4fach-Multicore bauen, welche Meterware brauche ich?

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Hi,

ich möchte mir ein Vierkanal-MuCo bauen, zwecks Rückführung der FOH-Summe vom Pult zur aktiven PA. Das Zusammenlöten ist soweit auch kein Problem, ich frage mich nur, wieviele Adern die Meterware haben muss. Ich hätte jetzt ohne groß Ahnung zu haben die hier genommen, aber vielleicht ist das auch völlig falsch...wäre dankbar für'n kurzen Hinweis :)

Grüße,
Shib
 
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Dank euch :)

Beim Warenkorbbestücken fiel mir aber noch folgendes auf: da ich ja mit erheblich dünneren Käbelchen in die XLR-Stecker gehe als bei normalen Mikrokabeln, frag ich mich, wie die bei Neutriksteckern übliche spannzangenbasierte Zugentlastung dann funktionieren soll...gibts spezielle multicoretaugliche XLR-Stecker für sowas? Oder wie behilft man sich da?
 
Bei den MCs, die ich bisher gebaut hatte (keine Ahnung, welches Kabel der Projektant damals angeschleppt hatte, irgendwas preiswertes) hat es gereicht ein2-3 cm langes Stück dünnen Schrumpfschlauch über die dünnen Käbelchen zu ziehen (aber nicht schrumpfen!). Die Zugentlastungsbacken haben bei fest verschraubter Tülle doch noch genug gegriffen.

Mir ist absolut nicht bekannt, daß es da andere, speziellere Stecker gäbe :nix:


Achja, und privat hab ich das mal mit einem SommerCable gemacht, das klappte ebenfalls :)
 
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Wenn du dich über das Wochenende gedulden kannst: Ich baue gerade ein
Multicore, das ich speziell konfektionieren werde (2x XLR m - f, 1x TRS Klinkenstecker 6.3mm und 1x Rean Tiny XLR)
Werde berichten. Nur soviel vorab: ich werde an den Knickstellen reichlich Schrumpfschlauch verwenden, denn das Innenkabel ist recht dünn (oval 3x4mm). Ich würde es auch keinesfalls offen irgendwo im Trittbereich legen. Das Gesamtkabel macht einen sehr robusten Eindruck und ist für seine Dicke (meine Schieblehre sagt 10.5mm) sehr weich und flexibel, was sicher auch der dicken Beilauflitze in der Mitte und dem Textilwickel innerhalb des Mantels geschuldet ist.

Allgemein: man muss dafür sorgen, dass es keinen zu abrupten Übergang von einer harten Stütze (wie einem dicken Schrumpfschlauch) auf ein dünnes Kabel gibt. Wenn ich zum Aufdicken mehrere Lagen Schrumpfschlauch verwende, dann ist das dünnste das längste und dann wird es pro Lage immer so ca. 2 cm kürzer, so dass die Steifigkeit zum Ende des Schrumpfschlauchs (Richtung freies Kabel) abnimmt.

Gruß
Christoph
 
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So, wie versprochen das Resultat.
Das Multicore verbindet meinen "Arbeitsplatz" :) bestehend aus Mikrofonstativ mit 2 Mikrofonen sowie einem Zoom G3X mit dem Mischpult. Zuhause brauche ich eine Gesamtlänge von 7m (incl. Spleiss) und auf der Bühne würden vermutlich sogar 2-3m weniger meist reichen.
Belegung: 2 x XLR 3 - Pol für die beiden Mikrofone, 1* TRS Klinke für das Stereo-Ausgangssignal des G3X und 1 Tiny XLR für die Stromversorgung des Effektgerätes. Ich habe die Tiny XLR so verschaltet, dass auch mein Grenzflächenmikrofon angeschlossen werden könnte, denn das hat auch so einen Stecker.

Die Zugentlastung am Mischpult:
Das ist die Standardlösung: Die 4 Innenadern wurden mit etwas Schrumpfschlauch (6-7 cm, gerne auch 10cm) an der Abzwiegstelle überzogen und geschrumpft. Über die Abzweigstelle kommt noch ein großer Schrumpfschlauch zur Zugentlastung.
Je nach Stecker wurde am Ende der Leiter verfahren.
Der Tiny XLR hat 2 verschiedene Klemmzangen, und die kleinere passt gut zum Innenkabel. Also gar nichts drauf.
Der Klinkenstecker auf dieser Seite ist ein einfacherer mit Quetschlaschen zur Zugentlastung. Da kam ein etwas länger Schrumpfschlauch drauf, der deutlich über die Kabeldurchführung übersteht, um an der Knickstelle noch zu verstärken.
Die beiden XLR Stecker brauchten 2 Lagen Schrumpfschlauch, damit die Klemmzangen auch wirken. Leider war da schon der Schrumpfschlauch knapp. Beim Stecker mit der roten Markeirung sieht man den äußeren roten Schrumpfschlauch noch aus dem Stecker ragen.
EndeMischpult.jpg

Zugentlastung am Mikrofonende:
Hier waren 2 Lagen Schrumpfschlauch notwendig. Für einen sanften Übergang sien die unterschiedich lang. Dr äußere ist deutlich kürzer und unterstützt noch am Kabelausgang. Der innere stützt noch ein weiteres Stück. Das innere Kabel ist schon recht dünn. Am Mikrofonständer kann man es schon verlegen. Allerdings sieht man auch, dass die Kabelklammer des Ständers das Kabel nur führt und nicht fixiert. Aber für Trittbereich ist das gar nicht geeignet. Ich könnte mir vorstellen, dass man so vielleicht ein Drumset verkabelt, wo die Mikrofone auf fest stehenden Ständern stehen und keiner daran herumzieht. Ansonsten wäre eine Umverkabelung auf stabileres Mikrofonkabel angesagt (inclusive Zugentlastung).
EndeMikrofon.jpg
Zugentlastung am Mikrofonständer:
Das Kabel hat einen fest verzurrten Klettbinder, mit dem es am Ständerfuß befestigt wird. Im dünneren Bereich reicht dann die Kabelklammer.
ES wird zunächst in 2 Paare gesplittet: die beiden Mikrofonkabel nach oben zum Ständer (roter Schrumpfschlauch) und die beiden Kabel (Signal und Stromversorgung) zum Multieffekt (blauer Schrumpfschlauch). Die Trennstellen sind dann wieder mit einzelen Schrumpfschläuchen verstärkt.
EndeMikrofonstaender.JPG


Grundprinzip:
Die Kabelsteifigkeit und Stabilität muss zum Stecker passen. Wenn das nicht passt, reißt entweder das Kabel oder das zu dicke Kabel beschädigt den Steckverbinder.
Im Übergangsbereich habe ich bis zu 2-stufig die Steifigkeit verringert.

So, ich hoffe, das ist aufschlussreich genug.
Gruß
Christoph
 
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So, ich hoffe, das ist aufschlussreich genug.
:great:



Ich hab heute auch mal einen Stecker meiner Subsnakes aufgeschraubt: 1x Schrumpfschlauch nur ganz leicht!!! geschrumpft - und an der Aderummantelung sind trotzdem (oder deswegen?) Eindrücke der Zugentlastungsklammern der Neutrik-XLR-Stecker zu sehen - es funktioniert also :)

Leider hatte ich den Fotoapparat nicht dabei :redface:


Beim Schrumpfen des Schrumpfschlauches bin ich sehr, vielleicht zu? vorsichtig, weil der Schrumpfschlauch recht hart dadurch wird und damit wieder eine mögliche Bruchstelle darstellt? Wenn es geht, lasse ich die Enden des Schrumpfschlauches eher etwas weicher, weniger geschrumpft, schwierig zu beschreiben ;)
 
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Hi,
... Beim Schrumpfen des Schrumpfschlauches bin ich sehr, vielleicht zu? vorsichtig, weil der Schrumpfschlauch recht hart dadurch wird und damit wieder eine mögliche Bruchstelle darstellt? Wenn es geht, lasse ich die Enden des Schrumpfschlauches eher etwas weicher, weniger geschrumpft, schwierig zu beschreiben ;)
das ist ein interessanter Aspekt.
Stimmt schon, dass am Übergang Schrumpfschlauch zu Kabel/Litze/etc. besonders starke Kräfte auftreten könnten. In besonderen Fällen wäre es dann ein Weg, zum Übergang hin weniger stark zu schrumpfen.

Allerdings fällt mir gerade kein eigenes Beispiel ein, bei dem ich das im Nachhinein sehr wichtig finde. Wie Chrisstoph mache ich es auch eher so, dass ich mehrere Schrumpfschläuche übereinander verwende, wodurch dann zunehmende bzw. abnehmende Biegsamkeit erreicht wird.

Gruß
Ulrich
 
Ich habe bei meinem letzten Multicore die einzelnen Kanaladern mit Geflechtschlauch ("Sleeve") überzogen. Das schützt zum einen vor knicken, da der Geflechtschlauch die Adern insgesamt steifer macht und schützt gleichzeitig vor mechanischer Belastung der Mantels. Alternativ kann man die komplette Ader mit Schrumpfschlauch überziehen. Das hat den gleichen Effekt, sieht nur nicht so schön aus.

Multicore Auflösung.jpg

Ganz wichtig: Bei der Menge an Schrumpfschlauch immer eine Heißluft-Pistole zum schrumpfen nehmen. Ein Feuerzeug ist zu punktuell und zündet im schlimmsten Fall den Schrumpfschlauch an.
 
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Könntest du noch die Bezugsquelle für den Geflechtschlauch nennen?

Übrigens habe ich meinen Schrumpfschlauch auch mit der Heißluftpistole geschrumpft. Feuerzeug geht gar nicht (vielleicht um einen Stecker bei der Fahrradbedleuchtung mit Schrumpfschlauch einzupacken aber mehr nicht).

Wenn man einigermaßen guten Schrumpfschlauch verwendet wird der nicht hart. Ich hatte mal billigen, der war schon recht steif und nach dem Schrumpfen hart. Notfalls muss man mit verschiedenen Fabrikaten experimentieren.

Eine Alternative geht auch noch: Silikonschlauch, der z.B. bei der Montage von Deckenlampen verwendet wird und über die Kabelenden gestülpt weird, die aus der Decke kommen.

Gruß
Christoph
 
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Ich habe meinen von Conrad bezogen.
Mit dem Durchmesser des Geflechtschlauches muss man schauen. Er braucht eine gewisse Mindestdehnung, damit er sicher und faltenfrei sitzt, wird aber umso durchsichtiger wird, umso weiter man ihn dehnt. Ich hatte meinen Geflechtschlauch so knapp wie möglich gewählt.
Meine Adern haben laut Datenblatt einen Durchmesser von 2,8mm, der Geflechtschlauch ist laut Datenblatt ab 2,6 mm geeignet.
Ausgeliefert hatte er aber nur einen Durchmesser von ca. 1,5 mm, was ihn dann doch so durchsichtig macht, dass die farbigen Adern schön zur Geltung kommen.

Ganz wichtig: Beim Geflechtschlauch auf die Temperatur achten. Ich habe dies nicht getan, was dazu führte, das mein Geflechtschlauch nur bis 125°C geeignet war, was der Schrumpftemperatur entspricht. Daher hat man ganz schnell mal ein geschmolzenes Loch im Schlauch, wenn man zu sehr erhitzt.

Ansonsten ist das Verarbeiten sehr einfach.
Auf Länge schneiden, kurz! mit dem Feuerzeug die Enden anschmelzen, da sich sonst der Geflechtschlauf im nächsten Schritt aufdrösselt, über die Ader ziehen und an beiden Enden mit 2-3 cm Schrumpfschlauch sichern.
 
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Danke für die geniale Doku, Christoph! Extremst hilfreich :)

Auch danke an die anderen für die hilfreichen Tipps :) damit sollte ich das wohl hinkriegen. Erfolgsmeldung folgt dann!
 
OK, dann weiß ich welche Geflechtschläuche das sind. Die sind natürlich sehr bequem, weil man sie durch stauchen auf größeren Durchmesser bringen kann, um das Kabel leicht einzuführen. Wenn man das wieder dehnt, schmiegen siie sich gut an. Der Schutz ist einerseits die Druckverteilung auf eine größere Fläche bei punktueller Belastung und andererseits etwas Knickschutz. Vielleicht ziehe ich die tatsächlich noch über die freileigenden Adern meines Neubaus ;)
 
Wie versprochen, hier noch ein Foto nachgereicht, auf dem man gut erkennen kann, daß die Krallen der Zugentlastung ordentlich greifen:

IMG_2475.jpg

Und eines davon, wie ich den Kabelmantel vor weiterem Einreissen geschützt habe, zugegeben: etwas improvisiert, funktioniert aber :)

IMG_2476.JPG
 
Etwas robuster ist übrigens die Mistral-Serie von Sommer Cable (und auch teilweise angenehmer zu verarbeiten, weil die einzelnen Kanäle einen Folienschirm + innenliegenden Draht haben, anstatt des Folienschirms beim Quantum). Gibts beim Thomann leider erst ab der 12fach-Variante (das stellt aus meiner Sicht übrigens die Obergrenze des im Mobilbetrieb noch vernünftig handlebaren dar, alles drüber ist doch recht starr), aber es existieren auch 2fach-, 4fach- und 8fach-Versionen.
 

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