Neue Saiten aufgezogen - Stimmung Empfindlicher gegen Druck?

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Hey!

Also irgendwie ist mir das hier echt peinlich weil ich nicht weis ob ein Problem vorliegt, oder ob mir dass nur heute
(Nach fast 9 Jahren E-Gitarren Erfahrung) zum ersten mal auffält.

Also ich hab vor etwa 2 Tagen bei meiner Gibson Les Paul Studio neue Saiten aufgezogen. Hab das ganz normale Procedere durchgezogen. Die Saiten haben alle zwischen 1,5 - 2,5 Windungen an den Mechaniken und ich hab sie alle gebendet bis sie Stimmstabil waren. Als ich dann ein paar cleane Sachen gespielt hab ist mir aufgefallen dass die Akkorde, vorallem auf den ersten 3 Bünden irgendwie schief klingen. Zuerst dachte ich es seien die neuen Saiten, als ich dann aber mit dem Stimmgerät nachgesehn hab, ist mir aufgefallen dass die unteren 3 Saiten (tiefe E, A, und D) extrem empfindlich auf Druck reagieren. So kann ich, zb bei der A Saite auf dem dritten Bund nur mit extrem wenig Druck ein reins H bekommen, wenn ich ein bisschen fester aufdrücke ist es gleich mal um 30-40 Cents daneben. Deshalb klingen die Akkorde etwas komisch, da das nur bei den 3 Tiefen, nicht aber bei den 3 hohen Saiten auftritt. Umso weiter ich am griffbrett nach oben gehe, desto geringer wird (logischerweise) der Effekt. Ich weis das dass in einem gewissen Maße ganz normal ist (braucht man u.a. ja auch fürs Vibrato), aber mir kommt vor dass der Druckunterschied sich nie so extrem auf den Ton ausgewirkt hat wie jetzt.

Zu meiner Frage:
Ist die Gitarre falsch eingestellt?

Können die Saiten schuld sein? https://www.thomann.de/at/dean_markley_dm_1972_vintage_reissue_lt.htm
(Es ist allerdings dieselbe Saitenstärke die ich immer verwendet hab.)

Kann beim Saitenaufziehen ein Fehler unterlaufen sein?

Natürlich kanns auch sein dass ich diesen Effekt einfach nie so stark wahrgenommen hab, aber ich dachte ich frag mal lieber nach!
 
Eigenschaft
 
Vermutlich ist sie nicht Oktavrein, also die Saitenreiter an der Brücke müssen so eingestellt sein, dass dir dein Stimmgerät beim leer anschlagen ein bspw. E gibt und der Ton im 12. Bund ebenfalls ein E ist. Musste mal nach Oktavreinheit einstellen googlen, gibts ne Menge Infomaterial dazu und ist nicht so schwer selbst zu machen.
 
Muss nicht nur der flageolett Ton auf dem 12 Bund passen? Weil dann ist sie Bundrein, und das Problem ist leider wo anders zu suchen...
 
Ich könnte mir vorstellen, dass es entweder an einer anderen Saitenmarke oder daran liegt, dass du vorher nicht so darauf geachtet hast. Was Ideentöter geschrieben hat, hat jedenfalls mit dem Problem gar nichts zu tun.
 
Ich könnte mir vorstellen, dass es entweder an einer anderen Saitenmarke oder daran liegt, dass du vorher nicht so darauf geachtet hast. Was Ideentöter geschrieben hat, hat jedenfalls mit dem Problem gar nichts zu tun.

Natürlich kann es was damit zu tun haben. Wobei ich dir recht gebe, wenn es so wäre, würde der Effekt nicht in den unteren Bünden auftreten sondern eher zu den höheren Bünden zunehmen. Ansonsten würde ich eher auf einen zu hohen Sattel oder auch zu hohe Saitenlage tippen? Das es an der Saitenmarke liegt wäre mir neu.

Und der Flageolett wird im 12. Bund, also der Mitte der Saite, immer richtig sein. Du musst schon den gegriffenen Ton als Grundlage nehmen.

Was für ne Bundhöhe hatn die LP? Keine Jumbos, oder? Könnte es daran liegen? Bei Jumbos sollte man bspw. eh immer weniger Druck ausüben.
 
So kann ich, zb bei der A Saite auf dem dritten Bund nur mit extrem wenig Druck ein reins H bekommen, wenn ich ein bisschen fester aufdrücke ist es gleich mal um 30-40 Cents daneben.

Keine Kunst, 3. Bund A-Saite ist ja auch ein C:D

Eine Möglichkeit wäre ein zu hoher Sattel.
Dadurch, daß die Saiten in den ersten Bünden sehr weit gedehnt werden, wenn man dort spielt, klingt das dann sehr "suboptimal".

Wenn Du eine Saite im (jetzt) dritten Bund greifst, wieviel Platz hast Du dann zwischen Saitenunterkante und Bundoberseite im ersten Bund?
Dort dürfte im optimalen Falle gerade ein Blatt Papier durchpassen.
Ist es deutlich höher, ist der Sattel zu hoch.


Greetz,

Oliver
 
Keine Kunst, 3. Bund A-Saite ist ja auch ein C:D
[...]

Es sei denn die Gitarre ist 'nen Halbon tiefer gestimmt... Ich weiß, ich weiß, wurde nicht erwähnt, aber: Wenn dies der Fall sein sollte könnt ich mir vorstellen das man mit den 09-42er Saiten und der kurzen Mensur der Les Paul ganz schnell mal zu kräftig zupackt. :redface:

Ansonsten halte ich auch ein Problem mit dem Sattel für am wahrscheinlichsten, da der Effekt mit zunehmendem Abstand zum Sattel geringer wird...

Allerdings schon merkwürdig, dass es vorher nicht aufgefallen ist, da der Sattel wohl kaum aus eigener Kraft höher werden kann, oder? Und Dreck o.ä. in den Sattelkerben, der diese Auswirkung hat, halt ich auch für unwahrscheinlich... :gruebel: Ich hatte eigentlich damit gerechnet "Ich hab' dickere Saiten aufgezogen und..." zu lesen, aber ist ja auch nicht der Fall...
 
Hmm ja also ich hab einen Halbton tiefer gestimmt, hatte ich vergessen zu erwähnen ;)

Also den Abstand hab ich jetz überprüft, der scheint auch in Ordnung zu sein. Sind auch keine Jumbofrets. Ich hab jetz mal die Oktavreinheit eingestellt, scheint etwas geholfen zu haben, hatte anscheinend was verstellt beim aufziehen. Kann gut sein dass mir der Effekt dadurch das erste mal bewusst geworden ist. Komisch find ich dass trotzdem irgendwie, vielleicht hat ja noch jemand eine Idee was schuld sein könnte, bevor ich mich damit abfinden... Vielleicht sind meine Finger einfach nur kräftiger geworden, oder mein Gehör empfindlicher :D aber ich denke eher das Gegenteil ist der Fall, und mein Tinittus bestätigt das leider ;)
 
Hmm ja also ich hab einen Halbton tiefer gestimmt, hatte ich vergessen zu erwähnen ;)
Sind auch keine Jumbofrets. )
Wenn Du in Eb stimmst, solltest Du mindestens 0.10 auf 46, den Regular Satz von Dean Markley probieren. 0.09 auf 0.42 sind meiner Ansicht nach zu dünn und es kann es kann nur zu Intonationsproblemen kommen. Das die LesPaul Studio keine Jumbo Frets hat, wäre mir neu...da müssten eigentlich Jumbos verbaut sein.
 
AH, das wusste ich nicht, hab nur unter den Specs nachgeschaut und da stand nix von Jumbo frets, du wirst wohl recht haben! Hm 10 Saiten sind schon ziemlich dick find ich, hab anfangs 8er mit standard Tuning gespielt und bin dann auf 9er umgestiegen, als ich einen Halbton tiefer gegangen bin. Werds aber auf jeden Fall mal ausprobieren, vielen Dank für den Tip!
 
Aha! :D

Naja, hab' s ja oben schon gemutmaßt. Anscheinend sind deine Finger wirklich zu kräftig... ;) Wie gesagt, 'ne Paula ist durch die kurze Mensur von Natur aus schon etwas geschmeidiger. Die Saiten sind nicht "auffällig" dünn, aber die Kombination von Mensur und dem Runterstimmen erfordert etwas mehr Zärtlichkeit seitens des Spielers beim Greifen.

Edit: Schau doch noch mal ob die Saitenlage verbesserungswürdig ist. Da Du auch die Oktavreinheit korrigiert hast hat sich hier vielleicht auch noch etwas verändert. Eine zu hohe Saitenlage verstärkt den negativen Effekt.
 
Muss nicht nur der flageolett Ton auf dem 12 Bund passen? Weil dann ist sie Bundrein, und das Problem ist leider wo anders zu suchen...
Bite nicht verwechseln. Bundreinheit ist nciht dasselbe, wie Oktavreinheit. Oktavreinheit kannst du einstellen, Bundreinheit nicht. Das kann allenfals ein guter Instrumentenbauer !!!!

Greets - masterbass :great:
 
Bite nicht verwechseln. Bundreinheit ist nciht dasselbe, wie Oktavreinheit. Oktavreinheit kannst du einstellen, Bundreinheit nicht.


Völlig korrekt.
Mit der Okatvreingheit hat das aber vermutlich wenig zu tun, mit den neuen Saiten vermutlich auch nur wenig.
Dass der Ton seine Tonhöhe verändert, je nachdem, wie fest man greift, ist immer so. Und je höher die Bünde sind, desto stärker ist dieser Effekt.
Ic hfinde deshalb hohe Bünde gut, denn dann kann man schön Vibrato spielen, ohne Saitenziehen, rein durch Änderung des Drucks beim Greifen.

Wenn Saiten biegesteifer sind (also dicker und/oder steiferes Material) wird dieser Effekt ebenfalls etwas stärker ausfallen.
Bei höhenreich klingenden Saiten hölrt man das dann auch eutlicher als be eher dumpf klingenden und/oder runtergespielten Saiten.

Das ist unvermeidbar (es sei denn, man spielt eine Fretless-Gitarre). Da hilft nur, sauber zu greifen, also mitgerade so viel Druck, wie nötig ist, damit es sauber klingt.
Als ich Anfänger war, fehlte mir auch das Feingefühl und ich habe zu stark gegriffen, was zu unsauberer Inoation führte. Das bessert sich mit der Zeit, mit der Routine die man gewinnt und mit der Übung. Je sicherer die eigene Grifftechnik wird, desto weniger greift man mit unnötig viel Druck.

Aufgrund der temperierten Stimmung ist es bei Gitarren sowieso kaum vermeidbar, das manche Akkorde etwas schräg klingen. Je nachdem wie fein das Gehör ist, kann das zuweilen etwas stören. Mein Gehör ist ziemlich auf temperiert geeicht; mir fällt das also kaum noch auf. Anderen geht es zuweilen anders.
Sehr gute Gitarristen können das zum Teil auch durch die Greiftechnik ausgleichen.

Die Tonhöhenänderung bei (zu) festem Greifen in den unteren Lagen (also bis zum 5ten Bund) hängt auch von der Sattelhöhe und saitenlage ab. Deshalb sollte die Saitenlage bei den ersten 5 Bünden möglichst niedrig sein, was einen sauber abgerichteten Sattel und sauber abgerichtete Bünde erfordert. Gibson schlampt bei diesen Punkten gerne mal. Ist die Gitarre neu --> zurück zum Händler und richten lassen.
Ist sie ausserhalb der gesetzlichen Gewährleistung: da bleibt dann nur der Gang zum Gitarrenbauer zwecks Sattel und Bünde abrichten.
Oder eben einfach sauberer greifen. ;)
 
Völlig korrekt.
Mit der Okatvreingheit hat das aber vermutlich wenig zu tun, mit den neuen Saiten vermutlich auch nur wenig.
Dass der Ton seine Tonhöhe verändert, je nachdem, wie fest man greift, ist immer so. Und je höher die Bünde sind, desto stärker ist dieser Effekt.
Ic hfinde deshalb hohe Bünde gut, denn dann kann man schön Vibrato spielen, ohne Saitenziehen, rein durch Änderung des Drucks beim Greifen.



Wenn Saiten biegesteifer sind (also dicker und/oder steiferes Material) wird dieser Effekt ebenfalls etwas stärker ausfallen.
Bei höhenreich klingenden Saiten hölrt man das dann auch eutlicher als be eher dumpf klingenden und/oder runtergespielten Saiten.

Das ist unvermeidbar (es sei denn, man spielt eine Fretless-Gitarre). Da hilft nur, sauber zu greifen, also mitgerade so viel Druck, wie nötig ist, damit es sauber klingt.
Als ich Anfänger war, fehlte mir auch das Feingefühl und ich habe zu stark gegriffen, was zu unsauberer Inoation führte. Das bessert sich mit der Zeit, mit der Routine die man gewinnt und mit der Übung. Je sicherer die eigene Grifftechnik wird, desto weniger greift man mit unnötig viel Druck.

Aufgrund der temperierten Stimmung ist es bei Gitarren sowieso kaum vermeidbar, das manche Akkorde etwas schräg klingen. Je nachdem wie fein das Gehör ist, kann das zuweilen etwas stören. Mein Gehör ist ziemlich auf temperiert geeicht; mir fällt das also kaum noch auf. Anderen geht es zuweilen anders.
Sehr gute Gitarristen können das zum Teil auch durch die Greiftechnik ausgleichen.

Die Tonhöhenänderung bei (zu) festem Greifen in den unteren Lagen (also bis zum 5ten Bund) hängt auch von der Sattelhöhe und saitenlage ab. Deshalb sollte die Saitenlage bei den ersten 5 Bünden möglichst niedrig sein, was einen sauber abgerichteten Sattel und sauber abgerichtete Bünde erfordert. Gibson schlampt bei diesen Punkten gerne mal. Ist die Gitarre neu --> zurück zum Händler und richten lassen.
Ist sie ausserhalb der gesetzlichen Gewährleistung: da bleibt dann nur der Gang zum Gitarrenbauer zwecks Sattel und Bünde abrichten.
Oder eben einfach sauberer greifen. ;)


Ja ich weis, war wohl ein Freudscher Versprecher mit der Bundreinheit :D Der Unterschied war mir bewusst, aber trotzdem danke!


Also nachdem was hier alles so an Vermutungen steht denk ich mal dass ich beim Saitenwechseln was vermurkst hatte, und deshalb die Oktavreinheit verstellt war. Ich hatte deshalb neue Saiten aufgezogen, weil ich meinen neuen Amp mit frischen Saiten testen wollte. Wahrscheinlich hat auch der Soundunterschied dazu beigetragen, dass ich das so stark wahrgenommen hab. Dass ich unsauber greife kann ich mir eigentlich schwer vorstellen, es sei denn ich hätte mich in letzter Zeit verschlechtert :D (was ich nicht hoffe). Wie gesagt, nach 9 Jahren sollte es mir (oder meinem ehemaligen Gitarrenlehrer) eigentlich schon aufgefallen sein wenn ich nicht richtig gegriffen hätte.


Das Problem hat sich inzwischen erledigt. Was genau geholfen hat kann ich nicht sagen, entweder hab ich mich an den Sound des neuen Amps oder die neuen Saiten gewöhnt oder das absolut unfachmännische herumstellen an meiner Gitarre hat tatsächlich geholfen :D Danke Jedenfalls für eure Hilfestellung!
 
Der Effekt, dass die Tonhöhe beim Greifen (Druck) unterschiedlich leicht erhöht wird hat viele unterschiedliche Einflüsse, welche sich auch gegenseitig beeinflussen. Vieles wurde hier schon richtig angesprochen (--> einiges daraus wird in diesem Beitrag wiederum vorkommen).

Die Saitenlage, die Halskrümmung und die Sattelhöhe spielen dabei auch mit --> aber für die nachfolgenden Erklärungen lasse ich dies unberücksichtigt und setze voraus, dass diese Einstellungen optimal sind und die Oktavreinheit eingestellt wurde (und das Thema Bundreinheit, wohltemperierte Stimmung, true-temperament Griffbretter lasse ich hier auch in diesem Zusammenhang unbeachtet)

Einflüsse auf Tonerhöhung durch Niederdrücken der Saite bis aufs Griffbrett:
  • Höhe der Bundstäbchen über Griffbrett
  • Bundweite (z.B. 2. Bund ist deutlich größer als 10. Bund)
  • Flexibilität der Saiten (Saitendurchmesser, Verhältnis Kerndrahtdurchmesser-Umwicklungsdraht, Roundcore- Hexcore, Material, ect.)
  • Zugkraft der Saiten (Stimmung, Saitenstärke)
  • Elastizitätsmodul der Saiten (Stahl, Nylon)
  • Härte der Fingerkuppen bzw. Material bei z. B. Kapo
Wenn eine Saite zwischen den Bundstäbchen bis zum Griffbrett niedergedrückt wird so erhöht sich die Zugkraft der Saite, da die Saite gedehnt wird. Dies kann man berechnen.
Je enger die Bundstäbchen liegen desto größere Zugkrafterhöhung ist möglich, aber es muss auch mehr Kraft aufgewendet werden um die Saite bis zum Griffbrett niederzudrücken.
Code:
Beispiel: Mensur 648 mm blanke e-Saite
Saite        Stimmton        Bundhöhe       Bund       Krafterhöhung       Tonerhöhung
0,009 inch    eb (d#)       1,5 mm          1.Bund        0,0837 kg             14 Cent
0,009 inch    eb (d#)       1,5 mm          8.Bund        0,1252 kg             20 Cent
Wenn man denselben Bund betrachtet und einen Vergleich der max. möglichen Krafterhöhung durch Niederdrücken bis zum Griffbrett bei unterschiedlicher Saitenspannung durch Runter- oder Raufstimmen betrachtet dann steigt die Tonerhöhungsmöglichkeit je geringer die Saitenzugkraft wird.
Grund ist, weil die Krafterhöhung (zwar identisch --> gegeben durch E-Modul und Saitenstärke) bezogen zur Ausgangskraft ein anderes Verhältnis bildet.
Die Krafterhöhung bezogen zur Ausgangskraft beträgt beim nachfolgendem Beispiel im ersten Fall 1,4 % und im 2. Fall 3,15 % obwohl die Krafterhöhung von 0,0837 kg identisch ist.
Code:
Beispiel: 009er e-Saite um 7 Halbtöne auf a runterstimmen
Saite      Stimmton     Bundhöhe    Bund    Zugkraft    Krafterhöhung    Tonerhöhung
0,009 inch    e          1,5 mm     1.Bund     6 kg      0,0837 kg       12 Cent
0,009 inch    a (-7)     1,5 mm     1.Bund     2,65 kg   0,0837 kg       27 Cent
Je stärker die Saite wird desto größer wird zwar die max. mögliche Krafterhöhung, aber auch die Ausgangszugkraft bei Stimmung auf gleichem Ton. Das Verhältnis und somit die mögliche Tonerhöhung bleiben konstant.
Code:
Beispiel: 009er e-Saite im Vergleich zu einer 014er e-Saite
Saite        Stimmton   Bundhöhe       Bund     Zugkraft     Krafterhöhung     Tonerhöhung
0,009 inch     e         1,5 mm        1.Bund      6 kg        0,0837 kg        12 Cent
0,014 inch     e         1,5 mm        1.Bund     14,4 kg      0,2026 kg        12 Cent
Aber erheblich schwieriger wird das Niederdrücken bis aufs Griffbrett bei höherer Saitenzugspannung und noch schwieriger bei engen Bundabständen.

Die Flexibilität der Saiten spielt beim Greifen eine Rolle - vollständiges Niederdrücken bei flexibleren Saiten wird erleichtert und ist beim Greifen mit gewohnter Druckkraft wahrscheinlicher.
Roundcore-Saiten sind flexibler als hex-core-Saiten. Saiten mit dünnerem Kerndraht sind flexibler als Saiten mit stärkerem Kerndraht.
Das Elastizitätsmodul vom Saitenmaterial der Saite speziell des Kerndrahtes hat einen erheblichen Einfluss.
z. B. bei Nylonsaiten ist diese Tonerhöhung extrem gering ausgeprägt, da Nylon ein viel geringeres E-Modul als Stahl hat.

Auch die Härte der Fingerkuppen spielen eine Rolle bzw. das Material welches die Saiten niederdrückt (z.B. bei Kapo): Dünne blanke Saiten werden schwieriger bis zum Griffbrett runtergedrückt als dickere umwickelte Saiten weil die dünneren Saiten schneiden sich stärker in die Fingerkuppen - deswegen ist der Tonerhöhungseffekt beim normalen Greifen bei sonst gleichen Bedingungen bei blanken Saiten erheblich geringer).

Zusammenfassung :
  • Saitendurchmesser größer bei gleichem Kerndurchmesser --> Tonerhöhung schwächer
  • Kerndurchmesser größer bei gleichem Außendurchmesser --> Tonerhöhung stärker
  • Saitendurchmesser größer --> Tonerhöhung identisch
  • Bundweite geringer --> Tonerhöhung stärker
  • Bundstäbchenhöhe größer --> Tonerhöhung stärker
  • geringeres Elastizitätsmodul des Saitenkernmaterials --> Tonerhöhung schwächer
  • größere Mensur --> Tonerhöhung schwächer
  • Runterstimmen --> Tonerhöhung stärker
Einflüsse die ein vollständiges Niederdrücke bis zum Griffbrett erleichtern bzw. begünstigen:
größere Bundweite; geringere Saitenzugkraft; dickere Saiten; Runterstimmen; Flexibilität der Saiten; Roundcore-Saiten; umwickelte Saiten mit dünnerem Kerndraht; härtere Fingerkuppen;

Also durch spezielle Bedingungen kann dieser Effekt der Tonerhöhung durchs Niederdrücken zwischen den Bundstäbchen schon unterschiedlich stark ausfallen. Und viele Faktoren spielen eine Rolle --> auch die Saiten.

Schlusswort: Man kann vieles was einfach und logisch erscheint auch kompliziert betrachten:D.

Hinweis: Alle Kraftangaben sind zur allgemein leichteren Vorstellung in kg angegeben, obwohl dies keine korrekte Einheit für Kräfte ist (korrekt wäre Newton), sondern für die Masse. Die Zahlenwerte wurden mit dem Faktor 9,81 m/s2 (Erdbeschleunigung) umgerechnet.

Edit: Weiterführender Link zum Thema Saiten: [Zubehör] Gitarrensaiten - Wissenswertes über ein Stück Draht (Workshop) vom User -Slience-.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
[...]
Schlusswort: Man kann vieles was einfach und logisch erscheint auch kompliziert betrachten:D.

Gitarre spielen ist was für Dipl. Physiker oder so :gruebel: ... Nach so 'nem Vortrag würde wohl kaum noch jemand anfangen Gitarre zu spielen :D ...

Aber: Respekt für den Beitag. Die eingefügten (Mess-)Werte sind für mich persönlich weniger Interessant, der schriftliche Teil schon mehr. Theorie zu dem was man (mehr oder weniger bewusst :redface: ) praktiziert. :great:
 
Nur mal eine allgemeine Frage: Wieso werden hier Kräfte immer in kg angegeben? Newton (N) wäre irgendwie angemessener...:gruebel:
Das würde der ganzen Sache irgendwie einen korrekteren "touch" geben :D

MfG Stephan
 
... hier Kräfte immer in kg angegeben? Newton (N) wäre irgendwie angemessener...:gruebel:
Das würde der ganzen Sache irgendwie einen korrekteren "touch" geben :D

Da hast Du natürlich recht.
Ich habe vor längerer Zeit, die Entscheidung getroffen für alle Kraftangaben betreffend Gitarre (Saitenzug, ect.) als Einheit kg zu wählen, obwohl es nicht richtig ist.
Die Überlegung dabei war, dass jeder (auch jene die bezüglich Physik das Kriegsbeil ausgegraben haben) eine reale oder leichtere Vorstellung über die Kräfte bzw. deren Größenordnung hat.
Obwohl zwar jene, die in der Schule aufgepasst haben oder physikalisch und technisch versiert sind sofort erkennen, dass kg als Krafteinheit falsch ist, können sie trotzdessen mit den Zahlenwerten eine reale Vorstellung verbinden genauso wie jene die mit "Newton, dyn, kp, lbf, pdl, ect." nichts anfangen können --> umgekehrt ist dies nicht so.

Ich werde dies beibehalten und in Zukunft eine Fußnote betreffend dieses beabsichtigten Fehlers einfügen:

Hinweis: Alle Kraftangaben sind zur allgemein leichteren Vorstellung in kg angegeben, obwohl dies keine korrekte Einheit für Kräfte ist (korrekt wäre Newton), sondern für die Masse. Die Zahlenwerte wurden mit dem Faktor 9,81 m/s2 (Erdbeschleunigung) umgerechnet.

Vielleicht würde diese Fußnote ein Mod im betreffendem Beitrag ergänzen und kann eventuell für alle eine akzeptable Lösung der "Kilogramm-Newton-Verständnisproblematik" sein.
 
Vielleicht würde diese Fußnote ein Mod im betreffendem Beitrag ergänzen und kann eventuell für alle eine akzeptable Lösung der "Kilogramm-Newton-Verständnisproblematik" sein.

Ihr Wunsch ist mir Befehl! :)
 

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