Komponieren lernen.

  • Ersteller Vegeta11880
  • Erstellt am
Du hast geschrieben, dass du Musik in Richtung Hans Zimmer komponieren willst und erwartest ernsthaft, ein Handbuch dazu zu finden? Hans Zimmer ist meiner Meinung nach lediglich so gut, weil er keinerlei musikalische Ausbildung genossen hat und im Gegensatz zu irgendwelchen dahergelaufenen Musikstudenten keine Regeln befolgt, sondern sein Talent benutzt. Alles was er musikalisch hervorbringt bzw. komponiert, tut er aus Erfahrung und Talent.

Ich denke auch nicht, dass es wichtig ist, Noten lesen bzw. schreiben zu können oder musiktheoretische Erfahrung aufzuweisen, letztendlich hängt es nur davon ab, wie viel Gefühl du in deine Ideen steckst. Mit Musik kann man sehr gut Gefühle beschreiben und wenn du gefühlvoll an die Sache herangehst und dich einfach darauf einlässt, dann machst du auch automatisch gute Musik.

Hans Zimmer ist übrigens das beste Beispiel dafür, warum man nicht Musik studieren sollte.

MfG
 
... Hans Zimmer ist meiner Meinung nach lediglich so gut, weil er keinerlei musikalische Ausbildung genossen hat

Hans Zimmer kommt "aus gutem Stall", war auf einem englischen Internat, wo seine Musikalität sehr gefördert wurde, wurde in London vom Filmmusik-Komponisten Stanley Myers unter die Fittiche genommen und arbeitet in LA mit (studierten) Komponisten und Musikern zusammen, die seine Ideen umsetzen. So war es jedenfalls in seiner TV Biografie zu sehen, die ihn auch bei der Arbeit zeigte und sowohl Zimmer als auch Kollegen/Mitarbeiter dazu interviewte.
http://www.filmkritiker.com/hans-zimmer-der-sound-fuer-hollywood-filmkritiker-com/

Von den Anforderungen eines Musikstudiums mit Schwerpunkt Komposition sind wir in diesem Thread doch meilenweit weg.

Komponisten, die keine Noten lesen/schreiben können bzw. konnten gibt es auch unter den Berühmtheiten der populären Musik so einige, z.B. Sir Paul McCartney.
Irving Berlin konnte nicht einmal in verschiedenen Tonarten Klavierspielen und ließ sich deshalb ein Instrument mit mechanischer Transpostion bauen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Transposing_piano
http://de.wikipedia.org/wiki/Irving_Berlin
 
Um mal Hans Zimmers Wikipedia Artikel zu zitieren:

[...] wobei er nur kurze Zeit einen Klavierlehrer hatte, da er sich dessen Disziplin hinsichtlich der Grundregeln für einen Pianisten nicht unterwerfen wollte.

Eine akademische musikalische Ausbildung durchlief er nicht.

MfG
 
Hans Zimmer ist meiner Meinung nach lediglich so gut, weil er keinerlei musikalische Ausbildung genossen hat...
...
Hans Zimmer ist übrigens das beste Beispiel dafür, warum man nicht Musik studieren sollte.

Na, diese Bedingungen werden ja von vielen Leuten erfüllt. Doch für gute Musik reicht das wohl kaum aus.

Du erwähnst das Talent. Ich denke, er war besessen davon, Musik zu machen. Für seine Arbeitswut ist er bekannt.
Mit 12 Jahren kommt er in England in ein Internat, weil er aus sieben Schulen geflogen ist. Der Direktor möchte nicht, daß das so weitergeht. Der Hans sagt, er möchte unbedingt Musik machen; der Rektor erkennt sein musikalisches Talent und fördert ihn.
Zimmer spielt in Bands, komponierte Werbe-und Radiojingles und er war noch keine 22 als der Nr. 1 Hit "Video Killed the Radio Star" unter seiner Mitwirkung herauskam.
Mit ca. 23 wurde er Assistent des bekannten, englischen Filmmusik-Komponisten Stanley Myers und bekam kleinere Aufträge aus der Filmindustrie.

Zum "gefühlvoll und unausgebildet" an die Sache herangehen, kam bei Hans Zimmer noch weit mehr hinzu.

Der Weg von John Williams, vermutlich der kommerziell erfolgreichst Filmkomponist (sagt Thomas Krettenauer in "Filmmusik", 2009) war anders:

...Sohn eines Orchestermusikers.
Bereits im Alter von drei Jahren erlernte er das Notenlesen.
... studierte Komposition...
...studierte Klavier...
...arbeitete er in New York als Jazz-Pianist...
...mit 19 Jahren ... erschien seine erste Klaviersonate
Es folgten weitere klassische Werke.
http://de.wikipedia.org/wiki/John_Williams_(Komponist)

Fazit: Die Wege sind äußerst unterschiedlich und sehr außergewöhnlich.
Patentrezepte gibt es nicht. Jeder muß seinen Weg finden. Jedenfalls kann man davon ausgehen, daß beide begierig von denen lernten, die mehr konnten als sie selbst. Schließlich hatten beide die musikalischen Mittel in der Hand, die geeignet waren, Stimmungen in Filmen auf eigene Weise auszudrücken.

Viele Grüße
Klaus
 
Hans Zimmer hatte dazu auch noch genügen Startkapital um sich selbstständig zu machen.

Hilfreich ist vielleicht auch das hier:

junger Mann:
Hey Mozart, wie lerne ich ein Meisterwerk zu schreiben?

Mozart:
Du musst dich durch die komplette Musiktheorie arbeiten, diese in Frage stellen und selbst experimentieren.
Du kannst dich an Meistern orientieren, solltest aber deinen eigenen Stil finden. Das kann durchaus einige Jahrzehnte dauern.

junger Mann: Aber du warst doch noch ein Kind als du dein erstes Meisterwerk geschrieben hast.

Mozart: Ja, ich habe aber auch nie jemanden gefragt wie das funktioniert.
 
Nette Geschichte, die allerdings im Falle von Mozart wohl nicht stimmt. Doch ein Entdeckungsdrang, eine starker kreativer Antrieb dürfte eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Komponisten sein. Der kleine Mozart soll dabei beobachtet worden sein, wie er versuchte, den Klang der Kirchenglocken (Teiltöne) auf dem Klavier nachzustellen (Zitat finde ich leider nicht mehr.)

Hier ein Eindruck, wie und wann Mozarts Weg zum Komponisten wohl begann:

Es ist einfach zu konstatieren, daß sich Musiker sehr häufig dazu gedrängt fühlen, sich intensiv um eine musikalische Ausbildung ihrer Kinder zu kümmern. So tat es auch Leopold Mozart bei seiner 1751 geborenen Tochter Maria Anna («Nannerl»). Diesen Unterricht bekam natürlich der fünf Jahre jüngere Wolfgang mit, und er mag ihn herausgefordert haben, sich einzumengen und seiner großen Schwester nachzueifern.
www.chbeck.de/fachbuch/zusatzinfos/leseprobe_mozart.pdf

Viele Grüße
Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
Hans Zimmer ist meiner Meinung nach lediglich so gut, weil er keinerlei musikalische Ausbildung genossen hat und im Gegensatz zu irgendwelchen dahergelaufenen Musikstudenten keine Regeln befolgt, sondern sein Talent benutzt.
 
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Reaktionen: 2 Benutzer
Leute nur mal so als rückmeldung :)

Ich hab heute meine erste Analyse gemacht, das Büchlein hat es doch voll gebracht.
War ein kleines Menuet aus meinem Lehrbuch nach Motiven von G.A. Brescianello, nicht besonderes und vielleicht bin ich auch nicht zu 100% richtig.
Aber ich hab mein theoretisches Wissen echt anwenden können! So darf es weiter gehen :)
 

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