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Natürlich distanzierte man sich formal, anderes hätten die besatzungsmächte nicht zugelassen. Es gab nur "die mitte".
Man konnte als alt-nazi nicht nur den kanzler beraten, sondern selbst kanzler, minister und landesfürst werden. Auch das gesamte außenministerium und justizwesen war natürlich nie "rechts", bloß ein bissschen bräunlich, heimlich beinahe widerständlich gewesen, man musste doch (gut) leben und (gut) weiterleben. Wo waren denn viele CDU-CSU-prominente vorher gewesen, die nicht "die gnade der späten geburt" hatten? Wie oft und wie lange noch hörte man nazijargon aus dem "Hohen Haus". Ein mir wohlbekannter, gewesener kommandeur spielte auch eine rolle, er versammelte in Bayern seine "kameraden" um sich. Ich wäre gern dabeigewesen, um ihn um die letzten kriegstage zu befragen, als wir schlicht und einfach in einem partisanengebiet im stich gelassen wurden, und ich bis heute eigentlich nicht weiß, dass der krieg aus ist. Eigentlich müsste ich noch meinem fahneneid getreu in den wilden bergen Liguriens hocken wie jene japanischen soldaten auf ihrer einsamen insel. Ich machte dann meinen separatfrieden und weiß bis heute nicht, ob ich nach Filbingers und anderer solcher nachkriegshelden rechtsverständnis fahnenflüchtig oder bloß vernünftig war. Da ist meine sehr persönliche und für andere manchmal historische betrachtungsweise vielleicht entschuldbar.
Nicht zweierlei maß, oder doch ? Das alles störte mich wenig, gäbe es nicht diese aus meiner sicht unangebrachte selbstgefälliigkeit.
Wir können hier hin und her reden, wie wäre es mit argumenten und deren nicht nur häppchenweise beantwortung ? Ist sonst schade um die zeit.Geändert von Günter Sch. (22.08.2008 um 14:42:31 Uhr)
"Denn man muß den Weisen ihre Weisheit erst entreißen."
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Wenn du Kapp selbst meinst; der war kein General.nur mal ganz am rande, mein argument hatte rein gar nichts mit der nazi zeit am hut, ich hätte auch den Kapp Putsch nehmen können. wie lange saß der gute General in Haft der den veranstaltet hatte?

Der "General" war von Lüttwitz; der hat dafür gar nicht gesessen, weil er ins Ausland geflohen ist.Geändert von DemonSeed (22.08.2008 um 15:33:06 Uhr) Grund: Einschub eines Zitats
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Ein Zitat sagt nie Alles. Schon gar nicht, wenn es aus einem programmatischen Dokument einer politischen Partei stammt (und nicht vollständig ist...). Solche Dokumente sind 1. immer Kompromisse verschiedener Strömungen und 2. in der und für die Praxis der jeweiligen Partei oft irrelevant.
Im konkreten Fall ließen sich denn auch ganz andere Aussagen zitieren oder Parallelen z.B. zum Ahlener Programm der CDU aufzeigen, über die Viele staunen würden.
Wenn ein Zitat anscheinend bzw. scheinbar "alles sagt", liegt das in aller Regel daran, dass es die Erwartungen des Lesers bzw. der Leserin bedient...Gehöre zur unbedarften Bevölkerung und bin Opfer der "gigantischen globalen Meinungsmache-Maschinerie"
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Naja was soll man schon von einem Online Magazin erwarten, welches sich "der Westen" nennt...
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Wer ist DDR-Forscher Hubertus Knabe?
Sein Vater war Gründungsmitglied der Grünen und er selbst Grünen-Politiker in Bremen. Er studierte Geschichte in Bremen und promovierte in Berlin. Während seiner Bremer Zeit setzte er sich für die Freilassung von Rudolf Bahro ein.
http://www.webarchiv-server.de/pin/a...1/1601ob01.htmSeit dem Umbruch lange Zeit als Wissenschaftler an der Aufarbeitung der schnöden SED-Hinterlassenschaft tätig, zog er sich den Zorn einschlägig bekannter Publizisten zu, die vor 1989 das verhängnisvolle Zusammenpiel politischer Kräfte zwischen Bonn und Ost-Berlin publizistisch unterstützt hatten. Er wurde mit der in solcherlei Angelegenheiten gewohnt diskreten Form aus der noch immer voller brisanter Dokumente steckenden Gauck-Behörde in die vergleichsweise harmlose Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen komplimentiert ...
© Das Ostpreußenblatt / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. / 21. April 2001
Die politische Heimat des Historiker Hubertus Knabe sind die Grünen. Was sich hinter "Das Ostpreußenblatt" verbirgt, aus dem das Knabe Zitat stammt, dürfte bekannt sein. Das Knabe "Der Linken" das DDR Unrecht um die Ohren haut, schuldet er schließlich seinem "Brötchengeber".
Karriere im Namen der Wissenschaft zu machen, hat seinen Preis!
Geändert von Mr. Mojo Paule (23.08.2008 um 23:33:09 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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der interviewer war da aber sehr objektiv, kritisch und journalistisch in seinen fragen.
so ein interview ist meines erachtens nicht viel wert.
im übrigen findet sich in dem interview nur der konkrete programmatische punkt, den systemwechsel hin zu sozialismus zu fordern. woher er diese info hat, weiß ich nicht, im linken-parteiprogramm (einzusehen auf der homepage) habe ich sie nicht gefunden. auf deren homepage wird im übrigen im neuesten eintrag klar stellung zum prager frühling bezogen, für die, die es interessiert.
aber mir ist natürlich schon klar, es handelt sich dabei von hinten bis vorne um kommunistische heuchelei. nur die christlichen sagen die wahrheit.
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Haben wir nicht systemveränderungen bitter nötig?
Mir fallen spontan ein:
steuersystem, einfach und so ausgelegt, dass es nicht einzelne gruppen über gebühr belastet, während andere begünstigt werden -
erhebung der steuern da, wo einkünfte und gewinne entstehen, um massenhafte flucht und hinterziehung zu verhindern -
beobachtung und verhinderung allgemein schädlicher prozesse, z.b. korruption, organisierte kriminalität, illegaler handel, kartellbildung, privatisierungen, börsenentwicklungen, manche "globale" effekte
Geht nicht ? Richtig, weil die "entscheidungsträger" aus eigennutz nicht daran interessiert sind, und die benachteiligten das hinnehmen, wenn nicht verteidigen.
Schröders "systemänderungen" wurde von einer klientel begrüßt, andere haben darunter zu leiden. Wenn ich vorschlüge, statt 1.-€ jobs 50-cent-jobs einzuführen, hätte ich auch manchen beifall.
Ist ein parteien- und parlamentssystem nicht auch "änderungs-" oder "reform" (klingt besser)-bedürftig, wenn es nur berufspolitiker, advokaten und beamte in das parlament bringt? Und die so lange, beinahe lebenslang, dass sie sich darin behaglich einrichten und gegen pöbel (ist eigentlich nicht anrüchig, sondern kommt von "pòpulus") abschotten?
Die unzufriedene römische plebs wanderte 445 v.d.z. aus, ja wer putzte den patriziern nun die stiefel und jubelte ihnen zu? Die plebejer ließen sich überzeugen durch das gleichnis von den verschiedenen körperteilen, die ein ganzes bilden. Wer aber möchte statt vom gehirn vom verdauungsapparat (der wirtschaft) und seiner endöffnung (ihren sprachrohren)gesteuert und regiert werden?
Man käme den abgeordnete entgegen, kürzte man die verweildauer, denn fast alle hätten schwupp-di-wupp einträglichere stellungen in der wirtschaft, wenn sie sich nicht wie bisher den "res publica", den öffentlichen angelegenheiten, ich sage nicht, dem gemeinwohl, opferten."Denn man muß den Weisen ihre Weisheit erst entreißen."
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Das widerspricht sich aber. Das momentan (wie ich finde extrem verkorkste) Steuersystem kommt doch gerade aus dem Gedanken, niemanden zu benachteildigen. Tausend Sonderregelungen, Staffelungen und Ausnahmen die eingeführt wurden weil irgendwie irgendjemanden auf die Füsse getreten wurde.
Einfach ist nie kompatibel zu "niemand wird mehr belastet als alle anderen".
Mein Vorschlag dazu wäre: ein paar hundert Euro Freibetrag, danach bezahlt jeder etwa 25% seines Einkommens, keine Ausnahme, keine Sonderregelung. Das wäre einfach, effizient und auch gerecht. Wer viel verdient bezahlt viel, wer wenig verdient wenig.
Das musst du nochmal erklären? Ich dachte eigentlich, dass Steuern schon jetzt auf Einkünfte und Gewinne erhoben werden, wenn man von Mehrwertsteuern absieht.
Dass du Börsenentwicklung (was ist an einer Veränderung von Betriebswerten generall schlecht?) und Privatisierungen (einige haben SEHR positive Auswirkungen gezeigt, weil dadurch staatliche Kartelle aufgebrochen wurden) allgemein als schädlich bezeichnest und in einer Reihe mit Korruption, organisierter Kriminalität und illegalem Handel stellst ist erst mal eine ganz schön harte Aussage und gibt in meinen Augen die Realität auch nicht wieder.
Aber viele dieser Themen sind eher eine Sache der Polizei und der Kartellbehörden. Was man da konkret besser/anders machen kann ist eine Frage die wohl einen eigenen Thread verdient hat.
Da du sehr oft (berechtigterweise) eine differenzierte Betrachtungsweise anmahnst, so erhoffe ich sie hier auch von dir. Es gab zum Beispiel wirklich gute Vorschläge für ein gutes und sehr einfaches Steuersystem, in der Umsetzung steht da aber schon der Sozialneid vieler Wähler vor.
So vielfältig wie das Leben so sind auch die Motivationen der Leute die in irgendeiner Art und Weise Entscheidungen treffen.
Ein guter Freund von mir ist jetzt in seinem Beruf eine leitende Position zugeteilt worden - ist also damit einer der "Entscheidungsträger". Er ist aber komischerweise dadurch nicht zum selbstsüchtigen Menschenfeind mutiert, sondern ist noch der gleiche sehr nette und umgängliche Mensch wie eh und je, auch wenn er jetzt auch mal unliebsame Entscheidungen treffen muss und er natürlich seine Charakterfehler auch nicht abgelegt hat. Er ist schlicht und einfach noch der gleiche Mensch.
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entschuldige, ich wollte dich damit nicht ansprechen. eigentlich war dieser seitenhieb an johannes gedacht.
nichtsdestotrotz würde ich von dir nur zu gerne die parallelen im parteiprogramm der linken mit denen einer sozialistischen diktatur (oder der der DDR) hören. oder fallen dir nun plötzlich doch keine ein?
das wäre das gerechteste system, aber unter einer bedingung: dass der wohlstand, den die wirtschaft erarbeitet, zwischen allen beteiligten gerecht aufgeteilt wird. wie das gehen soll steht hier nicht zur debatte, aber: solange eine (die kleinere) seite der beteiligten bestimmt, wie der produzierte ertrag aufgeteilt wird, wie hoch stehen die chancen, dass diese aufteilung wirklich gerecht sein wird? meiner meinung ist sie das nicht.
im übrigen wollte ich hier nochmal anmerken, dass ich persönlich NICHT die linke wählen würde, könnte ich in deutschland wählen. aber das indifferenzierte rumgebashe diverser leute hier geht mir auf den keks.
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@MatthiasT
Dank für deine aufmerksamkeit.
Deinem steuervorschlag kann ich mich anschließen, ich hatte die abflachende progression im sinn, die eine gruppe stark belastet. Seltsamerweise wird kein arbeitnehmer mit ausnahmen und regelungen begünstigt, die furcht, auf die füße zu treten, liegt woanders.
Wenn steuern an der quelle erhoben würden, börsengewinne an der börse, nebeneinkünfte vom zahlenden abgeführt, zigaretten ab werk, könnten sie nicht hinterzogen werden. Wenn tausende von leuten milliarden "verschwinden" lassen können, stimmt etwas im system nicht, abgesehen von den gepflogenheiten von kleinststaaten, die sich von internationalen abkoppeln, aber auch nicht unabänderbar sind. Vielleicht könnte man da von der DDR lernen, da wurden bei allen nebeneinnahmen 20% abgezogen und an das finanzamt abgeführt, und wer etwas wiederhaben wollte, musste das beantragen.
Ich versuche, vorsichtig zu formulieren, nicht alle privatisierungen, nicht alle bank- und börsenbewegungen (nichts ist im prinzip schlecht) wirken sich vorteilhaft aus, daher hatte ich von allgemein schädlichen prozessen gesprochen, etwa wenn banken reihenweise in konkurs gehen oder in der weiten, armen welt der reis unbezahlbar wird, weil an der börse von Chicago damit spekuliert wird. Solche nachrichten kann ich nicht nachprüfen, sehe aber die auswirkungen. Der börsenkrach von 1929 hatte unabsehbare folgen.
Dass polizei mafiosen aktivitäten machtlos gegenübersteht, ist keine idee von mir, wer keinen illegalen waffen-, drogen-, menschenhandel will, muss andere mittel einsetzen, wenn er denn will!
Ich werde nicht alle "entscheidungsträger" in einen topf werfen, halte eigennutz sogar für menschlich und bekenne, wie auch im übrigen, dass die dinge anders sein könnten, als ich sie sehe, da mir viele informationen fehlen. Ich weiß z.b. nicht, wo die mafia-gelder wieder in den großen strom einmünden, auch nicht, wo die zig milliarden dollar im immobiliensumpf der USA geblieben sind, ich weiß nur, dass geld sich nicht in luft auflöst, und was mir in der tasche fehlt, sich in einer anderen befindet. Ich weiß auch nicht, warum manche leute soviel mehr geld haben wollen, als sie je verbrauchen können, und warum gut- und seitdem noch besser dotierte politiker heimbewohnern das karge taschengeld nicht gönnten, das kann doch nicht sozialneid sein, oder doch? Da fehlt mir das verständnis.
Bin ich halbwegs entschuldigt? Verschiedenheiten in meinung und grundhaltung sind natürlich erlaubt, vielleicht sogar verdeutlichende überspitzungen.Geändert von Günter Sch. (23.08.2008 um 17:29:30 Uhr)
"Denn man muß den Weisen ihre Weisheit erst entreißen."
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@ Günter Sch.
Ich würde das Thema Korruption, Mafia etc. gerne ausklammern, da es nicht direkt etwas mit der politischen Richtung eines Systems zu tun hat, sondern eher mit Mängeln in seiner Ausführung. Auch führt es ein wenig weit.
Wie viele Milliarden jetzt wirklich verschwinden weiß ich nicht, deswegen kann ich wenig dazu sagen. Aber selbstverständlich gehört so etwas verfolgt und bestraft - das Problem liegt hier auch wohl in der abgegrenzten nationalen Gesetzgebung in einer schon lange globalisierten Welt.
Was ich sagen wollte mit der Differenzierung deiner Kritik ist dass man die Welt nicht in Entscheidungsträger und Nicht-Entscheidungsträger unterteilen kann. Es war nicht mein Ziel deine Argumentation mit Wischi-Waschi Blablah zu zerreden, was ja eine oft gewählte Taktik ist an sich richtige aber scharf formulierte Aussagen zu diskreditieren. Du brauchst dich auch nicht zu entschuldigen, ich bin ja kein Anwalt der Besserverdienenden - für sowas wäre ich auch viel zu arm.
Mir ging es nämlich um den Kern der Sache.
Viele der Mängel beruhen in meinen Augen nämlich dadrauf, dass nicht nur ein paar große Entscheidungsträger sich in die Tasche wirtschaften (kommt ohne Frage vor), sondern auch dass ein ganzer Haufen "kleiner" Entscheidungsträger per Wahl die abstrafen, die ein paar sinnlose Subventionen abschaffen wollen. Schlechte Charaktereigenschaften, Egoismus und Gier ziehen sich durch alle Bevölkerungsschichten, und da wir in einer Demokratie und in einer freien Wirtschaft leben ist jeder von uns Entscheidungsträger, jeder Teil der Politik und der Wirtschaft. Ob nun jemand mit viel Geld oder jemand mit wenig sich mit einem guten Steuerberater an seinen Abgaben vorbeimogelt ist nur ein Unterschied im Betrag - letzteres ist allerdings sozial vollständig anerkannt und wird als alles andere als verwerflich angesehen.
Würden wir in einer Diktatur leben die Planwirtschaft betreibt sähe das anders aus, dann könnte man wirklich die Unterscheidung in Oben und Unten treffen und entsprechende Moral und Schuldzuweisen aufbauen, aber die Grenzen zu fließend, die Entscheidungen zu verteilt als dass so eine Sichtweise greifen würde.
Ich hoffe es ist verständlich geworden was ich meine.
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