GEMA kills the Internet Star?

  • Ersteller Johannes Hofmann
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Man darf ja in diesem Land eine Meinung haben. Meine Meinung: Google nützt mir was und die GEMA nützt mir nix. Ich bin daher politisch dagegen, dass verstaubte Urheberrechtsgesetze diesen Verein begünstigen.

Ich kenne deine Interessen nicht, daher kann ich nicht beurteilen, wie gut die GEMA diese Interessen vertreten hat. Dass nur Dieter Bohlen davon profitiert halte ich für etwas polemisch, liest man zwar oft, aber die Wiederholung macht die Aussage auch nicht unbedingt richtig. Natürlich ist der Verteilungsschlüssel der GEMA überarbeitungswürdig (Bohlen verdient wahrscheinlich überproportional mehr als z.B. ich, da gebe ich dir recht ;) ), aber in der Diskussion hier geht es nicht um die Existenzberechtigung der GEMA und ihre Struktur, sondern darum, ob ein Konzern, dessen Geschäftsmodell größtenteils auf den Erzeugnissen anderer besteht, seine Einnahmen nicht mit diesen Erzeugern teilen muss.

Die GEMA aussen vor gelassen - wie sähe denn die Alternative aus? Ist es OK, dass ein Megakonzern seine Einnahmen nicht mit denjenigen teilt, die größtenteils die Grundlage für ihr Geschäftsmodell bieten?
 
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http://zitronenhund.blogspot.com/
So weit ist es in unserer Stadt schon gekommen.

Der Blog Beitrag ist in meinen Augen total unqualifiziert.
Entweder es wurde auf den Konzerten GEMA freies Material von den Bands gespielt oder eben nicht. Bei letzterem muss man dann eben nicht an die GEMA bezahlen.
Aber scheinbar wurden diese Veranstaltungen falsch oder gar nicht bei der GEMA angemeldet. Auch ein Subkultur Veranstalter muss wissen, wann er und wie Veranstaltungen bei der GEMA anmekden muss oder nicht. Normaler weise klärt man das vorher mit einem Anruf bzw. mit einem Brief/Mail an die GEMA.
Stichwort ist hier die sogenannte "GEMA Vermutung."

Topo :cool:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne deine Interessen nicht, daher kann ich nicht beurteilen, wie gut die GEMA diese Interessen vertreten hat.

Ich hatte von 1976-1980 eine Band, live ausschließlich eigene Kompositionen in Livekonzerten gespielt hat. Ein GEMA Anwalt erklärte mir damals etwa: Ich könne nicht eigene Kompositionen erstellen, denn letztlich seien ALLE Kompositionen Zitate von Werken, deren Urheber die GEMA vertritt. Ergo müsse ich in jedem Fall GEMA-Gebühren für die Live-Auftritte meiner Band abführen. Wenn ich GEMA-Mitglied werden würde, bekämen wir allerdings diese Gebühren zurück - abzüglich der Verwaltungskosten...

Ich hatte keinen Mut, dieses Statement von einem Gericht prüfen zu lassen und da wir eh planten, eine Platte zu veröffentlichen, bin ich GEMA-Mitglied geworden (und war das ca 15 Jahre lang).

Ich habe in der Zeit ca. 10.000 Platten pressen lassen und verkauft. Beim pressen werden pro Platte Gebühren fällig. Unser Verlag musste AFAIK diese Kosten bei der Pressung entrichten, und bekam einen Teil davon zurück - abzüglich der Verwaltungskosten natürlich. Von den Plattenverkäufen habe ich afair keine nennenswerten Beträge erhalten. Für Live-Konzerte musste ich zwar jedesmal eine Liste der Titel erstellen - Kohle gab's aber keine.

Ach, Ich erinnere mich gerade... ich bekam einen Wisch, dass man irgendwas mit den fälligen Mitgliedsbeiträgen verrechnet hatte. Juchuuu ich war GEMA-Mitglied und das beitragsfrei :) :) :)

Irgendwann reichten die Einnahmen nicht mehr und ich musste dann für meine Mitgliedschaft bezahlen... da bin ich ausgetreten.

Ich hätte jetzt nicht erwartet, reich zu werden, dafür haben wir zu wenig Platten verkauft. Aber wenn die behaupten, meine Rechte zu vertreten, hätte ich zumindest erwartet, dass ich nicht mehr bezahle, als ich kriege.

---------- Post hinzugefügt um 15:14:07 ---------- Letzter Beitrag war um 15:11:39 ----------

Entweder es wurde auf den Konzerten GEMA freies Material von den Bands gespielt oder eben nicht.

Siehe meinen Beitrag #24. Laut dem Anwalt, der mit mir telefoniert hat, gibt es kein GEMA-freies Material - zumindest gab es das 1976 nicht.

---------- Post hinzugefügt um 15:19:13 ---------- Letzter Beitrag war um 15:14:07 ----------

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, bevor wir uns hier in kleinkariertem Juristenhickhak verlieren:
Die eigentliche Sauerei ist, dass die Gesetze so gestrickt sind, dass die GEMA keine Konkurrenz hat. Ein Musiker kann nicht wählen, ob er seine Rechte von der GEMA oder von der GRTLBRNFA vertreten lassen will. Entweder er wird Mitglied oder er kriegt garnix.
 
Ich hatte von 1976-1980 eine Band, live ausschließlich eigene Kompositionen in Livekonzerten gespielt hat. Ein GEMA Anwalt erklärte mir damals etwa: Ich könne nicht eigene Kompositionen erstellen, denn letztlich seien ALLE Kompositionen Zitate von Werken, deren Urheber die GEMA vertritt. Ergo müsse ich in jedem Fall GEMA-Gebühren für die Live-Auftritte meiner Band abführen. Wenn ich GEMA-Mitglied werden würde, bekämen wir allerdings diese Gebühren zurück - abzüglich der Verwaltungskosten...

Ich hatte keinen Mut, dieses Statement von einem Gericht prüfen zu lassen und da wir eh planten, eine Platte zu veröffentlichen, bin ich GEMA-Mitglied geworden (und war das ca 15 Jahre lang).

Ich habe in der Zeit ca. 10.000 Platten pressen lassen und verkauft. Beim pressen werden pro Platte Gebühren fällig. Unser Verlag musste AFAIK diese Kosten bei der Pressung entrichten, und bekam einen Teil davon zurück - abzüglich der Verwaltungskosten natürlich. Von den Plattenverkäufen habe ich afair keine nennenswerten Beträge erhalten. Für Live-Konzerte musste ich zwar jedesmal eine Liste der Titel erstellen - Kohle gab's aber keine.

Ach, Ich erinnere mich gerade... ich bekam einen Wisch, dass man irgendwas mit den fälligen Mitgliedsbeiträgen verrechnet hatte. Juchuuu ich war GEMA-Mitglied und das beitragsfrei :) :) :)

Irgendwann reichten die Einnahmen nicht mehr und ich musste dann für meine Mitgliedschaft bezahlen... da bin ich ausgetreten.
und weil du einen anwalt hattest der dich falsch und irreführend beraten hat, ist die GEMA schuld?

Ich hätte jetzt nicht erwartet, reich zu werden, dafür haben wir zu wenig Platten verkauft. Aber wenn die behaupten, meine Rechte zu vertreten, hätte ich zumindest erwartet, dass ich nicht mehr bezahle, als ich kriege.
über den verteilungsschlüssel sollte man in der tat diskutieren. bei den ausschüttungen liegt vieles im argen, siehe zB hier: https://www.musiker-board.de/musikbusiness-recht-mupr/353226-gema-pro-contra-3.html#post5755219

aber was hat das mit dem thema zu tun, ich dachte in der news geht es um internet/youtube und GEMA?

Siehe meinen Beitrag #24. Laut dem Anwalt, der mit mir telefoniert hat, gibt es kein GEMA-freies Material - zumindest gab es das 1976 nicht.
das ist falsch, aber dass der anwalt mist erzählt kann die GEMA nix für.

Vielleicht sollte ich noch ergänzen, bevor wir uns hier in kleinkariertem Juristenhickhak verlieren:
Die eigentliche Sauerei ist, dass die Gesetze so gestrickt sind, dass die GEMA keine Konkurrenz hat. Ein Musiker kann nicht wählen, ob er seine Rechte von der GEMA oder von der GRTLBRNFA vertreten lassen will. Entweder er wird Mitglied oder er kriegt garnix.
das ist falsch. jeder kann verwertungsgesellschaften gründen oder sich einer verwertungsgesellschaft seiner wahl anschließen. es gibt einige musiker die sich ausländischen verwertungsgesellschaften anschließen, da sie dort bessere konditionen erhalten. die frage ist, ob eine verwertungsgesellschaft die kritische größe erreicht, damit für sie gesetze ähnlich der GEMA-vermutung erlassen werden. du willst der GEMA also vorwerfen dass es bis jetzt niemand geschafft hat, eine solche alternative zu schaffen?
 
Stichwort ist hier die sogenannte "GEMA Vermutung."
Bei der es durchaus gerechtfertigt ist sich darüber aufzuregen.

Was hat es die GEMA zu interessieren wenn jemand der nichts mit der GEMA zu tun hat und alle Rechte selber vertritt bei einem Veranstalter der nichts mit der GEMA zu tun hat Songs spielen die nicht bei der GEMA angemeldet sind?
Wie die GEMA intern verteilt ist mir eigentlich latte, wenn da die ein paar die kleinen Künstler über den Tisch ziehen sol mir das recht sein, die kleinen Künstler machen da ja freiwillig mit. Aber das externe mit diesem Quatsch belästigt werden finde ich schon sehr daneben.
 
und weil du einen anwalt hattest der dich falsch und irreführend beraten hat, ist die GEMA schuld?
Ich weiß nicht, ob du korrekt gelesen hast. Ich hatte GAR KEINEN Anwalt. Ich habe mit einem GEMA Anwalt telefoniert. Ich war nicht im Besitz der Mittel, die nötig sind, um sich mit diesem Verein anzulegen.


über den verteilungsschlüssel sollte man in der tat diskutieren. bei den ausschüttungen liegt vieles im argen, siehe zB hier: GEMA...pro/contra

aber was hat das mit dem thema zu tun, ich dachte in der news geht es um internet/youtube und GEMA?
Tja, das Thema ist, ob wir uns weiter von einem Verein ausnehmen lassen, der uns vorgaukelt, unsere durchaus geliebten Künstler zu vertreten, in Wirklichkeit aber seine Anwälte, Lobbyisten und seine Verwaltung hätschelt.

das ist falsch, aber dass der anwalt mist erzählt kann die GEMA nix für.
Doch! Er war ein GEMA Anwalt und saß an einem GEMA Telefon. Mag ja sein, dass er mich verarscht hat. Dann hat mich (ich bin Musiker) ein GEMA Anwalt verarscht. Klar, er musste mich nicht vertreten, denn ich war ja noch kein GEMA Mitglied.

jeder kann verwertungsgesellschaften gründen oder sich einer verwertungsgesellschaft seiner wahl anschließen.
Schön wär's. Die GEMA ist de facto ein Monopol. Die Karten wurden vor Jahrzehnten gemischt. In den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren wurde NIEMAND im öffentlich rechtlichen Rundfunk gespielt, der nicht Mitglied der GEMA war. Da liegt der Hund begraben.

Erst das WWW ist in der Lage, dieses Monopol zu brechen.

du willst der GEMA also vorwerfen dass es bis jetzt niemand geschafft hat, eine solche alternative zu schaffen?
Nein. Ich werfe der GEMA viel mehr vor, dass sie NICHTS für kleinere Musiker oder den Nachwuchs tut!
 
Johannes Hofmann schrieb:
Klar, sie kann nur so hohe Gebühren verlangen, dass vor jedem Video erst mal ein Werbevideo eingeblendet werden muss - wie das auf anderen legitimierten Plattformen üblich ist.

Macht Youtube nicht eh schon Werbeeinblendungen in Videos? Ganz ohne GEMA?

Wie Johannes schon schrieb, die Werbeeinblendungen bei You Tube kann man ausblenden,
bei den anderen Plattformen heißt es zu Beginn: "Ihr Video startet in 20 Sekunden"

Du musst dir den Dreck erstmal anschauen/hören


Wenn man sich die beiden Beiträge durchliest (ja, sie sind lang, aber das Thema ist vielleicht etwas komplexer
als es auf den ersten Blick aussieht), kann man meiner Meinung nach nicht mehr ernsthaft behaupten, die GEMA
wäre total im Unrecht.

Erstmal startete You Tube als Idee "Broadcast Yourselve" - stinknormale
Menschen konnten Videoschnipsel von sich hochladen, andere müssen
nicht mehr zwangsläufig Samstag Abends Florian Silbereisen gucken.

Dann fingen irgendwann an stinknormale User, entgegen den Richtlinien
Videos von Madonna, Robbie Williams & Co die sie bei ViVa und M-Tv
aufgenommen hatten hochzuladen.

Die GEMA wollte dafür Geld und bekam dies auch. Dann sagte die GEMA sich:
"Hey, da lässt sich bestimmt noch was mehr rausquetschen"

You Tube sagt: "Nöö, dann kriegt ihr in Zukunft einfach gar nix mehr"

Wie war das mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach?

Die GEMA ist ein Parasitenverein den man wegmachen sollte. Ein Bekannter
von mir feierte vor einem Jahr ein Firmenjubiläum, weil er ahnte das die GEMA
antanzen würde gabs keine Musik von der CD o.ä.

Doch die GEMA legte das dann völlig neu aus, wenn ein GEMA Mitglied anwesend
ist und improvisiert entsteht ein neues Werk, und dafür muss selbstverständlich
Geld entrichtet werden. Aber was schreibe ich hier, lass ich ihn doch selbst erzählen:

Walter schrieb:
Hallo Kollegen,

ich muss mich im Moment mit einem Schreiben der GEMA auseinander setzen.

Ich zitiere aus der Korrespondenz:
"Wir machen darauf aufmerksam, dass auch bei einem sog. Jam durchaus geschützte Werke gespielt werden können. Sofern ein GEMA-Mitglied anlässlich seiner Auftritte improvisiert, wird in dem Moment der Improvisation ein neues, urheberrechtlich geschütztes Werk geschaffen. Die vertraglichen Regelungen erfassen sodann auch die Wahrnehmung der Urheberrechte an diesen "improvisierten" Werken. Auch wenn es sich ausschließlich um improvisierte Stücke handelt, welche keinen Titel haben, so haben diese doch einen Komponisten und somit handelt es sich hierbei ebenfalls um geschützte Werke, sofern der Musiker GEMA-Mitglied ist."

Walter schrieb:
Wir feierten am 3.+4. 12. 2010 unser 21-jähriges Firmenjubiläum. Zu diesem Anlass bat ich meine Kunden,
das Programm selbst zu machen. Es gab keinen CD Player und keinen DJ. (Ich hatte mir so etwas schon gedacht!)
Wir haben gejammt.

Jetzt will die GEMA Geld.

Sehr spannend: Jams kennen ja keine "Eingetragenen Titel". Mann will mich aber nur vom Haken lassen, wenn ich die Namen aller Gäste preis gebe:
Zitat:
"In diesem Fall können Sie selbstverständlich auch keine Titel zur Überprüfung einreichen, wir benötigen hier jedoch die Namen sämtlicher auftretenden Musiker bzw. Gäste. "

Damit mache ich mich aber strafbar und darum geht das ganz und gar nicht!
 
Doch die GEMA legte das dann völlig neu aus, wenn ein GEMA Mitglied anwesend
ist und improvisiert entsteht ein neues Werk, und dafür muss selbstverständlich
Geld entrichtet werden.
Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt wo ich über die ganze Absurdität mich im Grunde nur noch amüsieren kann. Ernsthaft drüber diskutieren geht ja kaum noch, gerade bei der GEMA Vermutung sorgt das allzu schnell für Tastaturabdrücke im Gesicht.
Der von dir geschilderte Fall zeigt ja da noch eine weitere Problematik an die ich bis jetzt noch gar nicht gedacht hatte. Die GEMA kann einen zur Herausgabe von Daten zwingen die man eventuell so gar nicht herausgeben darf.


Ich wäre schon zufrieden wenn die GEMA Vermutung fällt. Dann verzichtet man halt auf unfreie Musik und wird in Ruhe gelassen und die GEMA kann meinetwegen im eigenen Saft schmorren und die Mitglieder können sich gegenseitig bei der Verteilung verarschen wie sie lustig sind.
 
edit: ich entferne meine antwort, da diese diskussion keinen sinn für mich macht. wieso, das hat mein kollege sehr schön erklärt:
UranusEXP schrieb:
Ich habe in vielen Threads versucht, die größtenteils absolut haarsträubenden Fehlinformationen, die solchen Diskussionen wie dieser hier zu Grunde gelegt werden, zu korrigieren. Und ich rede da von Fakten, nicht von Dingen, die man irgendwie subjektiv interpretieren und bewerten kann. Des weiteren habe ich hier im Forum und auch "im echten Leben" oft genug versucht, den Leuten klar zu machen warum das System der Verwertungsgesellschaften im Prinzip gar nicht ersetzbar ist, und VOR ALLEM WIE sie nun tatsächlich davon profitieren könnten, was durchaus auch sogar für Hobbymusiker leicht der Fall sein kann.

Ich habe aber Beides inzwischen aufgegeben. Es war vielleicht einer von 20, der die komplexe Sache verstehen konnte UND auch wollte. Geschätzte 15 hatten eh die vorgefassten Meinungen, die auf absolut falschen Annahmen basierten, wie sie hier im Thread wieder wunderbar regelrecht zelebriert werden und wollten gar nichts Gegenteiliges hören. Die restlichen 4 hatten schlicht wohl nicht den Willen oder auch den Intellekt, die wie gesagt durchaus komplexe Materie zu durchblicken. Inzwischen tut mir das auch nicht mal mehr leid.

Womöglich liegt auch hier vielleicht EIN Grund, warum sich Eliten herausbilden, die dann angeblich über alle Maßen von dem Prinzip profitieren. Es ist/war halt teils wirklich so, dass schlicht 90% derjenigen die profitieren würden und SOLLTEN, einfach nicht hingehen und sich Ihren Anteil abholen. Ganz einfach, ohne dass irgendjemand als die Leute selbst daran schuld wären! Da bin dann sogar ich als kleines Licht schon weit, dass ich sage: Gut, wenn ihr partout nicht wollt, lasst es, bleibt mehr für "uns". Das erinnert mich schon an den Witz von dem Mann, der jahrelang jeden Tag betet, Gott möge ihn im Lotto gewinnen lassen, bis ihm dieser erbost erwidert, er möge sich doch bitte wenigstens ein Los kaufen.

Diejenigen, die die GEMA und das Urheberrecht radikal reformieren oder gar abschaffen wollen muss ich überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Diese Leute wissen meist absolut überhaupt nicht, welche extrem weitreichenden (und im übrigen auch von den Fordernden selbst völlig ungewollten und untragbaren) Folgen die Erfüllung ihre Forderungen eigentlich hätten. Das können sie auch gar nicht wissen, wiederum deshalb, weil sie das aktuelle System nicht im Ansatz verstehen und nicht wissen warum es so geworden ist, wie es ist. Versteht man es hingegen, weiß man: Diese Leute fordern faktisch Unmögliches. Also logisch Unmögliches. Und logisch Unmögliches ist halt noch nie Realität geworden. 1+1 bleibt 2, auch wenn die Mehrheit lautstark fordert, es solle künftig 3 sein.

Wie ihr seht, bin ich auf die vermeintlichen Fakten gar nicht eingegangen, weil ich eben, wie oben gesagt, keinen Sinn mehr darin sehe. Wer wirklich Interesse hat kann gerne Rückfragen stellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
woher willst du das wissen? weißt du überhaupt wie hoch der verwaltungsakostennteil der GEMA ist? er beträgt 14% und liegt damit deutlich unter dem zB vieler hilfsorganisationen.
Mich würde mal interessieren wie der Prozentsatz aussehen würde wenn man die Einnahmen die sich so einige entscheidende Stellen bei der GEMA durch das Pro-Verfahren genemigt haben rein rechnet.
Einer kleinen Band zu erzählen dass sie 86% von dem was der Veranstalter für ihren Auftritt zahlt zurück bekommen ist definitiv gelogen
was kann die GEMA dafür, dass niemand eine zweite verwertungsgesellschaft aufmacht und ihr konkurrenz macht?
Was wäre eigentlich wenn.
Wenn es also einen Markt zwischen den Verwertungsgesellschaften geben sollte, müsste dann nicht eine neue ebenfalls eine Vermutung bekommen damit der Wettkampf überhaupt ausgeglichen ist?
Müsste man dann an x Verwertungsgesellschaften gleichzeitig zahlen wenn man aus unterschiedlichsten Gründen nicht in der Lage ist seine Unschuld zu beweisen?

Mal abgesehen davon, das Argument ist kein gutes. Die GEMA hat das Monopol und das ist auch so gewollt und entsprechend zementiert. Die Wahl besteht zwischen Verwertungsgesellschaft und keiner. Was ja auch ok wäre, ich glaube die allermeisten jüngeren Musiker sehen es vollständig ein nicht am Verkauf von CD-Rohlingen beteildigt zu werden, wenn sie denn überhaupt noch wissen was das ist. Wenn einen dieser Drecksverein nur in Ruhe lassen würde...
 
Soweit ich weiss, wird auf ca. 98% von öffentlichen Veranstaltungen, wo Musik dargeboten wird, GEMA pflichtiges Musikmaterial gespielt.

Insofern ist die sogenannte GEMA Vermutung mit der Beweislast Umkehr mehr als berechtigt.
Die 2% von Veranstaltern sollen sich nicht so aufregen...........:eek:

Topo :cool:
 
Die 2% von Veranstaltern sollen sich nicht so aufregen...........:eek:
Seine Unschuld beweisen zu müssen ist schon ein sehr abgefahrenes Rechtsverständnis.

Aber nehmen wir die Logik "Ein wenig Kollateralschaden ist ja immer" an. Die Geschädigten haben alles Recht der Welt sich darüber aufzuregen, und wenn man schon ein derartiges Monopol zu Lasten anderer schafft dann ist das mindeste dass man das hin und wieder hinterfragen darf.


Wie wäre es eigentlich wenn mal so etwas woanders einführen würde? Ich schraube mir einen Rechner zusammen und packe mein Ubuntu drauf. Jetzt muss ich natürlich den Rechner erstmal zu Microsoft schicken und einen Berg Anträge stellen damit die prüfen können dass kein Windows drauf ist, denn natürlich kann man davon ausgehen dass der Durchschnittscomputer Windows installiert hat, deswegen soll einfach jeder zahlen und der kleine Rest soll sich mal nicht so beschweren.
 
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UranusEXP schrieb:
Diejenigen, die die GEMA und das Urheberrecht radikal reformieren oder gar abschaffen wollen muss ich überhaupt nicht mehr ernst nehmen.
Ich hatte einen Haufen Zeug geschrieben aber alles wieder gelöscht, als ich eben auf diesen Satz gestoßen bin.

Meine Güte. Das ist also das Demokratieverständnis der GEMA-Befürworter?

Klar, die GEMA ist so mächtig, dass sie über jegliche Kritik nur lachen kann. So mächtig, dass sie sogar das demokratische Grundprinzip der Unschuldsvermutung (in dubio pro reo) auf den Kopf stellen kann. Klar, dass die über uns lachen und uns für blöd halten.

Kein Wunder, dass ich zunehmend mit denen sympathisiere: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,769347,00.html
auch wenn es natürlich nicht ausreicht, irgendetwas zu ändern.
 
Ich habe in der Zeit ca. 10.000 Platten pressen lassen und verkauft. Beim pressen werden pro Platte Gebühren fällig. Unser Verlag musste AFAIK diese Kosten bei der Pressung entrichten, und bekam einen Teil davon zurück - abzüglich der Verwaltungskosten natürlich. Von den Plattenverkäufen habe ich afair keine nennenswerten Beträge erhalten. Für Live-Konzerte musste ich zwar jedesmal eine Liste der Titel erstellen - Kohle gab's aber keine.

Das hat aber nichts mit der GEMA zu tun, sondern mit deinem Musikverlag. Die Plattenfirma bezahlt GEMA, die GEMA zahlt das an den Urheber aus, ausser er hat einen Verlagsvertrag unterschrieben. Je nach dem was da drin steht, bekommt man dann vom Verlag mehr oder weniger. In eurem Fall scheint das sehr zu euren Ungunsten gewesen zu sein - wofür aber die GEMA nichts kann. Bei 10.000 Platten kommt normalerweise schon spürbar von der GEMA Geld - ausser der Musikverlag greift alles ab.

Ich war auch lange Zeit GEMA Mitglied ohne dass es sich gelohnt hat, zwischendurch wurde mir von der GEMA selbst auch nahegelegt auszutreten. Inzwischen lohnt es sich, allerdings muss man dafür schon ein paar CDs verkaufen und viel Live spielen.


So Geschichten wie die von Elmwood und dem Firmenjuniläum beschrieben gehen natürlich gar nicht, aber darum geht es hier nicht. In dem Ursprungsartikel ging es glaube ich um Youtube/GEMA, und nicht um Plattenverkäufe, Hochzeiten, Gemavermutung und Veranstalter. Wieviel die GEMA in etwa von Youtube will, steht übrigens in einem der verlinkten Artikel.

Diese (einfache, genau zum Thema passende) Frage hat noch keiner beantwortet:

Die GEMA aussen vor gelassen - wie sähe denn die Alternative aus? Ist es OK, dass ein Megakonzern (=Youtube/Google) seine Einnahmen nicht mit denjenigen teilt, die größtenteils die Grundlage für ihr Geschäftsmodell bieten?
 
Die GEMA aussen vor gelassen - wie sähe denn die Alternative aus? Ist es OK, dass ein Megakonzern (=Youtube/Google) seine Einnahmen nicht mit denjenigen teilt, die größtenteils die Grundlage für ihr Geschäftsmodell bieten?
Wenn wir das Ganze einmal wertfrei als Kräftemessen zwischen zwei Parteien auffassen - die ganze Ideologie und Urheberrechtsdebatte (die man in so einem Forum wirklich nicht führen kann, zumindest kam die letzten 10 Jahre nix bei raus) weg gelassen - geht es eigentlich darum wer hier den längeren Atem hat.

YT und der Mutterkonzern Google erst recht kann im Grunde auf GEMA pflichtige Musik innerhalb eines Landes ganz gut verzichten, denn die Plattform lebt im Grunde vom nutzergenerierten Content (und beteildigt diese auch an den Gewinnen aus den Werbeeinnahmen). Das größte Problem für Google dürfte sein dass der Nutzer ständig heraus geholt wird wenn er auf der Seite umher klickt, gar nicht mal der fehlende Inhalt an sich.
Wenn sie sich jetzt in Deutschland auf höhere Zahlungen einlassen dürfte das nicht gut sein für Verhandlungen im Ausland wo es ja durchgehend Lösungen gibt. Also, Google kann das unendlich lange durchhalten. Sie leben nicht von YT, und erst recht nicht von YT Deutschland und da schon gar nicht von offiziellen Musikvideos. In der Zeit macht sich die GEMA völlig unmöglich, da die Stimmung sowieso gegen diese VG steht reicht ja auch schon die etwas gemeine, passiv-agressive Bemerkung bei den gesperrten Videos aus.
Die GEMA sitzt so am kürzeren Hebel. Sie haben sicher gedacht dass jeder Tag der nicht-Einigung Google mehr Verlust machen wird und irgendwann einknickt, während im Grunde nur der PR-Schaden der GEMA größer wird und ihr die eigenen Mitglieder aufs Dach steigen weil sie gerne auf YT sichtbar sein wollen.

Eins sollte man bei dem Thema immer im Hinterkopf haben. Google lebt von der Suche. YT, Google News und das alles sind im Grunde Webverschönerungsmaßnahmen. Der eine Nebenbei-Dienst macht ein wenig Gewinn, der andere Verlust, manche sind komplett kostenfrei und manche wie Google Plus werden wohl als wichtig in der Zukunft angesehen.
Aber nichts davon ist kritisch für Googles Geschäftsmodell, während in der Debatte immer so getan wird als würde Google allein davon leben dass Robbie Williams Konzert in Untertupfingen auf YT zu sehen oder dass sie unter Verlust eine Spiegel-Online Schlagzeile anzeigen und auf den Artikel verlinken (siehe Leistungsschutzrechtforderungen)
Das ändert rechtlich nichts, ich glaube nur dass sehr viele andere sich überschätzen wenn sie versuchen einer dieser Dienste in die Knie zu zwingen.
 
Aber nichts davon ist kritisch für Googles Geschäftsmodell, ...

Ganz genau, und darum geht es ja. Google hat so eine Marktmacht, dass sie prinzipiell machen können was sie wollen. Sie können wahllos Videos sperren in Deutschland um Stimmung zu machen, sie könnten wahrscheinlich sogar einfach sämtliche Musikvideos in Deutschland sperren, und würden das nichtmal in ihrer Portokasse spüren. Aber ist das gut, muss man das deswegen akzeptieren? Die Leidtragenden sind in dem Streit entweder Bands, Künstler, deren Videos man nicht sehen kann, oder Songschreiber, die nichts verdienen, während Youtube Geld mit ihrer Arbeit macht (auch wenn es für Google vielleicht tatsächlich nur um Taschengeld geht).

Ob diese Rechnung stimmt, kann man als Aussenstehender schlecht beurteilen, sieht aber zumindest gut recherchiert aus:
http://www.spreeblick.com/2011/06/21/gema-vs-youtube-geruchte-zahlen-forderungen/

gematube.png


Wenn Youtube jetzt ein gemeinnütziger Verein wäre, der keinen Gewinn macht wäre ja alles ok. Wo ich Bauchschmerzen bekomme ist, wenn auf der einen Seite die Verdienstmöglichkeiten für Musiker wegbrechen (als Musiker verdient man hierzulande nach wie vor am meisten an einer physikalisch verkauften CD), andererseits quasi neue 'Vertriebswege' wie z.B. Youtube, MegaUpload usw entstehen, die die alten Vertriebswege teilweise verdrängen und ersetzen, mit denen (meist IT-Firmen) auch Geld verdienen - der Musiker daran aber nicht mehr beteiligt wird. Deswegen finde ich es schon OK, wenn die GEMA hier versucht etwas herauszuholen.
 
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So Geschichten wie die von Elmwood und dem Firmenjuniläum beschrieben gehen natürlich gar nicht, aber darum geht es hier nicht. In dem Ursprungsartikel ging es glaube ich um Youtube/GEMA, und nicht um Plattenverkäufe, Hochzeiten, Gemavermutung und Veranstalter. Wieviel die GEMA in etwa von Youtube will, steht übrigens in einem der verlinkten Artikel.

Diese (einfache, genau zum Thema passende) Frage hat noch keiner beantwortet:

Die GEMA aussen vor gelassen - wie sähe denn die Alternative aus? Ist es OK, dass ein Megakonzern (=Youtube/Google) seine Einnahmen nicht mit denjenigen teilt, die größtenteils die Grundlage für ihr Geschäftsmodell bieten?

Naja, die GEMA verlangt von der Gesellschaft Opfer und rechtfertigt dies damit, dass sie die Einkommen von Musikern sicher stellt. Es würde mich schon interessieren, wie viele Musiker zB hier im Forum der Meinung sind, dass die GEMA ihre Interessen vertritt, indem sie Google zu ähnlichem Werbeverhalten nötigt, wie wir es von anderen Plattformen kennen.

Hier mal ein Beispiel, damit wir wissen, wie wir uns das vorstellen müssen:

http://www.dailymotion.com/video/xlvmh7_aura-dione-geronimo-new-single_music

Ok. Die Rechte liegen beim Urheber und dessen Interessen vertritt angeblich in Deutschland die GEMA. Und was, wenn der Urheber seine Rechte lieber so vertreten sähe, wie das in anderen Ländern der Fall ist (wo es keine Probleme mit Google gibt)? Wegen der in der Gesellschaft seit >50 Jahren tolerierten Monopolstellung der GEMA, die eben politisch mit der Notwendigkeit der Versorgung von Kunstschaffenden begründet wird, gibt es keine Alternative. Entweder man ist GEMA Mitglied und nickt ab, dass dieser Verein auch singende Schulkinder beutelt, oder man wird in KEINER deutschen Rundfunkstation gespielt - was sich zu Zeiten des Verbots von privatem Rundfunk vortrefflich durchziehen ließ.

Wo ist denn zB die Jugendarbeit dieses "Musiker fördernden Vereins"? Oh Entschuldigung. Ich hab's gefunden: GEMA fördert Musikkindergarten WOW!!! :hail:
 

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