Wie mans nicht macht... / E-Plauderecke

die 6h steht übrigens für die Lage des Schutzleiters, wenn man den Stecker von der Anschlussseite bzw die Buchse/Kupplung von der Steckseite betrachtet.

Nicht die Lage der Stecknase!
 
Wo steht das eigentlich? Ich habe das schon öfters gehört, mindestens genauso oft aber auch das Gegenteil. Auch in neuen Installationen grade im Theater-/Showbereich habe ich das schon live gesehen, und da schaut neben dem ausführenden Unternehmen auch noch der TÜV drüber.

AFAIK war's ein Problem der Abschaltzeiten, die sich aber eben auf den Erdschlussfall beziehen -> erledigt der RCD, welcher für Schuko-Stromkreise in 99% der Fälle verpflichtend vorgeschrieben ist.

Dagegen spricht widerum ein soeben in einem Fachforum gefundener Verweis auf die DIN 18015, welche angeblich alles andere als LS-Schalter für Endstromkreise verbieten soll - genauere Erläuterungen gabs aber nicht. Mal googlen...

Also laut DIN VDE 0100-410 müssen alle Stromkreise bis zu einer Last die von 3. genutzt werden können mit einem FI abgesichert werden. nicht 99% sondern eigentlich 100%
Steckdosen dürfen mit einer DIazed oder Neozedsicherung abgesichert werden. Dies ist nicht verboten. Aber auf Grund der Abschaltzeiten von Schraubsicherungen ist es nicht ratsam.
Schukosteckdosen sichert man eigentlich nur mit Schraibsicherungen ab, wo man davon ausgeht das evtl. höhere Anlaufströme zustande kommen. (Baustellen ect)
 
Hallo allerseits.

Der ein oder andere weiss es vielleicht schon, dass ich gelernter Energieanlagenelektroniker und somit auch irgendwie Elektriker bin. Heute ist mir jedoch etwas Bitterböses, geschaffen aus den Händen der Innungskollegen über den Weg gelaufen, worüber ich mir zum Frustrationsabbau auf einer bekannten Internetplattform Luft gemacht habe. Die Schimpfwörter werde ich zensieren:

"Argh, Hilfe, Elektriker. Aufgabe: Herdanschlussdose, dazugehörige Zuleitung und Absicherung herstellen, sowie einen kompletten E-Check machen. Arbeiten ausgeführt, Folgendes trat auf, als mein Stiefvadder mich alarmierte, dass nichts funktioniert: Schrauben der Verbindung Leitungsschutzschalter zu Sammelschiene nicht richtig angezogen, diverse Kreise waren tot oder hatten immense Übergangswiderstände (Brandgefahr). Hallo, wie kann dabei eine positive Schleifenimpedanzmessung stattgefunden haben? Problem zwei: Herdanschlussdose tot. Grund: Es wurde vergessen (!!!!) den N- und den PE-Leiter aufzulegen. Dilettanten. I******. A**********! Keine einzige Messung kann positiv erfolgt sein und wie kann man bitteschön vergessen, N und PE aufzulegen und dann auch noch behaupten, dass auch dieser Kreis den Test bestanden hätte? Halloooo? Morgen gibt's 'nen Schrieb an die Handwerkskammer!"

Ja, es war etwas in Rage geschrieben, aber nichts davon ist gelogen.
Daher rate ich auch den Laien hier, wenn sie etwas einem Fachmann anvertrauen,
sich vorher etwas Wissen angeeignet zu haben, die Sache kritisch zu beäugen,
anstatt nur einen Auftrag auszugeben und diesen wohlwollend zu bezahlen.
Es ist einfach nur traurig, wie nachlässig selbst Fachkräfte mit der Gefahr
der elektrischen Spannung umgehen.

Wenn's nervt, löscht es. Es waren meine zwei Cent des heutigen Tages.

Gruß,
Nick
 
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Wenn das, was Du beschrieben hast, tatsächlich zutrifft, dann würde ich nicht nur eine Anzeige bei der Kammer sondern auch eine bei den Ordnungsbehörden erwägen. Der schmale Grat zwischen grober Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz könnte überschritten worden sein.
 
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Naja, ich hab das ganze halt jetzt instandgesetzt. Bzw. letztenendes habe ich die komplette UV der Wohnung neu aufgebaut, da es sich um ein einziges Rattennest aus Kupfer handelte. Prüfung nach der 0100 600 ist ebenfalls nochmals durch mich erfolgt, jedoch macht das demnächst nochmal ein befreundeter Elektromeister offiziell. Beweisbilder wurden natürlich zu hauf gemacht und eine zusätzliche schriftliche Dokumentation im Kontext mit den Bildern für die Vermietgesellschaft und die HWK wurde ebenfalls erstellt. Das mit dem Gericht übernimmt die Vermietgesellschaft.

Und ich muss sagen, dass ich es immernoch nicht so ganz verdaut habe, welch schwarze Schafe sich in meiner Zunft umhertreiben.
Denn wäre Schlimmeres passiert, so hätte ein Staatsanwalt auf fahrlässige Tötung plädieren können.

P.S. Da ich bei einem VNB arbeite, werde ich mal schauen, ob der Betrieb in unserer Liste der konzessionierten Elektroinstallateure aufgeführt ist und dafür Sorge tragen, dass sich das ändert...
 
Und ich muss sagen, dass ich es immernoch nicht so ganz verdaut habe, welch schwarze Schafe sich in meiner Zunft umhertreiben.

Och nu, damit bist Du bzw. Deine Branche nicht allein. Man muß sich nur mal die Facebookgruppen "Dodgy Technicians" oder "Kuriositäten der Veranstaltungstechnik" zu Gemüte führen. Achtung, da bleibt man schnell hängen und der eigentlich produktiv angedachte Abend ist vorbei!

Sicher, man kann immer mal was übersehen oder vergessen - aber bei sicherheitsrelevanten Aspekten einer Installation oder eines Events zu schlampen ist ein absolutes No-Go.
Ich habe absolut keine Ahnung warum Leute (und ich rede hier von Fachkräften oder gar Meistern) sowas machen. N und PE aufzulegen _kann_ man garnicht vergessen. Spätestens beim E-Check wäre das aufgefallen, aber der wurde ja ganz offensichtlich ebenfalls "vergessen" (aber abgerechnet?).

Obwohl wir hier in der Strom- (aber immerhin in der Plauderecke) sind, mal ein paar leider selbst erlebte "wie man es nicht macht" Beispiele aus der Praxis VA-Technik:
- Topteile mit dem Hochtöner auf Ohrhöhe aufgebaut, obwohl Platz gewesen wäre das richtig zu machen. Wie kann ein Tonschrauber der bei klarem Verstand ist sowas bauen oder absegnen?

- 3m Vierpunkttraverse mit zwei Wackeleimern dran stumpf in zwei Schlupps gehängt (ohne um die Gurtrohre umzuschlagen).
Das war ein Hallenmeister, der auf meine bescheidene Nachfrage (als nicht-Fachkraft) ob das denn nicht problematisch sei, sollte ein Punkt versagen, lapidar antwortete: "Das ham wa schon immer so gemacht".
Sicherheitshalber habe ich mich dann entschlossen, meinen Auftraggeber anzurufen und aus dieser Produktion auszuchecken. _Ich_ möchte nämlich nicht von 80kg Truss mit Moving Heads aus 6m Höhe erschlagen werden, weil die Truss aus dem Schlupp gerutscht ist und bei diesem Aufhängungsimitat auch noch die Sekundärsicherung fehlte...

- Front-Truss mit 4x 6er Bar, 4 Heads, ein paar Stufenlinsen und zwei 15" Tops auf Liften (ohne BGV-C1) im Zelt - ohne die vorderen Beine (Stolpergefahr, is klar...).
Da reicht ein bisschen Gehüpfe im Zelt und schon liegt der ganze Krempel im bzw. auf dem Publikum.

- Einen Notausgang von innen mit einer Theke, den zweiten von außen mit einem Kühlwagen zugebaut und dabei die Schilder nicht abgeklebt/abgehängt. Einer von beiden würde für den Raum ausreichen, zugebaut waren aber beide. Das war ein städtischer Meister, der ansonsten gerne mal Dreierdosen für Pultleuchten bemängelt, wenn sie nicht aus Gummi sind bzw. eine PVC-Zuleitung haben...
 
Werk eines Meisters:
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Aus dem Sicherungskasten einer Wohnung, alte Leute...
Geöffnet hab ich das Ding, weil sie meinten das bei Ihnen und den Nachbarn der FI hin und wieder fliegt...
Effektiv war das mit dem FI (300mA) nur etwas Rost im Durchlauferhitzer, aber:
-> 300mA FI für die Wohnung incl. Bad und Durchlauferhitzer (einen 30er hätte ja auch der Durchlauferhitzer dauernd geschossen)
-> FI mit niedrigerer Belastbarkeitsgrenze als die Hauptsicherung im Keller ('damit der FI zuerst fliegt, sonst muss man ja in den Keller...' (Zitat))
-> Genug Klemmen da, aber N, PE immer mit mehreren Adern in eine Klemme
-> Stromschienen kürzen, wozu? Ist doch eh die Abdeckung drüber
-> Die Schrauben an den Leitungsschutzschaltern waren alle gut angezogen, hilft nur nicht viel, wenn das Kupfer der Stromschiene AUF dem Schraubenkopf sitzt. Besonders wenn man das genau bei der Sicherung für die Waschmaschine im Keller macht...
-> Man beachte die tolle Farbwahl an den Automaten und der N-Sammelschiene

Als ich das an einem 23.12. spät abends gesehen hatte, habe ich am 24.12. 9 morgens den Vermieter aus dem Bett geklingelt und ihm sonst was angedroht, wenn nicht sofort ein Elektriker antrabt.
Da kam dann der E-Meister persönlich (Spezl des Hauseigentümers und wohl der, der es verbrochen hatte) und ersetzte die Stromschiene komplett durch flexible Brücken mit Gabelschuh. Den Rest fand er super...

Seit dem mach ich alles selber. Ist zwar weder geprüft noch abgenommen, aber viel sicherer als sowas...
Amen!

PS: Vor ner Woche fragte mich eine Bekannte, ob es denn sein kann, dass an einer Herdanschlussdose nur zwei Adern ankommen aus der Wand:rolleyes:
 
Faschingsparty in einer Mehrzweckhalle, >1k PAX. Eigene Verteilung für die Bühne mit 63A Einspeisung. Es war ein 63A CEE vorhanden, den wir mit ca. 15kW Licht belastet haben, Ton (4 Stacks d&b C-Serie) hatte eine 16er CEE, Bühnenstrom war ein weiterer 16A CEE. In Summe also keine wirkliche Belastung, erst recht nicht dauerhaft.

0:15, Bühne komplett dunkel & still - eine Phase fehlt. Mann mit dem Schlüssel zu dem Nebenraum mit "unserer" Verteilung nicht auffindbar, die Rückmeldung vom Catering "Bei uns ist auch ein Teil tot" ließ mich aber schon ahnen, dass ich da höchstwahrscheinlich sowieso nicht rein muss.

Nachdem man dann nach ~30min scheinbar irgendeinen Haustechniker/-elektriker aufgetrieben hatte und zwischenzeitlich nur noch ein paar Notfunzeln gingen weil alle Außenleiter weg waren (vermutlich halt 3poligen NH-Trenner gezogen zum Sicherungswechsel) gings dann weiter.

Leider wusste auch hinterher wieder keiner wo der Eli jetzt hin ist, habe dann aber vom Bandleader aus zweiter Hand erfahren dass die Halle laut dessen Aussage wohl tutti completti mit 50A vorgesichert war :ugly: (hier kann ich also nahtlos an Jens' Story von Seite 1 anknüpfen ;)). Anscheinend hat er dann ne 63er rein damit die überhaupt wieder gehalten hat...nunja...

Beim Abbau nochmal einen Blick auf den Stromverteiler im Dimmerrack geworfen (die Bühnenverteilung war da schon komplett lastfrei, auf deren Zuleitung konnte es also keinen zusätzlichen Spannungsfall mehr geben): L1 230V, L2 229V, L3 223V...


Gruß Stephan
 
Werk eines Meisters:
Anhang anzeigen 260219
Anhang anzeigen 260220
Anhang anzeigen 260221
Anhang anzeigen 260222
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Aus dem Sicherungskasten einer Wohnung, alte Leute...
Geöffnet hab ich das Ding, weil sie meinten das bei Ihnen und den Nachbarn der FI hin und wieder fliegt...
Effektiv war das mit dem FI (300mA) nur etwas Rost im Durchlauferhitzer, aber:
-> 300mA FI für die Wohnung incl. Bad und Durchlauferhitzer (einen 30er hätte ja auch der Durchlauferhitzer dauernd geschossen)
-> FI mit niedrigerer Belastbarkeitsgrenze als die Hauptsicherung im Keller ('damit der FI zuerst fliegt, sonst muss man ja in den Keller...' (Zitat))
-> Genug Klemmen da, aber N, PE immer mit mehreren Adern in eine Klemme
-> Stromschienen kürzen, wozu? Ist doch eh die Abdeckung drüber
-> Die Schrauben an den Leitungsschutzschaltern waren alle gut angezogen, hilft nur nicht viel, wenn das Kupfer der Stromschiene AUF dem Schraubenkopf sitzt. Besonders wenn man das genau bei der Sicherung für die Waschmaschine im Keller macht...
-> Man beachte die tolle Farbwahl an den Automaten und der N-Sammelschiene

Als ich das an einem 23.12. spät abends gesehen hatte, habe ich am 24.12. 9 morgens den Vermieter aus dem Bett geklingelt und ihm sonst was angedroht, wenn nicht sofort ein Elektriker antrabt.
Da kam dann der E-Meister persönlich (Spezl des Hauseigentümers und wohl der, der es verbrochen hatte) und ersetzte die Stromschiene komplett durch flexible Brücken mit Gabelschuh. Den Rest fand er super...

Seit dem mach ich alles selber. Ist zwar weder geprüft noch abgenommen, aber viel sicherer als sowas...
Amen!

PS: Vor ner Woche fragte mich eine Bekannte, ob es denn sein kann, dass an einer Herdanschlussdose nur zwei Adern ankommen aus der Wand:rolleyes:

Das wäre schon als Lehrling ziemlich peinlich :/
 
Ich krieg Angst!

Schon eine Zeit her, trotzdem:
Ein "Schaltschrank" für die (auch nicht ganz fachgerecht ausgewählten) Motoren der Traversen einer Kleinbühne mit mehreren Schützen im Aufputz-Kleinverteiler hatte mein Interesse geweckt. Nach Feststellung der Spannungsfreiheit versuchte ich die Verdrahtung nachzuvollziehen. Die hinter den Hutschienen durchgeführten Adern ergaben einen schwarzen Salat, weshalb ich vorsichtig an den Adern zog, um deren anderes Ende zu identifizieren. Nur blöd, wenn dabei die Ader mit Aderendhülse im unvercrimpten Zustand aus der Anschlussklemme rutscht. Bereits geprüft, in Betrieb genommen und dem Kunden übergeben; installiert durch eine anerkannte, größere Elektrofirma der Region mit großen Unternehmen in den Referenzen. Der Not-Aus für die Anlage war hinter dem Holm einer fest montierten Wandleiter befestigt, und wurde so vom TÜV abgenommen. Wie da im Notfall eine schnelle Betätigung möglich sein soll...?

LG ;)
 
...Nur blöd, wenn dabei die Ader mit Aderendhülse im unvercrimpten Zustand aus der Anschlussklemme rutscht...

So etwas habe ich mal bei der kompletten Anschlussklemmleiste (>150 Klemmen) einer werksneuen Petersen Spule entdecken müssen. Wenn man jetzt bedenkt, dass im Zweifelsfall der Kreis des 20kV Stromwandlers offen gewesen wäre...
 
X
  • Gelöscht von pico
Nach dem Aufbau und dem verlegen der Kabel für unsere "große PA" (4x doppel-15" 1600W W-Bins) und zwei größere 2x12" Horntops bei einer Vermietung für ein mittelgroßes Techno-Open-Air (ca. 500 Mann) sowie dem Anschluss aller Leitungen inklusive des CEE16A-Steckers am Endstufenrack fiel mir nach dem Einschalten der Bassamps plötzlich eine deutliche Asymetrie der Spannung der drei Außenleiter auf (ein Glück hat unser Rackverteile sowohl Strom- als auch Spannungsanzeigen). Genauer gesagt lagen an den drei Außenleiter Spannungen so etwa L1:350V, L2 200V, L3 170V. (und das im Leerlauf!)
In Panik den CEE in bester Hausfrauen-Mördergriff-Manier herausreissend (wobei sich der "Verrieglungsnippel" auf der Dose "löste") stellte ich mich innerlich bereits darauf ein, dem örtlichen Techniker (ein etwa 50-Jähriger laut eigener Aussage Elektriker, in wahrheit wohl aber doch eher Ex-Facility-Manager) die Ansage seines Lebens zu machen!

Nachdem ihm Begriffe wie Sternpunkt oder Lebensgefahr nichts zu sagen schienen, wich meine Wut allerdings ziemlich schnell einem Gefühl tiefer Resignation. Ich suchte mir auf dem Gelände also eine andere Spannungsquelle, in welcher ich vor einschalten irgendwelcher Geräte als allererstes N-PE auf durchgängigkeit maß. Im nachhinein ist mir eingefallen, dass diese Aktion hätte gewaltig nach hinten losgehen können, da ich diesem Aushilfselektriker neben Bauerndrehstrom auch eine klassisch genullte CEE-Steckdose mit unterbrochenem PE+N zutraue. In diesem Fall ging jedoch alles gut, der Sternpunkt blieb dieses Mal auf Erdpotential. Im Verlauf der weiteren Vorbereitung erfuhr ich, dass in dem Bauwagen, in welchem sich sowohl Unterverteilung als auch DJ-Pult befinden, in dem Verlauf einiger Jahre schon einige PA-Verstärker, DJ-Mixer, Plattenspieler, Laptopnetzteile und etliches anderes einen plötzlich und unerklärlich auftretenden Tod gestorben waren. Nachdem ich die zwei 2000-Watt Nebelmaschinen (wir haben bei diesem Event nur den Ton gemacht) an ein und demselben 3-er Verteiler in einer einzelnen Steckdose hängen sah, wurde mir auch schlagartig klar, in welchen Momenten das passiert ist :rofl:. Nach gefühlten 10 Versuchen der Warnung an die Verantwortlichen der VA, welche samt und sonders mit Argumenten wie: "Geht doch grad alles" oder "Wir können doch jetzt nicht noch auf die schnelle nen so langes Kabel ranschaffen", "das war bestimmt wegen "Spannungsspitzen" (ein geflügeltes Wort, welches immer gern zum Begründen unerklärlicher Ausfälle von Elektrogeräten herangezogen wird) gab ich es auf.

An diesem Abend Verabschiedete sich einer der beiden Stereokanäle des Ausgangsverstärkers eines Pioneer DJM-800 Mixers.

Ganz klare Favoriten im Wettrennen um den Darwin-Award.
 
Ja, solche Veranstaltungen sind die ärgsten. Hatte mal eine Zeltveranstaltung in Österreich irgendwo im Nirgendwo, Speisepunkt war ein völlig durchgerosteter halb-festinstallierter Baustromverteiler mit Hinweisschild "Hochspannung Lebensgefahr" :)D), von welchem ein 63er zu einem Verteilerwürfel bei der Bühne abzweigte. Stromverteiler im Dimmerrack zeigt schon teilweise Spannungen von 205V, da war von uns noch nicht ein Ampere Last drauf. Ist auch an dem Abend munter über alle Außenleiter gewandert. Mal waren auf L1 205V und auf L3 235V, mal auf L2 216V und auf L1 228V,...Nicht unbedingt das stabilste Netz aber ob der Lage des Veranstaltungsortes schon fast wieder verständlich (wie gesagt: Irgendwo im Nirgendwo...)

Klassiker natürlich auch der Chef der örtlichen Fliesenlegerfirma der mir in 4x1,5er Ölflex anbieten kann, weil die mitgebrachten Verlängerungskabel nicht reichen. "An der Kreissäge hats immer funktioniert..."

Löbliches Gegenbeispiel letzthin bei einem Weinfest: Organisatoren sind mit VDE0100-Messgerät bewaffnet und checken sogar extra den Spannungsfall bei Nennlastbetrieb. :great: Leider gabs halt statt 1x32A 2x16A aus zwei Gebäuden und ich hab mir einen Brumm gefangen (Dimmer hing als einziges Gerät an der zweiten Leitung und DMX ging übers Audiomulticore mit, blöderweise läuft bei dem Dimmer momentan noch die DMX-Masse auf den PE auf), war aber von mir lösbar mittels DMX-Ground-Lift (tm). State of the Art wäre da natürlich die Errichtung eines lokalen TT-Netzes, aber das kann man wirklich nicht erwarten. Aber wie gesagt, schon die Sache mit der Messung hat mich positiv überrascht, der Durchschnitts-VA schmeißt dir bei sowas ein 32er mit 2,5mm² hin, das irgendwo 100m entfernt in der Scheune angestöpselt ist...
 
Son DIN-Messgerät ist schon echt ne feine Sache. Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken, mir auch mal eins zuzulegen. Leider sind die Dinger schweineteuer.

Zum TT-Netz - Dann müsstest du jeden Stromkreis einzeln mit einem RCD-FI absichern. Ich denke du weißt wie schnell die Dinger manchmal unergründbarsten Umständen fliegen. Ist dann schlecht wenn Damit gleich die ganze PA oder die hälfte vom Licht dunkel ist. Oder du bringst den Erder so aus, dass du die nötigen Schleifenimpedanzen für LS-S bekommst. Dafür brauchst du allerdings einen Bagger ^^

Ich plädiere für eine Klausel im Vertrag, bei jeder Vermietung ein IT-Netz als Voraussetzung zu fordern. Hat doch jeder nen eigenen Mittelspannungstrafo nebst Erdschlussüberwachungselektronik rumzustehen :D
 
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Das mit dem 30mA-RCD für jeden Stromkreis ist so oder so mittlerweile generell Vorschrift für sämtliche Steckdosenstromkreise bis einschließlich 32A, nicht nur in der Veranstaltungstechnik (da brauchen aber AFAIK sogar die 125er noch nen 30er), und völlig unabhängig davon, ob das jetzt TT oder TN ist. Finde ich auch absolut richtig. Mir ist auch noch nie ein FI grundlos bzw. nicht nachvollziehbar geflogen, warum sollte er auch. Mir sind lediglich einmal relativ hochpreisige LED-Fluter einer namhaften belgischen Firma untergekommen, die hatten durch die Bank so hohe Ableitströme, dass bei 6 Stück auf einem Stromkreis (was ja nun wirklich gar nix ist) der FI ausgelöst hat, aber sowas ist die Ausnahme. Ansonsten hatte ich nie Probleme mit zu hohen Ableitströmen, selbst wenn die komplette Licht- und Tonanlage inkl. massig Geräten mit Schaltnetzteilen über einen einzigen Gesamt-FI lief.

Das mit den Potentialdifferenzen war auf dieser VA dann aber im Nachhinein auch irgendwie ein Schlüsselmoment, wo ich mir überlegt habe, dass die Vorschrift mit der Bühnen-/Trusserdung (habe ich generell in der Größenordnung leider noch nirgends gesehen, auch da nicht) absolut Sinn macht - aber eben auch nur, wenn man dann wirklich direkt bei der Bühne einen Erder setzt (bzw. auf einen nahegelegenen vorhandenen zurückgreift) und auch die E-Anlage mit einbindet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Am Samstag, mitten während der Premiere "Gianni Schicchi / Bajazzo" explodierte der Steckdosenverteiler in der Lichtregie, an dem die aktiven PC-Speaker für die Verbindung mit der Inspizientin, das Laptop zum Einspielen der deutschen Übertitel und der Miniverstärker (2x 5 Watt) für das Mithören des Saalgeschehens dran steckten - also alles nur Kleinverbraucher.

Es gab einen kleinen Blitz, einen Knall und stinkenden Rauch:

IMG_4251.JPG


:eek:

Irgendwie ging die Premiere weiter, die Verbindung zum Inspizienten als Wichtigstes wurde per Walky-Talky wiederhergestellt. Und jetzt werden alle Steckdosenverteiler, die nicht aufzuschrauben sind, aussortiert und stabilerer Ersatz angeschafft. Das "Gute" an der Sache war, daß der Intendant selbst mit in der Lichtregie saß, als es passierte, das ist hilfreich bei der Genehmigung der erforderlichen finanziellen Mittel ;) :D
 
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:eek:

Das hätte ich jetzt bei Bachmann (schaut für mich schwer danach aus) als letztes erwartet... :gruebel:
Leider zumindest auf dem Foto nicht mehr wirklich erkennbar, was da genau passiert ist.
 
Bachmann (schaut für mich schwer danach aus)
Hm, weiß ich nicht, unser Beleuchtungsmeister hat jedenfalls heftig auf den chinesischen Billigkram geschimpft :nix: :D

Erstaunlich, wieviele Steckdosenleisten im Tonstudio im Einsatz sind, 4 Dreier, 4 Vierer, 3 Fünfer, 2 Sechser und 1 Siebener - und das sind nur die billigsten aus dem Baumarkt (und z.T. noch aus der DDR), die ersetzt werden sollen, einige "Gute" habe ich außerdem noch, die bleiben natürlich:

Ehmann

:)
 
Das hätte ich jetzt bei Bachmann (schaut für mich schwer danach aus) als letztes erwartet...
Ich habe vor nem Jahr mal 4 Bachmann-Leisten wg. zu hohem Schutzleiterwiderstand bei der Geräteprüfung rausgeschmissen. Seitdem sind die bei mir unten durch...
Alle billigen haben bestanden, die Bachmann allesamt nicht.

Woran lags den bei euch, dass die Seele der Leiste (Rauch) entwichen ist?
 

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