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[Bass] Fender Squier "Matt Freeman" Precision Bass
Zu Abwechslung für mich, hier ein Bass-Review aus dem unteren Preissegment.
Warum gekauft?
Ich spiele seit einer Weile in einer Cover-Rock Band und im Programm sind einige Stücke die im original mit einem Precision Bass eingespielt wurden. Bislang habe ich diesen Sound über den Neck-PU meines ElWood abgebildet. Das funktioniert eigentlich ganz gut, da der Sound durch die large Polepieces doch einiges mehr an Bass bringt als ein normaler Singlecoil. Irgendwo war mir das die ganze Zeit über aber dann doch nicht genug.
Also fing ich an mir P-Bässe anzusehen, mit der Absicht "irgendwann mal" einen Jake von Maruszczyk zu holen, denn mit dem ElWood komme ich ja auch bestens zurecht und den gibts auch als Fünfsaiter. Aus reinem Zufall fiel mir dann der schmucke Preci in einem Musikladen in Köln auf. Also ohne große Erwartungen angetestet - ist ja nur ein Squier... Wow! Klingt so wie es sein muss!
Auf den Preis geschaut... Oh! Nur 405 EUR? Achja, klar: Squier.
Dann den entsprechenden Fender Mex im A/B Vergleich angespielt und gleich wieder weggestellt. Der Fünfsaiter Fender AM Preci kam ebenfalls klanglich nicht heran.
So wurde meine Sammlung um einen Squier Bass erweitert.
Wer ist Matt Freeman?
Kurz gesagt: Der Bassist von Rancid. Genre ist Punk und sein Bassound so wie -spiel für den Sound der Band sehr prägend.
Für alle interessierten, hier der Link zum ausführlichen Wikipedia Artikel
Technische Daten
- Hersteller: Squier by Fender
- Serie: Artist Series
- Farbe: Schwarz
- Korpus: Basswood (Amerikanische Linde)
- Hals: One-Piece Ahorn
- Halsform: Modern C-Shape, Klarlack
- Griffbrett: Ahorn, 9.5" Radius
- Bünde: 20
- Mensur: 34"
- Breite am Sattel: 42mm
- Stringspacing: 20mm an der Bridge(!)
- Tonabnehmer: Custom Split Single-Coil, passive
- Regler: Volume, Tone
- Bridge: Hi-Mass mit Messingreitern
- Mechaniken: Noname, offene Fender-likes
- Sattel: Synthetic Bone (faserverstärker Kunststoff)
- Gewicht: 4.1kg
Weitere Besonderheiten sind das goldene Squier Logo, Matt Freeman Unterschrift auf dem Headstock, Vintage-Färbung des Halses und ein Finger-Rest unterhalb der G-Saite.
Von Werk an ist ein 105-045er Satz Fender-Saiten aufgespannt, die mich aber sehr stark an D'Addario XL's erinnert haben.
Vielleicht an dieser Stelle noch ein paar Worte zu den aufgespannten Nickels: Sie sind sehr straff, eine Menge Obertonanteil und trotz der 105er Stärke nicht übermäßig kräftig. Sie bringen den Charakter des Basses gut raus.
Bei der Hi-Mass Bridge handelt es sich um eine, der BadAssII ähnliche Konstruktion. Massive, vernickelte (Eisen?)Platte mit vier einzeln aufgehängten Reitern. Alles komplett einstellbar. Vermutlich sollen die Messingreiter einen brillianteren Ton bringen - keine Ahnung - sieht für mich auch OK aus.
Fürs Review ist aber schon meine Standard-Besaitung drauf: 100-045er Maruszczyk Nickels. Die klingen meiner Meinung nach deutlich runder und insgesamt homogener. Durch den geringeren Querschnitt ist der Attack für mich gefühlt deutlich besser und der Bass klingt transparenter.
Ebenfalls habe ich die normalen gesteckten Potiknöpfe durch ein Paar ersetzt das ich hier noch liegen hatte. Bin mir noch nicht sicher ob ich die so lasse (siehe Bilder unten) oder durch schwarze ersetze
Vermutlich müssen die chrome Mechaniken noch schwarzen Schaller BMLB weichen.
Verarbeitung
In der Verarbeitung und auch von der Einstellung her, steht der Bass den teuren "großen Brüdern" in nichts nach.
- Sauber bundiert
- Keine Bundgrate
- Sehr gut eingestellte (und auf QC-Karte protokollierte) Saitenlage und Intonation
- Sauber arbeitende Mechaniken
- In sich stimmiges Design
- Isoliertes E-Fach
- Passgenauer Sitz des Halses in der Tasche
- Lackierung an Hals und Korpus fehlerfrei

Bespielbarkeit
Gibts nicht viel zu sagen. Dicker Hals - wer damit umgehen kann, für den ist der Bass spitze. Der Klarlack behindert mich beim Spielen in keinster Weise und für meinen Fingersatz und meine Fingerlänge ist das Stringspacing immernoch optimal und angenehm.
Saitenlage ist sehr flach eingestellt, entsprechend wenig Kraftaufwand beim Drücken der Saiten.
Der Finger-Rest ist aus der Zeit als man den Bass vorwiegend mit dem Daumen gespielt hat und natürlich nicht mit meiner Spielweise kompatibel. Das muss ich mir auch mal genauer ansehen ob ich mit dem so entstehenden Sound was anfangen kann. Beim Spielen stört er jedenfalls nicht.
Details
Headstock/Signature
1024x768_100_2758.JPG
Mechaniken
1024x768_100_2759.JPG
Bridge
1024x768_100_2755.JPG
Replacement Potis/ Originale
1024x768_100_2754.jpg
PU & Finger-Rest
1024x768_100_2756.JPG
Komplett
1024x768_100_2753.JPG
Sound/Soundsamples
Eingespielt mit folgender Konfiguration:
Bass -> Kabel -> Tascam GT-R1 Recorder
Aufnahmen direkt in MP3 ohne Onboard-Preamp, nachbearbeitet in Audacity, hier aber nur Verstärkung auf Normal-Pegel
- Vol 100% / Tone 100% Finger
- Vol 100% / Tone 100% Plek
- Vol 100% / Tone 60% Finger
- Vol 100% / Tone 60% Plek
- Vol 100% / Tone 0% Finger
- Vol 100% / Tone 0% Plek
- Vol 100% / Tone 60% finger
Bitte entschuldigt das schludrige Gespiele - Mit Kopfhörer und nur mal eben so so trocken ins Gerät gespielt ist es halt so
Fazit
Dass man günstige Bässe einen Epiphone Tunderbird mit etwas Geld durchaus salonfähig machen kann, wusste ich - Dass Squier Bässe mit Fender-Killer Potential baut, noch nicht. Der, gegenüber anderen Squier-Modellen, höhere Preis ist an der Stelle durchaus gerechtfertigt. Der Bass ist, was er sein will: Ein Precision Bass. Er bringt den erwarteten Sound, ist sauber verarbeitet und das Ganze bei 1A Handling. Das Gesamtkonzept ist schlüssig und besticht durch seine Einfachheit. Ein Tonabnehmer, einmal Volume, einmal Tone... Kein Schnickschnack und kein Glitzer. Ein Arbeitstier eben.
Wer also auf dicke Preci-Prügelhälse steht, genau diesen Sound sucht und sich nicht scheut mit einem "billigen" Squier auf der Bühne zu stehen, ist hier goldrichtig. Die anderen können das Fender-Decal nachrüsten
Eins muss natürlich auch klar sein: Der Bass hat einen Sound und den hat er - treffend beschrieben mit "kräftig in eine Dose furzen". Mit etwas Fingerspitzengefühl und feiner Toneblenden-Dosierung kann man eine breite Palette an weicheren Variationen des Grundsounds zaubern, aber es wird immer wie ein Preci klingen. Und das ist gut so!
Aus diesem Grund auch keine Pro/Kontra Aufstellung.
Weitere Infos:
Hersteller Seite
Mat Freeman auf Wikipedia
Board-Thread
An dieser Stelle noch ein dickes DANKESCHÖN an Iris, Sickranium, Cervin und Peegee, die mir geholfen haben, den Kauf des Basses argumentativ zu belegen
Geändert von Euphemismus (02.07.2011 um 20:22:34 Uhr) Grund: Rechtsschreipfeler
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sehr schönes review imho. eine frage: gegen welchen fender mexico haste den angespielt? den standard?
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Ich habe gegen diese beiden Bässe verglichen:
Fender NEW standard P-Bass
und
den Am Standard P-Bass V
Danke für die Blumen
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hi, meiner ist mittlerweile angekommen - bin immernoch so begeistert davon wie von dem getesten
sauber verarbeitet, super klang, schön dicker hals.
was mich nur nen bisschen stört ist, dass die saiten so arg schnarren und auf die bünde knallen beim spielen, ist das bei dir auch so extrem? ich spiel mit plek, aber auch mit den fingern ist es nich wirklich besser. klar, die tiefe saitenlage is cool, aber bevor ich anfange an dem brandneuen instrument rumzuschrauben will ich mal hören ob das nich vielleicht gewollt ist oder vielleicht an den saiten selbst liegt, weiß nicht...
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Lustig, ich bin ja gerade auf Preci-Suche und habe daher den Fender Preci Standard Mexico ebenfalls mit diesem Squier verglichen.
Meine Einschätzung:
+der Squier ist klanglich ein bisschen undifferenzierter
+der Squier hat eine etwas höhere Saitenlage und lässt sich zwar gut befingern, aber Slappen z.b. geht damit nicht ganz so gut wie beim Fender
+beim Squier lassen sich die Potiknöpfe unterschiedlich leichtgängig drehen im Gegensatz zum Fender. Was jetzt nicht krass schlimm ist, aber für mich schon ein Merkmal, dass irgendwo gespart wurde.
Nichtsdestotrotz ist der Squier ein tolles Gerät für seinen Preis und ich würde ihn jeder und jedem empfehlen, die/der einen guten preci für 400€ und keinen Cent mehr sucht (naaaa guuut, 5 Euro
)
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Leichtes Saienklackern kommt in der Regel von einem starken Anschlag - zudem hat das Teil recht viel Höhen, dass das also auch am Amp ankommt.
Bei mir mit 100er Saiten auch so, wenn ich stark mit Plek spiele.
Tipp: Lass mal so und warte mal ab wie es im Bandkontext kommt. In der Regel geht das in der/den Gitarre/n unter.
Übrigens: Ich hab gestern bei einer Led Zeppelin/Deep Purple/Black Sabbath (etc.) Coverband vorgespielt und hatte den Preci dabei... Der Sound passt sowas von genial rein. Hammer.
Lag perfekt im Bandsound: Gutes Fundament und genug Definition
Gratulation zum neuen Bass, übrigens
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