Verwirrende MundStückBezeichnungen

von don pepe, 25.03.10.

  1. don pepe

    don pepe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.10   #1
    Hallo Zusammen,
    mich verwirren die unterschiedlichen Bezeichnungen des MundStücks.
    Ich geb mal meine Version vor:
    MundStück besteht aus:
    Bohrung = zylindrisch ca. 15mm
    AusStich = die schräg abgeschnittene, also offene Stelle des Zylindern zur Spitze hin
    Tisch = die leicht konkave Flanke des AusStichs
    Bahn = die Krümmung des AusStichs zur Spitze hin
    Blatt = das geheimnissvolle Stück SchilfRohr was natürlich nicht direkt zum MS gehört
    Bitte um Berichtigung

    Grüße
     
  2. RoBass

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    Erstellt: 29.03.10   #2
    Bohrung ist halt das Loch innen drin auf der Seite zum Body. Die andere Seite (also von der runden Bohrung bis zur Spitze) heißt Kammer.
    Der Ausstich ist die Öffnung selbst also die Gemeinsamkeit aus Kammer und Fenster.
    Rechts und links von der Kammer liegt die Bahn, also der Abschnitt zwischen Tischende und Spitze, auf dem sich das Blatt abrollt.
    Tisch ist die gerade Fläche, auf der das Blatt aufgespannt wird.
    Aber nähere Details dazu kann man auch unter www.klarinette24.de nachschauen. Da gibt es unterm Stichwort Material auch eine Skizze dazu.

    Gruß
    Roman
     
  3. don pepe

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    Erstellt: 29.03.10   #3
    Das MundStück der Klarinette.

    ZusammenFassung:
    Bohrung = zylindrisch ca. 15mm die durchgehend den selben Durschmesser hat
    Zapfen = der verjüngte Zylinder der mit Kork versehen ist, um die einzelnen InstrumentenTeile zu verbinden
    Kammer = ist der Teil der Bohrung zur Spitze (MundAnsatz)
    AusStich = die Öffnung selbst, also die Gemeinsamkeit aus Kammer und Fenster
    Tisch = die leicht konkave Fläche, auf die das Blatt mit seiner ebenen Fläche gespannt wird
    Bahn = rechts und links von der Kammer, der Abschnitt zwischen TischEnde und Spitze

    Blatt = das geheimnissvolle Stück SchilfRohr was natürlich nicht direkt zum MS gehört

    Genau diese Seite hat mich zu der Frage nach den Bezeichnungen veranlasst, weil sie dort anders gewählt sind?

    Grüße
     
  4. RoBass

    RoBass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.10   #4
    Wieso anders? Da heißt der Tisch halt Auflage. Aber der Rest stimmt doch überein. Wo siehst Du da Abweichungen?

    Im englischsprachigen Raum reden wir an dieser Stelle von table (Tisch/Auflage), bore (Bohrung), tenon (Zapfen), chamber (Kammer), window (Ausstichfenster), baffle (Rückwandwinkel, gibt's übrigens im Deutschen bei Klari-Mundstücken gar nicht als Kriterium;-), rail (Bahn/einzelner Schenkel), tip (Spitze), curve (Kurve der Bahn)...

    Man kann sich übrigens die Bezeichnungen auch mal am (etwas komplexeren) Sax-Mundsück anschauen. Da gibt es drei oder vier gute Darstellungen im Web, die auch Hinweise zur sinnvollen Abgrenzung von chamber und bore enthalten.

    Gruß
    Roman


    PS: Die Bohrung ist übrigens nicht immer durchgehend zylindrisch. Der Durchmesser wird nur am Zapfeneingang gemessen. Innen drin kann das sonstwie aussehen, das Innenleben ist halt frei gusto des Mundstückherstellers. Und der Tisch ist nur selten konkav. Viele MUndstücke haben einen ebenen Tisch, der tangetila in die Bahn übergeht. Deshalb ist die nachträgliche Messung der Bahnlänge ja oft auch nicht so einfach ;-/
     
  5. don pepe

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    Erstellt: 31.03.10   #5
    Halt noch die Schenkel, die ich sonst nirgendwo so bezeichnet finde.

    Scheint mir Sinn zu machen, wenn mich das an der Klarinette weiterbringt, werde ichs mir mal näher ansehen.

    Das ist kinderleicht. Man legt das MundStück mit dem Tisch auf einen Spiegel (weil sichtbar plan), dann schiebt man ein möglichst dünnes Papier unter die Bahn bis es an beiden Schenkeln anschlägt, jetzt die Bahn zur Spitze hin auf dem Papier abrollen ud mit einem spitzen Bleistift die Spitze markieren. Die Strecke von der PapierKante bis zum Strich ist die BlattLänge im Bogen gemessen :D
    Wäre interessant zu wissen, ob und wo es dafür Schablonen gibt :gruebel:

    Grüße
     
  6. RoBass

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    Erstellt: 31.03.10   #6
    HIer mal was Lesenswertes vom abosluten Mundstückprofi ;-) Steve läßt wirklich ichts unbeantwortet, was man fragen kann...

    http://www.clarinetperfection.com/CLgallerympc.HTM

    Gruß
    Roman


    PS: Ähem, hatte ich diesen Post nicht schon getsren oder heute beantwortet? Gab's Probleme und ein altes Update?
     
  7. don pepe

    don pepe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.10   #7
    Ähem, keine Probs.
     
  8. RoBass

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    Erstellt: 01.04.10   #8
    OK, dann noch mal:

    Tja, wenn es denn so einfach wäre ;-) Die meisten Bahnen laufen über einen sehr langen Bereich tangential ein. Da machen schon geringste Papierdickenunterschiede eine relevante Bahnlängendifferenz aus. Laß mal 3 Leute mit dem selben Material das selbe Mundstück messen und dann miß selbst mal mit drei verschieden dicken Papieren. Du wirst sehen, da kommen 6 verschiedene Bahnlängen bei raus ;-) Alternativ kann man bei nur leicht gekrümmten Bahnen mit Tuschierfarbe oder Ruß und einer Glasplatte die Tischlänge ausmessen und von der Gesamtlänge abziehen. Der Rechenfehler zwischen gekrümmter und projizierter LÄnge ist unter 0,5mm. Das reicht dann schon als Genauigkeit.

    Also die Papiermethode wird oft beschrieben, aber wer sie wirkcih mal ausprobiert, stellt schnell fest, daß sie äußerst ungenau und oft auch schlecht reproduzierbar ist. Selbst kleineste Andruckpunktveränderung oder eine aufgestauchte Papierkante ergeben 0,5-1mm Differenz. Bei kurzen Bahnen sind das dann schon mal 5%...

    Gruß
    Roman
     
  9. don pepe

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    Erstellt: 27.05.10   #9
    Habe mal ein bischen gegoogled und eine DoktorArbeit von Frau Stephanie Angloher gefunden. Auf den Seiten 48-52 werden sehr genau das MundStück und das Blatt der Klarinette beschrieben. Guckst Du hier
    Grüße
     
  10. RoBass

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    Erstellt: 28.05.10   #10
    Jepp, ist bekannt - und war auch hier im Forum schon mehrmals verlinkt zum Thema KLang deutsch vs. Boehm. Es gibt noh zwei weitere Arbeiten zum Thema, die aber ähnliche Beschreibungen enthalten.

    Gruß
    Roman


    PS: So genau ist übrigens die Beschreibung nicht ;-) gerade beim Blatt fehlt so Einiges, was wichtig ist... Aber das war ja auch icht Sinn und Zweck der Arbeit. Der Schwerpunkt war ja die empirische Testreihe zu den Hörgewohnheiten und pre-causa-Vermutungen als Ursache für "gehörte" Unterschiede.
     

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