gute Tage und schlechte Tage beim Geigespielen?

von codeguru, 19.05.11.

  1. codeguru

    codeguru Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.11   #1
    Moin, nach ca. 2 Jahren Üben auf der mongolischen Pferdekopfgeige und auch einigen Unterrichtsstunden lernt man auch das "hinhören". Ob das Bb auf der hohen Seite 10% verstimmt ist hör ich mittlerweile raus, und ich hör hier und da bei anderen Leute Seltsames.... so als ob wenn jemand einen schlechten Tag hat? Oder versteh ich da was falsch?

    Ich hab z.B. eininge Stücke einer Musikerin gefunden und festgestelllt, daß sie trotz ihrer Reputatin doch manchmal etwas danebengreift.... jedenfalls fiel mir das sehr auf - kann es nach 20 Jahren Spielpraxis noch sowas wie eine Tagesform geben?
     
  2. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 19.05.11   #2
    Unbedingt! :D

    Wir haben keine Bünde und deshaln ist unsere Greiferei nur durch das Ohr getrimmt worden.
    Bei ner Geige haben kleinste Abweichungen schon verheerende Falsch-Intonierungen zur Folge.
    Die Cellisten sind da auch nicht besser dran.

    Bei Aufnahmen wär ich generell immer etwas vorsichtiger.

    Aber Tagesform gibt es, da helfen auch keine 30 Jahre Instrumenten-Erfahrung..

    Ich sag mal: je diskanter, desto brisanter die Intonation.
    Ist bei Sängern (vor allem Sängerinnen) aber auch so..
    (die haben echt die Arschkarte, wenns um die Tagesform geht)


    cheers, fiddle
     
  3. codeguru

    codeguru Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.11   #3
    voll analoge Instrumente sind halt was Besonderes...

    durch die digitale Technik hat man auch noch mal Auswirkungen, hab ich bei dem was ich lerne schon in Youtube Clips fehlende Töne bemerkt, sprich der Musiker spielt da irgendwas auf zwei Saiten, slidet da wie ein Weltmeister oder hat Achtel bis hin zu Sechzehntel (jedenfalls sieht man das) wo teilweise einfahc mal was fehlt weil bei niedrigen Audiobitraten der Audiocodec zuviel wegrechnet.
     
  4. etrawgew

    etrawgew Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.11   #4
    Tagesform kann ich nur bestätigen! Es gibt Tage, da läuft das Üben wie am Schnürchen. :great: Und dann gibt es Tage, das bemerke ich dann aber schon gleich beim Einspielen, da erwarte ich dann keine Höchstleistung von mir.:confused: Das soll nicht heißen, dass ich mir keine Mühe gebe, gut zu spielen, das stehst außer Frage. Aber ich rege mich nicht mehr darüber auf, wenn was daneben geht. Am nächsten Tag läufts dann in der Regel meist wieder zu meiner, und auch zur Zufriedenheit meiner Lehrerin, recht gut. :great:
    Mit lieben Grüßen,
    Etrawgew.
     
  5. Diomonic

    Diomonic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.11   #5
    Ja sowas gibst wirklich, es gibt Tage da läuft echt alles flüssig und ich komm total gut mit dem Stück klar, an anderen Tagen habe ich einfach das Gefühl, dass nichts klappt und dass selbst mein Cello einfach nicht mehr schön klingt
     
  6. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop

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    Erstellt: 20.05.11   #6
    Die Kunst ist dann halt, auch an einem schlechten Tag 99% parat zu haben - und an einem guten 150% ;) Es muss halt immer mindestens gut klingen und das funktioniert nur, wenn man eigentlich konstant sehr gut ist. Nicht perfekte Intonation findet man aber auf (fast) allen Streicher Einspielungen, allerdings hören wir auch stets subjektiv, der eine findet den Oktavsprung für zu tief, der ander für richtig, auch in Abhängigkeit von der "musikalischen Umgebung" und der Richtung... (allderdings gehört diese Diskussion eher in die Musiktheorie!)
    Bei Youtube-videos fällt mir oft eine Verschiebung zwischen Ton und Bild auf, k.a. wo da die Technik scheitert (oder ob das gar gewünscht ist:eek:)

    Grüße von C&B

    Moderationsanmerkung - ich habs mal in die Plauderecke geschoben.
     
  7. suamor

    suamor Helpful & Friendly User

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    Erstellt: 20.05.11   #7
    Definitiv gibt es die Tagesform, und noch besser es gibt einige Stücke, wo man sehr schnell feststellen kann, wie gut die Tagesform ist... die Einspielzeit ist aber auch nicht zu unterschätzen und ich habe so manchen als schlecht eingeschätzten Tag doch noch in ganz ordentlich umdefiniert :D

    Yotube und Musiktheorie.. das könnte ein Dauerbrenner werden :gruebel: das mit der Asynchronisierung der Aufnahmen ist früher zum Teil sehr extrem gewesen. Es hängt vom Flash-Version, Browser, evtl. Flash-Ersatz (wenn man das verwendet) und anderen Faktoren ab. In letzter Zeit sind mir selten solche Aufnahmen untergekommen.
     
  8. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 20.05.11   #8
    Es gibt n paar Stücke in unserem Programm, die möchte ich unbedingt in der 2. Runde haben und
    nicht kurz vor Schluß. Da weiß ich nämlich (nach 2 Bier), geht das nicht mehr so flockig.

    Auf der Bühne habe ich eigentlich keinen Bammel mehr. Aber was mich jedesmal kickt ist, wenn
    wir neue Aufnahmen machen. Ich werde nie wieder nach 4 Stunden rumsitzen n schnelles
    Geigenstück einspielen versuchen. Ich hab dann abgebrochen mit dem Hinweis: Ich habs euch ja gesagt..

    Es gibt Titel, die gehen nur in der primetime zwischen 10 und 11 Uhr vormittags für die Aufnahme.

    cheers, fiddle
     

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