Hilfe bei Identifikation einer alten Violine (inkl. Fotos!)

von Alex_§270, 30.12.10.

  1. Alex_§270

    Alex_§270 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.10   #1
    Hallo!

    Ich habe eine Violine seit über 10 Jahren und diese sehr sehr billig bekommen. Weiß den Preis nicht mehr genau, aber es war halt nicht viel.

    Sie hat besonderheiten am Aussehen:
    - Die Zargen sind durchgehen geschwungen, wie bei einer Gitarre.
    - Am Wirbelkasten befindet sich keine Schnecke, sondern der Kopf einer Frau
    - Auf der Rückseite ist noch eingeritzt "1770"

    Sie sieht im allgemeinen sehr alt aus und ist auch sicher über 100 Jahre alt, meinte der Vorbesitzer.

    Hat jemand eine Ahnung, was das für eine Geige sein könnte???
     

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  2. fiddle

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    Erstellt: 30.12.10   #2
    Hallo Alex,

    interessantes Teil. 100 Jahre kommt sicher hin, wahrscheinlich auch a bisserl mehr.
    Da müßte man jetzt recherchieren. Ich habe leider keine Bücher mehr. Aber wenn du irgenwo nen Geigenbauer weißt, würd ich damit unbedingt mal hingehen. Das muß man sich aus der Nähe mal ansehen. Die 3 Bilder reichen nicht! Ich will dir kein großen Hoffnungen machen, aber die sieht für "mich" schon interessant aus. Der Zettel wär mal spannend. (falls einer drin ist)

    Von der Tracht des Kopfes her und der (sehr) schwarzen Patina tippe ich auf alpenländischen Ursprung. Mal was anderes. Erinnert auch etwas an die Larven-Schnitzerei im Alpenraum..
    Ich sehe keinen Anschäfter d.h. sie kann nur max (etwa..) 200 Jahre alt sein. Das sieht aber auch a bisserl danach aus.
    Aber das ist seeehhhr schwierig. Das mit den 1770 glaub ich (hm hm hm..) erstmal so nicht. Da kann alles mögliche passiert sein. Aber es ist nicht ganz ausgeschlossen! Spannend, sehr spannend!

    Ich denke, es lohnt sich, Nachforschungen anzustellen. Das ist für aktuelle Geiger nicht wirklich was, denn die wollen eher ne Geige mit Ecken und ner Schnecke.
    Aber das könnte trotzdem sehr interessant sein. Das ist mit Sicherheit nix Sächsisches, nix Französisches,
    auch nix Itanienisches (.. um mich mal riskant aus dem Fenster zu lehnen..)

    Ich bleibe mal bei Alpenraum und da gibts auch ein paar interessante Geigenbauer aus der Zeit.

    Wenn du sie für ca. 200 Euro gekauft hast, dann, schätze ich jetzt, war es ein ein Schnäppchen.
    Ich kenne ja den Zustand nicht.. sowas muß man in der Hand haben.

    Für mich persönlich: sehr interresantes Teil. Fachmann vor Ort fragen, unbedingt!
    Und wenn der nix weiß, dann ab nach Wien zum Machold. Da werden sie geholfen!


    cheers, fiddle

    ---------- Post hinzugefügt um 22:03:09 ---------- Letzter Beitrag war um 21:40:20 ----------

    Fälscher-Historie-Andekdoten:

    Auch vor 100 Jahren wußten die Leute schon, daß man für alte Geigen mehr Geld bekommt, als aktuell.
    Es gibt z.B. Verfahren um Holz-Alterung etwas zu beschleunigen: Man hängte die fertigen/frischen
    Rohbaugeigen ein paar Tage/Wochen in Jauchegruben.

    Eine Jauchegrube erzeugt Salpetresäure (Scheiben-Putzmittel) und das greift das Holz an -> Alterung.
    Danach evtl noch ab in den Ofen, um den Prozeß zu beschleunigen..
    -> macht dunkles pseudo-gealtertes Holz.

    Kein Märchen! Realität! Sowas gabs auch in Mittenwald, hehe ;)


    cheers, fiddle
     
  3. Alex_§270

    Alex_§270 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.10   #3
    Danke schon mal, dass klingt sehr intressant.

    Also ich hab das auch in einem Geigen-Forum gepostet, da hatte schon wer die Idee dass das eine Gusetto sein könnte. Ich hab das mal gegoogelt und die Geigen haben ebenfalls diese Form vom Korpus. Kann es aber auch sein, dass andere Geigenbauer sowas gebaut haben??

    Und noch was wegen dem "1770" auf der Rückseite:
    Ich hab jetzt noch ein Foto eingefügt. Man kann glaub ich sehen, dass da was getrixt wurde, weil das Holz an der Stelle heller ist :gruebel:
    Und es sieht fast so aus als ob da vorher 6 oder 8 gestanden ist. Wohl eher 8, dann würd dass eher mit dem alter zusammen passen.
     

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  4. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 31.12.10   #4
    Hi Alex,

    ich würde mal auf dieses Gekritzel auf der Rückseite nix geben. Vom Erbauer stammt das dilletantische Graffitty sicher nicht.

    Ja, andere Geigenbauer haben auch solche Instrumente gebaut. Hier muß jetzt ein Experte ran.
    Ich glaube, eine vernünftige Recherche lohnt sich.


    cheers, fiddle
     
  5. Alex_§270

    Alex_§270 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.12.10   #5
    Ok, dann werd ich mal schaun ob ich irgendwo in Graz einen Geigenbauer finden kann. Sonst halt nach Wien wie du meintest, hin und wieder komm ich da eh hin.
     
  6. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 04.01.11   #6
    Hier hat sich mir wieder mal ein Hund eingeschlichen: Salpetersäure -> Amoniak

    ..kommt aber aufs selbe raus. :D

    cheers, fiddle
     

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