PA-Sound: abhängig von der Leistung des mikroabgenommenen Amps?

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Dathoba
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Hey, ich hatte demletzt mit Band einen Auftritt vor circa 1000 Leuten, auf dem ich meinen Roland Cube 40xl mit Mikrofon bzw. PA abgenommen habe. Auch meine Bandkameraden benutzten kleine Verstärker, die abgenommen wurden. Danach wurde mir gesagt, dass die Verstärker viel zu klein/zu wenig druckvoll (evtl. zu leise) gewesen seien für solch einen großen Raum/Auftritt und man besser größere hätte nehmen sollen. Jetzt ist aber meine Frage: Wie kann das denn sein? Das Ganze wurde doch über PA abgenommen, dann ist es doch ganz egal, ob ich einen 10-Watter oder einen 100-Watter nehme oder etwa nicht? Den Verstärker stellt man ein, wie es einem gefällt und den Rest regelt doch sowieso die PA. Macht es vielleicht doch einen Unterschied, wie "groß" der Amp ist oder war das an der Stelle einfach nur Wichtigtuerei? (Stellen wir uns z.B. mal zwei Verstärker vor, dieselbe Marke, dasselbe Modell mit exakt den selben Einstellungen, nur hat einer von den beiden Amps 10 Watt und der andere 100 (Vollröhre), hört man über PA einen Unterschied bei gleich eingestellter Lautstärke bzw. kriegt man die beiden Verstärker auf den gleichen vollen, druckvollen Sound oder eben nicht?)


Gruß
 
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Genauso isses! Unsere Band spielt seit Jahren nur über PA mit Bühnenmonitoring. Ich selbst spiele einen TubeMeister mit nur 18 Watt über einen Palmer PDI-03 direkt in die PA.
Wenn der eingespeiste Sound stimmt, ist es am Ende egal, ob aus der PA dann 500 oder 5.000 Watt rauskommen. Der Gitarren-Sound kann dann auch nur aus einem 1-Watter kommen, das ist schnurz. Es gibt auch Menschen, die mit einen Modeller direkt in die PA gehen und gute Sounbdergebnisse erzielen. Deine Grundgedanken sind also richtig.

Die 100 Watt-Amp-Boliden brauchst du, wenn du eben KEINE PA hast - um sowohl die Bühne als auch den Zuhörerraum mit Gitarren-Sound zu beschallen.
Dann ist der Amp Hauptsounderzeuger, Bühnenmonitor und "PA" in einem. Die (in meinen Augen) armen Gitarristen bekommen dann die volle Schalldröhnung ab.
Man kann denen dann nur einen guten Gehörschutz wünschen, damit die auch später noch im Leben die Mitmenschen hören können.
Wenn die Band allerdings das Feeling von flatternden Hosenbeinen und Dauuer-Tinnitus im Ohr nach Probe und Gig braucht, führt kein Weg daran vorbei.

Das alles habe ich auch schon mitgemacht und ich war es irgendwann so was von leid - meine Gesundheit war mir wichtiger.
Nicht zuletzt deswegen geht der aktuelle Trend weg von den Watt-Boliden hin zu den kleinen Amps mit dem feinen Sound ohne Gesundheitsrisiko.

Wenn du mit dem Sound, der aus mikrofonierten Boxen kommt, zufrieden bist, ist alles ok. Denn das schickst du zur Weiterverarbeitung in die PA.
Wenn das, was dann am Ende aus der PA kommt, nicht zufrieden stellt, stimmt was beim PA-Mix nicht.
 
Wer dir das erzählt hat, hat keine Ahnung (oder ist ein Poser oder ist nur neidisch). Der "Druck" entsteht meistens durch den Mix mit den anderen Instrumenten und das exakte Zusammenspiel. Das erreichst du auch mit einem kleinen Amp. Wenn du dich auf der Bühne gut gehört hat, ist alles in bester Ordnung!

Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen.

Gruß,
Andreas
 
Dathober schrieb:
Danach wurde mir gesagt, dass die Verstärker viel zu klein/zu wenig druckvoll (evtl. zu leise) gewesen seien für solch einen großen Raum/Auftritt und man besser größere hätte nehmen sollen.
Wer hat dir das denn gesagt? Der Tontechniker oder die Musikerpolizei?
 
Danke für eure Antworten. Das waren zwei Gitarristen aus dem Publikum, die das gesagt haben. Zwischen Musikern herrscht ja sowieso oft ein angespannteres Verhältnis, wenn es darum geht, wer was falsch macht bzw. wer besser ist. Aber der Techniker war auch sehr schlecht meiner Meinung nach (trotz SEHR gutem Equipment).

Gruß
 
Absoluter Humbuck, was man dir versucht hat zu erzählen!
Die Gitarristen, waren wahrscheinlich nur neidisch und typisch Tontechniker...
hauptsache sie können meckern..:p

Grüße ;)
 
Wenn die Show so gut war dass die mit ihren Fullstacks nicht mithalten können und sagen müssen "dein Sound war scheiße weil du kein Marshall Stack hast", würde ich einfach gehen und auf zukünftige Meinungen derer nicht mehr hören. :) Soll schon Bands gegeben haben die vor mehreren Tausend Leuten gespielt haben und hinter der Bühne einen kleinen Brüllwürfel mikrofoniert haben.
 
Es ist aber schon ein Unterschied mit einem Modelling Amp direkt in die PA zu gehen oder einen kleinen Transistoramp auf einer eventuell lauten Bühne mit einem Mic unter Zeitdruck abzunehmen.
Wobei ich jetzt nicht sage, man kann live nur mit einem 100W Full oder Halfstack auftreten.
 
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Als Tontechniker kann ich dir sagen, dass dein Amp nur für dich klingen muss. Wenn du die Röhrenzerre für den Sound brauchst, sind kleine Amps sogar zu begrüßen, weil da eben nicht erst bei 100W und der damit eingehenden Lautstärke verzerrt wird. Dem Mikrofon ist es völlig egal, ob da nun 100dB aus deinem Amp kommen oder 130. Der Eingang am Mischpult wird so eingepegelt, dass im Kanal ein gewisser Arbeitspegel anliegt, und der ist immer in etwa gleich, egal was der Musiker für eine Lautstärke am Map fährt. Einzig und allein weil man ja nicht der einzige auf der Bühne ist, muss der Amp eine Mindestlautstärke erbringen, damit sich das Signal vom Amp gegenüber den anderen auf der Bühne am Ampmikro absetzt. Aber da reichen schon 10W völlig aus. Alles andere ist Geschwätz von Ahnungslosen. Und unter denen sind genug, die es schon 30 Jahre lang falsch machen.
Damit will ich nicht sagen, dass der Sound im Publikum nicht tatsächlich so war wie die zwei es beschrieben. Nur war, wenn der Sound aus deinem Amp in Ordnung war (was nicht so sehr mit der Größe dessen zu tun hat), eher die PA ungeeignet für das, was da Programm war oder der Tontechniker nicht gut.
 
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Dem was Jens sagt(e) ist nix mehr hinzuzufügen...ausser dem was Rev. Billy Gibbons schon sagte:"If you want a big sound use a small amp..."
 
Ich versuch es auch mal ;) .

Eigentlich müßte man alle Instrumente direkt ins Mischpult stecken und jedem Musiker einen eigenen Monitor Mix machen ( vorrausgesetzt , das da jemand am Mixer sitzt , der das auch händeln kann ) .

Jetzt gibts aber das Problem mit dem " Sound " , den ein Mixer nicht so machen kann , wie ein Amp .

Wir haben also jetzt verschiedene Schallquellen , die in einem Raum , oder Bühne sich gegenseitig beeinflussen . Die Grundlautstärke macht der Drummer und jetzt heißt es das jeder Andere seinen Amp ( und seinen Monitor ! ) so laut hat , das er sich mit seinem Sound selber hört und dabei nicht wieder Andere stört .

Im Klartext heißt das , das man zwar mit 10 Watt für die Klampfe auskommen kann , aber auch nur , wenn man ein gescheites Monitor System hat .

Das ist ein Spielchen zwischen allen Sachen , nicht nur einfach PA und Gitarren Amp ..... Monitor muß auch gescheit sein !

Und genau dazu ist auch wichtig , das man im kleinen Proberaum ( ohne Monitor ) ein gutes Verhältnis zwischen den Schallquellen findet .

Was im Proberaum funktioniert , braucht man auf der Bühne nur lauter machen ... also so grob gesagt .
 
Das was der Jens Droessler geschrieben hat trifft absolut zu. Ein anständiger Tontechniker begrüßt immer leise Verstärker. Selbst mein 20W Koch Studiotone ist oft schon viel zu laut. Ich hab die Kiste noch nie ausfahren müssen.
Lass die reden. Das sind wirklich nur Wichtigtuer!
 
Natürlich sind wir alle Wichtigtuer .....

... steh mal mit Deinem Brüllwürfel neben einem Tier an den Drums :eek: . Da machste Dir am Besten Bügel an das Teil und trägst das Ding als Kopfhörer .... wenn der Monitor Mix dazu Mist ist .

Deshalb spielen ja auch die meißten Basser so 20 Watt Dinger :D .

Ich denk mal , das der Jens auch genau das Zusammenspiel der Lautstärken vorraussetzt .... incl. gescheitem Monitor Mix ..... oder ?
 
... steh mal mit Deinem Brüllwürfel neben einem Tier an den Drums :eek: .
Deshalb spielen ja auch die meißten Basser so 20 Watt Dinger :D .

Ich denk mal , das der Jens auch genau das Zusammenspiel der Lautstärken vorraussetzt .... incl. gescheitem Monitor Mix ..... oder ?
Sicher hatter das. Aber neben so einem Drummer steh ich nicht mehr. Mit Tieren will ich nicht spielen, sondern mit Musiker ^^
Übrigens geht hier nicht um Bass. Sondern Gitarre...
 
Selbstverständlich muss da auch der Monitormix passen. Bevor ein sturer Gitarrero seinen Amp aufreißt, den er insistiv auch noch hinter sich haben muss, bekommt er die Gitarre noch mit auf den Monitor. Es hilft doch nichts, wenn der Gitarrist so den zweiten Gitarrist und den Bassist dazu zwingt, die Amps auch noch aufzudrehen, was dazu führt, dass alle Monitore eine ganze Ecke heißer gefahren werden müssen. Da hat keiner was von. Die Monitore haben eine definierte Abstrahlung (bzw. sollten sie haben), bei ordentlicher Aufstellung stört der Monitor des Gitarristen die anderen Musiker und auch das Publikum deutlich weniger als die Gitarrenfräse.

Selbstverständlich muss man sich als Musiker auf den Tontechniker verlassen, wenns darum geht. Aber ganz ehrlich, wenn der Tontechniker nichts taugt, was hilft der laute Amp auf der Bühne dann noch?

- - - Aktualisiert - - -

Eins noch dazu: Die erfahrenen unter den Gitarristen fragen von sich aus dann schon "Kann ich ein bisschen Gitarre auf den Monitor bekommen", nachdem sie es erstmal ohne probiert haben, wenn es da dann hängt, bevor sie einfach und ohne Absprache ihren Amp lauter drehen. Andersherum ist es aber auch kein gutes Zeichen, wenn der Gitarrist von vorneherein schon sagt, dass er die Gitarre auf dem Monitor haben will, ohne überhaupt in der Situation ein Lied mit der ganzen Band angespielt hat (Mal ab von solchen, die mit Modeller spielen oder den Gitarrenamp hinter der Bühne verstecken).
 
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Es ist aber doch bei allem ein Unterschied, auch bei der Lautstärke, zwischen einem Transen Roland 40XL und einem Röhren Tubemeister 18... Die kann man nicht miteinander vergleichen!
Ich spiele Live auch ein 100Watt Top und bisher hat sich (bis auf einen Soundcheck) noch keiner beschwert! Nicht nur die Lautstärke spielt eine Rolle, sondern auch die Einstellung...
Ohne Monitorsound, bringt es nix, wenn ich einen Amp mittenarm Einstelle und mich immer Lauter drehen muss, damit ich was höre :)
Zudem kann ich auch einen 100Watt Amp live spielen und auch "etwas" aufreißen, man muss nur Wissen wie!
In vielen Fällen, einfach die Box umdrehen, das der Abstrahl der Box, einfach nach hinten ins Leere führt...
Man kann vieles ;)
 
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Jawoll, sehe ich auch so. Es kommt auch immer auf die äußerlichen Gegebenheien an und wieviel Zeit man überhaupt um einen guten Sound hinzubekommen. In meiner Rockband sind wir mittlerweile so eingespielt, das wir auf der Bühne mit der Backline einen großteil des Monitorings übernehmen.
Oft ist auch das Monitoring viel zu laut auf der Bühne, weil viele Musiker sich in der Bühnenumgebung nicht sofort zurecht finden (akustisch). l
Will sagen es hängt alles von vielen Faktoren ab, warum etwas gut oder schlecht klingt. Ich plädiere nicht für eine tobende Backline aber ich würde nicht mit einem 10Watt Amp auf die Bühne gehen, egal was alle Tontechniker dieser Welt dazu sagen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nunja, man kann auch mit einem Sansamp direkt in die PA gehen, mMn kein Problem. Nur muss dann der Monitorsound astrein sein ;)
Am besten bei sowas auch mit InEar Arbeiten, aber welche Hobbyband kann sich das schon leisten? Wenn wir Auftritte haben, sind die Techniker (meist nicht fähig) einen guten Sound auf die Monitore zu legen. Grad wenn man keinen Soundcheck, sondern einen Linecheck hat, ist das Problem leider immer da :(
Auf der Bühne brauche ich nur Drums als Rythmus und bisl gesang, zur orientierung im Song.
Wenn ich mich nicht hören kann, stell ich mich Richtung Amp und gut ist :D
Das wird mit dem Cube nicht gehen ;)
 
Hi,

eines kommt m.E.n. noch hinzu: WO diejenigen standen, die Dir (TE) das sagten. Oftmals ist es so, dass PA ihren Sound z.T. sehr gut auf ein begrenztes Areal verteilen und steht man nur ein paar Meter "falsch", dann kommt u.U. tatsächlich ein schlechter Sound zustande. Das ist scheinbar ganz schwieriges Thema, einen Sound wirklich sehr gut über ein größeres Areal zu verteilen.

CU MM
 
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