Jazz mit Cello

von Caputo, 17.10.10.

  1. Caputo

    Caputo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.10   #1
    Hallo zusammen.
    Ich höre gern Jazz und hab da auch etwas am Piano mal experimentiert. Dafür gibts ja auch viel Literatur!

    Allerdings möchte ich Improvisieren auf dem Cello! Wie geht das, bzw wie geht man vor beim üben?!

    -Gibt es Schulen dafür?
    -Gibt es jazz Literatur für Cello?
    -Geht das auch mit Skalen und Jazztonleitern?

    Hoffentlich hat jemand Erfahrung!
    Schöne Grüße,
    Caputo
     
  2. Mr Crown

    Mr Crown Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.10   #2
    Hallo Caputo,
    Es wäre natürlich gut zu wissen wie lange du schon Cello spielst, wenn du ganz am Anfang stehst würde ich erst mal ein paar notierte Stücke üben um das Instrument von der Intonation her richtig zu beherrschen.

    Für die Improvisation gibt es kein bestimmtes Rezept nach dem man üben kann. Am einfachsten ist es wenn du dir ein einfaches Playback suchst und einfach anfängst zu spielen :D Faustregel: Alle Töne die gut klingen darfst du spielen, alle die nicht so gut klingen kannst du ja erst mal weglassen.
    Es gibt Tonnenweise Literatur zu dem Thema und du kannst massenweise Skalen auswendig lernen (ist natürlich nicht nachteilig wenn man die eine oder andere Skala beherrst), aber nichts geht über ausprobieren. Erst mit wenig Noten und einfachen Rhythmen, dann kannst du anfangen die Töne chromatisch zu verbinden.

    Eine bestimmte Schule für Cello ist mir nicht bekannt, aber wenn du wirklich systematisch und trocken Tonleitern üben willst dann kann ich dir dieses Buch empfehlen, welches für kein bestimmtes Instrument geschrieben wurde:
    http://www.jazzbooks.com/jazz/product/V01DS

    Viel Spass beim Jammen,
    MfG
     
  3. wiesenforce

    wiesenforce Helpful & Friendly User

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    Erstellt: 17.10.10   #3
    Hallo,

    ich denke genauso wichtig ist es auch die Phrasierung auszuchecken, damit es schön jazzig klingt überhaupt. Cellisten die Jazz spielen sind mir so erstmal nicht bekannt. Aber es gibt einige Geiger soweit ich weiß, die man sich vielleicht anhören könnte. Leider fällt mir da auch nur Jean Luc Ponty ein, wobei der glaube ich auch so richtig typische Jazz Sachen auch nicht gemacht hat. Vielleicht bringt es was für dich SAxophonisten anzuhören(Tenorspieler?) und genau mal zu checken wie sie was spielen. Empfehlungen für den Anfang wären von mir gerade so aus der Hüfte: Sonny Rollins und Dexter Gordon. Einfach ein paar CDs besorgen und ein bisschen mitspielen bzw Lines raushören und nachspielen/mitspielen (oder von mir aus auch ein ganzes Solo - was besser wäre aber mühsamer)
     
  4. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop

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    Erstellt: 17.10.10   #4
    Problem wie so oft der Bogen:

    Üb teneres Spiel, (z.B. beim Skalen üben). Ich versuche es meist mit langenm Abstrich und kurzem und schnellem, aber dabei UNBETONTEM Aufstrich. Das Problem dabei ist und bleibt der Aufstrich, der zu viel Ton und Lautstärke bekommt :nix:...
    - Hat wer Lösungen??

    PS: Die Skalen funktionieren natürlich wie auf jedem anderen Instrument auch. Schulen sind mir nicht bekannt und als Literatur würde ich (und hab ich mal immer wieder) Standarts (real-book) empfehlen.
     
  5. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.10.10   #5
    es gibt einige Kontrabassisten, die auch hervorragt Cello spielen, Ron Carter sei hier mal an erster Stelle genannt.

    Aber als Einstieg ein ganz besonderer Musiker, eigentlich kein Jazzer, aber jeder Ton, den er gespielt hat, könnte auch auch überall auf einer Jazzaufnahme als Bereicherung sein:
    Der Brasilianer Jaques Morelenbaum, ein langjähriger Wegbegleiter von Antonio Carlos Jobim, auf sehr vielen von dessen Aufnahmen zu hören. Morelenbaum hat die unglaubliche Gabe in allem was er spielt eine göttliche Phrasierung mit einem hervorragenden Ton und einen unerschöpflichen Ideenreichtum an Melodiefindung über vielerlei Harmonik zu verbinden. Er beherrscht die Dramatik, ohne kitschig zu sein, er kann "Druck" machen, er kann Melodien mit wunderschönen Neben/Gegenmelodien pushen. Er ist ein Begleiter im Hintergrund, der aber nie wirklich "Background" spielt - er ist immer präsent, und das im positivsten Sinne.
     
  6. Dr.John

    Dr.John Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.10   #6
    Zum Thema Jazz und Cello ein schöner Link: http://www.kontrabassblog.de/?p=42
    Aufnahmen gibt es einige von Jazz-Bassisten, die auch mal eine Zeit lang mit Cello experimentiert haben - allerdings meistens nur gezupft und alle auf Celli, die wie die unteren vier Saiten einer Gitarre gestimmt waren (=Kontrabass oktaviert), also EADG in Quartstimmung. Meine Favourites sind "Ray Brown - Jazz Cello" (mit Bigband, einfach super-swingend) und Nat Adderley - Work Song (mit Sam Jones am Cello). Weitere Aufnahmen unter http://www.jazz.com/dozens/the-dozens-jazz-cello
    Bei Jazz-Cellisten, die auch gestrichen spielen, kenne ich nur Vertreter aus Modern-Jazz, Avantgarde und Free-Jazz. Als deutschen Vetreter kann ich Stephan Braun mit der CD "The Raid" sehr empfehlen, hört mal rein!

    Nachdem ich lange Zeit Jazz nur auf dem Kontrabass gespielt habe, ursprünglich aber vom Cello komme (Klassik), bin ich seit ca. einem halben Jahr auch viel am Ausprobieren, was das Cello angeht. Wie schon gesagt wurde, sind Sound und Phrasierung neben Tonmaterial ebenso wichtig. Das ist - finde ich - pizz einfacher als arco. Ich arbeite jedenfalls auch noch an einer Bogentechnik.
    Was den Sound angeht, klingt (für mich) ein klassischer Vibrato-Klang meist zu voll und auch gerne mal etwas kitschig. Ich habe mir von Geigern wie Stephane Grappelli abgekuckt, einen Dämpfer zu benutzen - das macht den Ton viel schlanker. Aber wie gesagt, da bin ich noch am Experimentieren. Ist zufällig jemand hier, der auch mal verschiedene Saiten ausprobiert hat? (s.auch hier: http://www.geba-online.de/forum.php4?action=viewtree&id=26372&pagi_start=12&search_kat_id=&instanz=0).
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.10.10
  7. blauaug123

    blauaug123 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.10   #7
    hallo,
    Du musst ebenso wie Blechbläser, etc. bei der Jazzimprovisation akzentuieren, die Töne auf dem Cello kurz spielen etc.. Im Gegensatz zum Kontrabass verfügt Dein Instrument über eine vorzügliche Frequenz, so daß Du Deiner Improvisation, also den Tönen, nur AUSDRUCK verleihen musst, etwas aggressiver vorgehen, ansonsten wirkt es zu brav ...

    dann ma los...:):)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 02.11.10
  8. Dr.John

    Dr.John Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.11.10   #8
    Seltsame Aussage. Was heißt denn "vorzüglich"? Und was meinst Du mit "nur Ausdruck verleihen"? Was muss man denn auf dem Kontrabass (dem weitaus stärker verbreiteten Jazz-Instrument) außerdem noch tun, was einem auf dem Cello erspart bleibt?
     
  9. fiddle

    fiddle Thomann-Streicher-Service

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    Erstellt: 03.11.10   #9
    Hi Folks,

    ich komm zwar von der Geige, aber es müßte hier auch passen.
    Die beste Methode improvisieren zu lernen, ist (meiner Meinung nach) sich zuerst eine Phrase selber vorsingen und anschließend versuchen das nachzuspielen. Außerdem sollte man sich gleich abgewöhnen, sich über Auf- und Abstriche Gedanken zu machen. Das muß so gehen, wie es gerade kommt. Dann spielt man Phrasen auch mal mit verkehrten Strichen. Das ist leider ein langwieriges Projekt.

    Ausbaustufe 2 wäre dann: gleichzeitig singen und spielen (unisono). Das was im Hirn ist, muß zeitgleich aufs Instrument.

    Skalen üben ist sicher top, aber auch mühsam. Ich habs nie gemacht :o


    cheers, fiddle
     

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