Der Röhren-Charakter-Thread: Unterschiede von EL34, 6L6, KT88, 5881 u.v.m.

  • Ersteller Gatecrasher
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Liessen sich die KT88 auch in meinen JCM 900 einbauen? Die klingen nämlich sehr interessant.
 
Bei Tubetown gibt es im Infobereich eine 9-seitige Übersicht über die verschiedenen Röhrentypen mit Anwendungsbeispiel für Musikrichtungen / Klancharakteristiken: Die "TT-ultimative-Tubemap". Überhaupt recht informativ, der Infobereich von TT wie ich finde.

Hier der Link

Edith sagt ... oops sorry, ich habe den Post von drunk in public übersehen ... sorry.
 
el34 ist doch grad weil sie so kratzig ist geil für manche metal sachen ich hab irgentwo gelesen das es nen rivera knucklehead mit el34 gibt und der bei .. ähh slipknot glaub ich zum einsatzt kommt
 
Großschreibung ist auch geil für die Lesbarkeit, ich hab schon irgendwo gelesen, dass man daher einige Wörter großschreibt ... Im Musikerboard hab ich das glaub ich auch schon gesehen.

Und für Metal ist in erster Linie die Vorstufe entscheidend und nicht die Endstufe...weil man 6L6GC genauso brizzeln lassen kann wie man EL34 singen lassen kann, aber im selben Amp brizzelt die EL34 mehr, weil sie IIRC weniger Durchgriff hat...kann man sich alles schön physikalisch herleiten, ganz ohne hörensagen und Voodoo...

MfG OneStone
 
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Ich verstehe noch nicht so richtig, warum hier Endstufenröhren-Sound diskutiert wird, ohne wirklich über die Kombination mit verschiedenen Vorstufenröhren verschiedener Hersteller zu sprechen.

Macht imo auch deshalb wenig Sinn, weil ich annehme, das die Wenigsten verschiedene Endstufen-Röhren in die Sättigung fahren und dann noch wirkliche wahrnehmbare Unterschiede jenseits der Psychoakustik hören können..
Zumal dann noch die allerwenigsten hier identische Amps mit verschiedenen Röhrentypen testen können um einer Röhre einen tatsächlich eigenen Grundsound zuordnen zu können...

Ich kann meinen 50W(!) Röhrenamp mit 2x12er zB im Proberaum mit Ohrstöpseln nicht voll ausfahren, ohne nach 5 min spielen 10 min pause zu brauchen, damit sich das Klangbild wieder unterscheiden lässt... Bei der Lautstärke klingt alles schnell gleich. Wie soll denn das dann bei den 100W und 4x12" gehen?
Oder sieht das jemand anders?

Von daher finde ich auch schon die TT-Tubemap schwierig, man muss klar sagen, das das nur ein ungefährer Leitfaden ist.
(irgendwo hier im forum gibts folgende sig.:"Kategorien sind für Leute, die die Komplexität nicht begreifen!" da ist leider was dran)
 
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Spielen 6V6 oder KT66 überhaupt irgendwo eine Rolle? Finden sie in einem Verstärker Einsatz? Und wo könnten sie, in Bezug auf das bislang sehr interessante Vorgenannte, eingestuft werden?

6v6 sind im fender de luxe reverb (und anderen kleineren fender amps) eingebaut.
der amp (reissue neu von handverdrahtet) klingt weicher und sweeter als meine endsechziger twin oder 4 x 10 superreverb.

das kann natürlich an allerhand möglichem ausser den röhren liegen (z.b., der twin bleibt als 100 watt maschine mit gleichrichterdiode bis in hohe lautstärken clean, was den den eindruck einer gewissen härte hervorrufen kann).

mit freundlichem groove hanno
 
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züborch;2897380 schrieb:
Ich verstehe noch nicht so richtig, warum hier Endstufenröhren-Sound diskutiert wird, ohne wirklich über die Kombination mit verschiedenen Vorstufenröhren verschiedener Hersteller zu sprechen.

"Kategorien sind für Leute, die die Komplexität nicht begreifen!" da ist leider was dran)

hi folks,

mir ist sonnenklar, dass bestimmte sounds nicht nur (oder vielleicht sogar kaum) von endstufen röhren abhängen.

gerade deswegen würde ich die unterschiede gerne mal über EIN gerät wie z.b. den reussenzehn EL34 anhören. mal abgesehen davon, dass wir da nicht nur röhrenunterschiede, sondern auch ein ganz spezielles ampdesign hören, wäre das ja mal der erste schritt

a.) immer wieder gehörte allgemeinplätze, vorurteile und mythen zu überprüfen.

b.) die komplexität des zusammenspiels der einzelteile zu reduzieren auf einzelne nachvollziehbare (oder beweisbare) unterschiede.

für die metallfreaks, deren sound ja im pre-amp gemacht wird, ist das vielleicht nicht so wichtig, als blueser lebe ich von den sounds und färbungen u.a. im grenzbereich von clean und sättigung.

und da vermute ich schon unterschiede ob z.b. ein JTM 45 mit KT 66, 6L6 oder EL 34 bestückt ist.

mit freundlichem groove hanno
 
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Die 5881 ist angeblich die militärische, robustere Version der 6L6GC, sie hat etwas mehr Headroom als die 6L6GC,

Ein immer wieder gehörter Mythos, hab ich auch lange geglaubt. Wahrheit ist, die 5881 wurde von Tung-Sol als Audio Röhre entwickelt, nicht speziell für Militär. Sie hat höhere Leistunsdaten als die 6L6-Typen ihrer Zeit, nämlich die 6L6 (Metallröhre) und die "Coke-Bottle" 6L6G. Sie hat jedoch niedrigere Werte als die 6L6GC wie man auf jedem Datenblatt nachlesen kann, und somit auch weniger Headroom.

Wahrscheinlich kommt das Gerücht daher, daß eine russische Militärröhre, deren Daten ähnlich wie die der 6L6 sind, als 5881 verkauft wird. Die war tatsächlich als Servo-Steuer-Röhre in russischen Kampffliegern eingesetzt, ist aber weder eine 6L6 noch eine 5881 (deshalb müssen Amps, deren 6L6 mit dieser "5881" ersetzt werden, auch neu eingestellt werden, d.h. ein Rebias)

Spielen 6V6 oder KT66 überhaupt irgendwo eine Rolle?

Sicher. Die 6V6 war in den USA die verbreitetste Endstufen-Röhre überhaupt, wurde als kommerziellere, kleinere Variante der 6L6 entwickelt, und arbeitet, wie nite-spot sagt, in den kleineren Fender Verstärkern der klassischen Ära (z.B. Champ, Princeton, Deluxe) und in den neuen Deluxe Reverb Reissue sowie Super Champ XD, zum Beispiel. Die KT66 ist der 6L6GC ähnlich und bei Stereo-Freaks beliebt.

Und was ist mit EL84? Sind die Verwandt mit EL34?

Die EL84 ist eine Endpentode wie die EL34, nur kleiner, und war die verbreitetste Endpentode in Europa (war in fast jedem Radio drin).

Was ich auch gesehen habe: Er hat neben den 12AX7-Vorstufenröhren auch noch 12AT7-Röhren drin (für Reverb und FX-Loop).

12AX7, 12AU7 und 12AT7 entsprechen den europäischen ECC83, ECC82 und ECC81. Weil sie dieselben Heizdaten und dieselbe Sockelbelegung haben (d.h. dieselben Anschlußstifte sind jeweils zu denselben Elementen in der Röhre verbunden) ist es beliebtes Spiel, mit den verschiedenen Typen zu experimentieren (z.B. eine 12AT7 in einen Steckplatz für 12AX7 stecken u.ä.). Sollte man aber nicht machen, das kann u.U. sogar zu Schäden führen.

Die ECC83 bzw. 12AX7 ist eine Audio-Vorverstärker-Röhre, und deshalb findet man sie fast immer in der Eingangstufe von Amps. Die ECC82 bzw. 12AU7 und die ECC81 bzw. 12AT7 sind als Treiberröhren gedacht, d.h. zum Ansteuern der Endstufe, wobei die ECC81 auch für UHF also Radiofrequenz geeignet ist. Die ECC82 wiederum war häufig in Meßverstärkern eingebaut.

Weil auf dem Gebiet Röhrentechnik unheimlich viel Geld gemacht wird, auch heute noch, finden sich da allerhand Märchen und man sollte nicht alles glauben, was man im Internet oder in Publikationen der Röhrenhändler findet. Besonders berüchtigt für solche Fehlinformationen ist übrigens Aspen Pittman, der Inhaber der Firma Groove Tubes, der auch schon mal russische 6L6 Röhren als 6V6 verkauft hat.
 
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Die EL84 ist eine Endpentode wie die EL34, nur kleiner, und war die verbreitetste Endpentode in Europa (war in fast jedem Radio drin).

.

so eine ist in meinem telefunken-röhren-radio aus den 50er jahren drin (mit magischem auge, für die voodoo-freaks).

ich hatte die EL84 noch nie gewechselt, und ich finde den klang immer noch sehr gut
(viel besser als diese neumodischen 60er jahre transistor-grützgurken mit dem sterilen sound !!!).

das musste gesagt sein ! hanno
 
Spielen 6V6 oder KT66 überhaupt irgendwo eine Rolle? Finden sie in einem Verstärker Einsatz? Und wo könnten sie, in Bezug auf das bislang sehr interessante Vorgenannte, eingestuft werden?

Jo - außer in diversen kleineren Fendern (wie schon beschrieben) steckt die 6V6 auch in meinem Madamp A15 mit 15 Watt drin

Gruß

Tom
 
wie is das denn jetzt, ich habe einen 40 jahre alten Dynacord Hifi Favorit II mit 2xEL34 und 1xECC81
80Watt sinus und 2x 4x10" boxen als fullstack(40 watt pro speaker, also insgesamt 240)

mich würde mal interessieren was ich da an röhren reinmachen kann außer die EL34 und vorallem gibt es keine ECC81 mehr und ob da die ECC83 passen würde?
mein freund spielt da ein bass drüber und über diesen amp klingt er auch wirklich aggresiv, wie die röhren auch beschrieben, wenn er zB. am slappen ist, echt schön knackig und druckvoll.

hier das datenblatt

und noch eine frage, was ist der unterschied zwischen den verschiedenen typen im EL34 bereich also:
GROOVE TUBES EL34R QUARTETT
Sovtek EL34
Engl EL34
KOCH RÖHRE EL34B-STR; GRADE 5

usw. usf.
 
Sonöar;3134892 schrieb:
mich würde mal interessieren was ich da an röhren reinmachen kann außer die EL34 und vorallem gibt es keine ECC81 mehr und ob da die ECC83 passen würde?

Die Info, dass es keine ECC81 mehr gibt, ist falsch. Die ECC81/12AT7 wird noch gefertigt (JJ zum Beispiel) und es sind noch ausreichende Restbestände an alten NOS-Röhren vorhanden. Und die ECC81 ist NICHT mit der ECC83 ersetzbar, da stimmt dann garnix mehr in der Dimensionierung der Endstufe!

Zu den EL34 kann man sagen:
Der Amp holt 70W aus 2x EL34. Ich habe hier einen Dynacord Eminent 2 T, der hat die selbe Röhrenbestückung und macht 80W RMS. Als Anodenspannung habe ich 760V gemessen, das ist nah an den 800V, die die EL34 darf.

Weder 6L6GC noch KT66 sind für diese hohe Anodenspannung zugelassen, die einzige Röhre, die in den Verstärker gehört, das ist die EL34.

Sonöar;3134892 schrieb:
und noch eine frage, was ist der unterschied zwischen den verschiedenen typen im EL34 bereich also:

Der Preis und die Qualität. Nicht jede Röhre rennt an so hohen Spannungen noch gut, obwohl sie es eigentlich tun müsste. Was bei niedrigen Anodenspannungen (450-500V) noch so nett blau schimmert, das wird bei fast 800V zu einer netten Gasentladung und dann machts gut BUMM und die Röhre und/oder die Endstufe sind tot.

Ich würde daher nur EL34 kaufen von denen ich weiß, dass sie auch an 800V ordentlich funktionieren und die NICHT leuchten. Außerdem muss man bei so einem Verstärker ZWINGEND das BIAS einstellen. Der Verstärker hat relativ wenig Ruhestrom (B-Betrieb), und bei der Anodenspannung ist ein falsch eingestelltes BIAS relativ schnell tödlich.

Einen EL34-Tipp möchtest du jetzt wahrscheinlich noch haben... geh mal auf www.tubetown.de und frag bei denen an, welche Röhren die nehmen würden. Ich denke, dass die Svetlanas (die hab ich schon bei 850V getestet) eine gute Wahl wären. Auch ECC81 solltest du dort finden.

MfG OneStone
 
danke danke
was is den das Bias? ich bin drummer und kenne mich eher mit der electronik aus als mit den amps(aber warscheinlich gehört das auch zur elektronik:D)
 
Eine 6V6 würde ich nicht in einen EL34/6L6GC Amp stecken, das gibt ein Feuerwerk...
Ganz sicher? Ich bin in zwei Threads (Plexi Palace und Gear Page) drauf aufmerksam gemacht worden, dass es sehr wohl geht und geil klingt. Eine Anpassung muss allerdings vorgenommen werden, Impedanz halbieren wie beim "Röhrenziehen" (wenn ich mich korrekt erinnere). Auch im TT Forum wurde mir bestätigt, dass das so klappen sollte.

Ich werd's demnächst auf jeden Fall mal testen, es sei denn, ich höre hier noch einen begründeten Einwand :) JJ und EH 6V6 sollen auf jeden Fall die Anodenspannung <500V abkönnen...

Weitere reine 6V6 Amps:
Marshall Studio 15 (mittlerweile sehr begehrt)
Ampeg J-20
 
Hallo
ich hab mal eine Frage ich denke, das passt hierhin.

Ich möchte meinen Bassman so clean als möglich kriegen, aber liebsten so, das er überhaupt nicht zerrt, also Vol voll auf und nur lauter und clean.

Ich habe jetzt in V1 die 12AX7 gegen eine 12AT7 getauscht, was schon etwas gebracht hat.
Kann ich jetzt die 6L6 gegen andere Röhren tauschen, würde das etwas in meinem Sinne bringen? Wenn ja, welche müsste ich da einsetzen.

Natürlich möchte ich keine Lautstärkeverluste durch diese Massnahme haben.

Könnt ihr mir da weiterhelfen?
 
Wenn die Leistung nicht reicht und das Ding deshalb zerrt, dann kannst du auch keine Leistung herbeizaubern...

Die ECC83 durch eine ECC81 zu ersetzen bringt weniger Verstärkung und dadurch weniger Verzerrungen, das ist logisch. Aber die Endröhren zu tauschen bringt wohl nichts...

MfG OneStone
 
Wenn die Leistung nicht reicht ..............

Nöö, die Leistung reicht schon.

Nur beim letzten Quentchen Volume - so ab 16 Uhr bis Vollanschlag - fängts noch an zu zerren und ich dachte, wenn man dieses Quentchen in cleane Lautstärke durch Röhrentausch erzielen könnte, wärs gut.

Aber wenn nicht mehr rauszuholen ist, bleibt es so, wie es ist.

Jedenfalls danke für den Hinweis.
 
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Du könntest mal schauen ob dein Netztrafo genug Saft liefert. Dann baust du eventuell ne KT88 rein, die sollte mehr Headroom haben als du je brauchen wirst.
 
Du könntest mal schauen ob dein Netztrafo genug Saft liefert. Dann baust du eventuell ne KT88 rein, die sollte mehr Headroom haben als du je brauchen wirst.

Das wäre dann aber eine Sache für den Amptechniker.
 

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