Musiktheoretisches Grundwissen aneignen

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Mummenschanz
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Anm. d. Mod.: Threadtitel präzisiert - bitte lesen: https://www.musiker-board.de/regeln-news-tipps-bt/551806-aussagekraeftige-threadtitel.html
Außerdem Thread aus dem Akkordeon-Forum in die Abteilung Musiktheorie verschoben.
Gruß, Wil Riker


Liebe Akkordeonisten!

Zu allererst möchte ich um Verzeihung und Hinweis bitten, falls dieses Thema hier deplatziert ist oder bereits diskutiert wurde. Ich bin über die Suchfunktion nicht fündig geworden.

Ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll, also erzähl ich mal kurz:

Zu meiner Situation:
Ich habe vor ca. 3 Monaten ein Akkordeon (Hohner Amica III) geschenkt bekommen, und bin seitdem süchtig nach diesem Instrument :D
Zuvor habe ich einige Jahre (mit mehreren Pausen) Klavier gelernt, was mir den Einstieg auf jeden Fall erleichtert hat.
Ich mache auch gute Fortschritte, übe täglich 2-3 Stunden, und denke, dass ich für die kurze Zeit schon recht gut bin (Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber man darf ja auf seine Erfolge stolz sein :))

Zur Zeit lerne ich hauptsächlich Stücke von Yann Tiersen (Zuletzt 'La valse des monstres' und 'la noyée'), natürlich noch nicht konzertreif, aber es haut ganz gut hin.

Ich nehme zwar Unterricht, aber aus finanziellen Gründen nur einmal pro Monat.


Mein langfristiges Ziel ist es, nicht nur Stücke auswendig zu lernen und "runterspielen" zu können, sondern das Instrument in allen seinen Facetten zu kennen und nutzen zu können.

Ich habe mich mit meinem Lehrer geeinigt, im Unterricht hauptsächlich Technik zu erlernen (Fingertechnik funktioniert dank Klaviererfahrung schon ganz gut, hapern tut's noch bei Balgführung), viel mehr geht sich in so kurzer Zeit leider nicht aus.

Jetzt ist es, denke ich, an der Zeit mir mal ein musiktheoretisches Grundwissen anzueignen. (Ich kann zwar Noten lesen, aber das war's eigentlich schon)
Dafür bin ich auf der Suche nach geeigneter Literatur (Harmonielehre, Skalen, Tonleitern, Akkorde etc.), idealerweise speziell für Akkordeon.

Hat jemand diesbezüglich Empfehlungen?

Außerdem wäre ich sehr dankbar über Tipps, was für mich der nächste Schritt sein könnte.


Ich freue mich über jede Antwort! :)

Liebe Grüße,
Benjamin


PS: Verzeiht mir bitte den langen und uneindeutigen Post, ich tu mir etwas schwer alle meine Fragen und Probleme zu konkreten Fragen zusammenzufassen...
 
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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo Benjamin,

ein Faß ohne Boden, das Du da aufgemacht hast, darüber sei Dir klar aber ein leckeres ;-)

ich war vor ca. drei Jahren in ungefähr der gleichen Situation und bin ehrlich gesagt heute nicht viel weiter aber gerne sage ich Dir, was mir auf der Reise hilft:

für die Theorie und zum immer wieder nachlesen Frank Sikora "Neue Jazz Harmonielehre" ein dicker Wälzer aber da steht zur Musiktheorie alles drin was Du auf Jahre brauchst.
Von Wolfgang Russ gibt es eine tolle Einführung zum Thema, dafür aber Akkordeon spezifisch "Basic Jazz für Akkordeon", ca. 100 Seiten und auch Material für Jahre.
Ein tolles Buch zum Thema "Improvisieren" trägt eben diesen Titel erschienen im LEU-Verlag von Fritsch/Kellert/Lonardoni.

das "Buch der Grooves & Duos" von P.M. Haas beinhaltet viele Rhythmuspatterns für die linke Hand.

"Technical Basics" von Heinz Hox erschienen im Holzschuh Verlag hat viele praxisnahe Übungen, Skalen und Tonleitern mit Fingersatz drin was für mich auch ziemlich hilfreich war.

Ein guter Anfang ist vielleicht ein einfaches Blues Schema, da hast Du eine einfache Akkordfolge und kannst mit der Blues Skala dazu relativ einfach viel Spaß haben ohne große Theorie.
Ansonsten einfach viel Hören und selbst rumdudeln mit deinem Lehrer besprechen und ausprobieren, was für Dich und im besten Fall auch für deine Umwelt gut klingt.
Du findest im Netz zahllose Transkriptionen auch für andere Instrumente, die Du nach Herzenslust analysieren kannst - aber auch hier im Forum findet man 1000 tolle Anregungen für fast jedes spezifische Thema.

vielleicht ist was für Dich dabei bei dieser kleinen Auswahl, suchen und ausprobieren muss man trotzdem selber

viel Spaß

Ben
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt ist es, denke ich, an der Zeit mir mal ein musiktheoretisches Grundwissen anzueignen. (Ich kann zwar Noten lesen, aber das war's eigentlich schon)
Dafür bin ich auf der Suche nach geeigneter Literatur (Harmonielehre, Skalen, Tonleitern, Akkorde etc.), idealerweise speziell für Akkordeon.

Hat jemand diesbezüglich Empfehlungen?

Ich bin noch immer der Meinung, dass das, was Kirchenorganisten lernen müssen, enorm gesund ist, als da ist - ungefähr in dieser Reihenfolge:
  • "Kadenzen spielen und schreiben" - I-IV-V-I, I-II-V-I und noch ein paar andere; und das in allen Tonarten und dur/moll (den Neapolitaner kann man sich ersparen bzw. man kommt irgendwann von selber drauf ...)
  • "Melodien mit Akkordbezeichnungen [schriftlich] harmonisieren" (bei den Kirchenorganisten heißt das "Choral mit Bezifferung aussetzen", "Generalbass aussetzen" - aber dasselbe kann man mit Lead-Sheets natürlich auch machen)
  • "Melodien ohne Akkordbezeichnungen [schriftlich] harmonisieren" ("re-harmonisieren")
  • "Melodien mit Akkordbezeichnungen live harmonisieren" (d.h. zu einem Lead-Sheet eine Begleitung spielen)
  • "Melodien ohne Akkordbezeichnungen live harmonisieren" (d.h. zu einer Melodie eine Begleitung spielen)
  • "Vom Blatt transponieren" - ein (halbwegs einfaches) Stück steht in C-Dur da --> spiel es in D-Dur. Schwer - aber man lernt, Noten nach "Strukturen" zu lesen - jetzt kommt ein "doppelter Quintfall", "eine Kadenz mit Trugschluss", ...
... und sicher noch ein paar Sachen, die ich vergessen habe.

Natürlich geht es nicht um die Art der Musik - ob Choräle oder Volkslieder oder was immer grad in den Charts ist, fast alles kann man hernehmen. Aber nur die Kombination aus Selbst Harmonien schreiben und Das Geschriebene spielen bringt einen dazu, dass die Theorie nicht Theorie=abgesondert vom "Musikalischen Tun" bleibt, sondern dass man beim Spielen "in der Theorie unterwegs ist" = "sich in den 'theoretischen' Strukturen bewegt". Insbesondere hört man oft Fehler/Probleme viel leichter, als dass man sie ausbessern kann - ziemlich frustrierend ...

Ein Beispiel, wo man sein Kadenzen-Können beweisen kann: Mitten im Vorspielen eines Stück sagt der Lehrer: "Und jetzt Abkadenzieren!" --> man muss an der nähesten passenden Stelle mit einer vernünftigen Kadenz Schluss machen (Zweck in der Kirche: Der Pfarrer ist vorn angelangt ...; sonst vielleicht kaum nötig: Aber wenn man's kann, kann man was!).

Ich glaube, es ist nicht so wichtig, über die üblichen Akkorde (Dreiklänge, Vierklänge mit Septim und ihre Umkehrungen) und Skalen (Dur, "generische" Moll=die Vereinigung von harmonisch/natürlich/melodisch, die 3 oder 4 normalen Modi) und rhythmischen Konzepten (ein paar Standardrhythmen; "Klang"/"Feeling" von Synkopen, Shuffle, Backbeat vs. "Downbeat"="gerader Schlag", Offbeat) hinaus allzu viel zu "wissen" - lieber einen Schwung dieser Dinge wie oben "üben"/"in seine Musik reinnehmen" - dann kommt der Rest von selber.

Das Problem ist aber leider, dass man dazu einen Lehrer braucht, vor dem man etwas zittert ("Spiel die I-II-V-I-Kadenz in Es-Dur in der zweite Lage" braucht am Anfang enorm viel Konzentration) und der einem hilft.

Harald M.
 
Hey, mummenschanz.

Was genau willst Du denn erreichen? Wobei soll Dir dein Mutheowissen helfen?
 
Speziell für Akkkordeon wüsste ich jetzt nichts, aber dazu hast Du ja schon einen Tip bekommen.
Online kannst Du dich zu den Grundbegriffen und darüber hinaus z.B. auf den folgenden Seiten einlesen:
http://www.lehrklaenge.de/
http://musicians-place.de/
Der Unterschied beider Seiten liegt im Focus auf Klassik oder Popularmusik.

In Buchform ist das Angebot riesig, sehr basic war mein erstes Büchlein zum Thema:
Willy Schneider, Was man über Musik wissen muss.
War gar nicht schlecht, aber heute würde ich mir wahrscheinlich eher so etwas zum Einstieg gönnen:
Christian Nowak, Elementare Musiklehre
Vorschau: http://www.stretta-music.com/search...d-grundlagen-der-harmonielehre-nr-266068.html

Bei Studien zu Yann Tiersen wäre auch folgendes Buch interessant, dass Übungen zu Improvisationstechniken und Erläuterungen zur Harmonielehre sehr gut verbindet, darauf wurde auch schon vom Kollegen benfprofane hingewiesen:
Kellert, Fritsch, Lonardoni, Improvisieren - Musikarbeitsbuch
http://www.alle-noten.de/Improvisie...rument-3897750198-Leu-Verlag/4ohns3yp?lang=de
Möglicherweise ist der Einstieg dennoch für ein erstes Buch zum Thema bei aller Verständlichkeit etwas steil, aber da helfen die genannten Internetseiten und das Board sicher weiter.
Ansonsten: einfach ganz praktisch ab ca. Seite 50 des Buches mit den Übungen beginnen das theoretische Wissen und nach und nach "auffüllen".

Die Grundkenntnisse zu Quintenzirkel, Dur, Moll und Kadenz werden immer wieder in verschiedenen Threads des Einsteiger- und Hamonielehre-Bereichs angesprochen und stehen auch in einigen Wikipedia-Artikeln zu den Stichworten.

Gruß Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke erstmal für die Antworten!

Was ich erreichen will ist, würde ich sagen, beim Spielen zu wissen was ich tue, nicht nur zu wissen wo meine Finger hin müssen. Bzw. improvisieren zu können, in einer Band spielen zu können, mich selbst beim singen zu begleiten, selbst Lieder schreiben etc...
Musiktheorie ist dabei denke ich hilfreich, aber an erster Stelle steht bei mir trotzdem der Spaß am Spielen.

Mir ist klar, dass das seine Zeit dauert, ich erwarte mir nicht, das von heute auf morgen zu lernen, z.Z. ist mein größtes Problem halt jenes, dass ich nicht weiß womit ich anfangen soll... Wöchentlicher Unterricht wäre da sicher gut, aber das sprengt leider mein Budget als Student.

@benprofane & hmmueller:
Vielen Dank für die Anregungen, ich werd sie mir zu Herzen nehmen!


Und bez. der Unklarheiten wegen meines Namens: https://soundcloud.com/mummenschanz, das bin ich :)
Die Akrobatik-Truppe kannte ich bei meiner Namensgebung noch nicht, mittlerweile hab ich sie aber schon live gesehen.
 
Musiktheorie ist dabei denke ich hilfreich, aber an erster Stelle steht bei mir trotzdem der Spaß am Spielen.
Dann ist Fritsch, Kellert, Lonardoni, Improvisieren wahrscheinlich ein hilfreicher Tip, in Verbindung mit den genannten Internetseiten und dem Board.
Ich besitze das Buch selbst und kenne es als eines von wenigen, das die wesentlichen Begriffe der Harmonielehre für populäre Musik mit Übungen überzeugend verbindet.

Aber vielleicht besinnst du dich ja auch deiner pianistischen Vergangenheit, dann wäre z.B. Tim Richards, Exploring Jazz Piano (2 Bände) noch eine interessante Alternative.
http://www.stretta-music.com/search/?searchparam=exploring+jazz+piano

Gruß Claus
 
Hallo,

auf die Gefahr hin, dass ich wieder mal "eins auf´s Dach" kriege, meine Meinung:

Ich spiele schon länger als die meisten hier alt sind. Im Laufe der Jahre hat sich durch lustvolles (!) Spielen einiges angesammelt, was Akkordfolgen,
Harmonielehre usw. betrifft.
Eine Seite, wo man Akkordfolgen ausprobieren kann, ist folgende ...http://www.hochweber.ch/theorie/C-verwandt/einfuehrung.html

Frank Sikoras "Neue Jazz Harmonielehre" hab ich mir vor ein paar Jahren gekauft. Vor einiger Zeit hat meine Tochter das Buch bei eBay
versteigert. Das Buch ist sicher einer gute Quelle, wenn´s vorallem in Richtung Jazz geht. Mir war es zu viel Theorie. Ich spiele lieber.
 

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