Ergebnis 1 bis 4 von 4
Like Tree8Bewertungen
  • 8 Post By disssa

Thema: [Bass] - Schecter Model T DeLeo 5 Bass (Diamond Series)

  1. #1
    Mod Bass Avatar von disssa

    Registriert seit
    10.2007
    Ort
    Ostholstein
    Beiträge
    2.619
    Karma
    29885
    Rep-Power
    172
    Online
    disssa ist offline

    [Bass] - Schecter Model T DeLeo 5 Bass (Diamond Series)

    Vorgeschichte

    Ich wollte schon immer mal einen "Bastelbass" haben. Also einen Bass, der nicht viel kostet, so dass es nicht schmerzt, wenn der Bohrer oder die Fräse sich zu weit ins Holz arbeiten. Der Bass sollte aber trotzdem qualitativ genügend Reserven besitzen, nach einigen Modifikationen ein richtig guter Bass zu werden. Als Voraussetzungen galt, dass es ein 5-saitiges Instrument sein muss, ein dunkles Griffbrett sollte er haben und dass mindestens zwei Pickups verbaut sein müssen.
    Mir gefiel schon immer das Design des Fender Telecaster-Basses, also machte ich vorrangig auf die Suche nach vergleichbaren Modellen anderer Hersteller. Die Auswahl insbesondere vergleichbarer 5-Saitiger Bässe war nicht sonderlich groß. Ich wurde aber recht schnell auf die Schecter Model T Serie aufmerksam. Und ich fand sogareinen gebrauchten Schecter Diamond Series DeLeo 5 in unmittelbarer Nähe, so dass ich natürlich zugriff.


    Übersicht

    Hersteller: Schecter
    Modell: Diamond Series Robert DeLeo 5 Bass
    Baujahr: 1999
    Korpusholz: Erle
    Mensur: 34", 864mm, Longscale
    Sattel: Kunststoff
    Halsbreite: Sattel 48 mm, 12. Bund 59 mm
    Bünde: 21, Jumbo
    Hals: verschraubt, Ahorn mit Rosewood Griffbrett
    Hardware: Chrom
    Mechaniken: geschlossene Grover Stimmmechaniken, Gusssteg
    Tonabnehmer: Duncan designed Split PU / J-PU
    Elektronik: passiv


    Ansichten






    Handling

    Obwohl über Schecter-Instrumente recht viel positive Resonanz im Internet zu finden ist, erwartete ich in Anbetracht des sehr geringen Preises, den ich für einen gebrauchten DeLeo 5 gezahlt habe, nichts überwältigendes. Hinzu kam, dass der gekaufte Bass ein Sunburst-Finish besaß. Ich mag kein Sunburst. (Aber wie schon erwähnt, wollte ich den Bass ja eh verbasteln bzw. neu lackieren.)

    Erstmals in der Hand gehalten und ausführlichst begutachtet, fiel mir die sehr gute Verarbeitung des Basses auf. Da können sich deutlich teurere Bässe von renommierten Herstellern ein Beispiel nehmen. Und es beweist: "Günstig" muss nicht zwanghaft schlecht verarbeitet bedeuten. Dieser Bass ist aus der Schecter Diamond Serie, welche nicht wie die teureren Modelle Made in USA sind, sondern (günstiger) in Korea gefertigt werden. Trotzdem sitzt keine Schraube schief, steht kein Bundstäbchen über (und der Bass ist Baujahr 1999 und wurde garantiert nicht im Klimaschrank aufbewahrt...) und die Spaltmaße sind auffallend klein. Kurzum: Top verarbeitet.

    Der Bass hängt angenehm ausgewogen im Gurt, eine Kopflastigkeit kann ich nicht feststellen. Begünstigt wird dies wohl durch die Verwendung von geschlossenen Grover Stimmmechaniken, welche zwar zierlich wirken, dennoch stimmstabil bleiben.





    Der Ahornhals ist mit einem s.g. Skunk-Stripe versehen und rückseitig seiden-matt lackiert. Er liegt gut in der Hand und ist im 12. Bund noch angenehm schmal (ich bevorzuge hier aber eher ein "breites Brett"...).



    Einzig die Duncan-designed Pickups (Made i(rge)n(dwo) Asia) machen einen wackligen Eindruck und passen auch optisch nicht zum ansonsten sauberen Bild, den der Bass macht. Aber sie klingen ganz anständig. Dazu später mehr.



    Bei der Brücke handelt es sich um eine massive Gussanfertigung, welche ein seeehr langes Sustain verspricht und auch hält. Die Saitenreiter können in der Höhe und in der Lage (längsseitig) verändert werden, eine Veränderung des Saitenabstandes ist nicht möglich.




    Sounds

    Eigentlich wollte ich den Bass gar nicht testen, sondern gleich "ausschlachten". Aber ich habe ihn trotzdem mal an meinen Amp angeschlossen und war überrascht, wie gut er klingt. Der Sound war sehr mittenbetont, was aber auch an den verwendeten Saiten lag. Ein Versuch mit Flatwounds zeigte, dass der mittenreiche Ton abgemildert werden kann, jedoch nicht ganz "unterbunden" wird.
    Ich versuche stets, "meinen" Sound durch Einstellungen am Bass selbst zu finden. Daher bevorzuge ich Bässe, welche durch die Verwendung von verschiedenen Pickups, Klangvariabilität versprechen. Der DeLeo 5 besitzt einen Split-PU in der Neck-Position und einen J-Style Pickup in der Bridge-Position. Das hört sich theoretisch gut an, es kann auch ganz gut klingen.





    Die Pickups können mit einem 4-Wege Wahlschalter folgendermaßen gewählt werden:

    - Bridge Pickup (only)
    - Bridge+Neck Pickup seriell
    - Bridge+Neck Pickup parallel
    - Neck Pickup (only)

    Der Split-PU liefert erwartungsgemäß einen erdigen Precision-Style Sound, jedoch ohne die vordergründigen typischen Preci-Höhen, wie man sie von einem Fender Preci kennt. Der JazzBass PU in Brückennähe liefert recht drahtige Sounds, drängt sich aber nicht in Vordergrund wie der Neck PU. Beide Pickups seriell geschaltet liefern einen "fetten" aber ausgewogenen Basssound, mit großem Bassanteil und deutlichen Mitten. Parallel betrieben verringert sich das "fette" Fundament ein wenig, der Sound wird "hohler" und tendiert eher noch mehr zu den Mitten mit deutlichen Höhen.

    Beim hinteren Poti wird ein Stacked-Poti verwendet. Mit diesem wird die Gesamtlautstärke und der Tone eingestellt. Die Tone-Blende erlaubt kein großes Regelfeld, so dass keine großartigen Soundveränderungen einzustellen sind.


    Der Bass ist ein typischer Rockbass. Er klingt ausgewogen, die H-Saite schlabbert nicht und er setzt sich sehr gut im Gesamtsound durch. Interessant finde ich den Sound des Split-Pickups. Er weicht zwar deutlich vom "normalen" Fender-Precision Sound ab, ist aber dennoch als Preci-Sound zu orten. Der JB-PU ist für sich allein gespielt ein wenig "unterbesetzt", da der Sound in der Bridge-PU (only) Position hörbar an Druck verliert. Beide Pickups seriell gewählt, ist der Bass nahezu für alle Rocksongs einsetzbar.


    Fazit

    ...des Kurz-Reviews: Ein sehr guter Bass, für (relativ) wenig Geld.
    Betrachtet man das, was man (gebraucht) für wenig Geld bekommt, hat man einen sehr guten Einstiegs- und auch Bühnenbass in der Hand. Wie schon geschrieben, wollte ich den Bass ursprünglich nur für Pickup-Tests und Gestaltungsexperimente nutzen. Zunehmend zögerte ich dieses Vorhaben hinaus. Einzig das SunBurst-Finish, über welches ich wirklich nicht hinwegsehen kann, ist noch einen Umgestaltungsversuch wert. Und es ist auch der Grund, warum ich den Bass nicht sooo oft spiele und eher auf meine anderen Bässe zurückgreife. (Daher auch der viele Staub auf den Fotos. Sorry... )


    Links

    Homepage des Herstellers
    Schecter Bass User Thread
    8 Benutzer finden diesen Beitrag hilfreich.

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von reaggi

    Registriert seit
    07.2009
    Beiträge
    84
    Karma
    89
    Rep-Power
    48
    Online
    reaggi ist offline
    Super review...sunburst is eigentlich a Net mein Fall, aber finde den bass sehr hübsch, so wie er ist. Wie wäre es mit einem schwazen schlagbrett etc.

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Lindex

    Registriert seit
    02.2008
    Ort
    Flörsheim/Main
    Beiträge
    1.245
    Karma
    4140
    Rep-Power
    80
    Online
    Lindex ist offline
    Zitat von reaggi Beitrag anzeigen
    Wie wäre es mit einem schwazen schlagbrett etc.
    Oder ganz ohne?
    Wie sieht es denn drunter aus?
    Immerhin hat er ja eine recht ansprechende Maserung, wäre schade, das deckend überzulackieren...

    Die Elektronik mit dem Wahlschalter finde ich mal sehr interessant, da die Qualität der Bauteile ansonsten ja zu stimmen scheint, würde ich evtl. nur die PUs tauschen, Fender Vintage Split vorne und einen noiseless Jazzi hinten - evtl. einen etwas heisser gewickelten, da der J bei einem zusätzlich vorhandenen P oft lautstärkemässig etwas untergeht.

    Ansonsten den gewohnten für Dein Review!
    Buckshot - der Donnerklang vom Taunushang
    Wussten Sie schon?
    Kratzer und Lackschäden werden wie neu, wenn man sie regelmäßig mit einem Hammer oder einem alten Nagel nacharbeitet!

  4. #4
    Mod Bass Avatar von disssa

    Registriert seit
    10.2007
    Ort
    Ostholstein
    Beiträge
    2.619
    Karma
    29885
    Rep-Power
    172
    Online
    disssa ist offline
    Nee, m.E. hat gerade das PG einen großen Anteil an der Telecaster-Optik. Der Lack ist unter dem PG nicht optimal, müsste also eh nachgearbeitet werden. Aber da ich SunBurst bzw. auch "nature"-Finish nicht mag, kommt ´ne dicke Lackschicht (farbig) drüber... .

    In anderen Foren wird von einem Sound-Qualitäts-Gewinn berichtet, wenn man die serienmäßig verbauten "Duncan-designed"-PU gegen höherwertigere austauscht. Das wird auf alle Fälle eine Option sein.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •