Osama Bin Laden ist tot

Dieses Thema im Forum "Politik, Gesellschaft" wurde erstellt von Johannes Hofmann, 02.05.11.

  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P.

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    Einer Spezialeinheit der US-Armee ist es wohl gelungen, Osama Bin Laden zu töten.

    Das soll nun hier kein Jubelthread werden, sondern mich interessiert viel mehr die Moralische Frage, in wie weit es für eine Nation legitim ist, einen Menschen zu jagen und gezielt zu töten. Vielleicht auch, was die Umstände sein sollten, unter denen das ggf akzeptiert werden kann.
     
  2. Beatler90

    Beatler90 Registrierter Benutzer

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    Naja, ich sag mal so: inwieweit ist es moralisch vertretbar, den Mord tausender Menschen durch Terroranschläge zu beauftragen?

    Andererseits wäre es meiner Meinung nach durchaus angebracht gewesen, dem Mann wenigstens einen anständigen Prozess zu liefern und ihn nicht gleich vor Ort zu töten. Ob dass allerdings möglich gewesen wäre, angesichts der Anhänger Bin Ladens, die sicherlich Erpressungsversuche unternommen hätten, ist die andere Frage :gruebel:

    MfG
     
  3. schnirk

    schnirk Registrierter Benutzer

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    So sichert der Osama die Wiederwahl von Obama...
     
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  4. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P.

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    ich bin ziemlich sicher, dass wenn sie ihn lebendig hätten kriegen können, dass sie ihn dann nicht getötet hätten. Es braucht mMn nicht die Befreiung Bin Ladens, um Al Kaida zu Terroranschlägen zu motivieren - da reichen auch Karikaturen... Es wäre sicher eine effektvollere Sache gewesen, ihn lebendig zu fangen und ihn der Demütigung eines Gerichtsprozesses mit anschließendem Todesurteil zu unterziehen.

    Moralisch interessiert mich halt eben, ob eine Strategie einzelne Menschen zu liquidieren prinzipiell forciert werden müsste... statt wie jetzt in Libyen und vielleicht nächste Woche in Syrien Kriege mit vielen vielen Toten in Kauf zu nehmen.

    Es interessiert mich moralisch - denn ich weiß sehr wohl, dass es nur in Hollywood für die Kinoleinwände Rambos gibt, die im Alleingang einen Assad, Gaddafi, Saddam Hussein oder Bin Laden liquidieren.
     
  5. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User

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    Ich warte jetzt auf die ersten Verschwörungstheoretiker, die behaupten, das Alles sei gar nicht wahr, er lebe unter anderer Identität ichweissnichtwo usw.
    Im Ernst: Die Frage ist äusserst berechtigt und stellt sich gerade im Zusammenhang mit den (mehr oder weniger) gezielten Tötungen durch Drohnen seit einiger Zeit. Die Gegenfrage von Beatler90 halte ich für unpassend; es geht ja wohl darum, ob es möglich ist, sich auf rechtsstaatliche Grundsätze zu berufen und gleichzeitig Ausnahmen zuzulassen bzw. für sich in Anspruch zu nehmen - wobei hinzukommt, dass die Souveränität anderer Staaten verletzt wird.
     
  6. Merowinger110

    Merowinger110 Gesperrter Benutzer

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    Für mich ohne Zweifel: Richtig so!

    Der Mann hat bekommen, was er verdient hat.
     
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  7. Mysterion

    Mysterion Registrierter Benutzer

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    Wenn man bedenkt, daß Bush und Bin Laden alte Geschäftsfreunde waren und sich 10 Jahre lang offensichtlich niemand die 50 Millionen Dollar Kopfgeld schnappen wollte, kann man ja wohl mit Fug und Recht gewisse Zweifel am Wahrheitsgehalt der ganzen Geschichte haben...

    Wenn man dann noch bedenkt, daß, laut CIA, Osama schon seit langer Zeit schwerkrank war und jeden dritten Tag zur Dialyse mußte, kann es genausogut sein, daß er nun einfach an seiner Krankheit gestorben ist und die tolle Spezialeinheits-Geschichte nun nix weiter ist als eine wahlkampftaugliche Ausnutzung der gegebenen Umstände, und er die letzten 10 Jahre einfach als Feindbild gebraucht wurde und deshalb so lange überleben "durfte". Ungefähr so, wie in Ägypten aus demselben Grund die Muslimbruderschaft niemals so effektiv bekämpft worden ist wie jede andere oppositionelle Gruppe- womit hätte man sonst den Ausnahmezustand rechtfertigen sollen?

    Ich erinnere hier mal an die Geschichte, wo eine Spezialeinheit angeblich eine Soldatin aus einem irakischen Krankenhaus "befreite", was letzten Endes ja auch nur ein Propaganda-Märchen war- so könnte das auch hier abgelaufen sein.

    Und wer jetzt meint, sowas wären nur "Verschwörungstheorien", sollte sich an Lügenmärchen von ameikanischen Botschaftertöchtern, oh Entschuldigung, ich meine natürlich Krankenschwestern, über Irakis, die Babys aus Brutkästen reißen und mit Schlagbohrmaschinen töten und Lügen über Massenvernichtungswaffen und den ganzen anderen Propaganda-Humbug erinnern, den man uns schon aufgetischt hat.
    Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

    Ich weine Osama auch keine Träne hinterher, aber heute kann man doch wirklich keinem mehr ein Wort glauben...
     
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  8. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Der Mann war kein Staatsoberhaupt oder sonst eine Person, die qua Amt oder gemäß Völkerrecht irgendeinen diplomatischen Sonder- oder Immunitätsanspruch genossen hätte, sondern nur ein Verbrecher, der zur Fahndung ausgeschrieben war und bei seiner Festnahme offenbar ums Leben gekommen ist.

    Eigentlich eine ziemlich banale Sache.

    Gruß
    Hank
     
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  9. dodona

    dodona Registrierter Benutzer

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    "mich interessiert viel mehr die Moralische Frage, in wie weit es für eine Nation legitim ist, einen Menschen zu jagen und gezielt zu töten."

    hätte man 1933 Hitler mit einem gezielten Todesschuss erledigt, wäre es nicht zum zweiten Weltkrieg gekommen und keine Juden und Sinti und Roma wären abgeschlachtet worden.
     
  10. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User

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    Und wenn, was keine völlig abwegige Vorstellung ist, Julian Assange in den USA "zur Fahndung ausgeschrieben" würde und bei seiner Festnahme ums Leben käme - wäre das auch nur eine "ziemlich banale Sache"?
     
  11. YipYip

    YipYip Registrierter Benutzer

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    Hitler war ein Staatsoberhaupt und Tyrann. Das ist schon noch ein Unterschied zu einem Terrorhäuptling.

    Nichtsdestotrotz war der gute Mann natürlich ein Verbrecher, der sich auch zu seinen Taten bekannt hat. Wenn der sich dann nicht festnehmen lässt, finde ich es auch legitim, ihn notfalls auf der Flucht zu erschiessen. Ich denke mal, lebend wäre er den Amis auch lieber gewesen.
     
  12. Mysterion

    Mysterion Registrierter Benutzer

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    ...wäre es moralisch verwerflicher gewesen, Massenmörder wie Johnson oder Bush rechtzeitig umzulegen?
    War es legitimer, mehrfach zu versuchen, Castro zu ermorden?
    War es legitim, Bin Laden und den Mudschahedin genau das zu ermöglichen, was man ihm später vorgeworfen hat, solange es sich nur gegen die Russen richtete?
    Ist es legitim, nun genau das selbe wieder in Libyen zu tun, obwohl abzusehen ist, daß die Lage dort in kurzer Zeit genau dieselbe ist wie in Afghanistan nach dem Abzug der Russen?
     
  13. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Soweit ich weiß, ist er festgenommen worden und erfreut sich bester Gesundheit.
     
  14. Jackpot

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    Obama hat erfolgreich zu Ende geführt, was Bush begonnen hat. Anscheinend können die Republikaner nicht einmal anständig Krieg führen ...
     
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  15. Dav!d

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    Für "uns" zentraleurpäische Staaten würde ein solches Kommando offiziell wohl nicht in Frage kommen. USA und Israel haben bei so etwas aber traditionell aber weniger Skrupel...
     
  16. Mysterion

    Mysterion Registrierter Benutzer

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    ...das mußt du unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen. An diesen Kriegen verdienen einige Leute eine Menge Geld- der Ölpreis bleibt oben, die Rüstungsindustrie macht ordentlich Gewinn, die Bedrohungslage bleibt erhalten, und damit kann man dann die Bürgerrechte immer weiter einschränken...aus diesen Gründen wird seit einigen Jahren immer irgendwo Krieg geführt von diesen Leuten, und das wird sich so schnell nicht mehr ändern. Iran, Nordkorea, Syrien und diverse afrikanische Länder stehen auch noch zur Auswahl. Und nun darf die NATO auch wieder mitspielen, nachdem das amerikanische Kanonenfutter (und Steuergeld) langsam knapp wird.
     
  17. Uli46

    Uli46 Registrierter Benutzer

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    Es geht doch nicht um Moral, sondern um primitive Rache ( Todesstrafe).
    Was macht nun die Al Kaida, eine neue Terrorwelle ??
     
  18. Jackpot

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    Jau - dass der Staat davon profitiert, wenn Menschen sterben, ist doch ein alter Hut. Ebenso, dass er deshalb kein Interesse daran hat, das Sterben zu beenden.

    Ich bin gespannt, inwiefern dieser Erfolg Obama marketingtechnisch nützen wird.
     
  19. jackson

    jackson Gesperrter Benutzer

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    Der Thread ödet mich an und was mich aber am allermeisten anödet sind diese Jubelarien, die wieder von allen westlichen Staatsrepräsentanten hinausposaunt werden. Man hat wirklich nichts gelernt....:bad:
     
  20. Jackpot

    Jackpot Registrierter Benutzer

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    Was genau hätte wer genau denn "lernen" sollen? Dass es nicht darauf ankommt, was getan wird ("Krieg gegen den Terror"), sondern wer es tut (der messianische Friedensnobelpreisträger Obama anstelle des Cowboy-Hinterwäldlers Bush)? Dass man einen Krieg besser verkaufen kann, wenn der Präsident dabei lächelt?
     

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