[Amp] Bugera V5 vs. Blackstar HT1R

von debster84, 04.05.11.

  1. debster84

    debster84 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.05.11   #1
    Hi,

    will hier mal einen Vergleich meiner beiden kleinen Röhrenamps beschreiben.

    Vorgeschichte:
    Da ich in einer WG Wohnung in einem Altbau wohne ist es mir sehr wichtig einen schönen Sound bei niedrigsten Lautstärken zu haben. Nach einigen Versuchen mit kleinen Modelling und Transen Amps bin ich letztendlich bei den kleinen Röhrenamps gelandet, von den es mittlerweile zu genüge auf dem Markt gibt.

    Ausserdem war es mir wichtig, trotzdem einen möglichst vielseitigen Amp zu haben um nicht immer meine Effektpedal Armee aufmarschieren lassen zu müssen um mal ein wenig zu dudeln.
    Also Mastervolume und Reverb waren pflicht!

    Also fangen wir mal mit den Fakten an.

    Bugera V5:
    -Leistung: 5 Watt
    -Bestückung: 8"; Lautsprecher Offenes Gehäuse
    -1 Kanal
    -1x 12AX7 und 1x EL84 Röhre
    -Regler: 1x Gainregler, 1x Toneregler, 1x Volumenregler
    -eingebauter digitaler Hall (regelbar)
    -2-Wege Leistungsreduzierung (auf 1 Watt, oder 0,1 Watt)
    -Kopfhörerausgang auf der Rückseite
    -1x Lautsprecherausgang auf der Rückseite (minimum 4 Ohm für externen Lautsprecher)
    -Preis: 145€

    Blackstar HT1R:
    -Leistung: 1 Watt
    -Lautsprecher: 1 x 8" in geschlossenem Gehäuse
    -Röhren: 1 x ECC 83, 1 x ECC 82
    -Kanäle: 2
    -ISF-Schaltung (amerikanischer bis britischer Sound)
    -DI-Out
    -MP3/Line-Eingang
    -regelbarer Hall
    -Lautsprecheranschluss
    -Peis: 239€

    Die Unterschiede der beiden sind hervorgehoben.

    So, nun zur Verarbeitung und zur Optik:
    Rein handwerklich gibt es bei beiden wirklich nichts zu bemängeln.
    Optisch find ich beim Blackstar diese Rolle um den Frontbezug nicht so dolle. Ist im Plastikmantel und an dem Stoss sieht man schon eine Lücke.

    Ansonsten wirkt der Blackstar hochwertiger mit seinen Chromknöpfen und der Schwarzen,Spegelnden Verstärkerfront:great:

    Optik ist natürlich reine Geschmackssache, aber für mich geht der Punkt klar an den Blackstar. Sieht einfach schlicht und edel aus.


    Der Klang:
    Vorneweg, ich mach hier nur eine Gegenüberstellung und keine eigenen Reviews, da es von beiden schon welche gibt.
    Hier hab ich sowohl mit den eingebauten LS als auch mit einem externen Jensen C12Q experimentiert um den Speaker und Verstärker unabhängig voneinander bewerten zu können.

    Erstmal vergleich ich nur die Verstärker, die Lautsprecher werden später mit einbezogen.

    Clean:
    -Bugera: Weniger differenziert, besser im Ton regelbar, leicht perlig, recht ausgewogen
    -Blackstar: schlecht regelbare Höhen, vieleicht ein ticken zu steril, charcter regelbar via ISF, eher Basslastig

    Crunch:
    -Bugera: Weniger differenziert, besser in den Höhen regelbar, wird schon schmutzig
    -Blackstar: schlecht regelbare Höhen, schön dicke,klare Zerre

    Overdrive:
    -Bugera: wird schön schmutzig/rotzig
    -Blackstar: ordentlich viel Zerre aber trotzdem noch irgendwie klar/sauber, bei Gain Reglerstellungen über 3uhr kommen unangenehme, leicht quitschende/zischelnde höhen dazu

    Overdrivekanal:
    -Bugera: -
    -Blackstar: macht da weiter, wo der 1. Kanal aufhört und geht schon in sehr verzerrte Gefilde, bleibt eine saubere Zerre

    Kofhörer-/DI Out:
    -Bugera: ist eigentlich nicht zu gebrauchen, klingt wie ne übersteuerte Transe:bad:
    -Blackstar: durchaus zu gebrauchen um mal schnelle Aufnahmen zu machen oder Nachts zu üben. Klanglich ziemlich nahe Speakerklang allerdings schon mit leichten Einbußen

    Reverb:
    -Bugera: ordentlicher gut klingender Reverb, kann auch sehr intensiv
    -Blackstar: klingt auch ganz gut ist aber bei weitem nicht so intensiv, reicht gerade um ein bissl anzufeuchten


    Klang mit den eingebauten Lautsprechern:
    Der Bugera LS hat einige Zeit gebraucht um eingespielt zu werden.
    Generell würde ich den Lautsprecher als eher Dumpf einstufen, er schluckt bei leisem Spielen einiges an Höhen und Spielnuancen, an denen es dem Bugera sowieso schon ein bissl fehlt.
    Bei höheren Lautstärken klingt der LS dann eigentlich ganz gut und bringt den Klang des Amps ganz gut rüber.
    Ansonsten klingt der Combo dank des offenen Gehäuses schon sehr Raumfüllend, trotz der 8".
    Ich würde hier aber trotzdem empfehlen den LS zu tauschen falls man keine andere Box zur Hand hat um auch bei niedrig(st)en Lautstäreken einen schönen Klang zu erreichen.

    Beim Blackstar klingt der LS eigentlich ziemlich gleich, egal welche Lautstärke man fährt.
    Drückt nicht so stark und durchdringt daher auch Wände und Decken nicht so stark.
    Allerdings kommt er durch das kleine geschlossene Gehäuse manchmal ein bissl Topfig im Klang rüber.
    Dadurch kommt es auch sehr auf den Abstrahlwinkel an, den man zu dem Combo hat.

    Besonderheiten:
    Der Bugera hat drei Leistungseinstellungen 5watt, 1watt und 0,1watt.
    Bei 0,1watt kann man den Amp schon bei Zimmerlautstärke komplett aufreißen ohne dass die Mitbewohner wach werden.
    Ist generell ne nette Sache, klappt aber nicht ganz ohne Klangeinbußen. Umso weiter man runterregelt desto dumpfer wird er. Kam mir jetzt aber beim Vox AC4TV um einiges schlimmer vor.
    Aber soweit es geht spiele ich auf der 5watt Stellung und regel halt runter.

    Der Blackstar hat die bekannte ISF Schaltung die zwischen Britisch und Amerikanisch regelt.
    Ist ein schönes feature um den Amp varibler zu machen. Ich persönlich hätte aber lieber einen Schlichten Tone Regler bevorzugt, der dem Blackstar definitiv fehlt.


    Fazit:
    Ich will hier jetzt keine Punkte verteilen, oder einen Gewinner küren. Hier muss jeder für sich selber entscheiden auf er mehr Wert legt.
    Aber ich hoffe die klanglichen unterschiede sind einigermaßen klar geworden.
    Den Bugera würde ich in die "alte Röhre" Ecke stecken.
    Der Blackstar ist definitiv ein moderner klingender Amp.

    Ich persönlich kann mich nicht ganz entscheiden welchen ich besser finde, da sie klanglich andere Bereiche abdecken, deshalb hab ich auch beide hier rumstehen;)
    Allerdings würde ich im Preis/Leistungsvergleich dem Bugera einen kleinen Vorsprung geben. Wäre selbst mit nem neuen Lautsprecher(ca.50€) noch billiger.



    Also, ich hoffe mit dem Vergleich kann jemand was anfangen und falls noch Fragen bezüglich eines Vergleiches, oder ich evtl. was wichtiges vergessen hab, einfach melden.

    Gruss
    Moritz
     
    Zuletzt bearbeitet: 04.05.11
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  2. daze

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    Erstellt: 18.09.11   #2
    Wundert mich, daß hier noch niemand etwas geschrieben hat? - Super Vergleich, anständig geschrieben und deckt sich mit meinen Erfahrungen mit den beiden Verstärkern.
    Hat sich Deine Meinung bezüglich der Amps inzwischen vielleicht verändert?
     
  3. debster84

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    Erstellt: 03.10.11   #3
    Erstmal Danke!

    Naja,
    geändet hat sich schon einiges, z.B. dass mich der Lautsprecher im Bugera garnicht mehr soo stört.

    Da ich kein Metal o.ä. spiele, benutze ich den Blackstar eigentlich fast nurnoch wegen seinem Aux-in und dem guten Kopfhörerausgang.
    Der Klang wird mir irgendwie immer steriler.

    Wenn der Bugera einen Aux-in hätte wäre der Blackstar warscheinlich schon weg;)
     
  4. aloitoc

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    Erstellt: 04.10.11   #4
    danke für das shoot out!

    sollten wir hier viel öfter machen :)

    ich habe den Blackstar auch angtestet und kann Deinen Bericht nachvollziehen. Die Wirkung des ISF war für mich nicht brauchbar, das dieser zwischen Am. und Brit. klangeinstellungen erlaubt ist schon sehr blumig. Irgendwie fehlte mir auch die typisch Dynamik der Röhre. Für mich stellte es keinen Vorsprung zu einem guten Modeller dar
     
  5. Beefinitup

    Beefinitup Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.08.12   #5
    QUOTE=debster84;5326226]

    Kofhörer-/DI Out:

    -Bugera: ist eigentlich nicht zu gebrauchen, klingt wie ne übersteuerte Transe:bad:
    [/QUOTE]





    Kann ich so nicht bestätigen.ich habe ganz andere Erfahrung gemacht.
    Mit den Original Röhren von Bugera ist das zwar richtig,aber es liegt nicht am Kopfhörerausgang,definitiv nicht !
    Ich habe nachdem ich die leistung reduziert habe,durch einen Röhrentausch,und zwar beide (Bugera)Röhren,ersetzt durch eine Electro Harmonix 12AU7+TAD EL84,keineswegs mehr irgendeinen Klangbrei...sondern feinsten cremigen Röhrensound,
    Ich komme aus dem Jazzbereich,deswegen wollte ich den V5 auch etwas gezähmt haben.
    Jetzt ist er fast Clean und fängt höchstens bei Stufe 7 von 10(eher 8 von 10) angenehm ruppiger zu werden.
    Ich Benutze den Shure SRH440 Kopfhörer(Prof.Studio Kopfhörer) fast ausschliesslich über den Amp und das Ergebnis ist zufriedenstellend bis gut.
    Tonabnehmer Gibson 57 Classik.
    Ein Equalizer würde da sicherlich Soundtechnisch nochmal einen draufsetzen,was aber nicht nötig ist!
     
    Zuletzt bearbeitet: 25.08.12
  6. diamond63

    diamond63 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.12   #6
    den bugera v5 mit dem eq von harley benton betreiben ist der absolute hit. jedem, den ich den amp (und den eq) schon mal gezeigt hab, ist voll des lobes. noch nicht einmal eine 12" kabinet klingt wesentlich besser und das alles mit dem serienmässigen 8" speaker..einfach unglaublich. zuletzt hat mich ein musikerfreund gefragt welche meiner boxen ich da angeschlossen hätte. das sagt eigentlich alles.
     

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