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Thema: Welche Tonart/ substitution könnte das denn sein?

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von GrandmasterB

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    Welche Tonart/ substitution könnte das denn sein?

    Hallo liebe Musiker,

    Ich wollte gerade eine einfach RnB Ballade schreiben und habe beim jammen folgende Progression gespielt und finde sie recht passend und gut klingend, das Problem ist aber, dass ich absolut keine Ahnung habe in welcher Tonart das ist und wie sich dieser Klang ergibt, da mir nach dem B7 Akkord ja quasi die Tonika fehlt. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Ihr mir erklären könntet welche Tonart das ist, oder wie diese vermeintlich unpassende Progression doch plötzlich passend klingen kann

    hier mal die Akkorde:

    Amoll7 (ein Takt) - Gmoll7 (halber Takt) - B7b13 (halber Takt)

    VIELEN DANK , Freunde!!

  2. #2
    HCA Musiktheorie
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    Ich kann deinen Höreindruck nicht nachvollziehen. Für mich hört sich das nicht sehr logisch oder stimmig an. (falls ich alles richtig verstanden habe)

    Am7 bekommt aufgrund der längeren Dauer mehr Gewicht.

    Gm7 deutet für mich eine neue Richtung an (neue Tonart oder Ausweichung). Gm7 ist subdominantisch. Der erwarteter Zielklang wäre so etwas wie FMA7 oder auch Dm7. Der Akkord muß aber nicht Tonika werden. Mit den Akkorden Am7 und Gm7 würde auch das funktionieren - unter Beibehaltung von Am als Tonika:
    |: Am7 | Gm7 | FMA7 | E7 :|

    Am7 | B7b13 leitet zu Em - oder auch E7, falls man Am als Tonika behalten will.

    Ich fühle diese zwei gegensätzlichen Richtungen. (Gm => F und B7 => Em)

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von GrandmasterB

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    Ersteinmal: VIELEN DANK für deine Hilfe!!!!

    Ich habe mal den Loop online gestellt, damit Ihr mal hört wie es klingt. Ich muss sagen dass ich finde, dass es doch zusammenhängend klingt. Allerdings weiß ich nicht wieso.. evtl. hat das was mit dem Blues zutun, wo zt aus allen akkordgeschlechtern ein dominat akkord wird?!

    Hier das File
    http://www2.zshare.ma/ifh2j845io2l

  4. #4
    HCA Musiktheorie
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    Du spielst die Akkorde in enger Lage (close Voicings). Die Akkorde lassen sich so leicht umdeuten. Spiele mal zu den drei Akkorden diese Baßtöne: | c | g g |

    Das sind meine empfundenen Grundtöne. Aus Am7 würde C6, aus B7b13 ein G+7/9 (übermäßige Dominante). Mit b im Baß klingt er reizvoller, eben nach B+7

    Im Ergebnis würde ich es jetzt in C-Dur einordnen.

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von GrandmasterB

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    GrandmasterB ist offline
    vielen dank für deine liebe hilfe!! sind closed voicings, voicings die sich nur über eine oktave erstrecken? ich spiele die nämlich immer so. ich spiele höchstens mal den grundton eine oktave tiefer, das das war es :-/

    ist das denn streng genommen theortisch falsch, was ich da spiele, oder gibt es einen "weg" um dies "korrekt" zu erklären?
    C und G als Basslinie passen wirklich recht gut! danke!

    ps. der einzige ton der in c-dur oder a moll nicht reinpasst ist das d#... wie könnte man das erklären? hmm

    ich habe gerade versucht den d# durch ein d, c, oder e zu ersetzen aber der komplette charakter der progression geht dann flöten.. echt verflixt

  6. #6
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    AlmaChua ist offline
    das d# ist die Bluenote. Kommt mit der über übermäßigen Dominante ziemlich oft daher.
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  7. #7
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    klaus111 ist offline
    Zitat von GrandmasterB Beitrag anzeigen
    ps. der einzige ton der in c-dur oder a moll nicht reinpasst ist das d#... wie könnte man das erklären? hmm
    Der übermäßige Akkord wird manchmal als Steigerung der Dominante verwendet, z.B. in dem Beatles-Song "Its Only Love" (siehe Chords).

    Es entsteht mit dem d# ein zusätzlicher Leitton, zum e im C-Akkord.

    In Deinem Beispiel klingt es wohl auch wegen des chromatischen Gangs der großen Terzen plausibel: bb/d - b/d# - c/e.

    Auch der Ton bb kommt übrigens in C-Dur/A-moll nicht vor.

    Viele Grüße
    Klaus
    Geändert von klaus111 (02.07.2012 um 12:46:04 Uhr)
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    Ein Leben ohne Musik ist möglich - aber sinnlos. (frei nach Loriot)

  8. #8
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    Zitat von GrandmasterB Beitrag anzeigen
    vielen dank für deine liebe hilfe!! sind closed voicings, voicings die sich nur über eine oktave erstrecken?
    Ich würde es so umschreiben: Die Noten des Akkordes liegen engst möglich zusammen.

    Ich wollte nur darauf hinaus, daß sich die Akkorde leicht umdeuten lassen, da der Akkordgrundton nicht explizit hervorgehoben wird. Er liegt irgendwo im Voicing (oder könnte theoretisch auch ganz fehlen).

    Zitat von GrandmasterB Beitrag anzeigen
    ist das denn streng genommen theortisch falsch, was ich da spiele, oder gibt es einen "weg" um dies "korrekt" zu erklären?
    C und G als Basslinie passen wirklich recht gut! danke!
    Mit diesen Baßtönen wird es deutlich, warum die Akkorde passen. Das ist auch meine Erklärung:
    C6 ist Tonika.
    Gm7 ist Moll-Dominante und hat sehr wenig harmonische Spannung. (Der Akkord kann als MI-Funktion von mixolydisch abgeleitet werden)
    G+7/9 ist die normale Dominante mit einer zusätzlichen Alteration, und er hat damit sogar mehr harmonische Spannung, als ein G7. Alterationen in Dominanten sind grundsätzlich immer möglich und es entstehen chromatische Stimmenführungen zwischen den Akkorden, wie Klaus schon gezeigt hat.

    Der Spannungsverlauf ist vergleichbar mit dem einer einfachen Kadenz (TSDT), Ruhe - Steigerung - Höhepunkt - Auflösung=Ruhe, du verwendest nur andere interessantere Akkorde.

    Auf die chromatischen Linien zwischen den Stimmen der Akkorde ist schon Klaus eingegangen. Solche Linien klingen sehr verbindend.
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  9. #9
    Registrierter Benutzer Avatar von GrandmasterB

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    Vielen Dank an Euch alle, besonder MaBa, Klaus und Alma!!! DANKE!

    Stimmt! Das A wandert chromatisch zum ... soweit ich es mitbekommen habe, dürfte das dann doch "okay" sein, wenn Ab nur ein Durchgangston ist, oder gilt diese Regel nur beim solieren?
    Und das D# könnte man - wie Ihr mir gesagt habt - dann als Bluenote sehen, womit wir dann immernoch in A-Moll + "Bluestonleiter", wären, oder?
    All diese "Regeln" (falls ich sie einigermassen korrekt wiedergegeben habe) kenne ich vom solieren, aber ich dachte nicht, dass man sie auch bei der Harmonie einsetzen kann!?

    Um jetzt eine Basslinie für mein Lied und eine Melodie zu finden würde ich jetzt einfach darüber in A-Moll mit Bluenote (D#) jammen, wenn ich euch richtig verstanden habe, wäre das doch die "optimale" Lösung?

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von chaos.klaus

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    chaos.klaus ist offline
    Das D# lässt sich auf verschiedene Weise interpretieren. Es ist ja hier Akkordton und kein Durchgangston.


    Wenn ich will dass eine Verbindung schlüssig klingt (man muss sich auch fragen ob man das eigentlich will!), dann muss sie irgendwie Zusammengehalten werden. Wenn ich nur Töne der Tonart verwende, ergiebt das schon ein relativ konsistentes Klangbild. Wenn Tonartfremde Töne vorkommen kann man mit einer starken Stimmführung diesen Ausflug mit dem Rest verbinden.

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von CUDO II

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    Hi Grandmaster,

    schade dass Dein Link nicht funktioniert.

    Lass mal was hören!

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