hab ich grad einen Blogeintrag im Tour-Blog gelesen. Demnach sollen die Frequenzbänder, die momentan noch für unsere Funksysteme freigegeben sind, nicht erst 2015 sondern schon Ende nächsten Jahres an die Mobilfunkanbieter verkauft werden.
http://www.tour-blog.de/?p=2135#comments
Drahtlosanlagen (Funkmikros, Gitarren-Bodypacks, InEar-Systeme) würden damit für uns unbrauchbar und wertlos.Ignis Fatuu - Mittelalterrock
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Hallo DeSander,
daß die freien UHF-Frequenzen nicht mehr bis zum Jahr 2015 für uns Musiker frei nutzbar sein werden, ist klar. Letzter Stand war meines Wissens, daß die Änderung im Jahr 2012 über die Bühne gehen soll. Die Angabe "2010" halte ich für ziemlich aus der Luft gegriffen, denn ein konkreter Anhaltspunkt wird nicht genannt (wie heißt es so schön im Untertitel Deines Links "wirre Gedanken von der Straße"). Auch wenn die Frequenzvergabe tatsächlich bereits im nächsten Jahr erfolgen sollte, wird es mit Sicherheit eine Galgenfrist geben - ein Unbrauchbarwerden von heute auf morgen halte ich für ziemlich unrealistisch.Gruß, Wil Riker
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Ich wäre mal gespannt auf Kommentare von Shure, Sennheiser oder beyerdynamic.
Da würde ja ein kompletter Produktionszweig zusammenbrechen.
Dass an "Lösungen gearbeitet" wird steht für mich ausser Frage - nur was bedeutet das in letzter Konsequenz für uns?
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Ich habe gestern in der Bahn-Zeitung im ICE ein Interview mit dem Herrn Sennheiser gelesen, in dem er sich über dieses Problem beklagt ("Man kann dann auf den Bühnen der Welt nur noch mit kabelgebundenen Lösungen arbeiten - ein Schritt zurück in die 50er Jahre."). Dort wurde soweit ich mich erinnere aber als Termin für den Verkauf der Frequenzen das Jahr 2015 genannt.
Viele Grüße
Moritz
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Der Tour-Blogger ist m.W. selber Tourleiter bei grösseren Events und will sicher keine Panik machen. Ich hab mal nach weiteren Infos geschaut und bin dabei darüber gestolpert:
Erste Versuche mit Breitbandfunk im UHF-Bereich
http://www.onlinekosten.de/news/artikel/32678
Das Problem wird ja (wie in den Kommentaren bereits angesprochen) nicht das Verbot, sondern die Überlagerung der Frequenzen werden. Letztendlich ist es egal, ob 2010 der Endverbraucher die Breitband-Technik nutzt oder nicht wenn sie eingeschaltet wird, aber in dem Moment funktionieren unsere Funkstrecken nicht mehr.
Wie man bei UMTS gesehen hat, kann die Einrichtung sehr schnell durchgezogen werden.Ignis Fatuu - Mittelalterrock
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Gut das ich mir bisher noch kein FunkInEar gekauft habe.
Nach diesen Erkenntnissen spare ich mir lieber das Geld.Endorser bei Agner Drumsticks http://www.agner-sticks.de
Meine Band: Solid Chilled http://www.solidchilled.de
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... und wir gehen alle mit unseren Keulen zurück in die Höhle und alle namhaften Hersteller schließen ihre Produktionsstätten.
Nein - da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
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Bislang war Aufgrund von Verträgen der 31.12.2015 Stichtag. Im Rahmen der Frequenzzuteilungsverordnung sollten wir bis zu diesem Zeitpunkt als Sekundärnutzer den UHF - Bereich mitnutzen können. Nun hat letzte Woche das Bundeskabinet die Breitbandinitiative verabschiedet (siehe dazu hier und da) und dort wird klar formuliert, daß alle Bürger bis Ende 2010 mit einem solchen funkgestützten Breitbandanschluß versehen sein sollen. Dieser Zeitraum ist also weder aus der Luft gegriffen noch wirr, sondern einfach aus dem vorliegenden Beschluß.
Wie wir aus der Einführung von DVB-T wissen, wird es auch keine Galgenfrist geben: die neuen Sender werden eingeschaltet, arbeiten mit hoher Bandbreite, hohem Sendepegel und gepulstem Signal, da werden die Bühnensendestrecken einfach weggepustet. Und zwar nicht nur bei den Grundfrequenzen, sondern gerade wegen der gepulsten Sendetechnik auch bei den Spiegelfrequenzen. Unsere Sendestrecken werden kein Problem für die geplanten Funkdienste sein, die aber ein massives für uns. Den leicht naiven Optimismus von Wil Riker kann ich also nicht teilen.
Wie es weitergeht können wir ja bereits in UK und USA sehen. Dort gibt es keine garantierten Frequenzbereiche für die Veranstaltungsbranche mehr, sondern man braucht Strecken mit höherem Frequenzbereich und sucht sich dann passende Frequenzen. Das wiederum macht das Leben nicht einfacher, weil Störungen so viel wahrscheinlicher werden. Gerade bei großen Festivals wird es so kaum eine Planungssicherheit geben. Dazu kommt in Deutschland, daß Frequenznutzung bei der BNetzA angemeldet und bezahlt werden muß, was bei einer Tour einen erheblichen Aufwand und hohe Kosten bedeutet.Geändert von Markus Sorger (23.02.2009 um 15:15:10 Uhr)
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PA-kkordeon Moderator

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Hallo Markus,
Danke für die Links mit der konkreten Literatur - der Blog-Eintrag liest sich etwas "blumig" und ohne Anhaltspunkte, deshalb meine oben auch etwas skeptische Formulierung.
So gesehen müssen die Hersteller von Musiker-Funkstrecken wegen dieser "Pistole auf der Brust" ja jetzt reagieren - es bleibt abzuwarten wann und wie das geschieht. Wenn man bedenkt, wieviele UHF-Funken zur Zeit in Deutschland im Betrieb sein dürften, wird die Umstellung auf einen neuen Frequenzbereich (welcher wird das sein?) auf jeden Fall erhebliche Kosten für Musiker, Verleiher und Hersteller verursachen.Gruß, Wil Riker
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Das glaube ich jetzt alles nicht! Doch, ich glaube e schon, kann es aber kaum glauben!

Aber gut zu wissen. Hatte mich mit dem Gedanken rumgeschleppt mir noch ein besseres System zu besorgen. Das lass ich jetzt erst einmal lieber.
Meine Güte, mir fällt gerade ein, die ganzen Sänger mit ihrem InEar und Funkmikros. Die ganze Choreos wieder mit dem Kabelgedöns und den Monitorschachteln, die immer im Weg stehen, und dem Lärm auf der Bühne........... Himmel! Was für ein Szenario!
Paul"Modism...an aphorism for clean living under difficult circumstances"
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Auf jeden Fall sollte man den Politikern AB SOFORT bei jeder Veranstaltung an der sonst ein Handmikro gereicht wird ein Megafon in die Hand drücken.
Ansonsten kapiern die vermutlich nicht was da alles dahintersteckt.
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Ich denke bei diesen großen Veranstaltungen wird leider nie jemand etwas von der Problematik mitbekommen - bei solchen Größenordnungen ist eh IMMER eine Anmeldung bei der Bundesnetzagentur erfolgt. Das Risiko, dass bei solchen kommerziellen Großveranstaltungen oder politischen Versammlungen Störungen vorfallen ist für solch ein Risiko einfach zu groß.
Den großen Nachteil tragen echt die Semiprofi Bühnenmusiker davon - und noch schlimmer - Opern und Schauspielhäuser!
Man glaubt garnicht, wie viele Funkstrecken in einigen Theatern Deutschlands gleichzeitig laufen - wenn da 7 Tage die Woche für 1-2 Veranstaltungen und 1-2 Proben am Tag 120 Funkstrecken angemeldet sein müssen lohnt sich für Schauspielhäuser ja schon nen Funkfrequenzen-Abo!
Und in Zeiten der immer knapperen Kultufördermittel kann sowas doch ziemliche Probleme mit sich ziehen!
Also ich bin mal gespannt, wie lang ich meine Gitarrenfunke noch problemfrei benutzen kann... die Anschaffung einer InEar Strecke werd ich auch erstmal auf Eis legen und Abwarten, was sich noch ergibt...
MfG, CzeboGUITAR: Schecter S-1 Elite (Grey Mist) >REVIEW<
AMP: ENGL Savage Special Edition e660
BOX: Marshall JCM800 Lead Series (Bj. 1982)
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Sorry Harry, dass ich dir widersprechen muss. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Für die Hersteller ist das doch ein gefundenes Fressen wie die Verschrottungs (Verzeiung UMWELT)Prämie für die Schrotthändler.
Es wird halt eine andere Lösung geben (Infrarot, Bluetooth könnt ich mir vorstellen, oder auch ganz was anderes), und wir müssen alles neu kaufen, weil unsere alten Geräte nicht mehr funktionieren. So kann man auch Binnennachfrage generieren.
Auf Hilfe sollten wir also von keiner Seite hoffen.
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Tatsächlich werden die festen Häuser (Theater, Oper, Musical) das geringste Problem haben. Die melden ein Mal ihren Frequenzbedarf an, zahlen ihre Jahrespauschale und gut. Problem sind Tourneen. Hier wird man dann für jede Stadt neu melden müssen und jede Meldung kostet so viel, wie eine Jahresmeldung, weil der Zeitraum bei den Kosten nicht relevant ist, sondern nur die Grundgebühr und die Anzahl der Frequenzen.
Ich selbst sehe, daß im Amateur- und Semiprofi - Bereich es wieder so werden wird, wie es bis vor ein paar Jahren ja auch schon war: man sendet mal und hofft, daß man nicht erwischt wird. Die Chance ist bei den geringen Sendeleistungen ja auch sehr groß. Bei großen Veranstaltungen hingegen wird es teuer. Und wegen der immer weniger freibleibenden Frequenzen eben auch schwerer.
Die Industrie, auch das zeigen und ja UK und USA, wird Strecken mit höherer Frequenzbandbreite auf den Markt bringen, die es einfacher machen, freie Räume zu finden. Das wird im Zweifelsfall dann teurer, weil die größeren Bandbreiten aufwendigere HF - Teile erfordern. Andere Frequenzbereiche stehen nicht zur Disposition. Entweder, weil sie für eine zuverlässige Übertragung nicht geeignet sind, oder weil da bereits andere Nutzer drauf operieren.
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So einfach wird das nicht gehen.
Gehen wir mal von den vielen hunderttausend kleinen Amateurmusikern aus, die sich endlich nach 3 Jahren des Überlegens entschlossen haben, sich endlich ein Funksystem für 300 oder 400 Euro zu kaufen.
Die werden sich sicherlich dieses oder nächstes Jahr KEIN neues kaufen.
Sondern halt wieder irgend ein Drahtmikro oder ihr altes Drahtmikro wieder rausholen (das wird der größere Prozentsatz sein).
Und das ist doch das Desaster für die Hersteller, die alle ihre Produktionsstätten auf UHF-Funkanlagen ausgelegt haben.
das hoffe ich sehr - weil Kabelmikro bedeutet auch für mich als Amateur: STEINZEIT
Wie meinst du das jetzt: dass man erwischt wird oder dass man nicht erwischt wird?
Mittlerweile hat doch fast jeder irgendsoein Ding - das wären ja chaotische Zustände?



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