Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
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    Beschichtete Saiten für bessere Haltbarkeit?

    Hallo von einem Kollegen der 6-Saitigen Fraktion
    Im Gespräch mit meiner Tante, die Bratscherin ist, kam die Frage auf, ob es denn bei Euch Streichern auch beschichtete Saiten gibt.
    Wir Gitarristen kennen schon seit einiger Zeit solche Saiten, die mit einer feinen Nanobeschichtung ummantelt sind, und dadurch weniger korrodieren, was dazu führt, dass sie viel länger frisch klingen. Einen normalen Satz Stahlsaiten muss ich nach max 1 Woche wechseln, weil er dann für meine Ohren (trotz regelmässigem Abwischens) muffig und dumpf klingen. So einen beschichteten Satz kann ich manchmal bis zu 2 Monaten drauf lassen, und sie klingen immer noch passabel.

    Kennt auch der Streicher von Welt derartige Saiten? Wenn ja, wie heissen sie, und wo könnte man sie beziehen?

    Ein herzliches Dankeschön, und schöne Grüsse,
    Eiko

  2. #2
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hi Eiko,

    Streicher-Saiten und Gitarrensaiten sind von Grund auf zwei ganz unterschiedliche Themen.

    Gitarrensaiten haben (meistens) eine runde Umwicklung (runder Draht) damit sie Hochton-reich klingen.
    Streicher-Saiten haben eine Flachdraht-Umwicklung und sind geschliffen. Man will die Obertöne etwas dämpfen.
    Außerdem geht das sonst mit den Bogenhaaren extrem schlecht.

    Streichersaiten verändern ihren Klang nicht so stark (eher kaum) über die Zeit.

    Deine Frage zielt ja nur auf einen Punkt: Gibt es Saiten, die länger haltbar sind, als andere und deshalb
    unterm Strich billiger sind?


    cheers, fiddle
    Thomann-Streicher-Service (gelernter Geigenbauer), angestellt seit Mai 2012
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    Mein Eigenbau: das E-Geigen-Projekt klick - Bogen beziehen Fach-thread: klick

    Es gibt Menschen, die Instrumente und Werkzeuge niemals gemeinsam benutzen sollten.

  3. #3
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    Ja, das stimmt, das ist letztlich die Frage.
    Auf Jazzgitarren hat man auch diese flache Umwicklung, und da die ohnehin schon Dumpfer im Grundklang sind, ändern sie sich auch nicht so stark. Ausserdem glaube ich, dass hier auch einfach weniger Schmodder hängenbleiben kann, weil die Oberfläche der Saiten ja so glatt ist.
    Aber korrodieren können die auch.
    Andererseits sind mir jetzt auch keine beschichteten Jazzgitarren-Saiten bekannt. Es scheint also offensichtlich keine Notwendigkeit bestehen.

    Was bin ich übrigens froh, dass Gitarrensaiten im Vergleich zu Geigensaiten so billig sind! Da würde man ja arm, wenn man jede Woche einen neuen Satz benötigte

    Also nochmal vielen Dank für die Antwort,
    Gruss, Eiko

  4. #4
    Helpful & Friendly User Avatar von suamor

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    Nylonsaiten sind bei Geigen eher selten, es gibt für E-Saiten zwar lackierte Darmsaiten, das ist aber schon was sehr spezielles. Das Stahlsaiten nach so kurzer Zeit schlecht klingen wundert mich, normalerweise dauert es (bei der Geige) allein so lange, bis Saiten eingespielt sind. Bei mir (spiele allerdings täglich vllt. 30min plus 1-2 Proben zu 2 Stunden) sind Nylonsaiten nach einem Jahr abgespielt, Stahlsaiten haben bei mir sogar noch länger klanglich durchgehalten (E-Saite). Die Helicore-Saiten, die ich hatte, habe ich nach einem halben Jahr wieder runtergemacht, da sie mir klanglich nicht zugesagt haben.

    Da ich trockene Hände habe, korrodiert bei mir praktisch nie etwas.

    Hier steht noch etwas Interessantes: http://www.saiten.biz/violine-viola-...htung__101.htm
    Meine lackierten Saiten haben eine schwerere Bogenansprache als unlackierte.

    Gruß
    Software Projekt: Freeware (GPL) Scoreeditor Canorus

  5. #5
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    Zitat von suamor Beitrag anzeigen
    Das Stahlsaiten nach so kurzer Zeit schlecht klingen wundert mich, normalerweise dauert es (bei der Geige) allein so lange, bis Saiten eingespielt sind.
    Doch doch, wobei ich leider eher schwitzige Fingerchen hab, sodass Korrosion echt ein Thema ist.
    Man darf aber auch nicht vergessen, dass ungeschliffene Saiten sehr empfänglich für Dreck und Schweiss sind. In den Ritzen zwischen den Wicklungen bleibt so manches hängen.

    Bei mir (spiele allerdings täglich vllt. 30min plus 1-2 Proben zu 2 Stunden) sind Nylonsaiten nach einem Jahr abgespielt, Stahlsaiten haben bei mir sogar noch länger klanglich durchgehalten (E-Saite).
    Nach einen Jahr? Sei froh drum!
    Nylonsaiten ziehe ich etwa ein mal im Monat neu auf.
    Aber es ist ja auch nicht nur der Klang, der stumpfer wird, sondern auch die Bundreinheit, die irgendwann nicht mehr stimmt. Da habens Streicher einfacher, weil die ohne Bünde leichter dafür kompensieren können.

    Da ich trockene Hände habe, korrodiert bei mir praktisch nie etwas.
    Was ist Dein Geheimnis? Trockene Hände hätt ich auch gern. Gerade wenns warm wird, weichen mir meine Finger manchmal regelrecht auf. Ist ein rechter Scheiss, aber was soll ich machen...


    Interessant übrigens, ein Bissl was über die Welt der Streicher zu erfahren!

    Gruß, Eiko

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von Roadjack92

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    'Nabend,

    Zitat von Eiko Beitrag anzeigen
    Doch doch, wobei ich leider eher schwitzige Fingerchen hab, sodass Korrosion echt ein Thema ist.
    Geht mir genauso, nervt auf Dauer echt :-/

    Zitat von Eiko Beitrag anzeigen
    Aber es ist ja auch nicht nur der Klang, der stumpfer wird, sondern auch die Bundreinheit, die irgendwann nicht mehr stimmt. Da habens Streicher einfacher, weil die ohne Bünde leichter dafür kompensieren können.
    Gruß, Eiko
    Kannst du mir das erklären? Habe den Zusammenhang nämlich nicht wirklich verstanden. Ich bin Streicher mit Bünden und daher besonders interessiert!
    Als Info: Die Lebensdauer der Saiten verkürzt sich ein gutes Stück bei meiner fretted Vio. im Vergleich zu 'ner konventionellen!

    LG,
    Road

  7. #7
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    Zitat von Roadjack92 Beitrag anzeigen
    Geht mir genauso, nervt auf Dauer echt :-/
    Und aufs Portemonnaie...



    Kannst du mir das erklären? Habe den Zusammenhang nämlich nicht wirklich verstanden. Ich bin Streicher mit Bünden und daher besonders interessiert!
    Es gibt Streichinstrumente mit Bünden? Again what learned... wusste ich echt nicht

    Meinst Du den Zusammenhang von alten Saiten und schlechter Intonation? Ich kanns nicht wissenschaftlich erklären, aber es ist ein Erfahrungswert. So eine Saite soll ja über die Länge möglichst homogen schwingen, würd ich mal denken. Und wenn die Saite alt und an den Stellen, wo sie die Bünde berührt, abgewetzt ist, wird sie wohl nicht mehr so sauber schwingen, wie sie soll. Aber ich bin eben kein Wissenschaftler, der das genau erklären könnte

    Oder meinst Du den Teil mit dem Kompensieren?
    Ähnlich wie Bläser, die ja viel mit dem Ansatz arbeiten, kann man doch ohne Bünde den Ton doch stufenlos verschieben. Und ich stell mir das so vor, dass ein Streicher wohl immer automatisch den Ton "fein justiert", während er ihn spielt. Wehe dem, der keine Ohren hat
    Sänger tun das auch (im Idealfall) , brass sections ebenso, weil die Spieler ihre Intervalle ja aufeinander eintunen müssen, sonst klingts schief... Das machen die dann wohl mit dem Ansatz. Irgendwelche Bläser im Raum? Ist doch so, oder?


    Als Info: Die Lebensdauer der Saiten verkürzt sich ein gutes Stück bei meiner fretted Vio. im Vergleich zu 'ner konventionellen!
    Die Bünde sorgen natürlich für Verschleiß, der wegfiele, wenns keine Bünde gibt...

    Gruss, Eiko (der nie gedacht hätte, mal auf einem Streicherforum zu posten )

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von Roadjack92

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    Hey, danke für die Ausführung.

    Die Frage war auf den ersten Teil bezogen, tut mir Leid, wenn's etwas unklar ausgedrückt war
    Ich werd' dann mal darauf aufpassen, vielleicht kann ich deine Beobachtungen ja bestätigen. Kann aber durchaus sein, jetzt wo du's sagst

    Es gibt Streichinstrumente mit Bünden? Again what learned... wusste ich echt nicht
    Kuckst du hier: http://www.woodviolins.com/html/viper.html

    Gruss, Eiko (der nie gedacht hätte, mal auf einem Streicherforum zu posten )
    Wir sind auch nur Menschen...

  9. #9
    Helpful & Friendly User Avatar von suamor

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    Zitat von Eiko Beitrag anzeigen
    Meinst Du den Zusammenhang von alten Saiten und schlechter Intonation? Ich kanns nicht wissenschaftlich erklären, aber es ist ein Erfahrungswert. So eine Saite soll ja über die Länge möglichst homogen schwingen, würd ich mal denken. Und wenn die Saite alt und an den Stellen, wo sie die Bünde berührt, abgewetzt ist, wird sie wohl nicht mehr so sauber schwingen, wie sie soll. Aber ich bin eben kein Wissenschaftler, der das genau erklären könnte
    Das gilt für Geigensaiten natürlich genauso. Meine Saiten klingen aber schon früher nicht mehr gut, deutlich bevor die Saiten quitenunrein werden. Wenn man immer auf den Bünden spielt, merkt man es evtl. schneller, das ist ja aber glücklicherweise kein Zwang (im Gegensatz zur Gitarre).

    Die Bünde sorgen natürlich für Verschleiß, der wegfiele, wenns keine Bünde gibt...

    Gruss, Eiko (der nie gedacht hätte, mal auf einem Streicherforum zu posten )
    Na, ich fühle mich immer schneller auf dem Boden der Tatsachen als manche Spieler von anderen Instrumenten
    Wie oben erwähnt sind die Bünde auf der Geige kein Pflichtprogramm und nutzen die Saiten viel weniger ab. Der Grund liegt darin, daß man auf den Bund und nicht hinter den Bund greift. Jemand, der beide Instrumente spielt, muß dies richtig üben, damit er nicht durcheinander kommt.

    Gruß
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