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  1. #1
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    angela2009 ist offline

    Frage E-Geige vs. Hoteldämpfer/Violine als Viola?

    Hallo,

    ich bin blutige Anfängerin und habe mir eine billige akkustische Geige (eine Stagg von Thomann) zugelegt, mir der ich sehr zufrieden bin (nachdem ich sowieso nicht spielen kann und keine Violinistin werden möchte ). Allerdings fällt es mir an manchen Tagen schwer, außerhalb der Ruhezeiten zu üben. Einen Metalldämpfer hab' ich zwar, aber meine Mutter meint, der sei auch noch zu laut zum nächtlichen Üben (wenn Ihr mich fragt, stimmt das nicht, Eure Meinung dazu?). Vor allem aber klingt es besch…

    Nun überlege ich mir, eine billige E-Geige zuzulegen, um auch in der Nacht üben zu können, bin mir aber nicht sicher, wie laut die nun wirklich sind. Ich habe zwar schon gegoogelt, aber keine definitive Antwort bekommen (alles von "so wie eine akkustische mit Hoteldämpfer" bis "Zimmerlautstärke und im Nebenzimmer hört man gar nichts"). Können die 2-Geigen-Besitzer unter Euch vielleicht Eure Erfahrungen mitteilen: Was ist leiser: Hoteldämpfer oder E-Geige mit Kopfhörer? Und gibt es da große Unterscheide zwischen verschiedenen Modellen bzw. wovon hängt es ab, wie laut das Instrument ist? Wäre für eine Antwort super dankbar.

    Außerdem noch eine Frage, hoffe, sie klingt nicht allzu naiv: Kann man eine E-Geige eigentlich mit Viola-Saiten bespannen und den Ton so einstellen, dass sie zumindest einen violaähnlichen Klang erzeugt?

    Liebe Grüße,

    Angela
    Geändert von HaraldS (01.09.2011 um 12:40:20 Uhr) Grund: Tabellenformatierung entfernt

  2. #2
    MOD-Vocal Avatar von Vali

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    Hallo Angela,

    Hmm, ist ja komisch, dass du dir eine Geige kaufst, aber keine Geigerin werden möchtest. Ich versteh auch nicht, warum du nicht zu humanen Zeiten üben kannst? Wenn du willst, dass die Nachbarn dich nachts nicht hören, bleibt nichts anderes übrig als einfach nachts nicht zu spielen. Ich kann dir jedenfalls sagen, dass eine E-Geige für nächtliches Spielen nichts bringt. Ich empfinde eine E-Geige als lauter als aku+Hoteldämpfer, weil die durchsetzungsfähigen hohen Frequenzen sich weiterhin durch die Wände bohren. Wenn euer Haus hellhörig ist, wird die Geige weiterhin nerven. Eine Silent Violin ist ganz und gar nicht silent. Dezibelmäßig ist eine E-Geige natürlich leiser als eine gedämpfte akustische.
    Besser du übst zwischen 8-12 Uhr und 15-22 Uhr. Das sollte doch möglich sein. Sogar Berufstätige schaffen es noch um 20-22 Uhr zu üben. Da brauchst du noch nicht mal mit Dämpfer spielen.
    Was Violaklang angeht, kannst du das mit Violasaiten nicht erreichen. Mal davon abgesehen, dass sie sowieso zu lang sind, sind sie nicht für den warmen Violaklang hauptsächlich verantwortlich. Wenn du Violaklang haben willst, besorgst du dir halt ne (E-)Viola. Wenn du einfach nur wärmeren Klang haben willst, dann brauchst du zur E-Geige einen Equalizer oder eine bessere akustische Geige mit guten Saiten. Dass die Stagg doof klingt, wundert mich nicht.

    Anmerkung: Bitte nicht mehr in Tabellenform schreiben. Das bläht den Code auf und ärgert Smartphonebesitzer und Leute mit langsamen Internet.

  3. #3
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hallo Angela,

    willkommen im board.

    Zu deiner Lautstärke: eine E-Geige ist leiser, als eine akustische mit Hoteldämpfer. Grund: der Dämpfer verringert die Schwingungen des Stegs auf
    ein Minimum, aber ein Teil der Schwingungen wird immernoch auf den Resonanzkörper übertragen und der verstärkt den Klang - auch mit Dämpfer.

    Ein Hoteldämpfer ist nichts anderes als ein Bleigewicht. Je höher die Masse, umso weniger schwingt.

    Bei einer E-Geige (bei den meisten zumindest) fehlt der Resonanzkörper. Was man da noch hört, ist nur die Saite. Leiser gehts nicht.

    Ich habe mal kurze Zeit auf der Yamaha mit Kopfhörer geübt. Vorteil: man braucht keinen extra Verstärker, sondern kann den Kopfhörer direkt einstecken.
    Außerdem hat die einen Hall-Schalter eingebaut, was das ganze etwas schöner macht.

    700 Euronen für ne Yamaha ist nach meinem Geschmack zu viel für ne mittelprächtige E-Geige nur wegen dem Hall, der, außer zum Üben, zu nix zu
    gebrauchen ist. Wenn du ne billige/brauchbare E-Geige willst, dann kann ich die HBV 870 empfehlen + einen Klein-Mischer mit FX. (z.B. Behringer
    XENYX 1002 FX, 85 Euro)

    Man kann auf ner Geige auch Bratschen-Saiten aufziehen. Problem ist: Die Saiten sind etwas zu lang. Eventuell müßtest du die oben etwas kürzen und
    wenn du das machst, kann die Wicklung aufgehen. Da müßte man mit Sekundenkleber und eventuell mit Schrumpfschlauch arbeiten.

    Problemlos sind normale Stahlaiten. Die gehen nicht auf, wenn man einige Zentimeter innerhalb der Umwicklung abschneidet. Hab ich schon getestet.

    2. Problem: der richtige Bratschensound.. hmm.. wahrschinlich nur so halb.. auf der akustischen womöglich eher..
    Jedenfalls ist die Länge für die Tiefe zu kurz. Aber du könntest die "Bratsche" ja auch auf z.B. D-A-E-H stimmen statt C-G-D-A.
    Wen juckts denn schon, welche Stimmung du spielts?

    3. Problem: die Kerben am Obersattel müßten leicht nachgefeilt werden - eventuell auch das Loch im G-Wirbel nachgebohrt werden (Durchmesser).

    Geht aber alles irgendwie..


    cheers, fiddle

    p.s. zur Bratschen-Besaitung:
    Idee: Geigensaiten Stahl G, D, A und nur eine extra C Stahl kaufen.
    Die muß dann wahrscheinlich etwas gekürzt werden.
    Thomann-Streicher-Service (gelernter Geigenbauer), angestellt seit Mai 2012
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    Mein Eigenbau: das E-Geigen-Projekt klick - Bogen beziehen Fach-thread: klick

    Es gibt Menschen, die Instrumente und Werkzeuge niemals gemeinsam benutzen sollten.

  4. #4
    MOD-Vocal Avatar von Vali

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    Ja, alles geht irgendwie. Nur ob sich der Aufwand lohnt, ist eine andere Frage. Wer Bratschensound will, soll sich einfach ne Bratsche besorgen und keine halbgaren Lösungen zusammenschustern. Und ich glaube auch kaum, dass Angela Lust und Muße dazu hat sich den ganzen Klangaufbereitungskrempel (was ja nicht wenig und unkompliziert für jemanden ist, der sonst nie mit elektrischen Instrumenten zu tun hatte) zu besorgen und einzustellen. Und die HBV muss man auch ein bißchen bearbeiten und einen neuen Bogen brauchts. Weiß auch nicht, ob das Angelas Vorstellungen entspricht.

    Die einfachste und beste Lösung ist mMn: Bratsche statt Geige spielen und zu normalen Uhrzeiten üben!
    Wenns am Geld hapert, Instrument leihen.

  5. #5
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hi alle Mitleser,

    ich will nur kurz erklären: @Vali, du hast natürlich recht. Tagsüber + Geige und/oder Bratsche.

    Ich springe halt auch in dem Fall ein, wenns mal etwas exotischer wird.
    Geige zur Bratsche umbauen aus Geldmangel und so.. Man kann natürlich immer sagen: nee geht nicht.
    Ich sehe da auch meine kleine Mission mal zu sagen: "och, geht auch irgendwie"
    (ist natürlich mein Pech, denn dann muß ich auch erzählen wie..)

    Was für einen Bogen sie spielt, hat sie ja noch nicht erzählt.
    Technik E-Geige: da hatte ich nur n kleines Mischpult vorgeschlagen, also nix kompliziertes.

    Bei Wänden aus Papier würd ich auch sagen: Lieber am Tag üben. Bei vernünftigen Wänden
    dürfte bei ner E-Geige eigentlich nix durch die Wände dringen. Der sound, den man über den
    Kopfhörer (n bischen Hall, n bischen EQ) bekommt, ist sicher erfreulicher, als jede Schwermetall-
    Dämpfungs-Lösung auf ner akustischen. Da klingt sogar n teures Instrument sch..

    Noch ne kleine Anmerkung zu den elektrischen:
    Es gibt ja auch 5 und sogar 6 saitige E-"Geigen".
    Da haben wir ein massives Mensur-Problem, welches nur durch einen deftigen Kompromiß zu lösen ist.
    (also die Konstruktion/Konzeption)
    Deshalb ist die Überlegung, E-Geige zur E-Bratsche, in anbetracht dieses Umstands nicht soo abwegig.


    cheers, fiddle
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  6. #6
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    Hallo,

    erstmal danke für die Antworten.

    Das mit der Viola war nur so eine Idee, wäre irgendwie cool, wenn man das einfach mal ausprobieren könnte, aber wenn nicht, dann halt nicht. Jetzt ist sowieso einmal die Geige dran.

    Das mit dem Üben zu "normalen" Zeiten ist eben so eine Sache. Natürlich versuche ich, dass ich möglichst zu geeigneten Zeiten auf meiner akkustischen Geige spielen kann, aber das geht sich halt nicht jeden Tag aus, wenn man mal später nach Hause kommt, staubsaugen und Wäsche waschen muss, etc... Das sollte man ja auch nicht um zwei in der Früh machen. Und wie gesagt, der Ton mit dem Dämpfer ist halt nicht so prickelnd und nachdem es nur ein Hobby ist, soll es auch dementsprechend Spaß machen, oder?

    Liebe Grüße,
    Angela

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von pammi5

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    pammi5 ist offline
    Hallo Angela,

    die Tipps von fiddle sind echt Klasse. Welches Instrument du benutzt ist deine Entscheidung. Viele sind der Meinung, das billige Geigen nix taugen. Im Kindergeigenbereich kann ich das Gegenteil vertreten. Jr. hatte eine 1/4 Geige für 111 Euronen von Steinbach. Vom Geigenbauer getunt für 70 €. Super Indtrument geworden. Bei der halben wollte ich es noch besser. 1/2 Gewa Ideale gekauft. Preis 250-400 am Markt. War eine gebrauchte für 130. Neuer Bogen, da beim alten das Plättchen gebrochen war, der ebenfalls zu dicke Steg und der rauhe Hals mussten ebenfall von Geigenbauer getunt werden. Fazit: der Geigenlehrer meinte letztens, die alte 1/4 Steinbach war besser. E-Geige: ich hab meinem Sohn eine sleber gebaut, die an den Line IN anschluß von Plattenspieler angeschlossen. Da brauchste nichmal ein Mischer. Üben kannst mit ner E-Geige auch ohne Verstärker, denn die Schwingung der Saiten hörst du auch so.
    Ich weiß nicht was finanziell bei dir drin ist, aber bei ner E-Geige für Hobby und Anfänger tut es DIE bestimmt. Ich habe selber eine 55€ Geige zum mal darauf rumfideln. Mir reicht die, da ich eh wenig Zeit zum lernen habe und mein Sohn mich schon um Lichtjahre überholt hat.
    Hier die E-Geige im Einsatz
    Gruß Pammi5

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