Was ist gute Musik ?

möchtegernbach;5815102 schrieb:
Es gibt vorgeschriebene Reaktionen auf bestimmte Reize. Wenn du eine Zitrone in den Mund nimmst verzieht sich dein Gesicht ganz genauso verhälst du dich auch wenn du unerwartet eine scharfe kleine Sekunde hörst.
Bei einer Traube ist es schon eine andere Sache.. kein Mensch der Welt wird zusammenzucken wenn er eine Traube in den Mund nimmt auch wird er eine Quinte angenehm empfinden!
Die Geschmäcker unterscheiden sich doch nur im Subtilem. Schönheit hat mehrere Zweige doch streben wir alle zum Selben denn wir sind Menschen. Wir haben alle 2 Arme , Beine , Augen und Ohren also kann doch unsere Vorstellung von Schön garnicht SO verschieden sein :).

Warum wäre die Menschheit ausgestorben wenn man ... ?

Wer schreibt mir denn diese Reaktionen vor? Ich esse sehr gerne Zitronen und mein Gesicht verzieht sich nicht dabei, auch kannst Du mir alle Intervalle vorspielen, die Du findest - und auch da wird sich mein Gesicht nicht verziehen. Dennoch weiß ich natürlich was Du meinst und nenne dafür ein anderes Beispiel. Wenn jemand in der Nase oder im Hals gereizt wird, muß er niesen oder husten. Das ist Biologie, eine programmierte Reaktion auf einen bestimmten Reiz. Normalerweise dazu gedacht, unseren Körper vor Schaden zu bewahren. Schönheitsempfinden steht auf einem ganz anderen Blatt und hat nicht das geringste mit Körperreflexen zu tun. Keiner von uns kann wissen ob jeder Mensch eine Quinte als schön empfindet oder nicht. Du behauptest ersteres, ich behaupte, daß nicht jeder Mensch die Quinte aus einer unwillkürlichen Reaktion heraus schön findet. Da keiner von uns seine Meinung diesbezüglich beweisen kann (ist ja auch gar nicht nötig) belassen wir's dabei. Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen Körperfunktionen wie Bewegungen, Atmung, etc. und dem Gehirn. Das Gehirn erleidet keinen Schaden dadurch, daß es ein bestimmtes Intervall hört, es gibt keinen diesbezüglichen Schutzreflex. Im Gegenteil: das Gehirn wird durch Asymmetrie, Schräges, Abweichendes vom Standard und dergleichen gefordert, gefördert, trainiert, gesund erhalten, leistungsfähiger und dergleichen. Das Chaos erhält uns am Leben - übrigens nicht nur uns, sondern das gesamte Universum. Die völlige Ordnung ist der Tod.
Ich persönlich muß unwillkürlich lächeln wenn ich Tom Waits' "Blood Money" höre, andere verziehen sofort das Gesicht und halten es nicht aus. Es gibt Dinge, die ich gerne esse, die andere sofort ausspucken und umgekehrt. Es gibt Menschen und Dinge, die ich wunderschön finde - andere finden sie häßlich und ekelhaft. Da ist nichts subtiles dran. Und nicht alle Menschen haben 2 Arme, Beine, Augen, Ohren - es überrascht mich ein wenig, daß Du das zu glauben scheinst.

Alle Menschen sind in einer Hinsicht gleich: ihrem Wert. In allem anderen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Und zu Deiner Frage: Wenn alle Menschen dasselbe Schönheitsempfinden hätten, wären wir längst ausgestorben, denn die Vielfalt erhält unsere Spezies am Leben. Würden sich nur noch (der Einfachheit wähle ich ein banales Beispiel) hellhäutige, grünäugige, blonde Menschen fortpflanzen, wäre die Vielfalt schnell am Ende und die nächste Epidemie würde alle dahinraffen. Und noch etwas, wenn sich nur noch gleiche Menschen fortpflanzen, weil sie ja alle das Gleiche schön/häßlich finden, hätte man wohl irgendwann denselben Effekt, den man bei Inzucht hat. Fehler in der Erbinformation vermehren sich, bis der Nachwuchs nicht mehr lebensfähig wäre. Bei diesem Gedankenexperiment wäre Alkohol plötzlich unsere einzige Hoffnung, da er die Kriterien des Schönheitsempfindens massiv ausweitet ;)
Unser Schönheitsempfinden ist ein Produkt unserer Entwicklung - ein Ergebnis unserer Prägung und KEINE biologische Programmierung*. Die meisten Westeuropäer empfinden beispielsweise Frauen mit Modelfiguren als schön. Dagegen gibt es Stämme in Afrika, bei denen dünne Frauen verschmäht und als häßlich empfunden werden. Die dickste Frau dort hat die größten Chancen, einen Mann zu finden, weil die Männer sie am attraktivsten finden. Warum? Weil Nahrung dort Mangelware ist und das Protzen mit Überfluß das andere Geschlecht anzieht. Wie beim Pfau, das Rad ist ansonsten völlig unnütz und die Auffälligkeit in der freien Wildbahn sogar sehr gefährlich. Aber der Pfau sagt damit sinngemäß "seht her, ich kann mir diesen Überfluß leisten, weil ich der beste Pfau bin", also wird er von den Pfauinnen am meisten begehrt. Es gibt sogar die Theorie, daß unser Gehirn bzw. unser Bewußtsein sich so weit entwickelt hat aus genau diesem Grund. Nur mal am Rande. Und um den Bogen zurück zum Thema zu schlagen: Musik ist eine Kulturleistung, überall auf der Welt und sogar innerhalb der Kulturkreise völlig unterschiedlich und mit einer unglaublichen Vielfalt behaftet. Mich widert so manches an Klassik an, was ich anhand Deiner Äußerungen eigentlich als schön empfinden müßte und umgekehrt empfinde ich vieles als schön, was es laut Deiner Einstellung am besten gar nicht geben sollte. Du magst es vergiftet nennen, ich nenne es offen. Möglicherweise bin ich aufgrund meiner Einladung der Vielfalt auch einfach in der Lage, mehr (und andere) Schönheit zu finden?

Und was die Entwicklungsstufen angeht finde ich, es steht uns nicht zu, unsere Musik als besser, weiter entwickelt etc. als die einer anderen Kultur zu bezeichnen. Das könnten wir nur als Aussenstehende, die wir nicht sind. Aber was beispielsweise die Rhythmik angeht, haben wir nicht gerade das Pulver erfunden und das gilt auch für die entfernte Vergangenheit.



*Fußnote: es gibt biologische Programmierung auch in diesem Bereich, z.B. testet die Frau völlig unbewußt beim ersten Kuß die Kompatibilität der Immunsysteme und noch 1-2 Sachen mehr und hat dann das Gefühl, der Mann passe zu ihr oder nicht. Aber auch das ist kein Schönheitsempfinden, sondern eine Art Reflex, der völlig individuell ist und beim selben Mann aber einer anderen Frau ein komplett anderes Ergebnis erzielen kann. Oh, und wo ich gerade dran denke, was sagst denn das uns allen gemeine Schönheitsempfinden z.B. über Homosexualität?
 
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möchtegernbach;5817082 schrieb:
Dummer Sack ich werde darauf einfach nicht antworten vergiss es endlich. Es ist schlicht unintressant welche Pop ''Künstler:confused:'' ich für satanisch halte. Ich kenne weder die Rollingstones noch die Beatles oder Red Zepelin also lass mich in ruhe.

Wenn du einige der einflussreichsten Bands der Popgeschichte nicht kennst, wenn du deren Einfluss bis in die Gegenwart nicht einschätzen kannst, wenn du also ganz offensichtlich absolut nicht vertraut mit Popkultur im Allgemeinen bist, dann solltest du dir definitiv kein Urteil über gegenwärtige Pop-Interpreten erlauben, bzw. schon gar nicht irgendwelche nicht-vorhandenen Intentionen unterstellen.

Satanismus ist eine Folge der Tatsache, dass Leute daran glauben und gewisse Dinge instrumentalisieren bzw. ritualisieren. Beides trifft weder auf Lady Gaga noch auf Rihanna zu.

Ähnliches gilt für Sexismus. Der ensteht im Auge des Betrachters. Und einer aus eigenem Antrieb leicht bekleideten Dame Sexismus vorzuwerfen bleibt eine Unterstellung. Ja, vielleicht sind manche sexistisch. Na und? Aber selbst das wäre vollkommen egal, denn du kannst es nicht wissen, ob Lada Gaga oder Rihanna sexistisch sind.
Außerdem: Sex sells. Ja, das mag man blöde finden. Aber andere Leute machen mit viel schlimmeren Dingen Geld. Sexismus sells übrigens nicht so gut...

Ich würde dich folglich bitten, diese komplett nicht zu untermauernden Vorwürfe bleiben zu lassen, denn davon hat dieser Thread rein gar nichts, zumal dann nicht, wenn du sie als absolute Wahrheit vorträgst, noch dazu mit einer so wenig passenden Analogie wie deiner Essensgeschichte.

- Der Sack
 
sing it:
Belassen wir es dann einfach dabei denn ich müsste mich bei der Antwort zum x-ten mal wiederholen.
Eine Frage habe ich aber an dich. Hast du garnicht erst das Verlangen das Gesicht zu verziehen wenn du in eine Zitrone beisst ?

Der Sack:
Wenn du einige der einflussreichsten Bands der Popgeschichte nicht kennst, wenn du deren Einfluss bis in die Gegenwart nicht einschätzen kannst, wenn du also ganz offensichtlich absolut nicht vertraut mit Popkultur im Allgemeinen bist, dann solltest du dir definitiv kein Urteil über gegenwärtige Pop-Interpreten erlauben, bzw. schon gar nicht irgendwelche nicht-vorhandenen Intentionen unterstellen.
Ich höre täglich Popmusik in der Schule in der Stadt oder sonnst wo man belässtigt werden kann also sag mir nicht ich könne kein Urteil fällen.Wenn meine Geschwister Viva gehört haben hab ich das natürlich auch mitbekommen haben.

Satanismus ist eine Folge der Tatsache, dass Leute daran glauben und gewisse Dinge instrumentalisieren bzw. ritualisieren. Beides trifft weder auf Lady Gaga noch auf Rihanna zu.
Bist du dir da wirklich sicher ? http://www.youtube.com/watch?v=4EA8HBHheWI (es geht nur um die Beispiele nicht um den komischen Inhalt der Doku)

Ähnliches gilt für Sexismus. Der ensteht im Auge des Betrachters. Und einer aus eigenem Antrieb leicht bekleideten Dame Sexismus vorzuwerfen bleibt eine Unterstellung. Ja, vielleicht sind manche sexistisch. Na und? Aber selbst das wäre vollkommen egal, denn du kannst es nicht wissen, ob Lada Gaga oder Rihanna sexistisch sind.
Sexismus im Auge des Betrachters ?
Die Rolle der Frau wird in den Musikvideos verhurrt. Frauen sind Sexobjekte und Männer sind alles Machos oder Schwuchteln (ist das Wort noch legitim?). Lady Gaga und Rihanna nehmen beide genau diese Rolle ein. Die ganzen Sängerinen allein WIE sie singen errinnert doch schon sehr an Prostituierte.
 
Zuletzt bearbeitet:
möchtegernbach;5817082 schrieb:
Ich kenne weder die Rollingstones noch die Beatles oder Red Zepelin also lass mich in ruhe.

Das ist bedauerlich. Vielleicht hätte dich tieferes Auseinandersetzen damit nicht so engstirnig gemacht.
Bin auch kein Fan von den Rolling Stones, aber ich liebe die Beatles und Led Zeppelin und Pink Floyd sowieso. Das ist "Pop"-Musik die auch nach Jahren immer noch interessant und erfrischend ist.
Vom Einfluss auf die heutige Popkultur ganz zu schweigen.

Wenn du einige der einflussreichsten Bands der Popgeschichte nicht kennst, wenn du deren Einfluss bis in die Gegenwart nicht einschätzen kannst, wenn du also ganz offensichtlich absolut nicht vertraut mit Popkultur im Allgemeinen bist, dann solltest du dir definitiv kein Urteil über gegenwärtige Pop-Interpreten erlauben, bzw. schon gar nicht irgendwelche nicht-vorhandenen Intentionen unterstellen.

Da stimme ich dir absolut zu, aber das gilt auch umgekehrt für die Klassik und für Jazz und für alles worüber man diskutieren will!

Und: Das ganze so nebenbei in Schulen, oder durch Geschwister mitbekommen zählt auch nicht, weil man sich ja nicht bewusst damit auseinandersetzt. Genauso wenig wie Erkentnisse, die man über Bücher über ein Werk, oder eine Epoche, oder einen Stil gewonnen hat. Kunst muss man in erster Linie erst mal selbst erlebt haben.
 
Und hier eine Bitte an alle Mitdiskutierenden: bitte nicht so viele Nebenthemen wie Essen, Nahrungsmittel und Sexismus ansprechen (und falls es passiert-nicht unbedingt ausführlich darauf eingehen!). Hier geht es vor allem um Musik und ihre Wahrnehmung. Und persönliche Angriffe sollten bitte unterbleiben, also wählt eure Worte und Argumente bitte so, daß sie nicht angreifend wirken. Danke.

Harald
 
möchtegernbach;5817913 schrieb:
Ich höre täglich Popmusik in der Schule in der Stadt oder sonnst wo man belässtigt werden kann also sag mir nicht ich könne kein Urteil fällen.Wenn meine Geschwister Viva gehört haben hab ich das natürlich auch mitbekommen haben.

Aha. Und dieses Nebenbeihören von Musik schafft bei dir die Gewissheit, dass Lady Gaga und Rihanna sexistische Satanisten sind?
Da hast du aber eine Auffassungsgabe, die über die der meisten Menschen weit hinaus geht. So etwas nach ein paar Takten zu beurteilen (denn mehr können es ja kaum sein) - alle Achtung!


Bist du dir da wirklich sicher ? http://www.youtube.com/watch?v=4EA8HBHheWI (es geht nur um die Beispiele nicht um den komischen Inhalt der Doku)

Ist das eine Quelle, die du als seriös betrachtest? Ein paar schlecht (und natürlich komplett kontextfrei) zusammengeschnittene TV-Aufnahmen, garniert mit irgendwelchen Annahmen?
Ich habe gerade etliche Minuten meiner Lebenszeit darauf verschwendet, diesen Mist anzugucken. Und ein anderes Wort als "Mist" kann niemandem dazu einfallen. Ich war sogar auf der Website, die der YT-Poster verlinkt hat. Ganz ganz grauenvoll. Da wird eine Wahrheit erfunden, die keinerlei tatsächliche Rechtfertigung findet. In keinerlei Hinsicht.
Ich muss sagen, dass ich auf Basis solcher "Berichterstattung" nicht mehr mit dir diskutieren möchte. Über absolut gar nichts. Und erst recht nicht über Musik, denn das ist mir eine Herzensangelegenheit.
In einem englischsprachigen Forum würde man vermutlich konstatieren, dass du einen "reality check" nötig hättest - ich kenne leider keine wirklich gute deutsche Entsprechung, von daher belasse ich es dabei.

Aber dazu jetzt doch noch was:

Sexismus im Auge des Betrachters ?

Wo denn sonst?
Oh ja, im Auge des Produzenten ebenfalls. Aber das ist nur deshalb so, um das Auge des Betrachters entsprechend zu erregen.

Die Rolle der Frau wird in den Musikvideos verhurrt.

In welchen Videos von Lady Gaga und Rihanna genau?

Frauen sind Sexobjekte und Männer sind alles Machos oder Schwuchteln (ist das Wort noch legitim?). Lady Gaga und Rihanna nehmen beide genau diese Rolle ein. Die ganzen Sängerinen allein WIE sie singen errinnert doch schon sehr an Prostituierte.

Ach so, ich verstehe. Wieviele Prostituierte kennst du, die singen? Und die singen dann so wie Lady Gaga und/oder Rihanna?
Oder was verstehe ich hier falsch?
Ich finde, dass Rihanna eine ziemlich gute Sängerin ist (Lady Gaga finde ich eher belanglos, aber das tut kaum etwas zur Sache). Wenn du Prostituierte kennst, die so singen, dann schicke sie bitte umgehend bei mir vorbei!
Oder meinst du einfach nur, dass die beiden in einem Duktus singen, der der Sprache von Prostituierten nahekommt? Dann frage ich mich, woher du das weißt. Hast du schon mit vielen Prostituierten gesprochen, die in einem ähnlichen Duktus sprechen, wie Lady Gaga und Rihanna singen? Auch die würde ich durchaus gerne kennenlernen, vielleicht schlummert da ja ein erstaunliches Potential.

Dann noch kurz zu den "Schwuchteln". Wann genau war das Wort denn für dich "legitim"?
Ich habe ein paar mehr oder minder gute Freunde, die homosexuell sind. Ich darf die sogar "du doofe Schwuchtel" nennen, denn sie wissen, wie es gemeint ist. Die meisten anderen Leute sollten das lieber nicht tun, denn damit setzt man sich sehr tief in die Nesseln. Und nicht "noch" sondern schon immer. Soviel zur Legitimität.

Vielleicht denkst du wirklich mal an den "reality check".

Ansonsten glaube ich, dass, wenn nicht noch umwerfend Neues von dir kommt, unsere Diskussion hiermit endet. Ich habe beim Lesen deines ersten Postings hier im Thread schon relativ Schlimmes befürchtet, aber du hast es gebracht, das noch ganz locker zu übertreffen.
Damit möchte ich nichts zu tun haben. Ich habe in meinem Leben schon ein paar Mal versucht, Überzeugungsarbeit zu leisten und darüber vielleicht ein ganz gutes Gefühl dafür bekommen, wann man es auch einfach sein lassen kann. Das ist jetzt anscheinend so ein Moment.

In diesem Sinne.

- Der Sack

---------- Post hinzugefügt um 00:34:22 ---------- Letzter Beitrag war um 00:32:21 ----------

Und hier eine Bitte an alle Mitdiskutierenden: bitte nicht so viele Nebenthemen wie Essen, Nahrungsmittel und Sexismus ansprechen (und falls es passiert-nicht unbedingt ausführlich darauf eingehen!). Hier geht es vor allem um Musik und ihre Wahrnehmung. Und persönliche Angriffe sollten bitte unterbleiben, also wählt eure Worte und Argumente bitte so, daß sie nicht angreifend wirken.

Akzeptiert.

Dennoch lasse ich mein eben gemachtes Posting so stehen und bitte auch darum, es nicht zu löschen/editieren.
Ich werde da definitiv nicht mehr nachbohren, das hat schon gereicht.
 
Ist das eine Quelle, die du als seriös betrachtest? Ein paar schlecht (und natürlich komplett kontextfrei) zusammengeschnittene TV-Aufnahmen, garniert mit irgendwelchen Annahmen? Ich habe gerade etliche Minuten meiner Lebenszeit darauf verschwendet, diesen Mist anzugucken. Und ein anderes Wort als "Mist" kann niemandem dazu einfallen. Ich war sogar auf der Website, die der YT-Poster verlinkt hat. Ganz ganz grauenvoll. Da wird eine Wahrheit erfunden, die keinerlei tatsächliche Rechtfertigung findet. In keinerlei Hinsicht.

Ich muß "Dummer Sack" recht geben. Diese YT Doku ist von Verschwörungstheoretikern gemacht und ist genauso, wie es "Dummer Sack" gesagt hat,
zurechtgeschnitten. Ich kenne auch die "belanglosen" Hintergründe, die hier aber nichts zur Sache beitragen.
 
Das ist bedauerlich. Vielleicht hätte dich tieferes Auseinandersetzen damit nicht so engstirnig gemacht.
Tiefes Auseinandersetzen mit welcher Motivation? Wenn ich die Beatles langweilig finde dann werde ich mich auch nicht weiter mit denen auseinandersetzen.

Vom Einfluss auf die heutige Popkultur ganz zu schweigen.
Wenn es einen Einfluss gab dann war der Einfluss dekadent muss ich sagen. Kannst du mal sagen inwieweit die Popkultur beeinflusst wurde ?

aber das gilt auch umgekehrt für die Klassik und für Jazz und für alles worüber man diskutieren will!
Je tiefer die Materie desto tiefer muss man sich damit auseinandersetzen möchte ich deine Brilliante Aussage ergänzen.

Das ganze so nebenbei in Schulen, oder durch Geschwister mitbekommen zählt auch nicht, weil man sich ja nicht bewusst damit auseinandersetzt.
Wie hörst du eigentlich Musik die nebenbei läuft ? Ich achte immer mit vollkommener Konzentration einfach aus gewohnheit.

Und: Ich finde Popmusik langweilig ist mir echt egal welche Band die vermitteln im grunde alle dasselbe Gefühl und die selben Werte (ja es gibt bestimmt ausnahmen die habe ich aber noch nicht gehört!). Nackte Weiber , homosexuelle Anspielungen , Drogen , Sex , 666 , Konsumwahn , Kapitalismus , Gewalt .... sprechen gegen meine Ethik. Ja ohne Sex blablabla irgendwo muss doch dann Schluss sein mit der Hurerei.

Und: lol zu Dummer Sack und DJ_TGE ..
Du hast dir die Doku angeguckt und bist sogar auf die Site gegangen? Meine Güte ich meine doch nur die Satanischen Inhalte wenn der Text lautet ''Seit dem ich mit dem Teufel renne bin ich eins mit dem Teufel'' dann spielt es keine Rolle ob es geschnitten ist oder nicht und ich distanziere mich ausdrücklich von dem Rest.
Naja jetzt wo ich den Beitrag von Harald lese hör ich mal auf weiter zu schreiben weil da wohl nichts Vernüftiges mehr zu sagen bleibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie genau darf ich das verstehen? (bezogen auf das Zeitintervall)

Damit mein ich nur, dass man sich nicht nur auf "Fakten" aus Büchern oder anderen sekundären Quellen stützen darf. Man muss es in der Musik selbst nachprüfen und nacherleben, oder wiederlegen.
 
Wenn nur irgendwie möglich, dann würde ich beantragen wollen, das am besten niemand mehr auf möchtegernbach antwortet.
Ich bin wirklich kein Kind von Traurigkeit, aber hier würde ich es definitiv mit "don't feed the troll" halten wollen.
Ich muss sagen, dass ich in musikrelevanten Foren, in denen es ja oft hoch hergeht, selten so etwas gelesen habe.

- Der Sack
 
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Also möchtegernebach, in diversen Dingen habe ich Dir ja zugestimmt, ... aber in dieser Satans-, Konsumgeschichte und Kapitalismus.
Dass Drogen nun auch nicht mein Ding sind und der Kapitalismus auch nicht immer das gelbe vom Ei ist, wenn er falsch praktiziert wird... da stimme
ich Dir ja zu, aber - mit Verlaub - einen Satan, den gibt es nicht. ... Und nackte Frauen? .. Mein Motto ist ja, Atomkraft nein danke, nackte Frauen, ja bitte :rofl:
Nun gut.

---------- Post hinzugefügt um 03:01:45 ---------- Letzter Beitrag war um 02:31:36 ----------

PS.

Möchtegernbach, was ich jetzt sage, wird wahrscheinlich Dein Weltbild zusammen fallen lassen:

Im musikalischen Kontext ist zu dem zu berücksichtigen, dass
1. Franz Liszt den Mephistowalzer geschrieben hat und hat sich schwarz angezogen und am Klavier wie der Teufel rumgewütet.
Aber er hat auch Liebesträume geschrieben.
2. Beethoven hat die Appassionata in f-moll Op. 57 geschrieben. Der 3. Satz beschrieb Beethoven selbst als eine Art Hölle und wütete
ne Nacht an diesem Satz rum, knallte immer wieder in die Tasten... Sein Schüler Franz Ries hat es beschrieben, wie Beethoven
sich einschloß und dauernd rumbrummte, als er diesen Satz schrieb.
Aber er hat auch die 9. geschrieben.

Aber was waren denn unsere "Klassiker" und "Romantiker" für Menschen, .. rein privat?
Ich habe genau 3 Beethoven-Biographien, eine Haydn-Biographie, Liszt ... bla bla gelesen.
In den meisten Werken gab es unterschiedliche Thesen zur unsterblichen Geliebten von Beethoven, doch in allen Biographien
sind sie sich einig gewesen, nämlich, dass Beethoven kein Kostverächter war und selbstverständlich auch ins Bordell gegangen ist.
(Schopenhauer, mal kein Musiker, zählte zu den absoluten Bordellkönigen).
Deswegen sind es trotzdem tolle Musiker oder Philosophen. Die eine Schublade hat mir der anderen nichts zutun.
 
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Ich persönlich glaube, das man in seinem Leben sich in verschiedenen Lebensphasen auch zu unterschiedlicher Musik hingezogen fühlt. Als Jugendlicher mag es noch den rebellischen Gedanken unterschreichen Punk zu hören, aber als Erwachsener kann diese Musik seine Bedeutung für einen selbst schon verloren haben. Manch einer ist von Virtuosität beeindruckt. Dass sich das im Leben mal ändert ist unwahrscheinlicher als die Sache mit dem Punk, ich halte es aber dennoch für möglich. Dann kann man zu der einen Zeit virtuose Musik besonders toll finden und später, wenn man dann auf Empfindsamkeit steht, hört man eben besonders emotionale oder was weiß ich...

Und eben dieses Beispiel zeigt auch wieder, dass die Qualität variabel ist. Weil zur Musik nicht nur die Musik allein zählt, sondern auch derjenige, der sie aufnimmt, was sie für ihn bedeutet ...

Ganz genau, beides trifft bei mir auch zu (also sowohl Rebellion wie auch Virtuosität).
 
möchtegernbach;5818378 schrieb:
Und: Ich finde Popmusik langweilig ist mir echt egal welche Band die vermitteln im grunde alle dasselbe Gefühl und die selben Werte (ja es gibt bestimmt ausnahmen die habe ich aber noch nicht gehört!). Nackte Weiber , homosexuelle Anspielungen , Drogen , Sex , 666 , Konsumwahn , Kapitalismus , Gewalt .... sprechen gegen meine Ethik. Ja ohne Sex blablabla irgendwo muss doch dann Schluss sein mit der Hurerei.

Schubert hatte sich zumindest eine Syphillis zugezogen (woher wohl?), von Schumann vermutet man ähnlilches.

Mozart gab vielen seiner Kompositionen zotige, fäkalsprachliche Untertitel und seine frivolen Biefwechsel mit "Nannerl" sind historisch belegt.

Hier ein Text zu einem Kanon, der Mozart zugeschrieben wird (der Text, die Komposition nicht)

Leck mire den A.. recht schon,
fein sauber lecke ihn,
fein sauber lecke, leck mire den A...
Das ist ein fettigs Begehren,
nur gut mit Butter geschmiert,
den das Lecken der Braten mein tagliches Thun.
Drei lecken mehr als Zweie,
nur her, machet die Prob'
und leckt, leckt, leckt.
Jeder leckt sein A...fur sich.

Kurz gesagt: wenn es dir um Ethik und Anstand geht, wirst du in der Popmusik eher fündig als in der Klassik und vor allem der Romantik.
 
Zuletzt bearbeitet:
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@Antipasti :great:

... den Mozart hatte ich noch vergessen in der Auflistung.
Aber den Text kannte ich auch noch nicht. Echt kultig, man lernt dazu :)
 
hätten sie mir in der Schule im Musikunterricht gesteckt, was Wagner für ein Typ war, wär' ich vermutlich schon viel eher Fan geworden... :D
weil die Dame hier ja immer für's unterirdische herhalten muss...
Brown Eyes in kleiner Besetzung hat imho auch was Gesang und Klavierspiel angeht durchaus Substanz - Inszenierung opulent, aber nicht stillos.
Neben dem (eventuell geschmacksabhängigen) Unterhaltungswert ist auch die physische Leistung der Performance zumindest anerkennenswert...
so stell' ich mir guten Pop vor

cheers, Tom
 
Ich muss echt sagen, was hier manch einer für artifizielle Maßstäbe oder Bewertungsgrundlagen anführt, um Musik in Misskredit zu bringen, die ihm selbst aus welchen Gründen auch immer zuwider ist, grenzt hart an faschistische Propaganda. Und zeigt wahrscheinlich auch überdeutlich ein mangelndes Verständnis von Kreativität oder was eben so alles die Kreativität beflügelt. Kunst, die sich "sauber" oder "rein" schimpfen möchte und der menschlichen Komponente so weit wie möglich entbehrt kann doch nur in eine Sackgasse laufen.

Schön, dass Antipasti diese Mozart-Anekdote eingefallen ist. Ich bin auch vor Kurzem darüber gestolpert, und wir haben bestimmt auch alle Goethes jugendliche Ausflüge ins Derbe noch im Hinterkopf (ich sage nur "Hans Arsch von Rippach"). Man kann doch nicht in Musik und Kunst nur Gefühle wie Schmerz, Liebe, Sehnsucht und Weltschmerz zulassen und dann aufgrund dieser heuchlerischen und unterdrückerischen Basis Anderes als "satanisch" abtun. In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich, ist die Renaissance noch nicht überall angekommen?
 
(Schopenhauer, mal kein Musiker, zählte zu den absoluten Bordellkönigen).
Deswegen sind es trotzdem tolle Musiker oder Philosophen. Die eine Schublade hat mir der anderen nichts zutun.

Ich glaube Schopenhauer ist ein gutes Beispiel dafür dass Werk und Tat zwei unterschiedliche Sachen sind. Er fordert zur Askese und ist dabei selbst der Bordellkönig. Dies war übrigens nichts worauf er stolz war wie sich aus dem Werk ableiten lässt. Nur weil er ins Bordell ging heisst das nicht das seine Philosophie dazu wär. Er wäre garnicht erst zu der Erkentniss gekommen wenn er nicht die schlechten Triebe hätte.
Es gibt etliche Beispiele von Künstlern (zb Caravagio) die dasselbe hatten. Bei dem Mephistowalzer oder der Appassionata handelt es sich nicht um Stansverherlichung! Es beschreibt oder stellt dar.
Bei einem Rezitativ von Bach wo mal von Satan die rede ist und es auch demnach klingt handelt der Text immer von dem GEGEN Satan. Bei dem Lied like a G6 heisst es man solle den Satan zulassen.
Wenn jemand über den zweiten Weltkrieg schreibt heisst das nicht das er für den Krieg wäre meistens ist das andere der Fall bei der Popmusik wird eine nihilistische sanansverhelichende Position oft eingenommen.

Man kann doch nicht in Musik und Kunst nur Gefühle wie Schmerz, Liebe, Sehnsucht und Weltschmerz zulassen und dann aufgrund dieser heuchlerischen und unterdrückerischen Basis Anderes als "satanisch" abtun. In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich, ist die Renaissance noch nicht überall angekommen?
Ganz genau! Schlecht ist nur wenn falsche Werte vertreten sind. Ein Buch über den zweiten Weltkrieg wo das schlechte klar wird ist gut ein Buch aber wo das schlechte verherlicht wird ist schlecht.
Man kann immer zwei Positionen einnehmen. Ich glaube gute Musik oder Kunst oder auch Philosophie muss immer nur positive Werte wie Liebe und Frieden vertreten was nicht heisst man dürfe nicht den Hass und Krieg darstellen.

Übrigens: Mozarts Text finde ich witzig.
 
Ich möchte schnell anmerken, dass wir nach all dem Gesagten jetzt vielleicht alle satirischen und ironischen Bemerkungen weg lassen. Anscheinend versteht man das nämlich nicht überall, wie es aussieht. ;)
Ach du liebe Wissenschaft, was will dieses Smiley da???

@antipasti
es gibt übrigens einen guten Film über Mozart in München, da findet er wirklich die schönsten Vulgärausdrücke, wie ich finde. ;)
Und ich stimme da generell zu: In Klassik und Romantik gibt es große A******er und Nazis und Satanisten und weiß der Teufel was. Heutzutage gibt es die aber auch in der Pop/Rockmusik und Neuer Klassik.
Gut: Puffbesuche sind ja nicht mehr so "In" heutzutage, aber früher war das teilweise sogar Usus, da ist es dann die Frage, ob man damals mit den Augen von heute verurteilt wurde.
 
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