Fragen an Uli Behringer

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Das ist hier in den letzten Post ein wenig abgedriftet und zu einer Diskussion über die Diskussion geworden.

Wir sollten uns wieder auf den Sinn dieses Threads besinnen ( ;) ), nämlich konkrete Fragen und Kritik an/für Uli. Was die Kritik angeht, hat er hier ja schonmal etwas wichtiges dargelegt:
Post #38


Auch vom mir große Anerkennung dafür, dass du, Uli, bei uns mitmachst. Herzlich Willkommen :great:

LG :)
 
Hallo Hunter. Das Thema Recycling moechte ich gerne angehen, da mir dies persoenlich am Herzen liegt. Auch hier sollten wir Fakten sprechen lassen und ich hoffe, dass meine Aussagen von Photos unterstuetzt werden die von Besuchern der Fabrik gemacht wurden.
Wir nehmen Recycling sehr ernst und dies hat damit zu tun, dass wir europaeisches Management in China praktizieren. Wie ihr den Aufnahmen entnehmen koennt, wird z.B. aller Saegestaub der Holzverarbeitungsmaschinen ueber eine Vacuum-Sauganlage eingesammelt und spaeter an die Holzwerke zurueckgesandt. Der Staub wandert so wieder in die naechste MDF-Produktion anstatt auf die Muellhalde. Gleichzeitig ist dies auch eine sehr wichtige Massnahme, die Atemwege der Mitarbeiter zu schuetzen. Dejenigen unter euch, die Werke in China besichtigt haben, wissen, dass diese Massnahmen nicht usus sind.
Wir achten in fast allen Bereichen auf Recycling bishin zu biologischen Abfaellen aus der Kantine, die an die oertlichen Bauern als Duengemittel gehen. Fuer Halbleiter gibt es kein Recycling und auch keine Unterschiede bei Herstellern.
Auch nehmen wir die Bleifrei-Verordnung sehr ernst und sind hier einen Schritt weitergangen als notwendig. Die RoHs- oder Bleifrei-Verordnung gilt vorwiegend nur fuer Europa, und dennoch haben wir uns entschlossen auch fuer den gesamten Weltmarkt nur noch bleifrei zu produzieren, auch wenn die Kosten etwas hoeher sind. Ich bin davon ueberzeugt, dass Kunden dies zu schaetzen wissen und sich mit Loyalitaet revanchieren.
Ein ebenfalls sehr wichtiges Thema bezieht sich weniger auf Recycling als auf Energieeinsparung, was ebenfalls ein akutes Thema ist. Wir haben vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, Netzteile unserer Produkte von herkoemmlichen Transformatoren soweit wie moeglich auf Schaltnetzteile umzustellen und auch vorwiegend nur noch Class-D Endstufen einzusetzen. Der Energieausnutzung von Class-AB Endstufen in Verbindung mit herkoemmlichen Transformatoren liegt bei lediglich 20-30% (80% der Energie geht also in Waerme auf) wohingegen bei einer digitalen Loesung die Effizienz bei rund 80-85% liegt. Dies ist eine erhebliche Stromeinsparung, die sich in der Stromrechnung widerspiegelt aber auch der Umwelt zugutekommt (Carbon Footprint).
So sind wir sehr stolz auf unsere neue EUROCOM Installations-Serie, die unseres Wissens die hoechste Effizienz und Stromausbeute im Markt darstellt. Da Installations-Geraete oft 24/7 betrieben werden, sorgt die enorme Effizienz dieser eingesetzten Technologie, dass die Anschaffungskosten der Geraete nach 2-3 Jahren allein durch die Stromeinsparung zurueckbezahlt werden.
Ich hoffe, dass meine Antwort hier nicht zu komplex ausgefallen ist, aber ich bin hier sehr leidenschaftlich und diese Themen sind stark mit den Werten unseres Unternehmens verbunden. Qualitaet ist nicht eine einzelne Massnahme sondern eine Philosophie die sich durch alle Aspekte der Firma zieht.
 
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Qualitaet ist nicht eine einzelne Massnahme sondern eine Philosophie die sich durch alle Aspekte der Firma zieht.

Mit der Aussage hast du jetzt mal einem (mir), der beruflich mit Qualität zu tun hat, einen großen Gefallen getan! :great:

... und dennoch haben wir uns entschlossen auch fuer den gesamten Weltmarkt nur noch bleifrei zu produzieren ...
Das bezieht sich vermutlich auf die Verbindungstechnik, also die Lötverbindung zwischen den einzelnen Bauteilen und den Platinen. Oder ist es euch schon gelungen, auch nur noch kompett bleifrei Bauteile (also auch die inneren Strukturen) einzusetzen? Damit wäret ihr dann wirklich technologisch sehr weit vorn :cool:

Ihr habt in der Vergangenheit oft darauf hingewiesen dass Behringers Qualitätsmanagement zertifiziert ist. Wie sieht es da mit einer entsprechenden Umweltzertifizierung aus (ISO 14001, ...)?
 
Hallo,

willkommen in der Welt des besten Forums der Welt :)

Ich möchte das Thema Rack etc nochmal aufgreifen.

Ihr würdet glaube ich vielen Gitarristen einen Gefallen tun, wenn es auch gute,günstige Rackendstufen geben würde (Röhre/Transistor).
Grade der Markt ist fürchterlich unterbesetzt und man muss sich meist auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Auch wären Gitarren/Bass Effekte im 19" Format sicherlich spannend oder auch ganze Preamps (abseits des V-Amp Pro) die auf Röhren basieren. Ich denke da zb an den Trirec als Preamp etc. Natürlich wäre auch eine Entwicklung Richtung Spider Valve oder Peavey Vypyr absolut spannend oder Richtung AxeFx. Allerdings gibts abgesehen von diesen Sachen noch jede Menge Musiker die das Rack Konzept einfach Klasse finden.

Gruß

Simon
 
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Ein reines 19'' Multieffektgerät für Gitarre wär auch toll.
 
Hallo mHs, die RoHs-Verordnung besagt, dass grundsaetzlich keine bleihaltigen Komponenten eingesetzt werden duerfen, aber es geht natuerlich vor allem um das Loetmittel. Fuer diejenigen die mit diesem Thema nicht vertraut sind: Blei ist wasserloeslich und da Elektronikschrott oft auf der Muellhalde endet, wird durch Grundwasser und Regen das Blei aus den Geraeten herausgeloest und es endet ueber Umwege letztlich im Trinkwasser. Blei richtet in bestimmten Mengen, starke Schaeden beim Menschen an.
Unser Werk ist seit 2007 gemaess ISO9001 zertifiziert und wird regelmaessig vom TUV Rheinland (der auch in China ansaessig ist) abgenommen. Hier das Zertifikat: http://www.eurotec.cn/AboutUs.html. Durch's Draufklicken wird es vergroessert.
 
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Meine Fragen sind etwas unter gegangen deshalb hier noch mal.
Für meinen geplagten Rücken habe ich mir nun eine inuke 3000 DSP gekauft.
Natürlich war ich neugierig und habe das Teil aufgeschraubt die Frage die ich mir dann stellte war warum hätte man das Teil nicht auch in 1 HE bauen können?
Die LEDS auf der Vorderseite sind auch etwas unpraktisch da kaum zu unterscheiden,wäre es nicht sinnvoller gewesen die beiden mittleren LEDs in grün zu gestalten damit man auch von weiten den Zustand des Amps erkennen kann?
Wird es die nuke 4-6000 auch in einer DSP Variante geben?
 
Hallo

Ich hoffe Fragen nach bestimmten Produkten sind nicht unerwünscht, aber gibt es Informationen wann die Bugera Trirec und Magician in den Handel kommen?

Außerdem würde mich noch interessieren, wie sich solche eigenen Entwicklungen wie die Infinium Technologie rentieren. Ich denke die Entwicklungskosten für die bisherigen Bugera Verstärker waren ja sehr gering, da auf bekannte und offen verfügbare Schaltungen zurückgegriffen wurde. Die Infinium-Technologie ist ja ziemlich einmalig.

Dazu noch eine Frage - wird es die Infinium-Technologie zum Nachrüsten geben?
 
Hallo mHs, die RoHs-Verordnung besagt, dass grundsaetzlich keine bleihaltigen Komponenten eingesetzt werden duerfen, aber es geht natuerlich vor allem um das Loetmittel.

Das ist mir bewußt.
Ich habe Einblick in eine deutsche Leiterkartenfertigung und auch -entwicklung (ganz andere Branche, kein Wetbewerb). Natürlich haben auch hier die Entwickler die RoHs-Verordnung im Fokus und würden auch gerne KOMPLETT auf Blei verzichten, scheitern aber gelegendlich daran, dass einzelne Bauteile in ihrem inneren Aufbau halt doch noch Blei enthalten und "nur" bleifreie Anschlusstechnik haben. Komplett bleifreie Alternativbauteile sind schlicht auf dem Weltmarkt (in den nötigen Stückzahlen) nicht verfügbar.
Die dazugehörige EU-Verordnung sieht aus dem Grund extra diverse Ausnahmen vor, die dann doch bleihaltig zulässig sind. Ohne diese Verordnung würde in Europa kein Neuwagen mehr zugelassen und zukünftig keine Unterhaltungselektronik und keine Telekomunikation mehr verkauft werden dürfen.

Unser Werk ist seit 2007 gemaess ISO9001 zertifiziert und wird regelmaessig vom TUV Rheinland (der auch in China ansaessig ist) abgenommen.
Das ist die aktuelle Version aus der ISO 9000 Reihe, deren Vorgänger ihr ja schon länger habt :great:. Hier handelt es sich aber um ein Zertifikat zu einem Qualitätsmanagementsystem.
Da wir oben über Umweltschutz sprachen, hätte mich noch interessiert, ob Behringer vergleichbares auch zum Umweltmanagement hat/anstrebt.
 
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Hallo Rockopa, leider gehen Fragen in der Tat unter, da durch den Zeitunterschied (ich bin 7 Stunden voraus in den Philippinen) das Forum durcheinanderkommt:)
1HE ist nicht machbar, da das Gehaeuse aus Aluminium ist, als Kuehlkoerper dient und die Flaeche fur die Waermeabgabe benoetigt wird. Auch sind doch einige Komponenten hoeher als die 45 mm.
Ueber die LED Farben kann man sich (nicht) streiten. Letztlich eine Geschmacksfrage, allerdings wollten wir bewusst auf zu viele Farben verzichten.
Die NU4-6000 ist vorerst nicht als DSP geplant.
Ich hoffe dies hilft Dir weiter.
 
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Hallo Uli,

mich interessiert brennend, wie eure Produkte in "der Praxis" getestet werden, bevor sie in den Verkauf gehen.

Ich habe hier einen XVamp in der Schublade liegen, den ich zwar Jahre lang genutzt habe, aber an dem mich persönlich immer die lange umschaltzeit zwischen den einzelnen Presets genervt hat.
Da habe ich mich schon mehrmals gefragt, ob damit vor dem Verkaufsstart schon einmal ein Gitarrist gespielt hat, der von Clean auf Verzerrt wechseln wollte (als Beispiel) denn da muss man schon gut timen,
wann man aufs Pedal tritt damits in den Takt passt, und auch dann hört man den übergang deutlich.
Das habe ich nie als praxistauglich empfunden, allerdings konnte ich nie feststellen ob dies nur bei meinem Gerät so ist, da ich niemanden kenne, der dass gleiche besitzt, denn die möglichkeit, dass einfach nur ein
Fehler vorliegt muss ich ja auch in betracht ziehen. Soviel zum Hintergrund meiner Frage.

Grüße,

Björn
 
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Naja meine Frage mit dem Ultra Bass Subharmonik Prozessor der Bassamps ging leider auch etwas unter. Denn naja im praktischen Einsatz gibt es kaum möglichkeiten diesen einzusetzen. Wäre es da nicht sinnvoll so etwas nicht zu verbauen? Weil nur um solch ein Feature zu haben, da ist es dann fraglich ob es echt sein muss. Denn ich kenne viele eurer Bassamps und muss sagen das wenn man wirklich einen richtig guten Rock Tone will, bedient man sich echt nur am Shapefilter und fast den Rest nicht an. Und dann klingen die auch ordentlich.

Noch eine Frage bezueglich Speaker: Ist es wirklich guenstiger wenn ihr die Speaker selbst baut? Oder hat es einen speziellen Grund weshalb ihr da auf eigene Produktion setzt?
Der Hintergrund liegt darin das bei den Bassamps insbesondere den Bass Combos gerne mal der Stock Speaker ausgetauscht wird und das ist dann auch als wuerde man eine Decke vom Lautsprecher runter ziehen. Denn gerade diese sind bei vielen Usern der Schwachpunkt.

Noch eine Frage ist wie Sky es vor ein paar Seiten schon geschrieben, das du in einem Interview mal sagtest das du sehr stark in einem Projekt drin bist wo es um Medizinische Dinge geht insbesondere die Behandlung von Tumoren mit einem kleinen Stecknadelgrossen Gerät. Du sagtest in diesem Interview das du evtl. ein Werk in China hochziehen wollen wuerdest wo dieses Teil guenstiger produziert wird, sodass auch Länder die nun im Vergleich zu Europa wirklich arm sind davon provitieren. Hängst du da immernoch drin? Denn dies hört sich sehr interessant an, alleine da ich denke das Gesundheit das Recht eines jeden sein muss und kein Luxus.
 
@Uli Behringer:

Danke für die Antwort!
Und mit 12 Posts über 1000 Karma-Punkte ist glaub Board Rekord, dafür gehört ihm ein Award :D
 
Hallo,

auch ich oute mich hiermal als Behringer "User" ! Ich bin von den Geräten absolut überzeugt, Behringer bedient genau das, was wir alle doch so unbedingt haben wollen : Günstiges Equipment ! Und mal ehrlich, auch wenn das Teil von XY deutlich teurer ist und ein etablierter Studiostandart und pi pa po , was solls ?

Mich hat bisher mit EINER Ausnahme noch kein Behringer Teil enttäuscht. Gerade am Wochenende ein Konzertmitschnitt (Chor) mit nem päärchen C-2 gemacht - Phantastisch ! Die Ausnahme ist ein Xenyx 1204 bei dem scheinbar alle "Ausfallquoten" aller Bauteile aufgetreten sind, die möglich sind : halbes Jahr nach Ablauf der Garantie Schaltnetzteil Platt (Elkos) , OP Headphone-Amp durchgebrannt , OP Main Out durchgebrannt ... schade, war ein schönes Teil ... gibts da noch Kulanz ? :)

Aber sonst : Respekt !

Was noch fehlt : günstiges 4 in / 4out Interface mit Xenyx PreAmps USB u. Firewire . Quasi sowas wie ne Presonus Audiobox 44VSL zum Behringer "Hol`s der Geier"-Preis ... Kömmt da was ?

Lieber Uli, vielen Dank für die "Vision" die Du vor vielen Jahren hattest !
 
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Jemand hat hier mal geschrieben, dass dieses Forum suechtig macht. Dass ich hier um 5 Uhr morgens antworte zeigt, dass der Mensch wahrscheinlich Recht hatte. Ich bin sehr fasziniert, welch kompetentes und passioniertes Publikum hier herrscht und mir was nicht bewusst, wie gross dieses Forum eigentlich ist. Grosse Achtung an euch alle aber auch an Sven, Johannes und alle anderen Moderatoren, die hier offensichtlich ihr halbes Leben verbringen.

Ich moechte mich auch an dieser Stelle auch nochmals herzlich bei alllen bedanken, die mich hier mit solch' freundlichen Worten begruessen - es fuehlt sich an, als waere ich hier schon lange zuhause.

Leider werde ich mich allerdings bald etwas rarer machen muessen da ich sonst den Flieger nach Deutschland verpasse. Auch sehe ich, dass die Anzahl der Fragen immer groesser wird, was mich natuerlich freut, denn dies zeugt von Interesse. Dennoch werde ich es nicht schaffen, alles zu beantworten und entschuldige mich hierfuer. Wenn ich also nicht auf jede Frage eingehe, so bitte ich um Verstaendnis, verspreche aber hier alles zu lesen und ggf zu einem spaeteren Zeitpunkt in einem anderen Zusammenhang Stellung zu nehmen.
Mir geht es vor allem um die Stellungnahme zu grundsaetzlichen und vor allem sensiblen Themen, die euch helfen sollen, mich und unser Unternehmen besser kennenzulernen. Produktvorschlaege sind absolut willkommen und hier werden unsere Mitarbeiter in Deutschland gerne mitlesen und -schreiben.

Vielleicht koennen wir in der Tat die Topics in Zukunft aufteilen, damit dies uebersichtlich bleibt. Johannes was meinst Du?

Nun zu einigen Fragen:

Hallo Insurrection. Der X-Vamp ist vor ca 10 Jahren entwickelt worden und basiert auf einem Motorola 56364 DSP in Verbindung mit einer 80C32 CPU. Das Laden der Parameter beim Sound-Change ist in der Tat nicht super-schnell was ggf. im Live-Betrieb waehrend eines Songs etwas stoerend sein kann. Dieses ist also kein Defekt sondern Technologie-bedingt. Dennoch ist es erstaunlich wie gut sich das Geraet heute noch verkauft und dies liegt bestimmt an dem authentischen und gut klingendem Modelling, was uebrigens in Deutschland entwickelt wurde.

Hallo Leader, Teppei. Was Hybrid-Verstaerker betrifft, so erhalten wir immer geteilte Meinungen. Die echten Puristen unter den Gitarristen, wollen keine Halbleiter im Signalweg und dies war auch der Grund warum wir Bugera ins Leben gerufen haben. Die Infinium-Technologie ist fuer jeden Amp massgeschneidert und leider nicht als Nachruest-Kit einsetzbar. Dies waere auch ein grosses Sicherheitsrisiko, da in Roehrenamps bis zu 600 Volt Spannung vorhanden sind, die uebrigens ausserordentlich gefaehrlich sind.

Teppei, ob sich Investitionen fuer die Entwicklung von "Infinium" etc. lohnen? Dies ist eine excellente Frage die ich etwas ausfuehrlicher beantworten moechte.
Wir haben vor 23 Jahren angefangen technologisch relativ einfache Produkte zu entwickeln und zu bauen. Damals gab's auch noch nicht viel Digitaltechnik. Vor einigen Jahren habe ich dann beschlossen, dass wir uns von low-tech Produkten wie 50 Euro Gitarrenverstaerkern etc verabschieden, da die jeder bauen kann und Produkte dieser Art uns kein Ueberleben als Firma bescheren werden.
Was heute fuer uns heute zaehlt ist "IP", "Intellectual Property" oder schlicht technologischer Vorsprung. Neben der grenzenlosen Passion fuer Qualitaet, ist unser anderer immenser Fokus auf die Schaffung neuer Technologien gerichtet. Wir beschaeftigen weltweit rund 250 Ingenieure, die in 6 Standorten nicht nur Geraete entwickeln, sondern vor allem auch Grundlagenforschung leisten, was das "R" in "Research und Development" darstellt. Diese Teams bestehen aus Professoren, Wissenschaftlern und Doktoranten die unglaubliches leisten indem sie in die Zukunft schauen und wirkliche neues entwickeln. Dabei liegt es in der Natur der Dinge, dass aus zehn Projekten wahrscheinlich 9 scheitern werden. Aber die eine Idee kann u.U. revolutionaer sein und der Firma einen grossen Wettbewerbsvorteil bieten.
Produkte wie das X32 Mischpult, das P16 Monitoring System, die iNUKE Endstufen, das DDM4000 DJ Pult, die Infinium-Roehrentechnologie, die EUROCOM Serie und viele andere Produkte sind ein direktes Resultat dieser Forschungs-Anstrengungen. Hier stecken jahrelange Entwicklungsarbeit dahinter und diese Produkte unterscheiden uns heute von "me too"-Firmen.
Nun zur Frage zurueck: Lohnt sich die Entwicklung solcher Technologien? Absolut - vorausgesetzt, man findet Loesungen und kann diese kommerziell umsetzen. Die Anfangsinvestitionen und das Risiko sind allerdings sehr hoch, aber wie z.B. das X32 zeigt, ist diese Anstrengung gerechtfertigt. Allerdings gibt es auch Rueckschlaege wie z.B. beim Trirec und Magician, wo wir vor grosse technologische Huerden gestossen sind und zur Zeit fieberhaft nach einer Loesung suchen. Diese Amps sind immens komplex und Probleme manchmal einfach nicht vorhersehbar. Es tut uns leid, weil wir wissen wieviele von euch auf diese Amps warten.

Ohne zu uebertreiben kann ich sagen, dass wir zur Zeit an weiteren revolutionaeren Projekten arbeiten und vielleicht kann ich euch im Laufe der Zeit die eine oder andere Idee verraten.

Ich hoffe, dass ich nun meine hart erarbeiteten 1000 Karma Punkte gegen eine Laugen-Bretzel eintauschen kann. Sven?
 
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Hallo Uli

Ich möchte mich für die schnelle Antwort bezüglich des Bugera BVV 3000 bedanken. :D

Wenn der zu Behringer-üblichen Preisen 'rauskommt, dann habt Ihr nen Renner im Programm! Schon lange bin
ich scharf auf nen amtlichen Röhrenamp, leider hindert mich eben genau die schlechter gewordene wirtschaftliche
Situation in Deutschland daran, einen bisher erhältlichen Röhrenamp zu kaufen.

Mein gesamtes Gear ist aus hochwertigen, aber gebrauchten Komponenten zusammengestellt. Als recht konservativer
Basser gibt es in Punkto Effekten oder anderen Behringer-Produkten wie Misch- oder Recordingtechnik leider kaum bedarf.

Aber einen Bugera BVV 3000 mit 300 Röhrenwatt und der beschriebenen Bias-Kontrolltechnik ist natürlich ein Leckerli. Darum
habe ich mich auch sofort, nachdem ich auf Talkbass, einer großen, amerikanischen Bassistencommunity, etwas von dem Amp
gehört habe, mal im WWW nachgeforscht, ob es da schon was zu lesen gibt. Es gab etwas, aber nur für kurze Zeit, wie man
den links entnehemen kann, die ich gepostet habe.

Interessant ist, dass der BVV 3000 in der USA als Ampeg-SVT-CL - Klon angesehen wird, was natürlich als reine Frechheit
interpretiert wird. Aber mal im Ernst: Wenn eine Weltfirma wie Behringer / Bugera einen Amp auf den Markt bringt, gehe ich
schon davon aus, dass man auf ein Design zurückgreift, das entweder für jedermann frei verfügbar ist oder selbst entwickelt
wurde.


Hier noch eine kurze Anregung / Frage: Ein Vollröhrenamp klingt doch erst dann richtig "amtlich", wenn auch die Endstufe in die
Röhrensättigung gefahren wird. Es ist, wie andere Hersteller beweisen, möglich, einen Röhrenamp so zu konstruieren, dass man
die Leistung durch Abschaltung von Röhrengruppen vermindern kann. Es wäre ein absoluter Hit, wenn es eine Schaltung an einem
300-Watt-Vollröhrenamp gäbe, die (jetzt mal das Optimum für den Musiker) die Leistung auf 200 Watt, 100 Watt und noch 10 Watt
verringern könnte.

Auf diese Weise könnte man für jede Situation das richtige Leistungsspektrum wählen. 300 Watt für die große Bühne, 200 Watt
für die kleinere Bühne, 100 Watt für des Proberaum und den Kneipengig und 10 - 15 Watt für zuhause oder für Recording-
Situationen. So wäre es möglich, den "richtigen" Röhrensound in jeder Situation zu nutzen, ohne gleich taub zu werden.
Ja, manche Bassisten spielen ihre "Boliden" auch zuhause! In meinem Wohnzimmer steht derzeit ein GenzBenz GBE 1200 auf
einer Tecamp L 810. :D

Wäre das nicht etwas für das Lastenheft der Bugera-Röhrenamp-Ingenieure? Man könnte so eine Schaltung ja auch bei Gitarrenamps
nutzen. Und es wäre -in so einer Größenordnung- auf jeden Fall eine Weltneuheit.

Für die Idee sind drei Prozent pro Amp auf mein Konto auf den Jungferninseln wohl nicht zu viel verlangt. Darunter geht erstmal nichts! :D

So long - sagt Kong

Ciao

Uwe
 
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Lieber Uli, vielen Dank für die "Vision" die Du vor vielen Jahren hattest !
Und die heute noch fortgesetzt wird :D

Ich habe mich bisher ja noch gar nicht in diesem Thread gemeldet, obwohl ich der "Board-Beauftragte" in China war :D

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Sehr farbenfroh und relativ dunkel :D

Daher hier auch nochmal ein herzliches "Willkommen" im Musiker-Board! Fragen habe ich aktuell keine - was mich interessiert hat, wurde in Zhongshan beantwortet ;)
 
Hallo Kong oder Uwe. Danke fuer den wertvollen Kommentar.
Natuerlich haben wir uns bei der Entwicklung des BVV3000 auch den Ampeg SVT-CL angeschaut, der uebrigens nicht mehr produziert wird. Diese Schaltungen sind in der Tat 50 Jahre alt und absoluter Standard. Die Problematik bei all diesen Amps liegt vielmehr in der gleichmaessigen Betreibung der Endstufenroehren, und beim BVV3000 sind es 6.
Man kann sich dies wie bei einem Sechszylinder-Motor vorstellen. Solange alle Zylinder gleiche Leistung erbringen, wird die Waermeentwicklung im Motorblock homogen bleiben und der Motor lange leben. Sobald aber eine undichte Stelle auftritt oder der Zuendzeitpunkt vom Ideal abweicht, wird die Leistung einzelner Zylinder abfallen, der Motor ueberhitzen und sterben.
So aehnlich verhaelt sich dies bei Roehrenamps wo die Endstufenroehren ebenfalls parallel geschaltet sind. Es ist also absolut kritisch, dass jede Roehre die gleiche Leistung verrichtet und daher verwendet man selektierte oder "gematch'te" Roehren, die nicht nur teurer sind sondern vom Prinzip her grundsaetzlich nicht dauerhaft funktionieren koennen. Roehrenparameter verandern sich mit dem Alter, dem mechanischen Einfluss, der Lagerung und der Temperatur etc. und schon nach kurzer Zeit ist die Roehrenbelastung nicht mehr ausgewogen was zu den obengenannten Ausfaellen fuehrt.
Die Infinium-Technologie ueberwacht und reguliert alle Roehren unabhaengig nach einem sehr komplexen Verfahren, was sogar das Spielverhalten des Musikers beruecksichtigt. Natuerlich ist diese keine Garantie, dass Roehren nicht auch ausfallen, aber man kann sofort erkennen, welche Roehre schon im Vorfeld Schwaechen zeigt da dies ueber LED's angezeigt wird. So kann man also den Amp pruefen bevor man auf die Buehne geht. Auch kann die Infinium-Schaltung defekte Roehren waehrend des Spiels abschalten, sodass Dein Amp nicht aufgibt, waehrend Du gerade auf der Buehne stehst was sicher ein gutes Gefuehl ist.

Nun zur variablen Leistungsregelung. Sehr gute Idee, aber das gibt es schon:) Bitte schau' Dir den Bugera Trirec oder Magician an, die eine von uns entwickelte "Varipower"-Schaltung aufweisen, welche die Leistung auf bis zu 0,1 Watt stufenlos herunterregeln kann, ohne dass der Sound sich veraendert. Wie funktioniert dies?
Varipower ist eine Schaltung, welche die Anodenspannung in Zusammenhang mit der Vorspannung der Roehre regeln kann und somit eine Leistungsbegrenzung darstellt. Dies ist also kein "Powersoak" wo Leistung in einem Widerstand verheizt wird, sondern eine echte Leistungsregelung.
So kann man den Sound eines voll ueberfahrenen Amps sogar bei Zimmerlautstaerke erzielen. Auch hier haben wir viel Entwicklungsarbeit reingesteckt, allerdings ist dieses Feature bei einem Bassamp nicht sehr sinnvoll, da hier bekanntlich weniger mit Uebersteuerung und Verzerrung gespielt wird.
Ich hoffe dies war hilfreich.
 
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