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Thema: Probleme mit Stimmwirbeln

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von tombo678

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    Probleme mit Stimmwirbeln

    Hallo liebe Streicher- Gemeinde,

    obwohl das Instrument, um welches es sich dreht, nicht gestrichen wird, sondern gezupft, hoffe ich hier am ehesten Antworten zu finden, da konische Holzstimmwirbel im Bereich der Zupfinstrumente nicht so verbreitet sind. Für mein Eindringen in den "fremden" Bereich bitte ich um Entschuldigung:

    Ich bin dabei, eine antike deutsche Basslaute auf die originale Ausstattung mit Holzstimmwirbeln zurückzubauen. Zum Einsatz kommen die Wirbel einer türkischen Oud. Diese passen recht gut und müssen im Sitz nur wenig nachgearbeitet werden. Eine der 10 Wirbelaufnahmen ist aber deutlich zu groß. Sie hat über den gesamten Konus hinweg etwa 1mm Spiel. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund dafür, daß das Instrument irgendwann einmal auf Embergher Mechaniken umgerüstet wurde. Aufbohren will ich nicht, denn um eine Hülse ausreichender Dicke zu erhalten, müsste ich auf 12mm bohren und habe etwas Angst, daß ich durch diese Maßnahme den Wirbelkasten zu sehr schwäche.

    Nun meine Frage: kennt jemand eine Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen? Gibt es vielleicht dünnwandige Hülseneinsätze im Handel? Oder bekomme ich vielleicht irgendwo einen einzelnen Stimmwirbel in Übergröße? Oder gibt es vielleicht sonst irgend einen Trick, um ein derart großes Spiel zu kompensieren?

    Ich wäre für jeden Hinweis wirklich dankbar.

    Viele Grüße

    Tomas
    Ein Mensch wirft leicht im ersten Zorn seine Flinte in das Korn.
    Doch wenn ihm dann der Zorn verfliegt die Flinte wo im Korne liegt.
    Der Mensch bedarf dann mancher Finte zu kriegen eine neue Flinte
    Eugen Roth

  2. #2
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hallo Tomas,

    ha, da kann ich was sagen, denn ich habe bereits eine Oud mit Wirbeln versehen.

    Wenn das was werden soll, brauchst du einen Wirbelschneider und eine Wirbel-Ahle mit gleichem Konus.
    Das ist (beides) alledings recht teuer. Ich kann dir nur raten, sowas zu kaufen, zu leihen, oder machen zu lassen. Eine andere Option gibts (für mich) nicht.
    -> feine Werkzeuge von Dick GmbH.

    Das zu große Loch:
    Sowas wird zuerst komplett gefüllt mit einem Konus aus Buchsbaum. Das nennt man einen "Ausbuchser"
    Wenn der verputzt ist, wird ein neues Loch gebohrt und mit der Reibahle der neue Wirbel eingepaßt.


    cheers, fiddle
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  3. #3
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    Hallo,

    ich hätte auch mal eine Frage zum Ausbuchsen. Habe irgendwo gelesen, daß man auch mit Ahorn ausbuchsen könne. Dies möchte ich machen. Da ich sie aus einem Ahornbrett selbst "herausschnitzen" möchte, stellt sich mir die Frage, wie ich die Wuchsrichtung beachten muß. Eine andere Frage ist die, wie das mit dem Leim, der ja noch dazwischen soll, gehen soll, wenn die Ausbuchser doch bestimmt relativ stramm eingepasst werden müssen? Ausbuchser und Geige ´ne Weile ins Gefrierfach ;-) ?

    Jos

  4. #4
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hi,

    Ausbuchser haben die selbe Faserrichtung, wie die Wirbel. Also 90° quer zum Wirbelkasten.
    Ahorn ginge auch, wird auch verwendet bei den größeren Instrumenten.

    Grundsätzlich könnte man einen Ausbuchser auch von Hand "schnitzen". -> viel Spaß

    Das Wirbelloch muß aber auch noch mit einer Ahle ausgerieben werden. Du brauchst sauberes,
    frisches Holz, sonst hält da kein Leim.

    Wenn Wirbel zu weit reingewandert sind, dann kuckt man zuerst mal, ob man nicht
    neue Wirbel mit einem dicken Schaft einpassen kann. Wenn das nicht mehr geht, kommen
    Ausbuchser zum Einsatz und man paßt neue Wirbel (dünne, oder mittlere Stärke) ein.

    Ausbuchsen bedeutet auch immer, daß man Retuschieren muß.


    cheers, fiddle
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  5. #5
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    Hi,

    Danke für die unerhört schnelle Antwort.
    Die Wirbellöcher habe ich bereits mit einer Reibahle ausgerieben. Retuschieren brauche ich nicht, da sie ohnehin komplett entlackt ist, und neu lackiert wird. So ausgenudelt, wie die Löcher waren, wären größere Wirbel keine Option mehr gewesen, daher das mit dem "Schnitzen" ( ich weiß, keine mal-eben-so-Aktion :-)).
    Aber nochmal zu der Sache mit der Verleimung. Stramm passgenau ist richtig? Macht man da eventuell bewußte Riefen in die Ausbuchser, damit der Leim beim Einbringen nicht kompett wieder rausgequetscht wird?

  6. #6
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hehe, du denkst jetzt an Dübel aus dem Baumarkt, richtig?

    Nö, wird nicht gemacht. Haut- / Knochenleim ist schon sehr dünnflüssig und bei einer guten
    Leimung muß nur gaaanz wenig Leim zwischen die Flächen, sofern sie aufeinander passen.

    Wenn du Weißleime nehmen willst, dann würd ich den gaanz schwach verdünnen.
    (Tropfenweise Wasser dazugeben, bis er vom Pinsel abtropft)

    Stramm: eigentlich ja, aber nur Hand-fest. Bei zu viel Druck (weil Keil) macht es "Pock!" und
    du hast einen amtlichen Riß im Wirbelkasten. Dann kannst du nochmal von vorne anfangen.


    cheers, fiddle
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  7. #7
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    Nee, an Baumarktdübel hatte ich noch nicht gedacht :-). Natürlich Knochenleim. Aber wenn es so funktioniert, wie Du sagst ist ja alles paletti.
    Danke schön nochmal.

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