Beim Spielen erhitzt sich die Luft im Balg des Instruments bis auf 80 Grad Celsius.

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Stimmt das? Das steht so in einem Zeitungsartikel. Kann ich so nicht glauben. Mein Akkordeon fühlt sich nach einer Stunde spielen nicht heiß an. Nur Körperwarm vielleicht.
Was meint Ihr?
 
Gib doch mal die Quelle an - dann sehen wir weiter...
 
Nun ja, eine Luftpumpe kann ja auch ordentlich heiß werden. Hängt vielleicht an der Konstruktion: Di eEngstelle (Ventile) liegen vermutlich ja eher weit innen. Wenn man dann noch den einen oder anderen Liter Luft mit erwärmen muss, merkt man da nicht so viel von ...
 
Das wird schon jemand gemessen haben ;) . Man muss bedenken, dass ja nicht "dieselbe" Luft konstant im Balg ist, sondern raus und wieder neue rein geht. Das Balg-Material ist auch ein schlechter Wärmeleiter. Der Spieler wird da nicht wirklich die Spitzentemperaturen zu spüren bekommen, sonst gäbe es schon seit laaanger Zeit Hitzeschutzwamste für Akkordeonisten :ROFLMAO: und sicher auch Zubehör z.B. zum Würstelbraten während des Spielens :D

Man muss auch mal schauen, was in dem herangezogenen Zeitungsartikel wirklich und wörtlich steh. Hier angegeben ist ja "bis auf 80 Grad Celsius". Das ist wie bei der Werbung für Zahnzusatz- und Tierkrankenversicherungen mit "zahlt bis zu 100 %" :rolleyes:. Das kann alles von 0 bis zum genannten Wert sein. @MS-SPO hat völlig Recht mit dem Vergleich der Luftpumpe, aber es kommt beim Akkordeon einfach auch darauf an, was wann wo wie gemessen wurde. Wenn man nur mit Dreiklängen oder gar einfach einigen Tasten direkt nebeneinander wie ein Wilder hin und her reißt, ist das etwas anderes, als wenn man einen Musette-Walzer spielt.

Also meine ich: Kann sein, aber "Versuchsbedingungen" völlig unklar (womöglich hat der Schreiberling das auch nicht angegeben, sondern wollte einfach nur einen reißerischen Spruch ...
 
Akkordeonspielen als Beitrag zur Energiewende!
 
Ich denke es ist totaler Quatsch. Natürlich entsteht wo Luft komprimiert wird Wärme, aber nicht in einem solches Ausmaß und schon überhaupt nicht beim normalen Spiel. Wenn ein Akkordeon so heiß werden würde, dann hätte man nach einiger Zeit nur noch Einzelteile weil die meisten verwendeten Kleber bei 80°C flüssig werden. Also, sofern dir deine Stimmplatten und ähnliches nach dem Spiel nicht entgegen fallen, dann kannst du davon ausgehen das es nicht so warm wurde. Wenn jemand sein Instrument in der Mittagssonne der Sahara als Luftpumpe nutzen würde, dann wäre das eher realistisch :)
 
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Das steht so in einem Zeitungsartikel. Kann ich so nicht glauben
Ja iss n schon wieder 1. April? ... hab ich was verschlafen???

Also mein Akkordeon wird nach längerer Spielzeit schon warm.. speziell da, wo meine linke Hand anliegt und da wo die Sonne draufscheint!

... aber vom Spieldruck...? :rofl:

...Vom Spieldruck sicher nicht ... zumindest nicht in dem Maße dass man es im normalen Betrieb feststellen könnte!


Physikalisch gesehen im Detail betrachtet tut sich da natürlich schon was, aber das ist so wenig, dass man das im normalen Leben schlicht vergessen kann. Es ist durchaus so, dass man beim Spiel auf Druck ja Luft komprimiert... Und der Vergleich mit der Luftpumpe ist zwar nicht wirklich falsch, aber auch nicht zielführend, denn die Dimension die man miteinander vergleicht liegt um Welten auseinander!

Eine Luftpumpe erzeugt , wenn ich z.B. mein Rennrad aufpumpe einen Kompressionsdruck von 8 bar, oder anders ausgedrückt 8000 Millibar Und davon wird die Luftpumpe ganz ordentlich heiß, denn gemäß den thermodynamschen Gesetzen erwärmt sich Luft, wenn man die komprimiert. Beim Akkordeon sprechen wir bei kräftigem Spieldruck von ca. 400 Pascal... das sind ungefähr 4 Millibar... im Vergleich zu meiner Luftpumpe also ungefähr 1/2000 dessen was wir mit der Luftpumpe erzeugen! Und wenn meine Luftpumpe in dem Bereich , wo die komprimierte Luft zusammengepresst wird, so ungefähr 50ºC bis 60ºC heiß wird kann man sich grob vorstellen, von wieviel wir sprechen, wenn wir beim Akkordeon nur den 1/2000 Teil der Kompression durchführen!... Die Zahl wird zwar nicht 0 ergeben, aber schon so ziemlich in die Richtung gehen!

Zudem kommt ja noch dazu dass , wenn wir auf Zug spielen, sich der Effekt umkehrt... und sich die Luft im Balg abkühlt. Das ist dann theoretisch in erster Näherung ein Nullsummenspiel und hebt sich auf.

Praktisch ist das natürlich kein Nullsummenspiel, denn es passiert ja gleichzeitig, dass die Wärme bei der Kompression auch an die Umgebung abgegeben wird und dann ins Gehäuse diffundiert und dann die Balgluft bei Spiel auf Zug sich auch wieder mit frischer Luft mischt... etc. etc... So dass die korrekte Rechnung ziemlich kompliziert wird... Im Endeffekt ist das auf jeden Fall ein Wert, der so gering ist, dass man hier vermutlich schon in einem physikalischen Messlabor Schwierigkeiten haben würde das einigermaßen korrekt zu messen.

Unter´m Strich wird mechanische Arbeit ins Instrument reingesteckt und im Endeffkt davon immer ein Teil irgendwie in Reibungswärme umgesetzt.. aber das ist hier so wenig, dass man das im Normalfall in der Praxis nicht messen kann, geschweige denn fühlen kann!
 
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Hier der Zeitungsartikel...
leider ist er Artikel nicht frei lesbar... schade... hätte mich interessiert wie die zu den 80ºC gekommen sind! Da muss noch irgend eine spezielle Annahme dabei sein. Denn nur vom Spielen ist es nicht möglich auf die Temparatur zu kommen!
 
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Fake News machen also auch beim Akkordeon nicht halt,
viel heiße Luft um nix...
 
Da hat jemand über eine regionale Firma "berichtet", weil man was zum "drucken" brauchte". Das machen ja "alle" so und es ist grundsätzlich nicht verwerflich.

Es wurde die Homepage herangezogen
https://akkordeonmanufaktur.de/
und es wurden Leute interviewt und etwas sensationell Anmutendes als Aufhänger gewählt. Das machen ja "alle" so und es ist grundsätzlich nicht verwerflich.

Vermutlich will sich auch die Firma ins Gespräch bringen, wie auch z.B. hier

Weltmeister in 3D: über die Digitalisierung im Akkordeonbau

Das machen ja "alle" so und es ist grundsätzlich nicht verwerflich.

Jeder Journalist will, dass seine Beiträge gelesen/beachtet werden, und gerade "Wissenschaft" möchte beachtet werden, wie z.B.

Die Instrumentenforschung geht neue Wege

Ich selbst hatte mal einen Mandanten auf dem Gebiet
https://haglmo-harmonika.de/
und es wurde eine verbesserte Mechanik für die Tasten/Knöpfe patentiert
EP909259 - Harmonika oder Akkordeon

Es ist also ganz normal, dass es Weiterentwicklung gibt, auch wenn es sich um Produkte mit langer Historie handelt.

Und dann braucht man ja auch immer Themen für Bachelor- und Masterarbeiten ...

Zum Thema "Temperatur, 80 °C/Grad, Akkordeon, Balg" findet google nichts (also auch keine veröffentlichten Forschungsarbeiten). Aber scheinbar ist die Temperatur für den Balg schon ein Thema:

Flexibler Akkordeon balg aus Hoch temperatur gewebe

(sprachliche Nachsicht mit der übersetzten Seite ist angebracht)

Also wird wohl schon mal jemand Temperaturen gemessen haben, aber nachdem ich nicht regelmäßig etwas über abgefackelte Akkordeonisten oder solche mit Verbrennungen lese und sich das Instrument ja auch seit vielen Jahren behauptet, was ja bei Gesundheitsgefährdung nicht passiert wäre, ist das Ganze sicher weniger spektakulär als es sich liest, wobei es vermutlich heißen müsste: Spitzentemperaturen im Akkordeon von bis zu 80 °C an den und den Bauteilen bei der und der Belastung.

Wie man sieht, hat der Zeitungsartikel jedenfalls zum Nachdenken und zum Recherchieren angeregt, bleibt aber eben unfundiert.
 
Aber scheinbar ist die Temperatur für den Balg schon ein Thema:

Flexibler Akkordeon balg aus Hoch temperatur gewebe
na ja, außer in der Überschrift wird die Eigenschaft "Hochtemperaturgewebe" nirgends thematisiert. Ich vermute, dass dieses Material für einen anderen Anwendungsbereich entwickelt wurde, in dem die Temperatur bzw. hohe Temperaturen eine Rolle spielen.

Spitzentemperaturen im Akkordeon von bis zu 80 °C an den und den Bauteilen bei der und der Belastung.
das halte ich eher für einen Messfehler (egal, an welchem Bauteil und bei welcher Belastung - solange letztere im Bereich des Spielbetriebs liegt; schließlich schmilzt das Wachs, mit dem die Stimmplatten im Instrument befestigt sind, bei niedrigereren Temperaturen) oder einen Interpretationsfehler. Jede Messung ist nur so gut wie der, der sie interpretiert und wer misst, misst auch Mist. Ich weiß das, ich messe beruflich, wenn auch nicht Temperaturen ...
 
... das einzige , das sich am Akkordeon auf nahe 80° erhitzt bin ich ,
passiert meist bei fatalen Fehlern vor Publikum.
 
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Vielleicht wurde Temperatur mit Neigungswinkel verwechselt :D
 
Als Gott sah, wieviel Schwachsinn die Menschen produzieren, hatte er den Schmerz noch nicht geschaffen.
(frei nach morino47)
 
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Hallo,
Sie müssen beim Spielen vorsichtig sein und alle Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen beachten.
:evil:

heiße herzliche Grüße, Vladimir

toupsfestival.jpg
 
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Seht ihr wie es raucht?






Oder sie sind von dem allseits bekannten Meme ausgegangen:

1664188084109.png
 
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Die Hitze kommt von der heißen Musik. Die beste Lösung ist kein Feuerlöscher. Am besten wechselt man zwischen Cool Jazz und Hot Jazz ab. Wenn es dann zuviel Hot Jazz war und man selber Feuer gefangen hat, muss man halt die Wassermusik intonieren. Dann gibt sich das wieder. Das Instrument hält das aus.
 
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Ich weiss gar nicht, was ihr wollt:

In dem Artrikel steht, ich zitiere:

"So hat ein Professor der Freien Universität Berlin ermittelt, dass sich die Luft im Balg beim Spielen bis auf 80 Grad Celsius erwärmt." Zitat Ende.

Das ist doch alles richtig. Da steht nicht, dass es 80°C im Instrument warm wird. Man beachte die feinen Nuancen der Formulierung.

Maxito hat ja die physikalischen Grundlagen dargelegt. Dabei muss man aber bedenken, dass es vielleicht doch mikroskopisch kleine Teile gibt, die diese Temperatur erreichen können. Aber es wird von der Luft im Balg gesprochen. Und da sind solche Werte abenteuerlich bzw. völliger Unsinn.
 

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