Halsschmerzen nach Klarinette spielen

  • Ersteller gunde89
  • Erstellt am
G
gunde89
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.11.11
Registriert
26.11.11
Beiträge
2
Kekse
0
Hallo Zusammen!!!

Ich spiele jetzt schon einige Jahre Klarinette und habe seit einiger Zeit nach dem Spielen Halsschmerzen und merke auch, dass ich meinen Hals während dem Spielen anspanne. An der Klarinette selbst habe ich lediglich vor einiger Zeit die Blattschraube ausgetauscht, sonst wurde nichts verändert (nicht mal die Blättermarke).
Eigentlich hatte ich immer gut ausgebildete Lehrer und nie große Probleme beim Lernen/Spielen...

Kann mir jemand helfen und sagen, was ich seit neuestem falsch mache bzw. wie ich das wieder loskriege?

Würde mich wirklich über eure Hilfe freuen!

Grüße
Gunde
 
Eigenschaft
 
... wie ich das wieder loskriege?
Meit Tip wäre eine passende Atemübung.

Ich kann es hier natürlich nur umreissen, die Übung kenne ich von der Malte Burba DVD Brass Master Class.

Man atmet im Liegen über den Bauch bzw. das Zwerchfell. Falls man das nicht sicher beherrscht: eventuell muss man Füße zu sich anziehen, um die Beine anzuwinkeln oder gar die Unterschenkel erhöht ablegen, damit sich die richtige Atmung leicht ausführen lässt. Eine weitere Hilfe wäre noch, die Arme über dem Kopf zu verschränken, so wird eine hohe "Brustatmung" fast unmöglich.

Wenn sich die Bauchatmung eingependelt hat, hält man die Luft bei offenem Mund so an, dass man den Druck unter dem Kehlkopf empfinden kann. Die Luft wird nun durch die verschlossene Stimme am Ausströmen gehindert.
Der Bauch kann dabei total entspannt werden.

Nun wölbt man den Bauch soweit, dass kein Druck mehr unter dem Kehlkopf spürbar ist. Wenn man die Bauchspannung ein ganz klein wenig nachlässt, spürt man die frei auströmende Luft.
Der "Hals" ist wieder offen und die Luft bleibt dennoch im Körper, weil der gewölbte Bauch (= gesenktes Zwechfell) den Druck ausgleicht.

Jetzt lässt man die Luft abfließen, atmet ganz natürlich und spürt den "offenen Hals".

Dise Übung wiederholt man am besten immer wieder und so oft, bis man diese Möglichkeit des Umgangs mit der Luft auch im Stehen sicher kontrollieren kann.

Eine weitere Möglichkeit ist das Mundstück Buzzing, aber dazu bräuchte man ein (am besten kleines) Trompetenmundstück und als Saxer vermutlich auch eine kleine Einführung, wie man damit übt..
 
Guten Tag, gunde89,
gehe zunächst davon aus, daß mit "Hals" der Nacken gemeint ist. Da das Klarinettenspiel bei Ihnen bisher beschwerdefrei verlief, würde ich in erster Linie nicht fragen, was falsch gemacht wird, sondern was sich am Körper bzw. Nacken geändert hat. Je nach Alter sind hier die verschiedensten anatomischen und funktionellen Veränderungen denkbar, von muskulärem Hartspann, Wirbelgelenksblockierungen, -vom Beschwerdebild bei Ihnen eher nicht zutreffenden - entzündlichen und tumorösen Veränderungen bis zu Bandscheibenschäden reichend. Das Klarinettenspiel mit seiner leicht gebeugten Kopfhaltung ist nicht sehr physiologisch, streckt den Nacken und ist und durchaus imstande, latenten Veränderungen der Nackenfunktion zum Auftreten von Beschwerden zu verhelfen.
Hier ist in erster Linie eine orthopädische Untersuchung angezeigt und, je nach Ergebnis, unter Umständen eine krankengymnastische Übungsbehandlung, um die gestörte Nackenfunktion zu korrigieren bzw. positiv zu beeinflussen.
Dann dürfte das Klarinettenspiel auch wieder uneingeschränkt Spaß machen.
 
hi!

mal ne frage: stößt du die töne mit der zunge?

es gibt menschen (z. b. autodidakten, oder wenn der lehrer nicht darauf geachtet hat), die stoßen die töne nicht mit der zunge, sondern mit dem kehlkopf/"hals". wer das tut, sollte sich schleunigst umgewöhnen, da es dabei zu beschwerden kommen kann.

alles liebe
 
das sind nicht nur Autodidakten, die eine andere Anblastechnik benutzen.
Hier geht es in den Bereich der "Doppelzunge" für Klarinette oder andersrum. wie kann ich ein schnelles Staccato auf der Klar. erreichen.
Dazu wird auch die Technik des Gaumenstosses benutzt (tö - gö, tö - gö ......). Man muss schon einiges an Zeit und Geduld aufbringen um dies zu trainieren und man kann bei Übertreiben auch ganz schön Halsschmerzen bekommen - im Schmerzbild wie bei Angina tonsillaris.
Grundlage des normalen Klarinettenanstosses ist das "TA" das "DA" und das "HA", hier hat schon jede Menge Möglichkeiten der Tonformung.

an gunde89: sind es denn nun Halsschmerzen oder Nackenschmerzen?

Bei Nackenschmerzen kann auch ein Gurt helfen

Grüße

atrofent
 
also in meinem beitrag geht es nicht um andere anblastechniken ;)

es gibt tatsächlich leute, die nicht gelernt haben, den ton mit der zunge zu stoßen und dies stattdessen mit dem kehlkopf tun.
bei doppelzunge "tü - kü" usw. stößt man den ton ja immernoch mit der zunge, aber eben nicht nur wie gewohnt mit der zungenspitze.

alles liebe
aber doppelzunge, oder andere techniken meinte ich gar nicht.
 
Endlich komme ich dazu euch erstmal herzlich für die Tips und Anregungen zu DANKEN!!!!

@ petite fleur: Ich stosse die Töne mit der Zunge, aber ich werde das nochmal überprüfen - vielleicht stoße ich inzwischen doch irgendwie mit dem Kehlkopf...

Ich hätte da noch eine Frage: Wüsstest du mir denn auch eine Übung mit der ich mir das falsche Anstoßen mit dem Kehlkopf wieder abgewöhnen kann?

@ atrofent: Es handelt sich schon um Hals - nicht um Nackenschmerzen.
Ich denke aber, dass es bei mir auch vom Nacken her kommen könnte, da ich zwar keine Fehlhaltung habe, aber dennoch meist eine leicht gebückte Haltung (auch wenn ich nicht Klarinette spiele...).

Für weitere Tips wäre ich dankbar.

Liebe Grüße
 
...Ich hätte da noch eine Frage: Wüsstest du mir denn auch eine Übung mit der ich mir das falsche Anstoßen mit dem Kehlkopf wieder abgewöhnen kann?

Genau das
habe ich dir doch beschrieben.
smilie_denk_07.gif

Die Abhilfe geht über eine bessere Körperwahrnehmung und Kontrolle.

Es ist ein häufiges Problem, neben dem unbemerkten Einsatz der Stimme.
Beides führt zu Halsschmerzen, auch die Abhilfe ist in beiden Fällen gleich.

Dazu übt man am besten noch "Breath Attacks", also Tonanfänge ohne Zungeneinsatz, nur durch Impuls aus der Stütze.
Wenn das synchron zum Metronom mit Tonleitern und Akkordbrechungen klappt, kann man abwechselnd B.A. und Zungenstoß spielen, der Ton sollte dabei gleich klingen.
 
hallo gunde.

zu deiner frage an mich zwecks abhilfe:
wenn man sich etwas falsch angewöhnt hat (je älter der fehler ist, desto schwerer wirds), dann kann man nur durch ständige selbstkontrolle den fehler wieder ausmerzen.

nachdem du gerade das mit deiner körperhaltung noch schreibst:
der bläser ist auf eine gute körperhaltung angewiesen, da nur eine solche eine gute stütze ermöglicht!
gute körperhaltung heißt: gerade stehen, der kopf und hals sind die verlängerung der wirbelsäule, also nicht den kopf hängen lassen, locker bleiben, nichts verkrampfen, füße stehen beide hüftbreit auf dem boden, schultern nicht hochziehen,... usw.
wenn du gebückt stehst, evtl. noch den kopf hängen lässt, kannst du möglicherweise nicht mehr so frei atmen. vielleicht erklärt das auch die halsschmerzen.

ich denke, du bist gerade an einem punkt, wo du als erstes zu einem lehrer gehen solltest, der dich live sieht. man kann von hier aus nicht beurteilen, wie sehr dich deine haltung evtl. einschränkt (oder auch nicht), oder woran es denn liegt. aber es wäre eine möglichkeit, die man abklären sollte.

alles liebe
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben