Klaviernoten auf Gitarre anwendbar?

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Focalor
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Lerne gerade Noten auf der Gitarre und irgendwie sieht für mich zumindest rein optisch das ganze in etwa den Klaviernoten gleich aus, ausser dass ich keinen Bassschlüssel bei Gitarrennoten finde. Kann ich, wenn ich mal Klaviernoten aus welchem Grund auch immer spielen will, die einfach behandeln wie die Noten für die Gitarre oder muss ich was besonderes beachten? Wie gehe ich dabei mit dem Basschlüssel um und gäbe es dabei Probleme ?
 
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Es gibt keine Klaviernoten. Noten sind Noten, egal ob Du die auf dem Klavier, der Gitarre oder der Geige spielst. Damit das Ganze übersichtlich bleibt, gibt's beim Klavier zwei Schlüssel - der Tonumfang ist halt sehr groß. Du könntest theoretisch auch Gitarrenmusik in ein Notensystem mit Baßschlüssel setzen; es wäre allerdings sehr unübersichtlich, weil dann so viele Noten ausserhalb des Notensystems lägen.
 
Tonhöhenmäßig gibt's schon einen Unterschied. Gitarrennoten werden im Violinschlüssel notiert, die Gitarre klingt aber eine Oktave tiefer.
 
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Soo, jetzt lassen wir mal das Klugscheissern und werden ganz pragmatisch:

Gitarre hat 6 Saiten (somit max. 6 Toene gleichzeitig) und durch die Verteilung der Toene auf x Buende auch eine gewisse Einschraenkung, was die Spielbarkeit angeht. Das Klavier hat diese auch, nur eben ganz anders.

Du wirst also nur ganz selten in der Lage sein, fuer das Klavier optimierte Noten (das, was man landlaeufig eben Klaviernoten nennt, auch wenn @saitentsauber hier anderer Meinung zu sein scheint) wirklich 1:1 auf die Gitarre zu uebertragen. In vielen Faellen sind die Akkorde "genau so" eben nicht greifbar, der Tonumfang zu gross, man braucht mehr klingende Toene als auf der Gitarre darstellbar sind, die Akkordwechsel gehen nicht so wie auf dem Klavier etc etc

Die hohe Kunst ist es also, diese Stuecke "vom Geist her" sowie "moeglichst originalgetreu" auf ein anderes Instrument zu uebertragen. Das finde ich beim Nachspielen immer super, habe aber absolut nicht die Faehigkeiten, es selbst zu koennen. Erfordert naemlich neben ausreichend Kenntnissen in Harmonie und Noten auch viel Uberblick ueber das Griffbrett und die Orientierung darauf. Manche gehen dann auch den Weg eines Tonartwechsels, damit das auf der Gitarre besser spielbar wird.

Klar, einzelne Melodien oder auch Basslaeufe kannst Du 1:1 nachspielen (dabei eben beachten, dass die Gitarre - wie @KeksMox schrieb - eine Oktave tiefer klingt als notiert), da sind die Noten schon "gleich". Wenn es ganze komplette (Solo)stuecke sein sollen, wird das aber eine ganz andere Geschichte.
 
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Hm, hier sind einige Beiträge doch etwas faktisch falsch, bzw ungenau.
Ich versuche das mal ein wenig aufzudröseln, damit es noch etwas klarer wird, als es nach dem Beitrag vom Zauberer schon ist:

Tonhöhenmäßig gibt's schon einen Unterschied. Gitarrennoten werden im Violinschlüssel notiert, die Gitarre klingt aber eine Oktave tiefer.

Hier muss man ganz vorsichtig sein und genau hingucken: Bei Gitarrennoten wird kein normaler Violinschlüssel verwendet, sondern ein nach unten oktavierender Schlüssel.
Man kann das an einer kleinen 8 erkennen, die unten am "Hals" des Violinschlüssels anhängt. Die Gitarre klingt also so wie notiert, es ist aber ein anderer Schlüssel, als eben bei einer Violine, oder eben auch als der obere beim Klavier!

Es gibt keine Klaviernoten.

Hier würde ich auch widersprechen, es mag aber mehr eine rhetorische Geschichte sein: Ich würde sagen, dass es Noten gibt, die speziell auf ein Instrument (oder meinetwegen auch mehrere) angepasst sind.
Das fängt bei der Tonhöhe an, beinhaltet aber auch Dinge wie Spielanweisungen, die sehr instrumentenspezifisch sind und Ähnliches.

Du könntest theoretisch auch Gitarrenmusik in ein Notensystem mit Baßschlüssel setzen; es wäre allerdings sehr unübersichtlich, weil dann so viele Noten ausserhalb des Notensystems lägen.

Hm, ich weiß nicht, was genau der Grund ist, wieso man den oktavierten Violinschlüssel und nicht den Bassschlüssel benutzt, aber viel mehr außerhalb des Systems lägen die Noten nicht. Im Grunde wäre es einfach alles eine Notenlinie nach unten gerückt. Sprich: die tiefe E-Saite läge unter der 4. Hilfslinie. Dafür wären die höheren Noten nicht so weit oben drüber. Prinzipiell wäre für Gitarren mit Cut-Away, wo man ebenjenen auch ausnutzt der Bassschlüssel sogar besser geeignet..
Ich denke einfach, dass das historische Gründe hat, nach dem Motto: "haben wir immer schon so gemacht" ;-)

In vielen Faellen sind die Akkorde "genau so" eben nicht greifbar

Das ist genau das richtige Problem, dass du ansprichst:
Ein Klavier (und dessen Notation) ist dafür gemacht, dass man es mit zwei unabhängigen Händen spielt, die auch sehr weit auseinanderliegende Töne spielen können. (grob orientieren sich die beiden Systeme beim Klavier ja an den Händen)
Bei der Gitarre sind wir dadurch begrenzt, dass unsere Greifhand nicht beliebig groß und gelenkig ist.
Wir sind da im Grunde auf maximal 2,5 Oktaven als Maximal-Intervall limitiert, wenn man nicht mit kruden Stimmungen experimentiert.
Beim Klavier liegen Töne aber gerne auch mal weiter auseinander.
Wenn ich nun Klaviernoten auf der Gitarren spielen will, muss ich in den meisten Fällen umarrangieren. Beispielweise Basstöne hochtransponieren, gucken, dass ich die Noten so setze, dass ich z.B. lange Haltentöne des Klaviers auch auf der Gitarre irgendwie liegen lassen kann, ohne mir die Finger zu brechen.
So etwas ist je nach Stück sehr unterschiedlich aufwändig. Einstimmige Melodien mit Akkordtönen lassen sich sehr leicht auf eine Gitarre übertragen. Ein vierstimmiger Satz nicht..
 
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Danke für die vielen Antworten :)
 
Hier würde ich auch widersprechen, es mag aber mehr eine rhetorische Geschichte sein
Nachdem ich mir die Antworten mal angesehen habe, sieht es für mich so aus, dass die Frage verschiedene Interpretationen zulässt und daher auch Antworten kamen, die etwa auseinanderliefen. Kernpunkt ist wohl die Definition von "Noten" bzw. "Klaviernoten".
 
Was dich bei all den Antworten jetzt nicht abschrecken soll, es dennoch zu versuchen:great:
Du wirst nie Klavier Noten vorgelegt bekommen und diese vom Blatt auf der Gitarre spielen können, aber das können bei Gitarren Noten schon die wenigsten Gitarristen.

Ich hab damals mit meiner Lehrerin mal “für Elise“ vom ollen Beathoven umgeschrieben.
Ich bin jetzt nicht der größte Bach, Mozart und Beethoven Freund aber gebracht hat es mir sehr viel.
Du lernst bei so etwas nur dazu :)
 
Danke sehr :)
 
Nur mal als Info: Wenn man sich die Bücher zum Thema Harmonielehre anschaut, dann wird ein direkter Link zwischen Klavier und Gitarre hergestellt :).
 
Lies doch bitte erst mal die vorherigen Beiträge bevor du so etwas sagt, Noten sind nicht das Problem, sondern die Spielbarkeit.
 
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Nachdem ich mir die Antworten mal angesehen habe, sieht es für mich so aus, dass die Frage verschiedene Interpretationen zulässt und daher auch Antworten kamen, die etwa auseinanderliefen. Kernpunkt ist wohl die Definition von "Noten" bzw. "Klaviernoten".

Nun kann ich zwar Klavier noch weniger spielen als Gitarre, aber gemerkt habe ich mir, dass das untere System für Noten die linke Hand "beherbergt", wohingegen die Töne für die rechte Hand im oberen System zu finden sind. Insofern gibt es schon spezielle Notenausgaben für Klavier. Dieselbe Musik würde für ein Streichquartett, eine Gitarre oder eine Orgel anders notiert werden.

Praktisch würde man Klaviernoten (oder auch Noten für andere Instrumente) gitarrenspezifisch umschreiben. Dazu gehört der oktavierende Schlüssel und auch häufig die Richtung des Halses (nach unten beim Daumenanschlag, nach oben beim Fingeranschlag). Grundsätzlich kann man sich natürlich auch Klaviernoten oder Quartettnoten schnappen und versuchen, dies auf der Gitarren nachzuspielen. Ist halt nur ungewohnt (wenn es denn überhaupt vom Tonumfang oder den Akkorden machbar ist).
 

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