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  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Köttel

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    Fragen zur Django Reinhardt / Gipsy Style Spieltechnik (Downstrokes)

    Hallo liebe Mitmusiker,

    ich habe eine sehr spezielle Frage zur o.g. Spieltechnik.

    Seit einger Zeit befasse ich mich mit dem Gypsy (Gipsy)-Jazz und habe viel Spaß dabei. Es gibt aber eine Frage, die sich mir mehr und mehr stellt:

    In diversen Lehrbüchern und Foren wird behauptet, dass es beim Gigpsy-Jazz extrem wichtig sei, im Melodiespiel bei jedem Saitenwechsel einen Downstroke zu spielen, selbst dann, wenn es Abwärtsläufe sind. Diese Art ist aber nach meinem Empfinden nicht nur ungewohnt (ich spielte bislang immer konsequent im klassischen Wechselschlag), sondern auch umständlich, da dies wesentlich mehr Bewegung der rechten Hand erfordert. Dieses Problem hatten wohl auch andere, die in diese Spielart eingestiegen sind. Einer, der Lehrvideos auf Youtube online stellt, hat berichtet, dass er über 9 Monate brauchte, um auf diese Technik umzustellen.

    Aber keiner hat begründet, warum ich das Plektrum so merkwürdig benutzen soll.

    Das führt zu meiner Frage: Muss das wirklich sein? Und wenn ja: Warum?

    Genauso verhält es sich mit dem kleinen Finger der linken Hand: Kaum ein Gypsyspieler benutzt den im Melodiespiel. Ich das nur deswegen, weil Dajango das anatomisch nicht konnte?

    Danke für Eure Meinungen!

  2. #2
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    Zitat von Köttel Beitrag anzeigen
    umständlich, da dies wesentlich mehr Bewegung der rechten Hand erfordert
    Tut es das wirklich? Bzw. ließe sich das anders genau so flüssig spielen?
    Bei einem Upstroke mit Saitenwechsel muss das Plektrum der schwingenden Saite "ausweichen"... und ich frage mich, ob bei dieser Art Gitarre die Amplitude nicht größer ist als bei einer der gängigen Westerngitten
    Geändert von saitentsauber (08.11.2011 um 21:49:20 Uhr)
    Gehöre zur unbedarften Bevölkerung und bin Opfer der "gigantischen globalen Meinungsmache-Maschinerie"

  3. #3
    Helpful & Friendly User Avatar von rancid

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    Ich denke es geht da eher um den Ton als um praktische Hintergründe. Nur Downstrokes hören sich einfach etwas anders an als Wechselschlag. Biréli Lagrène z.B. spielt tatsächlich auch bei schnellen Läufen in den allermeisten Fällen reine Downstrokes, und macht dann bei extremem Tempo eher mal ein sweep-picking.

    Einerseits ist es also eine Geschmackssache und andererseits die Frage, wie nah man dem Vorbild kommen möchte. Du kannst natürlich Wechselschlag spielen, auch wenn es nicht 100% den typischen Höreindruck geben wird.

    und ich frage mich, ob bei dieser Art Gitarre die Amplitude nicht größer ist als bei einer der gängigen Westerngitten
    Sie dürfte eher geringer sein, da die Mensur meist noch größer als bei einer normalen A-Gitarre, und die Saitenspannung somit höher ist.
    Gruß,
    Matthias


    Verdammt guter Kaffee!

  4. #4
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    Das hat klanglichw Gruende.
    Django musste sich mit seiner Gitarre gegen den Laerm des restlichen “Hot Club“ - the clue is in the name - durchsetzen und da sind downstrokes halt lauter und kontrollierter als upstrokes, ausserdem kligen downstrokes anders, besonders bei sehr perkussiven Gitarren mit wenug Sustain..

  5. #5
    GEH
    MOD A-Saiteninstrumente Avatar von GEH

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    Zitat von Köttel Beitrag anzeigen
    Genauso verhält es sich mit dem kleinen Finger der linken Hand: Kaum ein Gypsyspieler benutzt den im Melodiespiel. Ich das nur deswegen, weil Dajango das anatomisch nicht konnte?
    Es ist nicht ungewöhnlich den kleinen Finger nicht zu nutzen, gerade bei Musiker, die keinen "klassischen" Gitarrenlehrer hatten bzw. sich die Sache sogar selbst beigebracht haben.
    Bei Blues Gitarristen findest du das auch.
    Indirekt hat es in dem Fall sicher auch etwas mit den harten Anschlägen zu tun, bei dem sich der Solist in einem Bandgefüge durchsetzen muss. Da bietet der kleine Finger den schwächsten Gegenhalt.
    Wegen Django war das sicher nicht. Der hat auch nicht erst nach seinem Wohnwagenbrand mit dem Gitarrenspiel angefangen. Der musste nur danach mit dem Handicap umgehen. Es gibt aber sich auch irgendwo ein paasr seltene Videos, wie er davor mit intakter Hand gespeilt hat.

  6. #6
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    Zitat von rancid Beitrag anzeigen
    Sie dürfte eher geringer sein, da die Mensur meist noch größer als bei einer normalen A-Gitarre, und die Saitenspannung somit höher ist.
    Willst Du damit sagen, die Mensur sei der einzige Faktor, der da mitspielt?
    Gehöre zur unbedarften Bevölkerung und bin Opfer der "gigantischen globalen Meinungsmache-Maschinerie"

  7. #7
    Helpful & Friendly User Avatar von rancid

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    Der Einzige nicht, aber meiner Erfahrung nach schon der Ausschlaggebende (gleichartige Saiten und Saitenstärke) vorausgesetzt.
    Auf jeden Fall ist sie deutlich geringer als bei einer gängigen E-Gitarre mit deutlich kürzerer Mensur und geringerer Saitenstärke, und da ist das Melodiespiel mit Wechselschlag sehr gängig.

    Wie gesagt, rein technisch ist es egal, für den Ton würde ich aber nur Downstrokes spielen.
    Gruß,
    Matthias


    Verdammt guter Kaffee!

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