RASCAL FLATTS - Country Pop oder New Country in Vollendung?

von Joa, 08.04.08.

  1. Joa

    Joa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #1
    Hi,

    darf man die Rascal Flatts als New Country Band bezeichnen, oder ist das schon zu poppig?
    Ich finde ihr Songwriting großartig. Die Machart sowie Harmonisierung strahlt eine unglaubliche Power aus - wird irgendwie nie langweilig, toll.

    Wie wirkts auf Euch - Country Pop oder New Country vom Feinsten - wo ist die Grenze?
    Traditioneller gehts natürlich bei Joe Nichols oder Josh Tuner zu - oft nur Schmusecountrysongs - sind aber trotzdem ein paar Hammersongs dabei mit Drive.

    Grüße,
    Joe
     
  2. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #2
    Hallo Joa
    Ich habe mir jetzt 2-3 Tracks angehört und finde, daß das teilweise schon ein wenig schmusig ist, aber beileibe nicht schlecht. Vor allem der Gesang und die technische Beherrschung der Instrumente überzeugen mich.
    Aber zu deiner Frage:
    was ist das so wichtig dran, ob das schon Soft-Country-New-Pop oder sonst was ist? Was wäre denn, wenn es Popmusik wäre? Ginge dann die Welt unter? Oder was wäre, wenn sich diese Musik garnicht in irgendwas einordnen ließe? Gäbe es dann diese Lieder nicht?
    Ich will damit einfach nur sagen, daß mir diese Schubladeneinordnung echt auf den Geist geht.
    Es gibt auf der Welt genug Polizei, da brauchen wir nicht auch noch die Musikerpolizei! Bitte frag doch nicht so ausdrücklich nach der Grenze!! Als hätte das irgendeine Bedeutung
    Nix für ungut.
    (Ich finde die Musik der R F-s aber irgendwie gut, Hör mal in Secret Smile rein, das muß man erstmal können!) und das meine ich nicht nur technisch sondern auch vom Feeling her.
    Ich bin inzwischen bei No Reins angekommen und finde es gut, daß die Musik gradeaus weggespielt wird und nicht überladen ist.
     
  3. Joa

    Joa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #3
    Hallo, Cyril!

    Danke, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, einige Tracks der Rascal Flatts im Internet aufzustöbern - obwohl - YOUTUBE machts fast immer möglich, sogar als Videoclip.

    Mit der Frage obs Country Pop oder New Country ist wollte ich genau auf das Schubladendenken hinlenken, dem die Presse und eben auch wir Konsumenten erlegen sind.
    Würde man einer Countryband poplastige Klänge andichten, würde das zunächst nichts Gutes für den eingefleischten Countryliebhaber bedeuten - da Pop wieder als vereinheitlicht und Top-40-Einerlei gilt (auf Konsum getrimmt).
    Obwohl, es gibt durchaus tolle Popsongs, die auf gutes musikalisches Handwerk schließen lassen.

    Von der Harmonisierung liegts nach meinem Gefühl zwischen "New" Country und Pop, wenn man das überhaupt so pauschal stilisieren kann. Naja, jedes Töpfchen braucht halt ein Deckelchen.
    Die Einordnung in verschiedene Sparten geschieht denke ich automatisch, wenn man die Instrumentalisierung und die Harmonisierung (inkl. Gesang) eines Songs mit den typischen Merkmalen eines "Stils" vergleicht.

    Mich interessiert natürlich, wie ihr darüber denkt.
    Deshalb habe ich die <<Rascal Flatts>> extra als Beispiel hergenommen,
    weil man nach meinem Empfinden hier überhaupt nicht das Anghängsel "POP"
    mit minderwertigem oder glattgebügeltem Country verbinden könnte,
    wenn man etwas von Songwriting und Harmonisierung versteht.

    Beste Grüße,
    Joachim
     
  4. cowboy42

    cowboy42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #4
    Hallo Joa, wenn du bei der Countrymusik nach "Schubladen" suchst, dann hör dir den mal an und versuch mal, eine passende Schublade dafür zu finden...

    www.myspace.com/gilbrecht60


    Herzliche Grüße cowboy42
     
  5. Joa

    Joa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.08   #5
    Hallo, Cowboy42!

    Ok, ok, das war mehr als deutlich.
    Ja aber was möchtest Du hören.
    Jeder hat so seinen Geschmack,
    meiner isses nicht.

    Was ich mir nie antun wollte, sind deutsche Produktionen. Die sind einfach
    nicht vergleichbar mit amerikanischen. Es fehlt oft jedes Feeling - ich finds
    schon peinlich, wie man hierzuland die Amis kopiert. Tom Astor u.s.w. -
    forget it.
    Ok, Truck Stop sind stellenweise nicht schlecht - guter Telespieler und Pedalsteeler,
    sonst habe ich nichts positives an deutschen Kopien finden können.

    Sorry, wenn ich jetzt nicht so objektiv antworten konnte. Aber es regt mich einiges auf, was hier abgeht. Die Schublade "Möchtegern-Truckermusik" gibts wohl nur in Deutschland.

    Grüße,
    Joe
     
  6. cowboy42

    cowboy42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.08   #6
    Hallo Joa,
    nu reg dich mal nicht auf...da ist sie ja nämlich wieder - die berühmte Schublade!In die schmeißt du bis auf Truckstop ALLE deutschen Produktionen....Im übrigen hast du vielleicht nicht genau hingehört ;-)
    Die Songs, die du da auf der myspace-seite gehört hast sind, sind US Produktionen.Da ist z.B. der Pianist kein geringerer als der Ex-Pianist von EXILE dabei und noch einige andere bekannte Musiker.Bis auf den Sänger(der ist natürlich Deutscher...) sind alles gestandene Countrymusiker in den USA.
    Wenn du jetzt mal den Gesang wegdenken würdest, müßtest du hören, daß das keine deutschen Musiker sind.....
    Fazit: "Schubladendenken" ist nicht immer das geignete Mittel, um Musik zu identifizieren.
    Das ist nicht persönlich gemeint, sondern auch nur meine Meinung dazu!
    Liebe Grüße Cowboy42
     
  7. cyril

    cyril Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.08   #7
    Meine Meinung: Truck Stop und die anderen deutschen Countryleute stehen zur Country Musik in selben Verhältnis wie eine stoffelige Deutsch Rock Band zur internationalen Rock-Musik. Es hat aber in Deutschland im Rockbereich auch international einflußreiche Gruppen gegeben und gibt es noch, die besten Beispiele sind Kraftwerk und Scorpions.
    Vielleicht gibt es im Analogon solche Countrygruppen in Deutschland nicht.
    Aber eins ist für mich völlig abwegig, nämlich die oben genannten fürchterlichen Countryleute mit echter Countrymusik in eine Kategorie zu stecken. Dann müßte man auch Ted Herold mit Jimi Hendix auf eine Stufe stellen.
    Oh Weh, jetzt fange ich auch schon an mit dem Schubladendenken...
    Aus eigenem Erleben: Ich wollte vor ca einem Jahr mal ein Country-orientiertes Gesangsduett anfangen. Mein Partner fing auch sofort mit irgendwelchen deutschen Truckerliedern an: "sagte der Trucker---- sagte der Polizist--- ich versteh dich ja--- du willst ja auch nur nach Hause zur Familie--- und immer so die Leier---"

    Da habe ich ihm gesagt, daß die Fernfahrer sich selbst -
    1. nie als Trucker bezeichnen, sondern als (Berufs)Kraftfahrer
    2. Daß dieser Beruf überhaupt nix romantisches hat
    3. Daß die Fernfahrer gehetzte arme Säue sind, auf deren Rücken sich die europäische Wirtschaft die Lagerhaltung erspart
    4. Daß LKW-Fahren schwere gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen nach sich zieht.
    Das war das schnelle Ende des Duos direkt am ersten Probentag !

    Ich finde, daß es überhaupt keinen Grund gibt, sich an Truck Stop usw zu orientieren.
    In diesem thread sind z.B. doch schon zwei Bands für zwei verschiedene Geschmäcker!
     
  8. Joa

    Joa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.08   #8
    Hallo, ihr beiden:) - ist ja sonst keiner da, der sich zu solch heiklem Thema äußern möchte.

    Vieleicht ist es einfach nur vorteilhaft, zwischen gut und schlecht unterscheiden zu können.
    Ich weiß auch nicht, ob es wirklich Schubladendenken ist - vielmehr verlangt doch alles nach einem Namen, um mit ein oder zwei Worten eine Umschreibung weitergeben zu können, sach ich mal grob formuliert.

    @Cowboy42: Hab wieder reingehört auf Myspace: Also der Gesang killt durchweg alle Songs (großes Manko), die solide und rund komponiert sind, aber dennoch hauen sie einen nicht vom Hocker, weil zu sehr Standard und keine spannungsgeladenen Guitarfills oder Breaks enthalten sind. Jetzt kannst Du mich verhauen, weil ich einen schlechten Geschmack habe.

    @Cyril: Hast vollkommen recht mit der Beschreibung der Situation, wieviel Romantik im Kraftfahreralltag steckt. Dementsprechend hat sich hier glaube ich noch niemand getraut, es in Singsang und Akkorde zu fassen, weil sie es ja dann nicht mehr unter Kraftfahrerbegleit- oder Meditationsmusik verkaufen können.

    Grüße,
    Joe
     
  9. cyril

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    Erstellt: 16.04.08   #9
    Hallo ihr beiden
    Ganz kurz ein Satz, weil ich grade viel zu tun habe:
    Ich finde es ganz schlimm, daß man hier in Deutschland Mut haben muß, wenn man zugibt, daß einem Countrymusik gefällt.
    Laßt uns diese Diskussion fortführen, es kommen hoffentlich noch mehr (vielleicht heimliche?) Country-Freunde dazu.
     
  10. jayminor

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    Erstellt: 16.04.08   #10
    Hi Ihr,
    ich reihe mich mal als 4. in die Diskussion ein, wird ja sonst vielleicht langweilig :D

    Also ich verstehe Manches an der Diskussion nicht wirklich. Meine das jetzt nicht intellektuell, da komm ich schon mit. Frage mich eher nach dem Nutzen einer Antwort (die es m.E. nicht gibt, da es viele Antworten gibt)

    Natürlich legt jeder Mensch alles in irgendwelche Schubladen oder Themenbereich ab. Ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der ALLES in der Kategorie "Sonstiges" oder "Alles" ablegen könnte. Das ist dann bei Musik genau so.
    Jetzt gibt es ganz bestimmt mehr oder weniger fließende Übergänge und vor allem KEINE allgemeingültigen Parameter, wenn es um die Abgrenzung und Bezeichnung von Ordnungskategorien geht.
    Wikipwedia, Duden, oder sonstwas geben auch immer nur EINE Definition, die aus einer ganz bestimmten Sicht auch immer richtig ist, aus anderer Sicht aber eben nicht oder nur teilweise.
    Bei der Musik von Truckstop ist sicher schwer nachzuvollziehen, ob diese Musik ihre Ursprünge in der (meist irischen oder englischen) Volksmusik von Zuwanderern hat (Wikipedia). Es ist vermutlich ein Mix aus amerikanischen Musikeinflüssen mit von Deutschen hineininterpretierten und modernisierten Cowboy-Fantasien (textlich). Ist es deswegen kein Country ? Ist es "german country" ?

    Mir gefällt Country-Musik ... und jetzt die Einschränkung ... die, die ich höre und als solche einordnen würde. Dazu gehört sogar Shania Twain (oh Schande über mich, wenn ich manche Diskussionen erinnere). Da gehören auch Rascal Flatts dazu.
    Ist das schon Country-Pop oder New Country ? Mal ehrlich, ist mir schnurzpiepegal. Von mir aus kann das auch jemand Melancholische-Country-Balladen-Mixtur-mit-Senfsoße nennen. Das ändert doch nicht wirklich was. Es gefällt mir dann immer noch, und ich nenne es Country, weil es für mich in meine Definition dieser großen Kategorie reinpasst.

    Joa, Du schriebst weiter oben ....
    ... weil man nach meinem Empfinden hier überhaupt nicht das Anghängsel "POP" mit minderwertigem oder glattgebügeltem Country verbinden könnte, wenn man etwas von Songwriting und Harmonisierung versteht....

    Wer definiert "minderwertig", was bitte ist "glattgebügelt" ?
    Was hat Kenntnis von Songwriting und Harmonisierung damit zu tun ?
    Es kommt doch darauf an, was ich mit dem Song will. Jemand der richtig Ahnung von Songwriting und Harmionisierung hat, kann minderwertige, glattgebügelte Songs entwerfen, die absolut genial sind, weil die als Ohrwurm beim Publikum ankommen und Millionen $ in die Kasse schwemmen ... künstlerischer Anspruch ? Wozu, wenn´s um Geld geht ? (ich will jetzt nicht mit Dieter Bohlen kommen, weil das wohl kein Country ist, aber der weiß ganz sicher, was er tut, und hat Erfolg mit "minderwertigem", "glattgebügeltem" Einheitsbrei, der den Grundprinzipien von (Pop)Songwriting absolut entspricht).

    Ich hol mir jetzt ein Kinder-Country und warte mal auf Eure Meinung dazu ;)

    greetz
    Jay
     
  11. Joa

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    Erstellt: 16.04.08   #11
    Hallo und laß Dir das Kindercountry schmecken!

    Mann, ich schreib mir die Finger wund und der Explorer kickt mich wieder raus. Leider hatte ich den Zwischenspeicher nur mit nem YOUTUBE-Link gefüttert, nachdem ich alles getextet hatte. Mist.


    Shania Twain siehts mit dem Geldverdienen globaler, also mußte die Countryschiene kurzzeitig verlassen werden. Die Frau hat ne klasse Stimme und super Songs, keine Frage. "A party for two" mit Billy Currington sollte man gehört haben.

    Hier ein weiteres Beispiel für - Fernab des Weges - DEANA CARTER, mal Country und mal ich sein.
    Ihr Gesang ist eigen und die Struktur ihrer Songs kratzt die Countryoberfläche nur an. Why not, wenn so was schönes dabei rauskommt. Singer-Songwriter oder wie heißt die Schublade noch gleich.;)

    http://www.youtube.com/watch?v=XW96Z2b2HsY
    http://www.youtube.com/watch?v=8mMI-0i2ICA&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=Dd2ycTS9L1M
    http://www.youtube.com/watch?v=_yBmPVkNNac&feature=related

    Noch ein Beispiel für - ist das Bluegrass oder einfach nur geniale Popmusik?
    http://www.youtube.com/watch?v=WGXt8TLxmM0&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=O2hWp-xEFbE&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=ajQGzdCof-E
    NICKEL CREEK

    So langsam gerate ich aus dem Konzept. Das Phenomen ist ja solches, daß einfacher gestrickte Musik (glattgebügelte) vielmehr Anklang findet als wirklich durchgestylte und innovative. Und ich frage mich, warum ist das so?
    Ist es der Geschmack, den jeder vorschiebt als Begründung oder ein verminderter Zugang zu bestimmten (feineren) Phrasierungen und Harmonieformationen?
    So sagen die einen zum Klavierkonzert eines Virtuosen oder zu Brent Masons (Guitar-Virtuose) komplizierten Doublestoplicks und Griffbrettrasereinen, das ist Geklimper. Aber die anderen hören mit Leichtigkeit die Genialität der Notenformation und Melodiestruktur heraus - also sagen sie, das ist ein Meisterwerk.

    Gruß,
    Joe




    Grüße,
    Joe
     

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