[Spieltechnik] Shreddimprovisation I

von kleinershredder, 08.03.05.

  1. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.05   #1
    Ich dacht mir als Shreddanfänger hat man es schwer zu improvisieren, also Starte ich mal ne kleine Reihe.

    Also erst mal die Fragen:
    Wie schafft man es die richtigen Töne zu finden wenn man nur eine Sekunde Zeit hat um sich die Nächsten 8 Töne zu überlegen?

    Am besten denke ich sin am Anfang Akkordzerlegungen=Arpeggios

    Und keine Panik, keiner muss jetzt alle Töne von allen akkoreden auswendig lernen. Denn es gibt nicht nur Scale-Patterns, sondern auch Akkord-Patterns.
    Und davon will ich euch heute ein paar zeigen.

    Ich kann damit eigentlich schon ganz gut improvisieren. Also dachte ich mir dann kann ich die anderen angehenden Kollegen doch mal Teil daran haben lassen.

    Fangen wir an.
    Erst einmal die getappten Akkordzerlegungen.
    Rot ist der Grundton

    ARPEGGIOS 1 SAITIG
    h p t p
    I-5-8-5-12-5-I

    Das ist jetz ein Beispiel für einen getappten A-moll Arpeggio
    wie ich es am häufigsten benutze.
    Wenn ihr euch das jetzt mal auf dem Griffbrett mal genauer anschaut
    werdet ihr bemerken, dass zwischen dem tiefsten Ton und dem nächsten Ton 2 freie Bünde liegen. Zwischen dem Mittelton und dem höchsten liegen 3 freie Bünde.

    Merksatz:
    DIESE FINGERSTELLUNG KANN MAN ÜBER ALLE SAITEN VERSCHIEBEN UND IN ALLEN LAGEN SPIELEN, ES BLEIBT IMMER EIN MOLL AKKORD.
    BENANNT WIRD DER AKKORD NACH DEM TIEFSTEN TON.


    So wenn wir schon Moll Akkorde haben brauchen wir auch Dur Akkorde.
    Verändert sich nicht viel, nur ein Ton.

    h p t p
    I-5-9-5-12-5-I

    Wie Ihr seht ist jetzt zwischen dem ersten und dem zweiten ein wischenraum von 3 Bünden. Und zwischen den beiden Letzten nur noch ein Abstand 2 Bünden.

    Merksatz:
    DIESE FINGERSTELLUNG KANN MAN ÜBER ALLE SAITEN VERSCHIEBEN UND IN ALLEN LAGEN SPIELEN, ES BLEIBT IMMER EIN DUR AKKORD.
    BENANNT WIRD DER AKKORD NACH DEM TIEFSTEN TON.


    Und zu Guter letzt braucht man noch einen verminderten um alle Funktionen zu bedienen.
    Das sieht dann so aus:

    h p t p
    I-5-8-5-11-5-I

    Jetzt ist zwischen allen Tönen immer ein Abstand von 2 leeren Bünden.

    Merksatz:
    Merksatz:
    DIESE FINGERSTELLUNG KANN MAN ÜBER ALLE SAITEN VERSCHIEBEN UND IN ALLEN LAGEN SPIELEN, ES BLEIBT IMMER EIN VERMINDERTER AKKORD.
    BENANNT WIRD DER AKKORD NACH DEM TIEFSTEN TON.


    So jetzt sollte man sich, wenn nicht schon geschehen, mit der Funktionstheorie beschäftigen, denn das würde hier den Rahmen sprengen.
    Dann kann man schon wunderbare Shreddimprovisationen spielen.
    Probierts aus. Macht Spaß. :great:

    Aber nur Tapping wäre ja Langweilig.
    Also zeige ich euch jetzt mal ein paar Beispiele für Arpeggios auf 2 Saiten.

    ARPEGGIOS 2 SAITIG
    Fangen wir wieder mit Moll an.

    p
    eI-12-8----I
    hI------10-I

    Hier wird ein Ton auf der e-Saite angeschlagen dann ein Pullof 4 Bünde weiter runter gemacht, und dann die h-Saite genau zwischen den Beiden
    vorherigen Tönmen angeschlagen. (Klingt etwas missverständlich aber ich benutze extra keine Bund oder Tonbezeichnungen, weil diese Akkorde universell für alle Lagen gelten. Die Tab wirds schon klären) ;)
    Die E-Saite wird von unten angeschlagen und die h-Saite von oben. So bleibt ihr schön im Wechselschlag.
    Das wichtige hierbei ist das ihr immer nur einen Ton höhrt und den Ton auf der h-Saite nicht liegen lasst, wenn ihr auf der e-Saite spielt, weil es sonst einfach nicht mehr schön klingt.
    Ich nehme für diesen Akkord übrigens immer den Zeige-, Mittel- und Kleinen Finger.

    Ich denke die Merksätze kann ich mir jetzt sparen, da die eh immer gleich bleiben.

    Beim Dur Akkord ändert sich wieder wenig.
    Es wird nur der Zeigefinger einen Bund höher geschoben.

    p
    eI-12-9----I
    hI------10-I

    Ich denke dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen, die Tab sagt ja schon alles.
    Das einzige was mir noch einfällt ist das ihr am besten den Mittelfinger nicht immer gleich 10km wegreißt, sondern ihn möglichs wenig von der Saite nehmt,
    nur so das sie gerade gedämpft ist.

    Jetzt noch, um die Funktionen voll zu kriegen, wieder den verminderten, der geht dann so.

    p
    eI-11-8----I
    hI------10-I

    Hierbei benutze ich für die h-Saite den Ringfinger, um umständliche Handverdrehungen zu vermeiden.

    Und jetzt zum Abschluss des ersten Teiles von Shreddimprovisation I

    ARPEGGIOS 3 SAITIG

    Jetzt werden den 2 Saitigen Arpeggios noch jeweils ein Ton zugefügt.

    Bei Moll sieht das dann so aus

    p
    I-12-8---------8-I
    I------10---10---I
    I---------9------I

    So jetzt fragt man sich wie man das wohl anschlagen soll.
    Ich sage nur jetzt wird gesweept.
    Wem das jetzt gar nichts sagt den bitte ich die SuFu zu benutzen, weil das komplette Thema Sweep Picking jetzt keinen Platz hier findet. Denn dieser Workshop soll hauptsächlich als harmonische und nicht als technische Grundlage dienen.

    Aber zurück zum Thema.
    Auf der e-Saite wird wieder von unten angeschlagen. Das pull of ist dem der 2 Saitigen Arpeggios auch gleich, doch nun wird die h-Saite auch vom durchstreichenden Plek von unten angeschlagen. Die Fingerlage bleibt bis hier dem 2 Saitigen gegenüber auch identisch. Aber, während nun die h-Saite gespielt wird, wechselt der Zeigefinger auf die g-Saite, welche dannach auch von unten, vom durchfegenden Plek angeschlagen wird.
    Dann macht das Plek einen Richtungswechsel und schlägt die h- und g-Saite von oben an. Während die h-Saite gespielt wird wechselt der Zeigefinger wieder in seine Ausgangsposition. Da haben wir also unseren Moll Arpeggio.

    Jetzt noch Dur
    p
    I-12-9---------9-I
    I------10---10---I
    I---------9------I

    Und Vermindert
    p
    I-11-8---------8-I
    I------10---10---I
    I---------8------I

    Hier wieder die h-Saite mit dem Ringfinger.

    So das waren die ersten Akkorde.

    Die übungen alle im Schnecken Tempo anfagen zu üben, und dann langsam schneller werden, denn nur ein sauberer Shredder ist ein guter Shredder.

    Die beispiele basieren alle auf Akkorden mit A als Grundton. Das heißt aber nichts, das ist nur der Übersicht wegen geschehen.
    Diese Übungen könnt ihr in alle Lagen verschieben.
    Und das einSaitige könnt ihr sogar über alle Saiten verschieben.

    So wenn der Workshop euch gefallen hat gestalte ich gerne bald einen 2. Teil.
    Wer irgendwelche speziellen Wünsche, z.B. spezielle Akkorde, für den 2. Teil hat kann mir gerne eine Pm schicken.

    PS. Kleiner Tip sorgt dafür das eure Hände möglichst kleine Bewegungen machen.

    Viel Spass und viel Erfolg damit. :great:
     
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