Barbara Clear (Musikerin) verklagt GEMA

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft" wurde erstellt von Nils_k, 12.04.09.

  1. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Hallo zusammen,

    soeben habe ich eine sehr spannende Geschichte gefunden.

    Am 02. April 2009 gab es offenbar einen Gerichtstermin, bei dem die Musikerin
    "Barbara Clear" gegen die GEMA angetreten ist.
    Am 28. Mai soll die Verhandlung weiter gehen.

    "(...) Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte soll der Künstlerin, die ihre Konzerte in eigener Regie organisiert und ihre CDs selbst vermarktet, ihre Ausschüttungspraxis offen legen. Clear erhält als Musikerin Geld von der GEMA, der sie andererseits als Veranstalterin Gebühren abführen muss.
    Das Verhältnis von gezahltem und erstattetem Geld ist nach ihren Angaben für sie nicht nachvollziehbar. Der Verrechnungsschlüssel begünstige wenige ohnehin erfolgreiche Künstler zu Lasten der "Kleinen". Die GEMA pocht hingegen auf die Rechtmäßigkeit ihrer Ausschüttungspraxis. "Sie beschreiten hier einen dornigen Weg", warnte der Vorsitzende Richter die 44-jährige Sängerin und Song- Schreiberin. Am 28. Mai soll weiterverhandelt werden.

    Barbara Clear wurde bekannt, als sie 2001 die Münchner Olympiahalle anmietete und bis zum Konzert 2004 ohne Beistand eines Veranstalters mehr als 8.000 Karten verkaufte. Seither organisierte sie über 200 Veranstaltungen in großen und kleineren Hallen selbst. In den Jahren 2004 bis 2007 habe ihr die GEMA dafür rund 65.000 Euro berechnet. Für den selben Zeitraum habe sie nur etwa 5.000 Euro ausgeschüttet bekommen, obwohl sie bei ihren Konzerten überwiegend eigene Songs darbiete. Clear glaubt deshalb nicht, dass die GEMA tatsächlich nur 17 Prozent Verwaltungsgebühr abzieht und das eingehende Geld gerecht an alle registrierten Künstler verteilt. (...)
    "
    Quelle: http://satundkabel.magnus.de/buntes...reitet-mit-gema-vor-gericht-um-zahlungen.html


    Mehr Details und was dabei bisher raus kam konnte ich leider bisher nicht finden.

    Hier noch einige Links dazu die ich auf die Schnelle finden konnte. Kennt jemand noch
    mehr Informationen zu diesem Fall oder hat aufschlussreichere Suchmaschinen-Treffer
    als ich?

    http://www.suedwest-aktiv.de/landun...el.php?SWAID=986d85b2bf0557b7b34e03ada4da2b8d

    http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC...41B4E89DCE88306BB6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    http://www.brigitte.de/gesellschaft/politik-gesellschaft/barbara-clear-555514/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Clear

    http://www.barbara-clear.de/


    Alles Gute und beste Grüße
    Nils
  2. Bannockburn

    Bannockburn Registrierter Benutzer

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    Interessant und bestätigt genau das Bild, das ich von der GEMA habe ;)
    Bin jedenfalls mal gespannt, was dabei heraus kommt...
    Den Spruch des Richters hätte ich aber gerne mal interpretiert. War das jetzt eine Drohung, oder meint er damit nur, dass er schon Erfahrung damit hat, dass dem Konstrukt GEMA so leicht nicht beizukommen ist?
  3. DrScythe

    DrScythe Registrierter Benutzer

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    "...der sie als Veranstalterin Gebühren abführen muss."

    Dazu: Das muss sie nur, weil sie selbst Mitglied der GEMA ist oder? Wenn ich als Veranstalter eines Konzertes ausschließlich Bands auftreibe, die NICHTS mit der GEMA am Hut haben, hat die GEMA finanziell keinerlei Ansprüche, nicht?

    Ich habe zumindest diesen Kenntnisstand. Demzufolge, ist sie meiner Meinung nach einerseits selbst Schuld, wenn die maßlos Geld verpulvert, ANDERERSEITS kann ich nun wirklich verstehen, dass dieses Verhältnis nun wirklich kein Maß hat. Und wenn das wirklich die legitime Modalität der GEMA ist, ist es ein weiterer Grund für mich, der GEMA bloß fernzubleiben. Das Geld kann man sich dann nun wirklich sparen. Und sollte es wirklich dabei bleiben, dass sie 65.000 Euro zahlen muss, dafür, dass sie ihre eigene Musik spielt - nunja...dann sollte man jeder kleinen Band, die sich hoffnungsvoll an die GEMA "wendet" (beitritt) vorher diese Story vorlegen. Lächerlich.

    Gut, dass man selbst wenn man Millionen macht nicht Mitglied der GEMA sein MUSS...
  4. klagox

    klagox Registrierter Benutzer

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    Es wird wohl noch schlimmer kommen für Künstler die in Eigenregie ihre Veranstaltungen managen.http://www.gulli.com/news/gema-will-preise-f-r-live-2009-01-30/
    Was dazu führt hier: http://musixxbox.com/content/gema-will-preise-für-konzerte-um-600-erhöhen.
    noch ein Link:http://magnetic-music.com/aktion/sklaven-der-gema.html
    und noch ein paar Links :http://musixxbox.com/content/verwaltungsfehler-bei-der-gema
    http://musixxbox.com/content/musiker-und-die-schwerkraft
    http://musixxbox.com/content/das-märchen-von-der-kleinen-band-die-auszog-erfolgreich-zu-werden

    Ich glaube nicht das sich die Gema überhaupt für irgendwen noch lohnt, wenn er nicht täglich irgendwo im Radio gespielt wird.

    Klaus
  5. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Hallo Klaus,

    vielen Dank. Hammermäßige Links!

    Übrigens wird gerade eine Petition eingereicht, bei der mehr Tranzparenz von der
    GEMA gefordert wird.

    http://www.kult-werk.de/GEMA/GEMA.html

    Hier ist der entsprechende Rundbrief von Frau Monika Bestle, Geschäftsführerin
    der Sonthofer Kultur-Werkstatt GmbH (ein Veranstaltungsort) dazu:
    http://www.kult-werk.de/GEMA/GEMA-Reizthema.htm

    Und hier das PDF, das man bei Bedarf ausdrucken und abschicken kann:

    http://www.kult-werk.de/GEMA/Artikel_Formulare/PetitionFormular2.pdf

    Bisher wurden ca. 1.400 Petitionen gesammelt.

    Wenn jemand an dieser Aktion Interesse hat, kann er sich ja vorher mal in
    die Informationen rein-lesen und bei Bedarf ein solches PDF ausdrucken,
    unterschreiben und abschicken.

    Die Adresse ist auf der Webseite nicht wirklich gut sichtlich vermerkt.
    Deswegen noch mal hier. Diese ausgedruckten Schreiben sollen geschickt
    werden an:

    "Sammelstelle: Sonthofer Kultur-Werkstatt GmbH Altstädter Str. 7 87527 Sonthofen
    oder faxen: 08321-68793 oder per Post schicken (Mail ist nicht ausreichend da die
    Unterschrift von Nöten ist).
    "
    - - - -

    Hier gibt es auch noch einige Informationen. Diese Infos sind zwar partei-ergreifend
    geschrieben (von jemandem, der über die GEMA sehr verärgert ist), aber es gibt
    offenbar bisher keine greifbare Gegendarstellung der GEMA zu diesen ... sagen wir
    mal vorsichtig: Vorwürfen.

    http://www.ruhrbarone.de/das-ende-d...e-behorde-kapituliert-vor-dem-21-jahrhundert/
    - - - -

    Das ganze Netz ist voll von ähnlichen Meldungen.

    Hier geht es plötzlich nicht mehr um 'einen Einzelfall', oder 'mal einen Musiker' der sich
    über die GEMA aufregt, sondern offenbar eine ganze Lobby von Kulturschaffenden.

    Das ist ja eigentlich noch der Hammer: man müsste ja von einer "Komponisten-Gesellschaft"
    wie der GEMA eigentlich erwarten, dass die "Verwerter" zuerst auf die Barrikaden
    gehen. Also Großveranstalter, riesige Fernsehstationen und so weiter. DIE müssten
    sich doch auf den Schlips getreten fühlen. ... Aber es sind zu einem beachtlich großen
    Teil auch die Komponisten selbst, die gegen "ihre" Verwertungsgesellschaft Sturm laufen.

    Wenn diese Darstellungen der Wahrheit entsprechen ... :gruebel: ... dann könnte es
    in Zukunft ganz schön eng für die GEMA werden, denke ich.

    Obwohl natürlich klar ist, dass man einer Organisation dieser Größe und Komplexität
    nicht 'mal eben' so kommen kann.

    Auch ich habe übrigens eine Email an Frau Bestle gesendet, info@kult-werk.de, in der
    ich ihr meine persönlichen Erfahrungen mit der GEMA geschildert habe.
    (Ergebnis war im Wesentlichen, dass ich auch finde, dass der ganze 'Laden' nicht
    transparent genug arbeitet.)

    Ich will ja niemanden hier aufrufen, "Zoff" zu machen, aber Transparenz in der GEMA ...
    glaube, das würden einige hier begrüßen.
    Mal abgesehen von der Frage, ob da nun Ungerechtigkeiten laufen oder nicht (das kann
    ich nicht beweisbar sagen) ... ein solcher Verein sollte ... meiner Meinung nach ... schon
    offenlegen, nach welchen Schlüsseln und Methoden die Berechnungen laufen.

    Immerhin geht es laut Wikipedia um einen Umsatz von 849,6 Millionen Euro, der von
    der GEMA beispielsweise im Jahr 2007 aufgeschlüsselt wurde. (Und es geht natürlich
    um Summen in ähnlicher Größenordnung in jedem anderen Jahr.)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gema#Umsatz

    Bei solchen Summen zumindest mal klar und deutlich (damit meine ich AUCH für
    alle Mitglieder der GEMA verständlich!) aufzuzeigen wie da / was ganz genau läuft
    sollte ... meiner Meinung nach ... gar kein Diskussionspunkt mehr sein, sondern gehört
    für meine Begriffe in den Bereich 'Selbstverständlichkeiten'.

    So selbstverständlich ist das für die GEMA ... wenn diese Darstellungen stimmen ...
    aber offenbar nicht. Ich denke zumindest 'mal nachfragen' kann man da durchaus.

    Werde ebenfalls ein solches Zettelchen ausfüllen. Was da 'gefordert' wird, sind übrigens
    im Detail:

    - - - -
    Zitat aus dem Formular:
    "• Genaue und für jeden verständliche Geschäftsbedingungen
    • Größtmögliche Transparenz
    • Änderung der Beitragberechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter
    • Offenlegung und Vereinfachung der Berechnungsgrundlagen zur Auszahlung
    der Künstlertantiemen,
    • Änderung der Inkasso-Modalitäten
    "
    - - - -

    Alles Gute und beste Grüße
    Nils

    EDIT: Ich habe aus diesem Anlass gerade eine Email an über 40 meiner Freunde
    und Bekannten gesendet. UND habe den Wortlaut dieser Email (ein sachlich
    formulierter Hinweis darauf, dass es diese Petition gibt und man sich bei Bedarf
    daran beteiligen kann) als Text-Datei auf meine Webseite, für alle frei verfügbar,
    nach Belieben veränderbar und zum Weiterleiten zur Verfügung gestellt.

    Falls ihr dort nicht extra hin-surfen wollt, hier der direkte Link zur Text-Datei
    (Rich Text Format; lässt sich in allen gängigen Schreibprogrammen öffnen):
    http://www.bandologie.com/images/pictures_and_content/20090413_Hinweis_auf_GEMA_Petition.rtf
    Zuletzt bearbeitet: 13.04.09
  6. topo

    topo HCA Recording

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    Genau damit trifft Clear eines der Kern Probleme der GEMA.
    Ich bin sehr gespannt, wie das ausgehen wird bzw. wie es mit dem Thema weitergehen wird.

    Topo :cool:
  7. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Anscheinend ist es ein Mißverständnis, daß die Ausschüttungen an die Urheber in einem direkten Verhältnis zu den gezahlten Gebühren stehen, von denen lediglich die Verwaltungskosten abgezogen würden.

    Wenn ich das Verfahren richtig verstanden habe, hängen die Gebühren von der Veranstaltungsgröße, aber nicht von der Anzahl der aufgeführten gemapflichtigen Titel ab. Die Gebühren kommen dann in einen großen Topf und werden an alle Urheber verteilt, aber diesmal nur nach Anzahl der Aufführungen, unabhängig von der Größe der Veranstaltungen. Verschärft wird das noch durch ein statistisches Verfahren, mit dem die nicht titelmäßig erfaßten Veranstaltungen (und das ist wohl die Mehrzahl) einbezogen werden. Große Veranstaltungen mit relativ wenigen Titeln machen dabei ein dickes Minus. Kleinveranstaltungen mit umfangreichem Repertoire (hier dürfte sich eine riesige Anzahl an Coverbands tummeln, die die Titel der Großverdiener vortragen) fressen vermutlich den Großteil der Ausschüttungen.

    Dies ist aber nur mein Eindruck nach kurzen Internetrecherchen, vielleicht können Insider etwas mehr dazu klarstellen.
  8. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Den Ausführungen nach scheint das so zu sein.
    Wie auch immer die Lage ist, ich finde, die GEMA muss definitiv klar durchschaubare
    und verständliche Abrechnungsmethoden offenlegen.

    Wenn da alles mit rechten Dingen läuft und die Abrechnungsschlüssel nach Befürworten
    der Mehrheit der Mitglieder Sinn machen, dürfte das ja kein Problem sein.

    Also ich werde mal so ein Petitions-Formular absenden; und bin sehr gespannt, was bei dieser
    Sache möglicherweise so alles ans Tageslicht kommt ...

    Beste Grüße
    Nils
  9. wuiii

    wuiii Registrierter Benutzer

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    Also eine komplette Offenlegung würde ich strikt ablehnen, da dann sicher "zwielichte Musiker" auftauchen, die die GEMA dann zu ihrem Vorteil ausnutzen. Das kann man sicher mit dem Google Suchalgorhitmus vergleichen, der ja auch laufend angepasst werden muss weil ein paar Nerds wieder ein Hintertürchen entdecken.

    Aber zumindest die grundsätzliche Abrechnungsmethode gehört offengelegt und auch auf der GEMA Webseite veröffentlicht. Vielleicht können wir hier ja durch unser kollektives Wissen versuchen, das Grundgerüst der Abrechnung zu rekonstruieren.

    Das Einzige was mir bekannt ist, ist dass alle Musik in festgelegte Genres eingeteilt wird. Auf diese Genres werden dann nach einem bestimmten System Punkte verteilt und desto mehr Punkte ein Genre hat, desto mehr wird an die enthaltenen Titel bzw. deren Komponisten ausgeschüttet. (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege).

    Auch wird zwischen U-Musik und E-Musik unterschieden, wobei mir der Grund hierfür (noch) verborgen bleibt.
  10. ars ultima

    ars ultima HCA Recording

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    Bei der GEMA-Meldung für Live-Musik muss man doch konkret die Titel angeben, die dort gespielt werden, oder? Dann finde ich diese große Differenz zwischen den Beträgen auch eine Frechheit.
    Den Sinn der GEMA kann ich verstehen. Für einen Veranstalter/RadioDJ/etc. wäre es praktisch unmöglich jeden einzelnen Urheber anzufragen und mit dem abzurechnen. Also überimmt das die GEMA - aber sie hat sich nur dazwischenzuschalten und das GEld weiterzugeben, muss natürlich ihrer Kosten decken, hat aber sonst gefälligst nur dem Urheber zu dienen! Nun kann ich es auch noch verstehen, dass es ebenso praktisch unmöglich ist, wenn ein Restaurantbesitzer jeden einzelnen Titel, der da im Hintergrund dudelt, aufschreibt und die Liste der GEMA gibt. Also zahlen die stattdessen einen Pauschalbetrag, und das Geld muss dann irgendwie an verteilt werden. Das läuft dann eben über diesen omniösen Schlüssel - eine optimale Lösung hab ich da auch nicht, finde es aber schon fragwürdig, dass das meiste Geld, was eine Metalkneipe an die GEMA zahlt, dann nicht an Metal-Bands geht, die dort vielleicht wirklich laufen, sondern an bekanntere Pop-Größen... Aber bei einem Live-Konzert kann jeder Titel einzeln erfasst werden, und das wird ja auch gemacht. Also gibt es da überhaupt keinen Grund mit irgendwelchen Verteilungsschlüssen zu arbeiten. Das Geld muss direkt an die Urheber gehen, abzüglich Berbeitungskosten. Alles andere macht die GEMA unglaubwürdig, wenn sie gleichzeitg sagt, dass sie ja für die Urheber da ist.
  11. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Die genauen Abrechnungsmodalitäten sind im Verteilungsplan veröffentlicht, der aber aufgrund seiner Komplexität schwer zu durchschauen ist. Das eigentliche Problem ist, daß Gebühren und Ausschüttungen nach gänzlich unterschiedlichen Systemen berechnet werden.

    Man muß sich wohl weniger Sorgen um zwielichtige Gestalten machen, die die Abrechnungsmethoden ausnutzen. Die eigentlichen Nutznießer dürften die ordentlichen Mitglieder sein, auf Kosten von angeschlossenen Mitgliedern ohne Stimmrecht.
  12. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Google legt ihre Algos nicht offen weil sie nicht wollen dass sie kopiert werden. Die Sorge braucht die Gema nicht zu haben.

    Es hat sich schon oft gezeigt dass Schwachstellen in Systemen viel schneller aufgedeckt und berichtigt werden können wenn sie transparent sind. Das kann nicht der Grund sein.
    Es ist wohl eher so dass dann augenscheinlich wäre wer sich am System Gema bereichert und wer auf der Strecke bleibt.

    Wobei diese krasse Komplexität auch eine Form des nicht-veröffentlichen ist. Ich verstehe gar nicht warum die Regelungen so kompliziert sein müssen, wer gespielt wird bekommt Geld, das kann doch nicht so schwer sein.


    Ich bin allerdings in diesem Fall der Meinung: Selbst Schuld. Wer unter den Umständen noch Mitglied in der Gema ist darf sich eigentlich nicht beschweren. Ich glaube kaum dass dieser Verein noch in der Lage ist sich in irgendeiner Form zum positiven zu verändern, dazu sind die Strukturen zu eingeschliffen. Also täte man gut daran die Gema ein Problem von anderen sein zu lassen und gar nicht erst Mitglied zu werden.
  13. ars ultima

    ars ultima HCA Recording

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    Upps, hab jetzt ehrlich gesagt keine Lust die67 Seiten zu lesen, da sollte ich mich dann lieber ausklinken..

    Eine Sache zur E- und U-Musik Unterscheidung habe ich aber grad mal gefunden: Sie ist gesetzlich vorgegeben. §7 des Urheberrechswahrnehumngsgesetzes besagt:
    Die Frage ist dann aber eben, welche Wekre kulturell bedeuntend sind, und wer das entscheiden soll...
  14. DrScythe

    DrScythe Registrierter Benutzer

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    Sagt mal...gibt es so etwas wie ein Forum für Nicht-GEMA-Bands? Falls nicht werd ich das mal aufziehen, damit GEMA-freie Musiker und Bands sich leichter finden können. Würde zwar mit einem kostenfreien billig-Forum anfangen, aber für's erste würde es genau das tun, was bezweckt werden soll. Reihenweise Konzerte, an denen die GEMA nichts verdient^^...
  15. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Vielleicht sollte man sich einfach mal anschauen, W E R denn Vollmitglied in diesem Verein ist. Dann sollte man sich auch mal anschauen, W E R da wieviel verdient bzw. unter welchen Verteilerschlüssel fällt...

    Bommel hat recht. GPL auch für die Musik, und zwar alle. Es kann und darf nicht sein, daß einige - wenige - Musiker die ganze Branche terrorisieren.
    Ich kann teilweise verstehen, wenn bei großen Werken (Opern etc.) der Komponist die Hand aufhält, aber nicht bei einem Samplestückchen, einem einfachen Pop-Song (ist für mich: = Volksmusik, sicher kein Kunstlied...) und schon gar nicht bei T-Shirts und Taschen, das ist nur noch grotesk. Und noch weniger 75 Jahre nach dem Tod des Komponisten/Songschreibers...

    Mit Gerechtigkeit und einem gesunden Rechtsverständnis hat das alles nichts mehr zu tun, und schon gar nicht mit einer gerechten Entlohnung derjenigen, die den Hauptteil der Arbeit haben. Und die Gema wirkt da nur noch kontraproduktiv, einige - wenige - kassieren, und der Rest - samt dem Publikum - darf zahlen. Auf die Künstlergage wird sich so eine Maßlosigkeit ebenfalls auswirken. Der "Komponist" sitzt dann in seinem Sessel, und der Mucker schwitzt sich die Seele aus dem Leib für ein paar Kröten...

    Es ist wie überall, das Problem ist immer das gleiche:
    Nicht die Freiheit ist das Problem, sondern die Maßlosigkeit...

    Wie man nun sieht, hat sich die GEMA überholt und gehört nun abgeschafft, weil sie wohl nicht mehr zu reformieren ist, dazu sind die Strukturen viel zu verkrustet.

    Bin auch mal gespannt, ob das Mädel mit ihrer Klage durchkommt, ich fürchte, leider wird das nicht der Fall sein.
  16. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Das sehe ich auch so. Und "offen legen" kann für mein Verständnis NICHT bedeuten, dass
    dort ein 66 Seiten PDF mit einer Reihe von Zahlen, Bestimmungen und Verschlüsselungen
    präsentiert wird.

    So etwas könnte vielleicht ein ANHANG für ein solches System sein, aber das grundsätzliche
    System muss meiner Meinung nach in einer übersichtlichen Form präsentiert werden. Per
    Schaubild oder kurzem, verständlichem Text.
    Dazu muss man auch mal in Betracht ziehen, dass Musiker noch ein 'paar' andere Dinge
    zu tun haben, außer sich in ein SO komplexes System hereinzufummeln.
    Äh, Sekunde ... es geht nur noch am Rande um 'das Mädel'. Es geht um eine Petition, an der
    sich bereits über 1.400 Leute beteiligen ...
    Das übt mal ETWAS anderen Druck aus, als eine Komponistin, die einen Einzelfall vorträgt.
    - - - - - - - - -
    - - - - - - - - -

    Übrigens sehe ich das mit den "kulturell bedeutsamen Werken" anders!

    Bei der GEMA zahlen Komponisten bares Geld, um den Service dieser Gesellschaft zu nutzen.
    Sowohl per Jahresbeitrag, als auch per Prozenten in den Bearbeitungsgebühren.
    Zudem holt die GEMA ... wenn diese Komponisten entsprechend viel einspielen ... ebenfalls
    bares Geld von den Veranstaltern und letztendlich auch vom Publikum.

    Das bedeutet, bis hierhin ist das eine reine, finanzielle Sache. Und meiner Meinung nach
    müsste derjenige, der mit seiner Musik (aktuell) viel Geld einspielt, auch viel davon erhalten.

    Für alles andere gibt es staatliche Kulturförderungen und dergleichen.

    Meiner Meinung nach kann es nicht OK sein, dass jemand, der beispielsweise mit einer
    Metal-Band 20.000 Euro im Jahr GEMA-Umsatz macht plötzlich nur noch einen Bruchteil
    an Ausschüttungen erhält, weil ein Orchester als "kulturell bedeutsamer" eingestuft wird
    und das Geld dann dort rüber wandert oder ähnliches.
    - -

    Gleiches müsste übrigens meiner Meinung nach auch für die gesamte Organisation gelten:
    Wer in diesem Jahr viel Geld einbringt, soll auch entsprechend viel erhalten!

    Übrigens habe ich gerade etwas interessantes gefunden:
    http://www.gema.de/de/presse/publikationen/fachaufstze/gema2003/
    Punkt "3. Mitgliedschaft" besagt:
    Hier wird ja bereits ... für mein Verständnis ... die ganze Ungerechtigkeit der Organisation
    offen gelegt:

    2.779 ordentliche Mitglieder entscheiden offenbar über das Schicksal von 50.065
    angeschlossenen und 6.026 außerordentlichen Mitgliedern.
    Nur anhand der Menschen-Mengen sogar durchaus eine vernünftige Sache ...
    Im Bundestag sitzt ja auch nicht das gesamte Volk, wie damals im alten Griechenland ...

    Aber "ordentliches" Mitglied sind die Leute, die mal mit ihrer Musik richtig viel Geld
    verdient haben. (Oder aus "kulturellen Erwägungen" dazu gemacht wurden).
    Mal abgesehen davon, dass das alleine schon keinen Sinn macht, könnte dieser Zeitraum
    auch noch 20 Jahre her sein. Also sagen wir mal beispielsweise, jemand hätte in den 80er-
    Jahren eine Reihe erfolgreicher Pop-Hits komponiert, dann entsprechend viel Geld verdient
    (siehe Bestimmungen oben) ... dann sitzt DER jetzt dort und entscheidet über die Finanz-
    Ausschüttungen von X-tausend Nachwuchs-Künstlern, die sich in einer völlig anderen Zeit
    auf einem völlig anderen Markt bewegen.

    Zudem sitzt er eventuell noch immer auf einem recht amtlichen Geldbeutel und wird,
    wenn er klug ist, auch dafür sorgen, dass ihm die GEMA weiterhin viel Geld zuspielt.


    Kurzum, hier entscheiden 4% der Mitglieder (und zwar genau DIE 4%, die mindestens mal
    5 Jahre lang richtig viel Geld verdient haben), über 96% der 'anderen' Komponisten, also
    Leute, die teilweise mit dem Überleben durch ihre Musik kämpfen.

    Auch die Betrachtung, dass sich mit "E-Musik" (ernster Musik; also Klassik) weniger und
    langsamer Geld verdienen ließe als mit "U-Musik" (Unterhaltungs-Musik, also Pop etc.),
    mag zwar in den 80er-Jahren noch richtig gewesen sein, vielleicht noch gerade so in den
    90er-Jahren ... aber das ist nun wirklich seit einigen Jahren vorbei!

    Siehe auch hier, wo ich mal ... wenn auch sehr grob ... die Auflösung dreier recht aktueller
    Profi "U-Musik"-Bands genannt habe (Guano Apes, Knorkator und 5 Sterne Deluxe):
    http://www.musiker-board.de/vb/poli...it-den-internet-leuten-los-7.html#post3734937

    ... Also da soll noch jemand erzählen, mit "U-Musik" ließe sich leichter Geld verdienen.

    Und wenn dort wirklich 4% ... ich nenne sie mal "Großverdiener und Ex-Großverdiener"
    ihre Interessen durchsetzen ... und das auf Kosten der anderen 96%, weil die als
    "wirtschaftlich nicht so relevant" eingestuft werden, dann ist doch klar, dass das NICHT OK ist.

    Selbst, wenn der Einzelne möglicherweise "wirtschaftlich nicht so relevant" ist, so muss doch
    die Masse dieser Leute eine angemessene Stimme erhalten.

    Man könnte doch einfach anhand der Geldmenge feststellen, welche der drei "Mitglieder-
    Gruppen" jeweils wie viel Umsatz macht. Und dementsprechend viele Mitsprache-Vertreter
    sollen die dann auch wählen können.
    Ist doch ganz logisch ... wie in der Politik: Mehr Wählerstimmen: mehr Parlamentssitze.

    So müsste es auch bei der GEMA laufen: Mehr Geld-Umsatz: mehr Mitsprache-Recht für
    die entsprechende "Mitglieder-Gruppe".

    Verstehe nicht, aus welchen Gründen das vernünftige Menschen jemals anders regeln konnten ...

    Also ENTWEDER fehlt mir da gerade die Einsicht, ODER da läuft echt etwas gewaltig schief.
    ... Und das auch noch 'öffentlich erklärt'. (Siehe zitierter Text oben).

    Alles Gute und beste Grüße
    Nils

    EDIT:
    Naja, so einfach ist das leider auch nicht.

    Stell dir mal vor ... beispielsweise ... du schreibst eine Reihe von Songs, die gut im Radio
    laufen, ... beispielsweise wie die Jungs von "Caracho". (Ein aktuelles Interview, in dem sie
    unter anderem von ihrer Problematik mit der GEMA erzählen gibt es gerade auf der
    Bandologie-Webseite)
    ... Dann hast du ein kaufmännisches Problem: EINERSEITS kannst du nicht mit jeder Radio-
    Station einzeln darüber verhandeln, wie viel Geld für die Nutzung anfallen müsste. Du brauchst
    also eine Organisation wie die GEMA, die die Interessen der Komponisten als Gesamtheit
    vertritt. ANDERERSEITS stellst du fest, dass durch Live-Auftritte momentan vergleichsweise
    viel Geld geht und dass Veranstalter dich lieber buchen, wenn du kein GEMA-Mitglied bist.
    Das ist ein Dilemma und lässt sich nicht mal eben mit "einfach nicht beitreten" lösen.
    Zuletzt bearbeitet: 16.04.09
  17. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    @nils k:
    Ich denke nicht, daß irgend ein "Druck" mit Petitionen gemacht werden kann - leider. Ein einziges klares Gerichtsurteil bringt mehr als 100.000 Demonstranten gegen irgendetwas, denn es interessiert gewisse Gruppen heute keine Socke mehr, wie viele Leute irgendetwas wollen.

    Sicher ist es ein Problem, wenn Musiker nicht mehr von ihren Tantiemen leben können. Vielleicht ist das "Geschäftsmodell" einfach überholt oder die Musik ist einfach "out", schließlich gibt es auch andere Bands, die mit anderen - neuen - Geschäftsmodellen Geld verdienen.

    Andererseits gibt es genug Musiker, die lieber einem "normalen" Beruf nachgehen als ihre musikalischen Ideale zu verkaufen/verraten, die einfach keine Lust mehr auf dieses nur noch kranke Business haben - ich denke da beispielsweise nur mal an dieses Superstarszeug, wo teilweise Kröten musikalischer singen, aber halt nicht die Hupen zeigen oder blöde rumblöken können, das ist doch das, was heute (noch mehr als früher) unter "Talent" verstanden wird...

    Der Streit um´s Geld ist wohl der häufigste Grund, warum Bands auseinanderfallen, und das liegt ganz sicher nicht (nur) an der Gema, und noch weniger daran, daß die Einkünfte nicht ausreichen. Selbst wenn genug Geld zu verdienen wäre, wird noch untereinander abgezockt, da könnte ich dir genauso wie viele andere hier die absoluten Horrorstorries erzählen, doch mir ist es Leid und ich habe auch keine Lust mehr auf die alten Kamellen... Oft genug hat man auch keine Lust mehr, nur noch über den Anwalt zu kommunizieren. Dann macht man halt was Anderes und hat auch so seinen Spaß. Manche haben auch keine Lust, sich auf diese Medienwelt einzulassen - und ohne dieses Marketing und dicke-Backen-machen kann man heute eigentlich keine CD / keine Download mehr verkaufen. Ich denke eher, daß das ein gesellschaftliches Problem ist.

    Zumal du gut sein kannst wie du willst - schau dich hier mal um, da gibt es einige richtig gute Musiker, die trotzdem nicht wirklich genug Geld zum Leben (daß es auch den Namen verdient...) verdienen können - im Gegenteil, es ist eher so, daß du eine gewisse "Beschränktheit" brauchst, um nicht zu weit weg vom zahlungskräftigen Publikum zu sein. Und ab einer gewissen Klasse wird die Zuhörerschaft immer geringer, weil sie doch schon gar nicht mehr verstehen können/wollen, w a s der Musiker da macht, und das Problem ist, daß man irgendwann nicht mehr vom "hohen Ross" runter kann oder will... - dann machst du halt etwas völlig anderes, um deine Brötchen zu verdienen, wenn es wirklich um die Musik geht... - oder du wirst halt Lehrer, wenn du die Nerven dazu hast...

    Was nur noch nervt, ist diese BWL-isierung der gesamten Musik - was weiß ich denn, welche Stücke ich an einem Abend alles so anspiele oder gespielt habe, und dann soll ich mir nach dem Gig noch die ganzen Titel aufschreiben, damit irgendjemand sich daran aufgeilt, eine verschissene Songliste zu führen?!? Näää!!! Irgendwo ist Schluß, und vom Kunstgedanken ist das so weit entfernt wie die nächste Galaxie für uns Menschen heute... - dann halt eben nicht, und dann verdient eben keiner mehr irgendetwas, nicht der Wirt, nicht die Gema, kein Komponist und kein Finanzamt, ebensowenig die Musikindustrie, die das durchaus deutlich merkt. Und da sind mittlerweile eine ganze Reihe an Musikern, die genauso denken, und es wären noch mehr, wenn sie nur die Möglichkeit hätten, anderweitig Geld zu verdienen...

    Trotzdem wünsche ich denen viel Glück, die sich gegen solche Abzocke wehren wollen, vielleicht ist es auch Zeit, daß die Jüngeren endlich aus ihrer Lethargie aufwachen und vielleicht lernen, wie entsprechende Lobbyarbeit funktioniert, denn nur so kann das funktionieren.

    Das Beispiel Vorratsdatenspeicherung hat mir gezeigt, daß alle Anstrengung nicht funktionieren kann, wenn nicht in entsprechenden Kreisen Leute einsteigen, die das Ruder herumreißen können und WOLLEN. Und so ist das auch hier - du redest von vor 20 Jahren, einige der Herrschaften im erlauchten Kreis der Gema sind da aber schon 10 Jahre in "Rente" gewesen, der Ranzen ist voll, man fährt im Glasaufzug mit Goldknöpfen und Marmorboden in seine Erdbunkerstudios, der Buttler sorgt für´s Wohlbefinden, die goldene Signatur ist im Balkongeländer der Villa eingearbeitet und man brüstet sich minütlich mit seinen xxx Hits, vom Fahrzeugpark will ich schon gar nicht mehr reden... - ja, und das muß alles irgendwie unterhalten und bezahlt werden, Namen will ich hier lieber nicht nennen, aber diese Leute gibt es tatsächlich, ich habe sie kennengelernt, und die werden den Teufel tun, irgendwas von ihren Pfründen freiwillig abzugeben, sie haben doch bereits ein Gewohnheitsrecht darauf, was zwar nicht fair, aber ja auch irgendwie verständlich ist...

    Aber das Schlimmste an der Gema ist, daß sie sich von denen entfernt hat, für sie sie eigentlich da sein sollte! Das ist das, was wirklich etwas wehmütig macht.
  18. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Hallo PVaults,

    mit deinem Beitrag sprichst du ganz sicher einige Punkte an, die vielen Musikern emotional
    sozusagen 'auf der Seele liegen'.

    Allerdings muss ich dir gestehen, dass mir diese Art und Weise, auf die du Kritik übst seit
    einigen Jahren etwas quer liegt. Zumindest, wenn das Thema 'Geld verdienen als Musiker'
    besprochen wird. Und bei der GEMA geht es für mein Verständnis exakt darum.

    Der Bereich "Pop Musik" ist überhaupt nur so groß und bis heute noch so relevant, weil vor
    einigen Jahrzehnten damit Leute ein weltweites Business aufgezogen haben.
    NICHT weil jemand 'große Kunst' gemacht hat.

    Elvis, Beatles, Rolling Stones und so weiter ... das waren alles keine reinen Kunstliebhaber,
    sondern das waren AUCH Geschäftsleute und Großverdiener.

    Genau wie heute gab es natürlich auch damals etliche, hervorragende Leute, ... teilweise
    sicherlich auch von den handwerklichen / musikalischen Fähigkeiten her bessere Leute,
    die auf der Strecke blieben.
    Die haben wahrscheinlich ein VIELFACHES an "Kunst" vollbracht, während die Beatles
    mit immer den gleichen 20 Hits in TV-Shows und großen Konzertsälen massig Geld
    verdient haben. Und so lief es auch in den anderen Jahrzehnten, seit 1956.

    Diesen häufig geträllerten Grund-Tenor, nach dem Motto "die gute alte Zeit ..." finde ich
    von daher für den Musik-Bereich nicht so passend. (Zumindest nicht, wenn man dabei
    zeitgleich von der GEMA redet. Also einem 'Geld-Umwälzer', der im Auftrag von Komponisten
    arbeitet.) Und auch einiges andere, was in den Formulierungen so 'mit-schwang' ...
    - - - - -

    Mir geht es bei dieser GEMA-Sache um eine Hinterfragung, wie die ihr Business betreiben.
    Also ganz einfach, Kernfrage: "Wohin geht das Geld raus, das rein ging?"

    Die Tatsache, dass viele Musiker und Kaufleute diese Abrechnungsmethoden nicht genau
    nachvollziehen können, bei denen es immerhin um über 800 Millionen Euro pro Jahr
    geht, die bei der GEMA verrechnet werden, finde ich zumindest mal diskussionswürdig.

    Auch OHNE, dass man sich dabei über "Kunst" oder sonstige, aktuelle Probleme der
    Musik-Szene unterhalten müsste!

    Dir persönlich mag das vielleicht nicht gefallen, aber im professionellen Musik-Bereich
    geht es nunmal auch um's Geld.

    Und es steht jedem frei, sich aus diesem Geldfluss bei Bedarf herauszuhalten und seine
    Kunst zu verbreiten. Letzteres ist, finde ich, heutzutage BESSER möglich, als jemals zuvor.

    Übrigens wurde diese Petition hier schon mal besprochen, habe ich gerade herausgefunden,
    und zwar im Oktober / September 2008:
    http://www.musiker-board.de/vb/politik-gesellschaft/286430-gema-petition-2.html#post3243501

    Beste Grüße
    Nils
  19. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Ja, einige "Musiker" verdienen Geld, und die Meisten nichts. Das ist mein Verständnis von der GEMA...

    Genau. Und dieses Geschäftmodell bezeiche ich in Zeiten der Netze als überholt und gehören deshalb abgeschafft.

    Eben. Die Zeit ist vorbei und eine neue Zeit gekommen. Wird endlich Zeit, diesen Mist zu beenden...
    Zumal seit einiger Zeit die Haupteinnahmequelle für Musiker wieder Auftritte geworden sind. Und da oft nicht einmal die Gage, sondern über das Merchandising und ggf. das Image-/Produktwerbung...

    Wenn das dein Thema ist, keine Frage, dann stell´ sie doch einfach so... :)

    Das war doch schon immer so. Ich kannte da Kollegen, die mehrere Jahre auf die Tantiemenausschüttung gewartet haben, finanziell auf dem Zahnfleisch daherkamen, obwohl sie wirklich hohe Verkaufszahlen hatten und alles selbst geschrieben hatten. Einige sind heute Programmierer und machen gar keine Musik mehr, was ich wirklich nur noch Schade finde. Frage auch mal in ein paar guten Musikläden nach, dort kennt man auch das Problem, und dann weißt du, was das auch für die bedeutet, denn da hängen ja auch ein paar Arbeitsplätze dran, wenn ein guter Kunde wegfällt...

    Das geht doch gar nicht. Wenn es sich um Patentabrechnungen für Schrauben oder schwarze Baueimer gehen würde, wäre ich klar deiner Meinung...

    Falsch. Nur noch um Geld. Denke mal an Queen, die haben auch künstlerische Ansprüche befriedigt - Bushido sicher nicht und der Rest der Plastikgesellschaft noch weniger. Nein, auch die meisten Musicals gehören auch nicht dazu, das ist nur das "musikalische" Gegenstück zur alltäglichen TV-Soap.

    Nur mischt sich die GEMA auch dort ein, wo sie nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat. Denn wenn ich eine Platte mit nur eigenem Material veröffentliche, bekomme ich keine Platte ohne die Erlaubnis der GEMA gepresst. Das ist schon ein großer Unterschied. Ich bin mal gespannt, wann die Freigabepflicht auch für alle Veröffentlichungen im Netz kommen - sie wird kommen, da bin ich mir sicher...
    Und wenn du GEMA-Mitglied bist, kennst du sicher das Problem, deine eigene Musik im Netz bereitzustellen... ;)
  20. MatthiasT

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    Ich hätte sogar gar nichts dagegen wenn das kommen würde. Denn daran wird sich die Gema ganz bitter die Zähe ausbeißen und vielleicht fängt man dann mal an darüber nachzudenken was es für Alternativen geben könnte.

    Blöderweise verdienen sich zu viele Leute eine goldene Nase an der Gema, deswegen wird sie uns noch lange erhalten bleiben.

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