[Technik] Form und Pickups bei Akustikgitarren

Dieses Thema im Forum "FAQ and Workshop" wurde erstellt von Peda, 30.03.05.

  1. Peda

    Peda Registrierter Benutzer

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    Also beginnen wir mal mit den grundlagen der Form:

    dreatnought bezeichnet die form des korpuses einer gitarre.

    sieht so aus:
    [​IMG]


    cutaway ist der ausschnitt am korpus unter dem griffbrett, um hinter dem 14. bund noch spielen zu können.

    selbeiges bild:
    [​IMG] das iss ne dreatnought mit cutaway, oben eine ohne.

    na andere westerngitarrenform ist folgende:
    [​IMG] die jumbo form wird bei den ganzen yamaha cpx und apx-modellen verwendet. die form gibt auch noch ohne cutaway...

    Der Klang bei den Formen ist unterschiedlich, mit cutaway "fehlt" ein stück des Korpuses, sprich des Resonanzkörpers.

    Die Bezeichnung "Dreadnought" stammt aus der Zeit des ersten Weltkriegs. So wurden damals besonders große, kantige Schlachtschiffe benannt. Aus heutiger Sicht ist Dreadnought wohl nicht geschmackvoll gewählt, doch als 1919 die erste Martin-Akustik mit diesen "übergroßen" Korpusdimensionen auftauchte, dachte sich wohl niemand etwas dabei. Dreadnought steht also für eine von Martin erfundene Korpusform.
    dread= Furcht
    nought = null, nicht
    also, dreadnought ist übersetzt ein " Fürchte-nichts", wie gesagt kampfschiff [danke an to.m für diesen Absatz]


    Kommen wir zu den Pickups...

    es gibt Gitarren mit Piezopickup, welche mit Mikrofonen un Piezuzopickups etc...

    Piezo
    ein Piezo ist ein länglicher metallstab (vereinfacht ausgedrückt...), der unter der bridge (wo die saiten am korpus festgemacht werden) sitzt. er nimmt die saitenschwingugen auf und wandelt sie in elektrische signale um.
    der piezo wird in aktiv und passiv angeboten, aktiv heißt man hat über eine batterie mehr output und man kann direkt an der gitarre klangeinstellungen vornehmen.

    die 2-wege-systeme (mikrofon+piezo)
    bei diesem system befindet sich noch ein mikrofon unter dem schallloch im korpusinneren, das die töne der saiten und des gezupfes aufnimmt.
    diese version ist meistens aktiv geregelt, da man das mikrofon einstellen muss und regelt wie viel das mikro, wieviel der piezo an signalen abgibt.


    wenn noch was fehlt bitte anfügen, keine dikussionen drüber führen, wenn fehler drinnen sind bescheid sagen.
    irgnd ein moderator kann das ganze ja mal oben festmachen. danke
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus

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    Korpusformen und -größen von Westerngitarren

    Die klassischsten aller Korpusgrößen- und formen gehen wohl auf das alte System der Firma Martin zurück. Die Grundmodelle sehen wie folgt aus:

    [​IMG]

    Original-Zollmaße und weitere Infos hier oder noch besser hier

    Kleine Bildchen der verschiedenen Sizes (und viele viele Modelle) hier


    Man könnte diese Modelle in drei Gruppen einteilen:

    1: Size 2, 1 und O (sprich "o"). Diese Modelle haben noch ziemlich deutlich die klassische 8-Form. Taille zwar nicht ganz in der Mitte, aber es ist schon noch ne 8. Runde Schultern. Hals-Body-Übergang allgemein am 12. Bund.

    eine schlichte Size-1
    eine sehr schöne Size-2
    Size O

    2: Size OO und OOO (sprich "double 'O/triple 'O"). Ebenfalls noch ne 8-Form, aber die Taille wandert nach oben. Zudem eckigere Schutern. Hals-Body-Übergang am 14. Bund.

    Typische Flat- und v.a. Fingerpicking-Gitarren. Wobei die Triple'O mit Sicherheit die beste Allroundgitarre unter all diesen Größen ist.

    eine der berühmtesten OOs überhaupt, OO-45
    und noch eine Triple'O

    3: Size D (Dreadnought). Hier wars das jetzt mit der 8, die Form erinnert eher an eine Glocke. Taille erheblich schwächer ausgeprägt, Schultern sind noch eckiger (Sonderfall sind Roundshoulder Dreadnoughts, dazu später mehr). Zargentiefe in der Regel grösser als bei allen anderen Sizes.

    Die D ist also höher, breiter und tiefer als die anderen, dazu kommt, dass auch die weniger ausgeprägte Taille noch mal Klangraum freigibt. Deshalb waren und sind die Ds neben den Jumbos die typischen Begleitgitarren fürs Akkordgeschrammel. Wobei durchaus auch flatpicking nicht aussergewöhnlich ist. Fingerstyle ist aber eher ungewöhnlich.

    dick und fett...die Dreadnought

    Größe und Form sind bei diesen klassischen Modellen also gekoppelt. Es gibt keine Size-1 Form in der Grösse einer D und keine Dreadnoughtform in der Größe einer Size-1. Neuerdings hat sich das aber geändert, es gibt z.B. auch Mini-Dreadnoughts. Diese Modelle bekommen dann aber in der Regel eigene Bezeichnungen (s.u.)

    Es gibt mittlerweile noch Size M (entspricht Vorkriegs-Size F für Archtops), das ist ne Triple 'O, die etwas breiter ist (auch OOOO genannt).

    Daneben gibts noch Size 3 und 5, die noch kleiner sind als 2. Size-5 war v.a. unter den Tenorgitarren berühmt. Findet man heute seltener, gibts aber noch.

    Size-5

    Neuerdings gibts noch Size 7, das ist ne Mini-Dreadnought (wie die Baby-Taylors bei Taylor).

    Sonderfall: OM-Modell (Orchestra-Model). Die gibts schon lange, ist eine Triple OOO von der Form und Größe, hat aber eine längere Mensur. D.h., die Bezeichnung hat eigentlich nix mit Bodyform und -größe zu tun.

    Neuerdings wird der Begriff OM allerdings (bei non-Martin-Gitarren) anscheinend auch gerne synyonym für Grand Auditorium (s.u.) oder Triple 'O verwendet, als Bezeichnung für ne große Gitarre, die aber keine Dreadnought oder Jumbo (s.u.) ist.

    Recht neu ist bei Martin die J-Form, das ist quasi ne OOOO mit der Bodytiefe einer D. Die bis dato wohl grösste Martin-Gitarre.

    Andere Größen:

    Jumbo:

    [​IMG]

    Die Jumbo ist eine sehr große Gitarre, größer als Triple 'O, erzeugt also eher Töne und Lautstärken wie fette Dreadnoughts. Von der Form her allerdings ne gedrungene 8 mit Mörderhüften :-) Wie die Dreadnought ist auch diese Gitarre eine typische Begleitgitarre, nicht unbedingt so der Fall für die Fingerpicker.

    Ursprünglich wurde AFAIK die Bezeichnung Jumbo von Gibson geprägt, die damit noch NICHT diese heute so markante Form beschrieb, sondern Gitarren, die man heute als Roundshoulder Dreadnoughts bezeichnet. Also Gitarren in der D-Size Glockenform und D-Size Größe, aber mit runden Schultern. Bekannte frühe Modell z.B. die Gibson J-45 (J für Jumbo).

    [​IMG]

    Heute dagegen meint man mit Jumbo eigentlich immer die oben zu sehende Form, die durch Gibsons J-200 bzw SJ-200 berühmt wurde. (SJ = Superjumbo) Klick

    Sonderfälle innerhab der Jumbofamilie sind die Minijumbos, die v.a. durch die Entwicklung der Electro-Acoustic an Bedeutung gewannen. Durch Amp oder PA kann man ja auch mit kleineren Bodys ordentlich Ton und Lautstärke rausholen.

    Grob kann man die in zwei Gruppen einteilen:

    Minijumbos mit tiefer Zarge, wie z.B. die Yamaha CPX. Die Bodytiefe ist annähernd normal, aber der Body selber ist meist etwas kleiner, und sehr oft haben diese Modelle Cut Aways. Insgesamt nicht so laut und fett wie dicke Jumbos. Eher Allroundgitarren.

    Minijumbos mit flacher Zarge (ca 8 cm +-). Die sind nicht nur klein, sondern auch noch flach......und somit doch erheblich leiser. Der Name Jumbo bezieht sich hier tatsächlich nur noch auf die gedrungene 8-Form mit den breiten Hüften. Fast durch die Bank mit Cut Away. Bekanntester Vertreter wohl die APXe von Yamaha.
    [​IMG]

    Andere Bezeichnungen

    Neben den klassischen Martin-Bezeichnungen haben sich (bis auf Size-D, die eigentlich immer Dreadnought heisst) auch andere Namen eingebürgert, die allerdings nicht so eindeutig sind wie die Martin Sizes. Die bekanntesten wären Grand Auditorium, Auditorium, Grand Concert, Concert und Parlor.

    Meist ist Grand Auditorium in etwa eine Size M (OOOO) oder sogar ein Tick größer, manchmal werden auch Jumbo-style-Gitarren so bezeichnet.

    Die Auditorium geht in Richtung OOO

    Die Grand Concert dementsprechend ne OO

    Concert entspricht etwa O

    Parlor ist ne kleinere O oder Size-2, also ne schmale Damengitarre, deshalb heisst die ja auch Parlo(u)r. ;-)

    Hier z.B. eine Grand Concert

    [​IMG]

    Drauf verlassen kann man sich aber nicht. Eine Auditorium ist zwar innerhalb einer Modellreihe wohl immer grösser als eine Concert, eine Concert grösser als eine Parlor, aber ABSOLUTE Angaben gibts nicht.

    Parlors haben allerdings, unabhängig von der Größe, fast immer ne klassische recht schlanke 8-Form wie eine Size-2 und auch rundere Schultern.

    [​IMG]

    Die gibts auch oft mit durchbrochener Kopfplatte und klassischen offenen Mechaniken.

    schönes Parlor-Modell

    Sonderfälle

    Legendärster Sonderfall: Ovation.

    Hier gibt es nicht wirklich Bodyformen (von Sondermodellen abgesehn), sondern die sehen fast alle mehr oder weniger gleich aus. Unterschiede nur in Punkto mit/ohne cut away und in Punkto normales Schalloch oder multisound.

    [​IMG]


    Eine echte Zargentiefe gibt es aufgrund der halbrunden Bodyform auch nicht, allerdings gibts natürlich eine Maximaltiefe (Abstand Decke zum tiefsten punkt des Rückens). Demgemäss werden heute Ovations eigeteilt in

    [​IMG]

    mehr Info


    to be continued......


    Anmerkung: In den Katalogen stehen natürlich oft überhaupt keine Größenangaben, zumal Bezeichnungen wie "Dreadnought" wohl ™s sind, ähnlich wie Strat™ o.ä.

    Oft verstecken sich allerdings Kürzel hinter Modellnamen. Wenn "D"s mit drin sind, spricht das oft für Dreadnoughts (Die D-Reihen von Fender oder Crafter z.B.), "J"s (z.B. Yamaha CJX) deuten auf Jumbos hin etc.pp.

    Manchmal hilft einem aber auch gar nix. Meine Yamaha LSX is pi mal Daumen eine Triple 'O (49/39cm), aber da deutet im Namen erst mal nix auf OOO, Auditorium o.ä. hin.

    Auch bei den Formen gibts natürlich leichte Abwandlungen. Bei manchen OOO-Modellen sitzt die Taille etwas tiefer, es ergibt sich also eine etwas ausgewogenere 8-Form, wo der obere Teil etwas größer ist als bei klassischen Martins. Auch in Punkto Zargentiefe wird je nach Laune herumgedoktort. Flache Gitarren sind natürlich handlicher, v.a. wenn man im Stehen spielt. Der Phantasie der Hersteller sind da keine Grenzen gesetzt....
  3. Peda

    Peda Registrierter Benutzer

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    Hier ne sonderform:

    Fender Stratacoustic

    Fiberglas-body
    laminierte Fichtendecke
    Piezo-Preamp

    Subjektive Einschätzung:
    ich konnte sie noch nicht anspielen, was ich aber machen werde, wenn sich die möglichkeit ergibt. aber ich denke, dass sie aufgrund des niedrigen und etwas kleinen bodys recht dünn klingt, dünner als eine apx. die stratacoustic hat ja nach meiner einschätzung nur ca die hälfte einer dreatnought.
    wenn die bespielbarkeit in ordnung ist, ist sie jedoch sicher eine gute bühnengitarre.
  4. Ray

    Ray Mod Emeritus

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    Da hab ich auch gleich noch eine, die ich schon lange mit reinbringen wollte: Ibanez Talman Akustik-Modell

    [​IMG]

    Vom Typus her eine ganz normale moderne Westerngitarre etwas kleinerer Größe, ähnlich den zahlreichen Minijumbos, die Form jedoch kann die Verwandschaft mit dem gleichnamigen Solidbody-Modell nicht leugnen.

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