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  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von metalandertaler

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    Dachbodenfund...

    Hallo zusammen,

    Heute hat ein Freund von mir eine Wohnung zwangsräumen müssen, in der er eine Geige fand. Diese Geige hat er mir - um sei vor dem Abfallcontainer zu retten - direkt mal vermacht. Fotos von dem (guten?) Stück gibt es hier: http://www.flickr.com/photos/7169088...7629159133581/ (Es sind leider nur Handyfotos, aber cih hoffe, daß die Qualität der Fotos für meine Fragen ausreicht).

    Eigentlich habe ich mir bis dato noch keine Gedanken darüber gemacht, mit dem Geigespielen anzufangen, da ich schon nicht die Zeit finde, Gitarre, Bass, Drums, Gesang und Tasten unter einen Hut zu bringen. Aber da mir heute das Instrument in die Hände fiel und ich der Meinung bin, daß Instrumente gespielt gehören und nicht an die Wand genagelt (egal wie "gut" oder "schlecht" sie sind), dachte ich mir, ich könnte hier mal nachhorchen, was das Instandsetzen dieser Geige nach sich ziehen würde. Wenn mir das Spielen des Instruments nicht gefällt, gibt es sicherlich den ein - oder anderen Abnehmer.

    Es muß also kein State-Of-The-Art-Instrument werden, wozu eh mehr gehören würde, als Steg und Saiten auszutauschen. Aber was brauche ich wirklich? Welche Marken, Bauweisen oder Größen kommen in Frage und was ist (im günstigen Bereich) die Zeit des Onlinebestellens nicht wert?

    Kann man überhaupt mit vergleichsweise wenig manuellem Aufwand eine Geige spielbar machen? Ich befürchte nämlich, daß sich der Gang zum Geigenbauer dafür nicht lohnen wird (im Vergleich zu einem Anfängerset, was für mich nicht in Frage kommt, weil mein Drang Geige zu spielen dann doch nicht soo groß ist. Sorry, Jungs.)

    a) Die Geige hat keinen Steg, was ich persönlich eher als nachteilig empfinde. Funktioniert dieser? http://www.thomann.de/de/aubert_violinsteg_44.htm

    b) Welche Saiten sind eine Empfehlung für das Instrument? Es ist eine Stahlsaite aufgewickelt, aber das sieht fast mehr nach Gitarrensaite aus. Die Wirbel sind hölzern, weshalb ich eher zu der Meinung tendieren würde, daß die Geige mit Nylonsaiten bespannt werden sollte? (Eher eine auf Gitarrenbauweise fußende Vermutung)

    c) Welcher Bogen würde für den Anfang reichen? (Wie man sieht ist der "mitgelieferte" eher für den Kamin. Ich werde nicht hingehen, und den Bogen schäften...)

    d) Brauche ich sonst noch etwas für die Instandsetzung?

    Ich bedanke mich schon einmal recht herzlich für Eure Mühe.

    Besten Grusz,
    Malte

  2. #2
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Hi Malte,

    die Fotos sind zwar grauenhaft, aber ich kann trotzdem was erkennen.

    Der alte Bogen gehört tatsächlich in den Kamin. Da geht nix mehr.

    Die Geige sieht garnicht mal schlecht aus. Das ist eine typische Markneukirchener Manufaktur-Geige,
    wie es sie zu tausenden gibt. Dei Randarbeit, Zargenzusammenschlüsse, Halsfuß und Schnecke
    sprechen da eine eindeutige Sprache. Entstehung vermutlich so um 1920 rum.

    Lack: hart. Typische Schellack-Platzer. Nix kompliziertes.

    Von der äußeren Gestaltung her, hab ich schon deutlich schlechtere gesehen.

    Selber restaurieren: mach das lieber nicht. Das ist komplex. Nix gegen deine Bastel-Künste,
    aber das hier ist ne ganz andere Baustelle, als an der Gitte den Halsstab und Saitenlage einstellen.

    Der Steg von Thomann: das ist ein Rohling. Die könnten auch Holzbrettchen in der Größe anbieten,
    damit hättest du etwa den gleichen Nutzen wie hiermit.


    Mein Ratschlag: wenn du bei nem Geigenbauer vorbei kommst, dann laß ihn sich mal die Geige
    anschauen. Wenn man sie in der Hand hat, kann man schwach erahnen, ob klanglich was drin steckt.
    Der gibt dir auch nen groben Kostenvoranschlag. Wenn du das Geld für ne Restauration nicht hast,
    vielleicht später?

    Zu den Reparaturen: Wenn die jemand spielen soll, gilt: ganz oder garnicht.

    Ich überschlage mal grob: Griffbrett, Obersattel, Steg, Stimmstock, Saitenhalter, neue Wirbel, Lackretusche
    und Saiten.. grob, hmm, sage mal 350 Euro. Ist ne Menge Arbeit!


    cheers, fiddle
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    Mein Eigenbau: das E-Geigen-Projekt klick - Bogen beziehen Fach-thread: klick

    Es gibt Menschen, die Instrumente und Werkzeuge niemals gemeinsam benutzen sollten.

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von metalandertaler

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    Hey fiddle,

    vielen Dank für die schnelle Antwort. Ob Lackarbeiten wirklich notwendig sind, sei mal dahingestellt. Ob sich das für das Instrument lohnt kann ich naturgemäß nicht sagen. Aber selbst wenn, wäre das ein Betrag, der nicht zur Diskussion stünde (für mich). Daher ja auch der (gewünschte) Eigenanteil, aber im Grunde Teile ich Dein Argument.

    Eventuell findet sich ja jemand, der wirklich Geige spielen will und für den die Restauration in Frage kommt. Oder ein Geigenbauer, der das an einen Sozialfall mit Herzblut weitergeben mag. Mal sehen.

    Besten Grusz,
    Malte

  4. #4
    Thomann-Streicher-Service Avatar von fiddle

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    Tut mir leid für diese Preisangabe, aber wenn ich hin und her rechne, komme ich
    eigentlich immer ungefähr bei diesem Preis raus. Ich glaub, was ähnliches wird der GB auch sagen.

    Ich sag mal so: Anschauen lassen kostet erstmal nix. Der oder die wird sich aber damit
    auch nicht lange aufhalten, is klar

    Interessant für später wäre, ob das Instrument sonst keine Risse hat.
    Z.B. ein Stimmriß bedeutet -> ab an die Wand.

    Im jetzigen Zustand wirst du jedenfalls kaum was dafür bekommen.
    Aber vielleicht kommt ja irgendwann ne Nichte oder Neffe aufs Tableau und dann ist
    sowas vielleicht ein nettes Projekt?


    cheers, fiddle
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  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von metalandertaler

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    Mich hat es nichts gekostet, also brauch ich dafür auch nix haben. Ich habe - wie eingangs gesagt - keine großen Ambitionen Geige zu spielen, also lohnte sich die Restauration für mich nur, wenn es billig möglich wäre. Wenn das Instrument wieder spielt und eventuell jemandem mit Interesse Spaß macht, ist das allemal besser, als wenn es bei mir in der Wohnung hinge.

    Besten Grusz,
    Malte

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