[Amp] Marshall Class 5-01

von tobi452, 27.06.11.

  1. tobi452

    tobi452 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.11   #1
    Hällöchen in die Runde!
    Ich habe mir vor einiger Zeit den oben genannten Amp bestellt, und zu selbigen möchte ich hier ein paar ;) Worte loswerden. Viel Spaß!



    Optik, Verarbeitung, Äußeres (und "mechanische" Specs):


    Optisch finde ich den Amp ziemlich cool. Das tut aber nicht viel zur Sache; er muss gut klingen. Von der Verarbeitung her ist er absolut top! Der Bezug ist super aufgeklebt, einfach nur sehr gut! Made in England halt und kein China-Kack! :D
    Desweiteren ist der Amp erfreulich leicht. Mit 12,8 Kilogramm kann man ihn auch über längere Strecken relativ angenehm tragen, was auch an dem relativ weichen Gummitragegriff liegt.
    Alle Bauteile wirken sehr solide und Wertig.


    Wertung:
    5 von 5





    Feauters:


    Der Amp ist mit nem Dreiband EQ, nem Volume-Regler, einem On-Off Schalter, nem Ausgang für nen ext. Speaker und einem für Kopfhörer samt dazugehörigen Umschalter und natürlich Netz-Buchse und Eingangsbuchse von den Möglichkeiten her natürlich sehr beschränk.
    Der Anschluss für den ext. Speaker ist mMn schon obligatorisch, nichts besonderes also.
    Ein Kopfhörerausgang mach mMn auch Sinn. V. a. für Leute, die mit wenig Equipment kleiner Clubs bestreiten und z. B. kein Mic mehr für den Amp haben. Zum Üben mit nem direkt angeschlossenem Kopfhörer finde ich den Ausgang etwas zu laut. Der Umschalter zw. Normalbetrieb und Low-Power Mode auf der Rückseite ist vielleicht etwas unpraktisch angebracht für Leute, die den Amp oft umschalten oder ihn direkt an ner Wand stehen haben. Da wäre ein zweiter Toogle-Switch auf der Oberseite wohl besser gewesen, an dem man zwischen Fullpower, Lowpower und Standby umschalten kann.
    Ich hätte mich wie gesagt noch über einen zweiten Toogle auf der Oberseite, einen Effektweg sehr gefreut, dafür würde ich auch gerne mit einem Zweiband-EQ vorlieb nehmen oder mich mit einem Shape-Regler ala Orange begnügen. (Ein Stufenloser Powersoak auf der Oberseite bzw. einfach nem Mastervolume wäre auch cool, aber dann ist der Amp ja nicht mehr das, was er ist. :D) Im Großen und Ganzen habe ich eher den Eindruck, dass Marshall an den falschen Stellen gespart und an den falschen Stellen an zu vieles Gedacht hat.


    Wertung:
    4 von 5





    Sound:


    Zum wichtigsten Entscheidungskriterium für oder gegen einen Amp kann man folgendes sagen:
    Clean:
    Man steckt die Gitarre ein, aktiviert erst mal den Low Power Mode weil man ja nicht genau weis, wie laut die 5 Watt wirklich sind, dreht das Volume langsam auf. Unter 12 Uhr bleibt der Ton clean. Er ist sehr warm, nicht allzu Höhenlastig. Sehr angenem. Dreht man weiter auf, so bis 13 oder 14 Uhr, kommt man in die "Sektion"
    Crunch:
    Dieser Sound gefällt mir besonders gut. Der Class 5 01 reagiert sehr gut auf den Anschlag und auch auf das Volume-Poti der Gitarre. In dieser Einstellung lässt sich sehr gut Blues aber auch schon fast Blues-Rock oder gar Rock spielen. Bei normalem Anschlag ist der Amp clean, wenn man etwas mehr reinhaut zerrt er herrlich an. Der Ton ist, wie bei jeder Einstellung des Volume-Reglers, relativ dick im Vergleich zu z. B. nem Vox. Allerdings dick, nicht dumpf, wie ich es von Orange Combos im unteren Preissegment kenne. Also ein super Blues-Sound!
    OD/Distortion:
    Wenn man die Lautstärke über die Crunch "Sektion" hinaus dreht, bekommt man lediglich - wen wunderts :D - ne stärker verzerrten Ton. Der Klang verändert sich mMn aber nicht mehr allzustark, er wird auch nicht mehr viel lauter, sondern zerrt einfach mehr. Allerdings matschen hier die Bässe doch schon ziemlich und mir fällt ganz ehrlich gesagt niemand ein, für den so ein Sound attraktiv sein könnte.
    Im allgemeinen ist zu sagen, dass der Ton, immer sehr warm und mit zunehmenden Volume dicker wird. Erst ab etwa 15 Uhr nimmt diese Dicke wieder etwas ab/verstärkt sich nicht weiter.
    Der Low Power Mode ist für meine Bedürfnisse (bzw. mMn) etwas zu niedrig angesetzt.


    Im normalen Modus bekommt man generell natürlich sehr viel mehr Druck, ist klar. (die Volume-Regler Positionen sind wie oben)
    Clean:
    Der Sound wird - bilde ich es mir nur ein oder ist es so - etwas klar, glitzernder, Wenn auch nicht viel.
    Crunch:
    Dieser Bereich verschiebt sich - so mein Eindruck - etwas nach hinten; der Amp bleibt etwas länger clean.
    OD/Distortion:
    Diese Reglereinstellungen machen (für mich jedenfalls) nur im normalen Mode Sinn. Hier bekommt der Amp richtig Druck und die Zerre wird auch rockiger und ist nicht mehr so vermatscht wie im Lo-Power-Mode. Für Classic Rock wies der Hersteller beschreibt ist der Amp nur hier zu gebrauchen.


    Wertung (als reinen minimalistischen Bluesamp)
    5 von 5





    Lautstärke:


    5 Watt...
    Ich frage einen Freund: "Hey, was hältste von dem Amp" und schick ihm nen Link mit. Er nur "Viel zu leise". TJA; DENKSTE!!!!!
    Ich hätte nie gedacht, dass 5 (!!!) Vollröhren Class A Watt so Scheise laut sein können! Wo der Powersoak nur Schlaf-/Wohnzimmerlautstärke durchlässt, kreischt sich der kleine die Röhren ausm Chasi, wenn man die Hundleine losmacht :D. Ich würde mal sagen, für ne kleine Probe ist das Teil definitiv OK. Zur Not kommt halt ein Mic davor. Ach ja: Als der Freund dann das Teil selbst mal angespielt hat, fiel ihm die Kinnlade runter und es war außer seinem Gitarrespiel im Raum nix mehr zu hören :D.


    Wertung (für 5 Watt)
    5 von 5





    Gesamtwertung:

    5 von 5






    Fazit:


    Wer einfach nur einen kompakten, moderat lauten, minimalistischen, gut klingenden Vollröhrenamp für ausschließlich Blues oder Blues-Rock Geschichten sucht ist hier sicherlich sehr gut beraten. Für das was er kann ist der Preis vielleicht etwas zu Hoch angesetzt. 400-450€ statt den 480€ wäre mMn ein gutes Preis/Leistungsverhältnis, v. a. wenn man bedenkt, dass der Amp Made in England ist.


    Trotzdem war ich persönlich mit dem Class 5 nicht ganz zufrieden. Ich suchte/suche etwas mehr oder weniger vielseitiges. Er sollte für Blues/Blues-Rock gut geeignet sein (was dieser Amp sehr gut gemeistert hat) allerdings fehlte mir der zweite Teil, moderne Rocksounds wie z. B. Greenday oder Shenaniganz komplett. Das ist eindeutig nicht das Einsatzgebiet dieses Brüllwürfels und das ist auch der Grund, warum ich mich von ihm wieder getrennt habe und mich wieder auf die Suche begebe :).





    Ich hoffe, ich konnte zumindest ein paar von Euch einen mehr oder weniger detaillierten Eindruck über diesen kleinen, relativ neuen Vollröhrenamp aus dem Hause Marshall geben und vielleicht dem ein oder anderen die Entscheidung zum Kauf/nicht Kauf etwas erleichtern.
    :)

    PS:
    Ich hab den Amp mit ner Fender Classic Player 50s Strat gespielt und diese Erfahrungen beruhen auf meinem subjektivem Eindruck.

    Gefundene Rechtschreibfehler sind umgehend abzugeben bei:
    Tobi
    Dukannstmichmal 356
    723088237 Schönfürdich-Stadt
    Deutschland
    :rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::rofl:
     
  2. Stratspieler

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    Erstellt: 28.06.11   #2
    *Hüstel*,

    Du bist noch recht jung, nicht? ;) :)

    Gruß Michael
     
  3. ZeroFlash

    ZeroFlash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.11   #3
    Schönes Review. Hast du den Amp mal mit Tretern getestet? So ala Tubescreamer oder Rat Distortion oder sowas?

    Könnt mir vorstellen, dass er da durch seinen clean Sound noch wesentlich flexibler wird?!
     
  4. tobi452

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    Erstellt: 28.06.11   #4
    Ja, wasn? :D


    Ne, mit Tretmienen hab ich ihn nicht getestet. Liegt ganz einfach daran, dass ich nur ne TO100 von Behringer habe :D.
     

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