Wie richtig üben ?

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Hey, ich bin zwar nicht mehr ganz ein Einsteiger (spiele seit ca. 1 1/2 Jahren) aber ich weiß nicht wo ich mein Problem sonst posten kann.

Ich befinde mich zur Zeit in einer ziemlich kniffligen Lage. Mir fehlt der Schritt von dem "schnellen" Soli ins "ultra-schnelle" Soli. Vielleicht ist Ultra-schnell etwas weit hergeholt, aber ich denke ihr wisst was ich meine.

Viele Solos, wie z.B. das in "Enter Sandman" oder "Wither" von Dream Theater beherrsche ich schon.
Auch beim Improvisieren bekomm ich nen, für meine Verhältnisse, ordentlichen Speed drauf.

Aber bei Solos wie in "As I Am" oder "Constant Motion", beide von Dream Theater bekomm ich unheimlich Probleme.
Schwer sind dabei nicht die schnellen Phrasen an sich, sondern der Wechsel der Phrasen ohne dabei aus dem Tempo zu kommen.

Mein tägliches Üben besteht im Moment aus:

Solo von As I Am (oder einem anderen anspruchsvollen Lied) auf langsamer, aber steigender Geschwindigkeit. Bin z.Z bei 75% der Gesamtsgeschwindigkeit.

Technikübungen (Skalen hoch und runter, Pull-Offs, Hammer-Ons, Tapping) mit Metronom. Ebenfalls steigern.
Schaffe Skalen im Moment bei 170 BPM in Achtelnoten.

Akkordwechsel (komplizierte maj7 oder m7 Akkorde schnell wechseln auf verschiedenen Lagen)

Improvisation (zu selbst erstellten Tracks, ich hab den Boss Looper)

Meistens üb ich am Tage ca. 2 Stunden, wenn ich viel Zeit hab auch öfter, ausserdem führe ich ein Übungsbuch.

Ich hab trotzdem das Gefühl, dass ich diese Ultra-schnellen Solos nie hinbekomme, deshalb meine Frage an die erfahrenen Personen, die mit Leichtigkeit so was machen:

Kennt ihr einen wirkungsvollen und durchdachten Übungsplan ?

mit freundlichen Grüßen
Thomas
 
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Ich kann Dir zwar Deine Frage nicht direkt beantworten, möchte Dir allerdings ein paar kleine Hinweise geben.

Merksatz: Geschwindigkeit ist ein Abfallprodukt von Präzision.
Deswegen immer die Devise: langsam, sauber und ordentlich spielen.
Sonst klingt es am Ende nicht.

Ich wage zu bezweifeln, dass Du nach 1 1/2 Jahren das As I am Solo bei 75% Geschwindigkeit spielen kannst.
Wenn doch - respekt. Aber bedenke: es gibt einen Unterschied zwischen "Können" und "Können".

Dein Übungsplan sieht doch schon mal recht ordentlich aus.
Um sowas spielen zu können braucht es Zeit. Mächtig viel Zeit.

Immer kräftig weiter üben. ;)

Gruß,
LambOfHirni
 
naja dein Übungsplan ist doch schon die Lösung für dein Problem :great:
Du könntest auch nur die schnellen Übergänge üben mit denen du Probleme hast. Mit dem Drumherum was du eh schon "kannst", solltest du dich eher weniger abplagen, wenn du es wirklich "kannst".

Wenn ich du wäre würd ich mir den Kopf nicht über deine "knifflige Lage" zerbrechen. Du bist für die 1,5 jahre ja schon relativ weit und dein Übungsplan ist 100 mal ausgefeilter als beispielsweise meiner...ich wär alleine nie auf die Idee gekommen ein Übungsbuch zu führen :gruebel:
Wenn du so weiter machst wie bisher, dann läuft das.

Was ich für mich herausgefunden habe: Wenn ich nach über 5 Stunden Übungszeit an einem Song nicht auf Geschwindigkeit bzw. auf genügend Präzision komme, dann lasse ich es und geh ein paar Monate später wieder ran. So hab ichs mit dem Enter Sandman solo gemacht, mit Battery (ohne solo), und Farewell Ballad von Zack Wylde hab ich vor über nem Jahr zur Seite gelegt und bekomme Präzision und Geschwindigkeit immernoch nicht dauerhaft gleichzeitig hin.
Imho ist das also was völlig normales.
 
Jemand der Soli von Metallica und Dream Theater richtig beherrscht sollte eigentlich wissen, wie man schneller wird ;)
Meine Güte, du spielst 1,5 Jahre, spielst Dream Theater und beklagst dich dass du wohl nie schnell genug werden wirst :rolleyes:. Sorry, aber das hat schon was von Realitätsverlust. Bis du so schnell über das Griffbrett shredden kannst wie ein Malmsteen oder Batio kannst ruhig noch etliche Jahre dranhängen.
Also, einfach immer schön weiterüben, am sinnigsten natürlich Stücke oder Übungen die genau das enthalten was du lernen willst. Langsam anfangen und immer weiter steigern. So haben die Superstars das auch gemacht.

Ich denke auch nicht, dass da ein großartig durchgeplanter Übungsplan nötig ist, setz dich hin und üb, genau so wie du es damals beim Enter Sandman Solo auch gemacht hast. Um so länger man spielt, desto länger dauert es halt auch immer, bis man wieder merklich spürbare Fortschritte macht, so ist das leider.

Möglicherweise, wenn du Autodidakt bist, kann es auch an schlechter Technik liegen, dann würde sich evtl. mal ein Besuch bei einem guten Gitarrenlehrer lohnen. Grundsätzlich hilft aber, wie gesagt, nur viel Geduld und üben, üben, üben...
 
Merksatz: Geschwindigkeit ist ein Abfallprodukt von Präzision.

Hm, ich finde diesen Satz, der ja ziemlich oft auftaucht, etwas problematisch. Klar, Präzision ist wichtig, damit es, wie Du sagst, am Ende auch klingt.
Aber Präzision ist zwar eine notwendige Bedingung, aber keine hinreichende Bedingung für schnelles Spielen.

Ich habe auch ewig nach dem Muster geübt, zum Metronom und immer nur so schnell, wie es ohne Fehler möglich ist. Dann irgendwann 2Bpm steigern usw.

Allerdings hat mir das nie sehr viel gebracht. Dagegen bin ich am Klavier, wo ich alle diese "Vorschriften" komplett missachtet habe, weil ich Klavier nur als Ausgleich gespielt habe, in kurzer Zeit viel schneller geworden.

Es ist sehr interessant, sich verschiedene Pädagogikartikel im Internetz durchzulesen. Da wird absolut NICHT "immer langsam und sauber" gepredigt.

Ein Beispiel, das oft genommen wird, sind die verschiedenen Geschwindigkeiten eines Pferdes wie Trab, Lauf und Galopp. Der Galopp ist einiges schneller als der Trab, aber eben auch eine völlig andere Bewegungsform. Ein Pferd, das immer im Trab läuft, wird deshalb im Galopp nicht besser.

Nicht falsch verstehen. Es ist auf jeden Fall wichtig, langsam und extrem sauber zu üben. Aber das alleine reicht halt nicht aus.

Eine sehr interessante Methode des Übens habe ich auf Youtube entdeckt. Dort geht es eigentlich um das Piano spielen, aber es lässt sich auch auf die Gitarre übertragen.
Und zwar empfiehlt er, wenn man ein neues Stück übt, eine Passage immer abwechselnd langsam und ultrasauber und danach gleich schnell zu spielen. Dann wieder langsam, dann wieder schnell.

Ich habe das mit der Fuge aus Bachs Lautensuite auf der klassischen Gitarre probiert und die Methode ist wirklich Gold wert. Beim schnellen Spielen merkt man nämlich ziemlich schnell, welche Fehler man sich beim Langsamspielen angewöhnt, die einem sonst gar nicht auffallen.
Zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass ich in der langsamen Geschwindigkeit nach dem Lagenwechsel oft die Position etwas korrigiert habe, was überhaupt kein Problem war, da dafür genügend Zeit war. Allerdings beim schnellen Spielen bleibt für dieses nachträgliche Positionkorrigieren keine Zeit. Also habe ich nach dem schnellen Spielen darauf geachtet, beim langsamen Spielen sofort die richtige Position einzunehmen.
Das bedeutet, dass einem schnelles und tatsächlich unsauberes Spielen helfen kann, sich keine unnötigen Bewegungen beim langsamen Spielen anzugewöhnen.

Ich glaube nicht, dass man unbedingt immer abwechselnd schnell und langsam spielen muss. Aber auch dreimal langsam und einmal schnell bringt einen wohl weiter als nur langsam und sauber zu spielen.

Ich verstehe gar nicht, warum dieses "immer nur in der Geschwindigkeit zum Metronom spielen, wo man keine Fehler macht" als der heilige Gral angepriesen wird. Ich muss ehrlich zugeben, ich war auch immer überzeugt, dass dies die einzige richtige Methode wäre. Dabei hat mir mein klassischer Gitarrenlehrer (ein wirklicher Profi, der Konzerttouren durch Japan und Amerika gemacht hat) einmal gesagt, dass ich AUCH über meiner Geschwindigkeit üben muss, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich hab aber tatsächlich NICHT auf ihn gehört, weil ich von der "Geschwindigkeit ist ein Abfallprodukt von Präzision"-Bewegung total gebrainwashed war.

Ich will hier auch niemanden angreifen. Ich finde nur, man sollte sich mal Gedanken darüber machen.

Ich glaube, dass das "langsam und sauber" vor allem daher kommt, dass viele Anfänger einfach generell zu schnell und unsauber spielen. Mir ist oft aufgefallen, wenn ich jemandem was auf der Gitarre gezeigt hat, dann lief es ungefähr so ab:
Er/sie spielt etwas, macht einen Fehler, ärgert sich, spielt alles nochmal aber um einiges schneller um zu der Fehlerstelle zu kommen, vergeigt wieder, ärgert sich, spielt nochmal schnell bis zu der Stelle...."

Da ist es dann wichtig, auf langsames und sauberes Spielen hinzuweisen.

Aber da geht es auch nicht um Hochgeschwindigkeitsorgien für Fortgeschrittene. Da braucht es dann eben doch noch andere Trainingsmethoden als nur "langsam und sauber".
 
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du hast deinen übungsplan, die antwort ist bei dir einfach ZEIT, nach 1 1/2 jahren as i am spielen kannst mal grob gesagt absolut vergessen, das solo ist verdammt flott ^^.

Ich finds sehr gut das du da sehr konsequent rangehst. Ich will dir jetzt auch nicht zunahe treten. Ich kenn die soli alle von dennen du sprichst und ich dachte auch mal das ich die spielen konnte ;P, die Sache ist dann eher die, das man zwar die töne spielt aber man achtet, gerade als anfänger nicht auf bestimmte kleinigkeiten, verzierungen, betonungen, richtige bendings (auch weil mans teilweiße vll nichtmal wahrnimmt das es falsch ist), achte expliziet darauf und versuch langsam und sicher dem solo noch das gewisse etwas zugeben. Das braucht zeit, und kommt auch mit der erfahrung.

Z.b. Wither ist von den speed wechseln und betonungen (bending---> vibrato) nicht so einfach. Achte da mal genauer drauf, oder poste einfach mal was in unserem höhrproben forum, gibts viele nette leute die mal drüberschauhen können.

Der speed den du haben willst, kommt mit der Zeit, gerade wenn man soviel übt wie du. Da musst du geduld haben, den am anfang sind die sprünge einfach viel viel größer als später. Das stellst du sicher auch gerade fest. Wie gesagt die technick kommt mit der Zeit, achte in der Zeit erstmal auf die kleinigkeiten.

Ach und noch ganz wichtig, nimm dir auch mal Zeit um das gelernte zuvearbeiten, einfach mal einen Tag garnicht spielen. Hilft ungemein, kaum zu glauben oder? Lehrnen beim nichts tun *g*

Lg
Max

*zu dem beitrag über mir* Der vergleich mit dem pferd ist genial. Mir ist früher aufgefallen, das ich langsam extrem sauber war, schnell extrem sauber (und ich war recht flott flott ;P) z.b. (angaben in 16tel) ich konnte sauber spielen bis 140bmp und dann auch wieder ab 180bmp. Aber 140-180 war ich unsauber, und danneben. Das hat mich irgendwie stutsig gemacht und ich dachte, hey what the fuck? Spiel ich etwa ab 180 auch unsauber? War aber nicht der Fall. Wirklich interessant die Sache ^^
 

Nein.

Und jeder gescheite Lehrer und jeder mit gesundem Menschenverstand wird dir sagen, dass du auch mal so schnell wie möglich spielen sollst und danach wieder langsamer. Vorallem wenn man bei einer Geschwindigkeit 'steckenbleibt' kann das hilfreich sein, denn das langsamere fühlt sich dann plötzlich flüssiger, einfacher etc. an.
Das ist aber keine Trainingsmethode, das gehört einfach zum langsam, sauber und präzise spielen dazu.

Zumal man durch die langsame Steigerung der Geschwindigkeit ja auch auf die eben schnelleren Geschwindigkeiten kommt und dann länger dort ausharrt, wodurch man ja die Bewegungen sogar noch besser umstellen kann (meinst ja, dass die Bewegungsabläufe verschieden sein können, was ja zum Teil auch stimmt).
Und du tust ja auch so, als ob man die ganze Zeit bei nur einer LANGSAMEN Geschwindigkeit bleibt, so ist das ja nicht, das steigert sich ja.

Und das Klavier kann man nun wirklich nicht mit der Gitarre vergleichen, ich bitte dich... da liegen Welten zwischen und zwar so, dass die Gitarre nunmal wesentlich komplexer ist von den Bewegungsabläufen und das Feeling ein anderes ist.

Und bevor ich zerrissen werde: Schon alleine Sachen wie Bends, Hammer-ons/Pull-offs bzw. Trills, Harmonics, Muting, Sweeping etc. sind doch jetzt ehrlich nicht mit einem vergleichsweise simplen Tastendruck gleichzusetzen. Bei der (E-)Gitarre und vorallem wenn es virtuoser/schneller werden soll ist das echt ein Kampf, damit alles so klingt wie es soll.
Und das bedeutet NICHT, dass das Klavierspielen einfach sei. Es ist einfach nur komplett anders und es kommt auf total verschiedene Sachen an bei diesen beiden Instrumenten.

Mit freundlichen Grüßen, NoName
 
Was mir auch noch sehr geholfen hat, ist einfach sich das Ganze mal im Kopf vorzustellen.
Setz Dich hin, und stell Dir vor Du würdest so schnell Gitarre spielen. Klappt nicht? Weiter üben, bis es klappt.
Wenn Du es dann im Kopf kannst, wird es eher auch was auf den Fingern.
Wie sollten denn Deine Finger sonst auch schnell spielen können, wenn der Kopf noch gar nicht so weit ist?
Vielleicht hilft Dir das ja weiter.

Grüße,
LambOfHirni
 
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Ich glaube du hast die botschaft nicht ganz verstanden, es ging lediglich um die herrangehensweiße um schneller zuwerde, auch wenn die bewegungsabläufe andere sind ist das prinzip das gleiche.

Lg
Max
 
Ich glaube du hast die botschaft nicht ganz verstanden, es ging lediglich um die herrangehensweiße um schneller zuwerde, auch wenn die bewegungsabläufe andere sind ist das prinzip das gleiche.

Lg
Max

Eben nicht und ich habe auch Argumente geliefert warum das so ist. Darum habe ich keine Lust hier zu diskutieren wenn einfach nur leere Behauptungen aufgestellt werden. Es mag ähnlich sein, ist aber bei weitem nicht das Gleiche.

Birnen sind auch nicht Äpfel.

Mit freundlichen Grüßen, NoName

PS: Zumal dem Threadersteller (und ähnlichen Fällen) nur ein Tipp gegeben werden kann: So weitermachen wie jetzt, wenn du schon solche Sachen nach 1 1/2 Jahren sauber bei 75% Geschwindigkeit spielen kannst, dann bist du besser als 95% aller Gitarristen der Welt und es ist nur eine Frage der Zeit.
Hört auf euch mit Leuten zu Vergleichen die Locker das zehn- oder zwanzigfache an Zeit für Ihr Spiel investiert haben und seid froh, dass Ihr nur in einem Bruchteil der Zeit schon so weit seid. Personen wie Vai und Co. geben selbst zu, dass diese 12 oder mehr Stunden am Tag geübt und gespielt haben und es immernoch tun, rechne das mal hoch auf sagen wir 5 oder 10 Jahre und vergleiche deine knappen 2 Stunden in 1 1/2 Jahren mit der Zahl, du wirst staunen...

Zumal dein Plan sehr vernünftig aussieht, ich persönlich übe zum Beispiel ohne wirklichen Plan, will jedoch auch nicht so schnell werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich übe sowieso rein intuitiv schon immer so wie Stephan1980 das beschreibt. Erst wirklich superultralangsam Ton für Ton um sich überhaupt erstmal die Töne einzuprägen, dann erstmal zur Aufnahme oder Metronom super langsam (ca. 30-50% Tempo) um ein Gefühl für den Rhythmus zu bekommen und wenn das gut sitzt immer abwechselnd mal so rasend schnell wie es nur geht ohne Aufnahme (einfach für das "Speedfeeling"), dann mal wieder super langsam, dann mal wieder zur Aufnahme (die ich immer um 10% schneller mache, wenn es im vorherigen Tempo geklappt hat) usw. Habe nicht den Eindruck, dass das so schlecht ist bisher. Schlecht ist nur, wenn man von Anfang an so schnell wie möglich spielt und halt einfach mal darüber hinwegsieht, wenn man halt mal einen Ton nicht trifft oder einfach den Backingtrack halt lauter macht um es zu vertuschen :D

Ein bestimmter User hat hier im Forum mal gemeint er könne schon so und so viele Lieder mit seiner Band spielen. Alle sehr unsauber, was aber nichts machen würde, da man die Fehler im Bandkontext sowieso nicht hören könnte :rolleyes: - so geht es definitiv nicht.

Bei einfacheren Sachen auch direkt mal von Anfang an relativ flott, wegen ein paar Powerchords muss man sicher nicht bei 50% anfangen und sich dann Tag um Tag um 2% steigern. Dann entwickelt man sich eher zurück als nach vorne.
 

Jetzt ist mir nur nicht ganz klar, was Du mit dem nein meinst. Es scheint sich auf meinen gesatem Beitrag zu beziehen. Hm...

Und jeder gescheite Lehrer und jeder mit gesundem Menschenverstand wird dir sagen, dass du auch mal so schnell wie möglich spielen sollst und danach wieder langsamer. Vorallem wenn man bei einer Geschwindigkeit 'steckenbleibt' kann das hilfreich sein, denn das langsamere fühlt sich dann plötzlich flüssiger, einfacher etc. an.
Das ist aber keine Trainingsmethode, das gehört einfach zum langsam, sauber und präzise spielen dazu.

Du scheinst für Dich schon die perfekte Methode gefunden zu haben. Das ist schön. Ich kann Dir aber versichern, dass nicht jeder "den gesunden Menschenverstand" hat, um aus "Geschwindigkeit ist ein Abfallprodukt von Präzision" herauszulesen, dass er auch über seiner sicheren Geschwindigkeit üben muss. Wenn Du Dir mal viele Threads durchliest, wird ausdrücklich dazu geraten, nur so schnell zu spielen, wie es ohne Fehler geht, weil man sich sonst falsche Sachen angewöhnen würde.
Du schreibst "Das ist aber keine Trainingsmethode, das gehört einfach zum langsam, sauber und präzise spielen dazu." Wenn das tatsächlich so klar ist, dass zum langsamen sauberen und präzise Üben auch schnelles unpräzises Üben gehört, dann hätte ich mir den Beitrag wirklich sparen können.

Zumal man durch die langsame Steigerung der Geschwindigkeit ja auch auf die eben schnelleren Geschwindigkeiten kommt und dann länger dort ausharrt, wodurch man ja die Bewegungen sogar noch besser umstellen kann (meinst ja, dass die Bewegungsabläufe verschieden sein können, was ja zum Teil auch stimmt).
Und du tust ja auch so, als ob man die ganze Zeit bei nur einer LANGSAMEN Geschwindigkeit bleibt, so ist das ja nicht, das steigert sich ja.

Ja, okay, ich verstehe, was Du meinst. Dann will ich es anders formulieren und nicht langsame Geschwindigkeit sagen, sondern sichere Geschwindigkeit. Und diese sichere Geschwindigkeit ist halt zum Beispiel bei schnellen Legato Repeating Pattern oft weit weit unter der möglichen Geschwindigkeit.
Wenn man zum Beispiel eine Hammer-on/Pull-off Sechstole mit dem Metronom in Schleifen spielt und das schrittweise erhöht, kann es gut sein, dass man dabei nur halb so schnell ist, als wenn man nur einen einzigen Durchgang spielt kurz wartet, wieder einen Durchgang spielt usw. Von demher ist es zumindest im Vergleich noch "langsam" beim kontinuirlichen Metronomspielen.

Und das Klavier kann man nun wirklich nicht mit der Gitarre vergleichen, ich bitte dich... da liegen Welten zwischen und zwar so, dass die Gitarre nunmal wesentlich komplexer ist von den Bewegungsabläufen und das Feeling ein anderes ist.

Klar gibt es große Unterschiede zwischen Gitarre und Klavier. Gerade, wenn es um schnelle Hammer-on und Pull-off Figuren geht. Da muss man an der Gitarre ja schon eine Weile üben, um überhaupt die Kraft und Geschicklichkeit zu bekommen, dass die Töne überhaupt klingen.
Wenn man aber mal die linke Hand auf einem einigermaßenen Level hat, dann unterscheidet sich das schneller werden nicht mehr so sehr vom Klavierspielen.
Während man in seiner sicheren Zone spielt, fühlt es sich sowohl am Klavier als auch an der Gitarre an wie "Finger, Finger, Finger". Wenn man dann doppelt so schnell spielt, fühlt es sich anders an, weil man sozusagen Phrasen mit dem ersten Ton abfeuert und die folgenden Töne folgen "automatisch". Es fühlt sich dann eher an wie "Hand, Hand, Hand".

Und bevor ich zerrissen werde: Schon alleine Sachen wie Bends, Hammer-ons/Pull-offs bzw. Trills, Harmonics, Muting, Sweeping etc. sind doch jetzt ehrlich nicht mit einem vergleichsweise simplen Tastendruck gleichzusetzen. Bei der (E-)Gitarre und vorallem wenn es virtuoser/schneller werden soll ist das echt ein Kampf, damit alles so klingt wie es soll.
Und das bedeutet NICHT, dass das Klavierspielen einfach sei. Es ist einfach nur komplett anders und es kommt auf total verschiedene Sachen an bei diesen beiden Instrumenten.

Mit freundlichen Grüßen, NoName

Warum sollte Dich jemand zerreißen. Wir reden ja nur über Übungsmethoden und nicht über wichtige politische Entscheidungen. Ich verstehe auch ehrlich gesagt gar nicht, warum Du Dich so erregst...
 
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Es kann auch vorkommen, dass man wie in eine Blockade kommt.
D.h. man macht keine Fortschritte mehr oder spielt sogar etwas schlechter. Da muss man halt einfach irgendwie durch.
Wie Maxi bereits gesagt hat kann da mal ein Tag Pause helfen um gelerntes zu verarbeiten.
Sonst einfach weiterüben.
Vielleicht stehst du eines Tages auf und es geht plötzlich. Das ist mir tatsächlich einmal passiert. Ich habe etwas mit 16tel auf 80 bpm immer geübt, wurde aber nie schneller.
Am nächsten Tag kam ich plötzlich auf 120 bpm!! Ich habe keine Ahnung wie das passiert ist, es war aber ein super erlebnis.:great:

btw. nach 1 1/2 hätte ich auch gerne so gut gespielt. Mach weiter so!:great:
 
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hallo,

erstmal danke das Ihr so tatkräfig gepostet habt.

Natürlich gibt es nicht das Wundermittel um ein Gitarrenvituose zu werden.
Ich wollte lediglich "auf den richtigen Weg" gebracht werden.
Ich wollte wissen ob ihr Möglichkeiten kennt, mit denen ich mein Training optimieren kann.
Dass man langsam anfangen soll und erstmal sauber spielen soll versteht sich von selbst denke ich.

Schön das ihr meinen Übungsplan gut findet, aber könnt ihr posten was und wie lange ihr übt ?
Ich habe im Board schon von Usern gehört, die 5-8 Stunden täglich üben, aber ab das so sinnvoll ist.
Ich wüsste gar nicht was ich in 5 Stunden machen soll und meine Konzentration würde schon nach 1 1/2 Stunden nachlassen.

gruß Thomas
 
naja zu meinen hauptzeiten:

du kannst locker 8stunden am tag mit üben verbringen, es gab auch tage da hab ich länger gespielt. Denke aber wichtig ist hier eher ob du überhaupt lust zu sowas hast, ist ja auch ein schmarn wenn man kein bock drauf hat und dann meint ''ja ich muss aber'', so isses vll wennst profi bist, aber als hobby wohl kaum^^.

Kleine sache noch zu deinem übungsplan, ich weiß nicht wie bei dir die zeitliche verteilung liegt, also es kommt schon so rüber als hättest du z.b. relativ viel zeit in der Technick und das andere hängt bissle nebendran. und Nebenbeibemerkt, vergiss nicht zwichen all dem solo gefuddle auch mal dein rythmus-spiel zu üben ;-)

Lg
Max
 
Möglichkeiten kennt, mit denen ich mein Training optimieren kann.
Mehr üben oder spielen :D Lohnt sich immer..
Ansonsten sind imho Pull-Offs und HammerOns im Tapping ja irgendwie mit drin, ich hab da einfach mal ein halbes Jahr drauf verwendet, bis ich den Anfang vom Tapping Part von Eruption konnte und dann hab ich mich nie wieder für Tapping oder so interessiert, weil es sich einfach von selbst verbessert hat und auch irgendwie wenig Anwendungen hat.. Es gibt natürlich unendlich viele Gegenbeispiele, aber es ist imho (harte Metal Fraktion) solider, weniger Tapping und mehr Skalen zu üben, im Endeffekt muss man bei beidem die Finger schnell bewegen können, bei Skalen übt man aber noch den Anschlag :)
Das mit dem Übergang von Speed auf Ultraspeed ist son Ding.. Ich hab sozusagen einen Einstieg in die ganz schnellen Geschichten gefunden, also ich bei der Pentatonik mal alle Fülltöne eingebaut hab :) das heißt nicht mehr 1-4,1-3,1-3, usw sondern 1-4,1-2-3,1-2-3,1-3-4,1-4,1-4.. Ich hatte einfach unglaublich lange 1-2-3-4 und Pentatonik geübt und deshalb fiels mir irgendwie leicht und dann entwickelt man ein Feeling dafür.. Aber das noch in Skalen zu spielen und dann noch in den Skalen hoch und runter zu springen, erfordert, glaub ich, einfach noch viel mehr Übung :)

Und ich kenn mich bei deinem Equipment nicht so aus, aber für enorm schnelle Aktionen, bietet es sich doch sehr an, viel Gain zu haben und eine Gitarre mit hohem Output (muss nicht gleich ein EMG sein), weil man einfach nicht so viel Aufwand für Töne benötigt. Bei einer klassischen Jimi Hendrix Fender-Strat, wie sie mir grad vorschwebt, muss man ja oft noch den Ton richtig rauskämpfen, was viele so an ihr mögen .. Ist natürlich ne harte Ansage, damit anzufangen, "shredden" zu lernen ^^ Da müssen die Anschläge dann schon sauber und gut sitzen..

Zu Stephan1980 muss ich nur sagen, dass ich genau die Gedanken auch so langsam hatte, aber man darf es ja irgendwie nicht laut sagen, sonst denkt wieder jeder, man wolle nur unsauber üben :D
 
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Mehr üben oder spielen :D Lohnt sich immer..
Und ich kenn mich bei deinem Equipment nicht so aus, aber für enorm schnelle Aktionen, bietet es sich doch sehr an, viel Gain zu haben und eine Gitarre mit hohem Output (muss nicht gleich ein EMG sein), weil man einfach nicht so viel Aufwand für Töne benötigt. Bei einer klassischen Jimi Hendrix Fender-Strat, wie sie mir grad vorschwebt, muss man ja oft noch den Ton richtig rauskämpfen, was viele so an ihr mögen .. Ist natürlich ne harte Ansage, damit anzufangen, "shredden" zu lernen ^^ Da müssen die Anschläge dann schon sauber und gut sitzen..

Beim Üben halte ich das für eher schlecht. Ich finde es am besten clean oder ohne verstärker zu üben, weil verzerrung Fehler etwas vertuscht und das ganze komprimiert wird. So kann es dann sein, dass es verzerrt nicht schlecht klingt, aber mit weniger oder ohne Verzerrung klingt es dann schlecht. Dazu wird der Sound auch etwas undifferenzierter mit viel Verzerrung. Es kling einfach noch schnell, man kann einzelne Töne aber kaum noch erkennen.
Obwohl zwischendurch die Verzerrung an zu machen finde ich auch gut, weil man so das abdänpfen besser üben kann. Aber eben nur zwischendurch.

Wenn man hingegen in einer Band mit viel Verzerrung spielt kann dies von Vorteil sein, solange man noch nicht sehr gut ist. Ich kam schon von der Bühne, rege mich auf darüber wie schlecht ich das schnelle Solo gespielt habe, und Leute die zuschauten sagten mir wie schnell ich spielen kann. Wegen der Verzerrung und Kompression hat eben kaum jemand gemerkt, dass ich ziemlich viele Fehler machte. Mit einem anderen Sound wäre wohl eine andere Rückmeldung gekommen. Sie wäre aber warscheinlich noch besser gewesen, hätte ich mit weniger Verzerrung und Kompression gespielt und trotzdem sauber.;)
 
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Na gut, live sind immer andere Bedingungen :D Da ist man manchmal schon froh, wenn man überhaupt mehr als einen Ton hört.. Wenn man dann richtig laut spielt, muss man sowieso nochmal etwas anders rangehen, weil nicht-gedämpfte Saiten oft sofort Feedback verursachen ):

Ich hab jedenfalls erst durchs verzerrte Spielen ein Gefühl dafür bekommen, wie das sehr schnelle spielen geht und taste mich jetzt daran, die Noten auch härter anzuschlagen :) Find es schwierig, das anders herum anzugehen
 
Also Steve Vai hat in seinem 3x10 Stunden Workout "nur" 3x1 Stunde Fingerübungen dann 3x1 Stunde Skalen und sonst sehr viel Ohrtraining, Musiktheorie und Co. und der Mann ist ja doch relativ schnell unterwegs..
 
kannst du mir evtl. einen Link für diesen Workout schicken, oder was hat es damit auf sich ?

gruß Thomas
 

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