Gitarre lernen mit Noten???

Dieses Thema im Forum "Spieltechnik, Lernen, Bücher [A-Git]" wurde erstellt von Phantomas88, 02.12.2011.

  1. Phantomas88

    Phantomas88 Registrierter Benutzer

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    Hallo Leute,

    Wie einige von euch evtl. schon wissen versuche ich mich seit ca 2 Wochen an der Akustikgitarre.
    Nun war ich, auf der Suche nach einem Lehrer, in einem alten traditionellen Musikhaus bei uns im Ort und habe da mal nachgefragt. Die Dame, welche dort bestimmt schon 50 Jahre arbeitet, sagte mir, dass es bei denen alle 2 Wochen für 25 Minuten à 6€ Unterricht gibt allerdings mit Noten.
    Einerseits lockt mich das sehr weil ich den Laden echt mag weil ich weiß dass es denen wirklich um die klassische Musik geht und vor allem finde ich es als Azubi recht günstig. Andererseits habe ich keine Ahnung von Noten, was mich natürlich abschreckt...

    Was meint ihr? Ich glaube dass es vielleicht ganz sinnvoll ist das Ganze mit Noten anzugehen!
    Und falls ihr das auch befürwortet: Würdet ihr zur Unterstützung ein bestimmtes Buch empfehlen?

    Vielen dann und viele Grüße :-)
  2. Bylethum

    Bylethum Registrierter Benutzer

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    Hallo Phantomas,

    grundsätzlich ist es kein Fehler Noten zu lernen. Einziger Kritikpunkt ist eigentlich nur das heutzutage viele Notationen auch mit Tabulatur versehen sind und die Noten sich daraus erübrigen. Wichtig sollten aber sein Notenwerte, Pausen, d.h. der Syntax von Notation.
    Bei diesem Thema scheiden sich die Geister, ich selber habe vor Jahren das Notenlesen mal gelernt, habe dann aber auf die Gitarre gewechselt und seit dem die Kunst des Notenlesens verlernt. Auch abhängig von deiner Entscheidung ist, welche Art von Musik du machen willst. Willst du dich auf klassische Musik spezialisieren? Dann bietet sich eine klassische Ausbildung mehr als an und Notenlesen ist ein Muss. Solltest du das musizieren allerdings nur aus Spaß machen und dein Interesse lediglich auf Liedbegleitung etc. gerichtet ist, dann sehe ich auch keine Notwendigkeit für das Notenlesen.

    Fazit: Notenlesen ist nie falsch, Fehler kannst du keine machen.

    PS: Gibts keine Schnupperstunden in dem Schuppen?(Ich empfinde 25min alle 2 Woche als sehr wenig ... )
  3. Lumix007

    Lumix007 Registrierter Benutzer

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    Hi

    Mal so gefragt hättest du den Interesse Notenlesen zu lernen?
    Mir wäre es erstmal wichtiger überhaupt Gitarre spielen zu können also ein paar schöne Akkorde oder Melodien,Notenlesen können ist bestimmt kein Nachteil,aber auch kein muss in der Gitarren Welt den wofür gibt es Tabulaturen:).
    Ich mein mitmachen würde ich den Kurs aufjedenfall,weil 6 Euro is echt geschenkt,aber ich vermute viel lernen wirst du dann dort auch nicht;).

    Edit

    Nein Bylethum ist schneller gewesen:D.
  4. BenChnobli

    BenChnobli Moderator A-Gitarren

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    Viel gitarrenliteratur gibt es in tabulatur, mittlerweile wohl auch schon viel klassisches.
    Tabs zu lernen ist aber ein kinderspiel. Wenn sich die chance ergibt, zusammen mit dem gitarrenspiel die notenschrift zu erlernen und du das interesse daran hast, dann würde ich diese chance ergreifen. Die tabs lernst du dann mal an einem nachmittag so nebenbei mit.

    Trotzdem: Bylethums vorschlag mit einer schnupperstunde oder zwei ist nicht falsch. Wenn die leute da seit 50 jahren unterrichten, könnten auch die methoden so alt sein (den rohrstock hat man aber glaube ich mittlerweile abgeschafft? :)). Ob du dich da wohl, gut aufgehoben, verstanden und deiner interessenlage gemäss gefördert fühlst, findest du dann schnell heraus.

    Viel glück
    Gruss, Ben
  5. Backstein123

    Backstein123 Helpful & Friendly User

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    Noten Rocken....Lerne sie!!!
    Es gibt zwar Tabulatur und so hilfen, aber Noten sind der schlüssel zur komunikation mit anderen Musiker.
    Außerdem.... in Noten steht mir drin ;)
    Das fängt bei Rythmuss an an und geht über Anschlagstärke bis hin zum "Gefühl" xD

    Grade an der Klassischen Gitarre sind Noten unerlässlich.
    Und es ist auch nicht wirklich schwer..... Ich habs auch geschaft :D
  6. schmendrick

    schmendrick Registrierter Benutzer

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    Wenn du die Chance hast und es dich 6€ 14-tägig kostet und du dann jemanden hast, der dich unterrichtet, tu es!!! Keine Angst, du lernst die Noten nicht separat, sondern ganz selbstverständlich nebenbei. Und wie Peter schon sagt, es ist nicht wirklich schwierig und weh tut es auch nicht.
    Ich erinnere mich immer an solche Gruselszenen, wo der Bassist zum Gitarristen sagt "hier musst du "a" spielen und der Gitarrist ihm Bleistift und Zettel gibt, um es aufzumalen... Das ist uncool. :D

    Ach und nochwas: die alten Methoden sind nicht immer die schlechtesten. Das Buch übrigens würd ich erstmal lassen, ich bin mir sicher, dass dir deine 70jährige Lehrerin eins vorgibt. :)
  7. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User

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    Komisch, alle gehen davon aus, dass die Dame den Unterricht selbst gibt - steht aber nirgends...
    Selbst wenn - für das Geld würd ich das auf jeden Fall versuchen; Backstein123 und schmendrick haben die Gründe dafür schon aufgezählt.
  8. ArthurMilton

    ArthurMilton Registrierter Benutzer

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    Meine 2cents: Ich hab' damals Noten auf 'nem Keyboardsinstrument gelernt; hat mir dann später, als ich mit Gitarre anfing, sehr geholfen.

    Es ist für mich immer eine Katastrophe, wenn ich mit notenunkundigen Musikern mal was zusammen spielen will. Man hört dann immer Sätze wie "Was is'n ein C9-Akkord?"
    "In As-Dur kann ich nicht..."
    "Was muß ich denn über 'nen verminderten Akkord spielen? Was ist das eigentlich?"

    Wenn Du keine Noten sondern nur Tabulatur lernst, schließt Du Dich von einem großen Teil der Musik aus.
    Davon abgesehen: Wenn Du erstmal Notenlesen kannst, hilft es Dir enorm weiter beim Erarbeiten und Auswendiglernen von Musikstücken.

    Mein Fazit: Probier's einfach mal, Aufhören kannst Du immer noch.
  9. rancid

    rancid Helpful & Friendly User

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    Wobei das weniger mit Notenkenntnis zu tun hat. Ich kann auch nicht nach Noten spielen und nutze sie nur für Rhythmus und Betonung etc, aber die Fragen müsste ich trotzdem nicht stellen bzw. könnte sie beantworten. :)
  10. ArthurMilton

    ArthurMilton Registrierter Benutzer

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    Gerade als ich heute morgen auf der klassischen Gitarre die Bourree in e-Moll von Bach übte, flatterte die neue Januar-Ausgabe von Guitar Techniques bei mir zur Tür herein. Diesmal gibt's unter anderem ein cover feature zu modalen Tonleitern, einen tribute article für den jüngst verstorbenen Bert Jansch und einen Workshop vom obergenialen John Wheatcroft über Robben Ford. Über den E7-Akkord spielt der E-Mixolydisch, D#-Superlokrisch über D#7/#9 und G#-Dorisch über G#m7. Klingt super. Zugegeben, ich werd' das Zeugs nie in dem Tempo spielen, das die auf der CD vorgeben, aber immerhin eröffnet es mir doch neue musikalische Welten, die mir ohne Notenkenntnisse nicht offenstünden.
  11. Backstein123

    Backstein123 Helpful & Friendly User

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    Mal ernsthaft, ich hat gestern wenig zeit, es tut absolut nicht weh beides zu können.
    Tabs lernt man eh in 2-5min und wenn man "moderen" und "poppige" sachen spielt findet man meisten Tabs im Netz.
    Also warum sollte man sie nicht lesen können?!
    Bei Noten schreckt ein wenig die Komplexität ab.... es ist eine eigene Sprache und es gehört eben übung dazu sie zu lernen.
    Und wenn es in die Kreuz-tonarten geht verhau ich mich auch ab und an (öfters) weil ich vergesse das mein "F" ja eigentlich ein "F#" sein müsste, oder ich überseh ein Auflösezeichen.
    Aber man lernt ja nicht alles auf einen schwung.
    Einmal am Tag für 2 min G-Dur gespielt (G-A-B-C-D-E-F#-G) und schon weiss man nach ner woche wo die töne sitzen.
    Dann nächste Tonleiter dazu, C-Dur z.B., und schon hat man ein Paar töne mehr. Nach 2 wochenen spielt man dann die Tonleitern über 2 Oktaven und schon weiss man wo sich die töne noch auf dem Griffbrett befinden.
    Das kommt alles Stück für Stück, bis man irgendwann merkt "Hey, ich habs drauf":D
  12. schmendrick

    schmendrick Registrierter Benutzer

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  13. schlumpfslayer

    schlumpfslayer Registrierter Benutzer

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    Wer Noten lesen kann hat auf der Gitarre auch noch den Vorteil, dass er selber über die Fingersätze nachdenken kann.

    Wenn ich mir manche Tabs im Netz ansehe grausts mir manchmal, wie schwierig es sich die Leute machen!

    Also schaden kann das bestimmt nicht, Noten lesen zu können!
  14. antipasti

    antipasti Singemod

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    Ähem .... das Wissen über Akkordsymbole, -aufbau und Harmonielehre hat mit der mit der Fähigkeit des Notenlesens herzlich wenig zu tun. Es soll sogar Leute geben, die wunderbar jede Note vom Blatt spielen können, aber mit Akkordsymbolen rein gar nichts anzufangen wissen . ;)

    Topic:

    Wenn du Bock auf Gitarrrespielen nach Noten hast, ist nichts dagegen einzuwenden. Ich selbst hätte aber arge Zweifel, dass du für 6 Euro alle zwei Wochen 25 Minuten vermutlich im Gruppenunterricht beides gleichzeitig ausreichend lernen kannst und schnell Frust entsteht. Du müsstest zuhause sehr viel tun.

    Ist aber nur ne Vermutung. Ich habe das Gefühl, dass eine grundsätzliche Kenntnis der Notenschrift evtl Voraussetzung sein könnte, um an dem Unterricht teilzunehmen.
    Zuletzt bearbeitet: 05.12.2011
  15. schmendrick

    schmendrick Registrierter Benutzer

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    Ich glaube, die Nicht-Notenlerner sehen das immernoch bissel falsch. Ich hab das schon -zig mal gesagt, das beides ist eine EINHEIT.
    Beispiel: In der ersten Stunde lerne ich, wo die Noten g, h, d auf der Gitarre liegen, dann bekomme ich eine Übung mit diesen Noten und muss sie bis zum nächsten mal spielen können. Dann geht das Ton für Ton so weiter. Es wäre Unsinn, die Noten für sich theoretisch zu erlernen und dann zu sagen "Und jetzt spielen wir Gitarre". In keiner halbwegs normalen Musikschule wird so etwas getan.
    Und wer bitte schön muss, wenn er ein Instrument erlernen will, zu Hause nicht viel tun???
  16. antipasti

    antipasti Singemod

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    Mir ist die Notenschrift durchaus nicht fremd. Tatsächlich habe ich sie aber unabhängig vom Instrument gelernt. Es muss also nicht zwangsläufig eine Einheit sein.

    Grundsätzlich hast du natürlich recht: in der Musikschulpraxis wird es in Kombination unterrichtet.

    Dennoch halte ich 50 Minuten Unterricht im Monat für äußerst wenig. Egal, ob als Einheit oder nicht.
  17. schmendrick

    schmendrick Registrierter Benutzer

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    Ich würde sagen es ist die Grenze. Weil: Man bekommt etwas gezeigt, zeigt kurz, dass man es verstanden hat und übt dann 14Tage. Spielt es vor---alles in Ordnung----nächste Übung. Den Umfang bestimmt allein der Fleiß und die Musikalität des Schülers. :)
  18. antipasti

    antipasti Singemod

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    Das genau könnte das Problem werden. Dass ich mich zwei Wochen mit einer Übung aufhalten muss.

    Nicht, wenn es sich um Gruppenunterricht handelt, was ich bei einem Preis von 6 Euro zumindest vermute. In dem Fall kann ich als Schüler das Tempo und den Lernfortschritt nämlich nicht beeinflussen.
    Zuletzt bearbeitet: 05.12.2011
  19. zwetsche

    zwetsche Registrierter Benutzer

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    Hi und Gratulation, gute Entscheidung, mit der Gitarre anzufangen, so oder so!

    Warum schrecken Dich Noten ab? Sie bilden nun mal die Sprache für Musiker (auch und gerade, wenn mit anderen Musikern zusammen gespielt wird).
    Für das Klavier z.B. sind Noten perfekt.

    Was die Gitarre mit den verschiedenen Griffmöglichkeiten betrifft, gibt es natürlich auch Tabulaturen (Peter Bursch läßt grüßen), die auf ein sehr altes System - ich meine aus der Renaissance, kann mich aber irren - zurückgehen. (Gute) Tabs sind sehr bequem, da Sie ein aufwändiges Suchen der Einzeltöne bzw. Lagen unnötig machen. Ich spiele, wenn (wie meist) Tabs und Noten vorhanden sind, automatisch eher nach Tabs, richte mich aber rhytmisch nach den Noten. Es sei denn, ich kenne das Stück vom Hören sehr gut.

    Aaaber: Wenn keine Noten vorhanden sind, finde ich Tabs unvollständig, die Zählzeiten können durch Tabs alleine eher schlecht wiedergegeben werden (finde ich jedenfalls persönlich). Insbesondere wenn man ein Stück nicht vom Hören kennt, ist das Nebeneinanderlesen von Tabs und Noten mMn. sinnvoll. Außerdem fehlen in der klassischen Gitarrenliteratur oft Tabs, dafür gibt es aber meist gute Lagenbezeichnungen, die auch das Spielen nach Noten für Gitarristen erheblich vereinfachen.

    Ich halte das Lernen von Noten für absolut sinnvoll. Sich Tabs zu verschließen, wäre allerdings auch Blödsinn. Wenn man so bequem zum Erlenen eines Stücks kommen kann, wen kratzt es? Ich würde versuchen, beides zu erlernen.
  20. Phantomas88

    Phantomas88 Registrierter Benutzer

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    Also, erstmal herzlichen Dank, dass ihr mir hier alle so geholfen habt :-)
    Das hat mich echt gut weitergebracht.

    Ich habe nun zu Weihnachten 10 "normale" Gitarrenstunden von meinen Eltern geschenkt bekommen. Und dann von meiner Freundin nochmal 4 Stunden bei der o.g. Dame, also mit Noten. Ich denke das ist erstmal ganz gut so und hat mich deshalb auch sehr gefreut. Mal sehen, was das wird :-)

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