Erlebnisbericht: "The Voice of Germany 2014"-Finale in Berlin"

  • Ersteller antipasti
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"Aber" weil ich es auch interessant gefunden hätte, mir das mal live anzuschauen, eben "aber" froh, dass ich es nicht tat;)
 
mich würde mal interessieren was passiert, wenn man eben nicht bei diesem warmup-clown mit macht? wird man dann des studios verwiesen? wieso machen da überhaupt alle mit? das muss doch n grund haben...sind die da wirklich alle n bisschen affin für sowas?
kann man diese sendung überhaupt noch ernsthaft verfolgen, wenn man diese ganze gescriptete maschinerie mal miterlebt hat?

ernsthaft jetzt - ich kann mir das wirklich nicht vorstellen. oder gibt's da ein paar gecastete jubel-animateure, die sich mit unters publikum mischen? hab mich schon immer gefragt, wie die das hinbekommen, dass da nicht jeder zweite aus der reihe tanzt.
 
mich würde mal interessieren was passiert, wenn man eben nicht bei diesem warmup-clown mit macht? wird man dann des studios verwiesen? wieso machen da überhaupt alle mit? das muss doch n grund haben...sind die da wirklich alle n bisschen affin für sowas?

Nein, nein. Es macht nicht jeder mit und es wird auch niemand rausgeschmissen. Wenn keiner mitmachen würde, dann würden sie wohl doof gucken. Es sind aber immer genug wohl ganz gern da. Am Ende geht es darum, vor der Sendung ein brauchbare Bilder zu haben und dafür reucht es.

kann man diese sendung überhaupt noch ernsthaft verfolgen, wenn man diese ganze gescriptete maschinerie mal miterlebt hat?

Diese "Maschinerie" ist doch auch vor der Glotze so offensichtlich, dass man nicht live dabeigewesen sein muss, um das mitzukriegen.
 
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Auch mir gefällt Dein Bericht sehr. :) Aber ich gucke sowas nicht. Egal unter welchem Namen es geführt wird, denn kennst Du eines, kennst Du alle.

Vor Jahren war ich mal professionell (klingt gut, wa?) mit der Durchführung des Eurovision Contests, Zwischenentscheidung in Hamburg, befasst. Meine Firma hat da irgendwelche Technik zur Abstimmung/Voting geliefert, bzw. angefertigt. Ich erinnere mich nicht mehr genau. Interessant war es, die Technik hinter allem zu sehen, die Absprachen zwischen den Mitarbeitern/Fernsehleuten und natürlich die Leute von der Regie und die Assistenten kennen zu lernen. Die Macher eben. Die Organisation und Planung eines solchen Events ist viel interessanter als die Show selbst. Aber all das hat mich auch nicht dazu bewegen können, am Sendetermin extra nochmal zu kommen, obwohl ich (als Firmenvertreter) eingeladen war und auch zur After-Show-Party kommen sollte. Das war mir einfach zu stressig, die ganze Nacht durch.

Nichtsdestotrotz fühlte ich mich bei Deinem Bericht an die Zeit erinnert, an dem ich mit meinen Freunden anlässlich der nächtlichen "Rockpalast"-Übertragungsmarathons vor dem Fernseher saß (nicht wörtlich zu nehmen) und wir Party gemacht haben. Zeitgleich wurden die Konzerte auch im Radio in Stereo ausgestrahlt (gab`s im TV wohl noch nicht). Da konnte man schön laut aufreißen und Sound haben. :) Eine dieser Rockpalast-Shows liegt mir besonders gut in Erinnerung. Das war die, bei der "The Police" auftraten. Die kannte noch kein Mensch - und mir rutschte schlicht die Kinnlade runter, wie die mit 3 Leuten solche Musik hingekriegt haben... (Jaja, lang ist`s her).

Danke für Deinen Bericht. :great:
 
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Echt. An den rockpalast fühlst du dich erinnert? Den habe ich natürlich auch immer geguckt. Aber das war schon was anderes. Es waren eben Konzerte.
 
Echt. An den rockpalast fühlst du dich erinnert? Den habe ich natürlich auch immer geguckt. Aber das war schon was anderes. Es waren eben Konzerte.
Na ja, ich meine damit nicht die Inhalte der Casting Show, sondern die Parallele in Deiner Schilderung zu Anfang Deines Beitrags: "(...) Als RTL mit "Deutschland sucht den Superstar" nachlegte, trafen wir uns bereits regelmäßig mit bis zu 10 oder sogar mehr Leuten, um die Sänger zu feiern, zu trinken – und zu wetten. Kleine Beträge von 2 bis 5 EUR auf den "Tages-Nachhausegeher", größere Beträge bis 20 Euro auf den Staffelsieger. Und auch, wenn das Interesse mit den Jahren wegen der ständigen Wiederholung und sinkenden Qualität nachlies, so ist eine kleine "Splittergruppe" dieser ehemaligen Guckgruppe übrig geblieben, die sich bis heute unregelmäßig, meist donnerstäglich, zum Casting-Show glotzen und fiese Sachen essen trifft. (...)".
 
Ach so: die gemeinschaftliche guckgruppe. Ja, stimmt. Allerdings hatte der rockpalast einen viel höheren ereigniswert. Rockmusik würde ja ansonsten mehr oder weniger tot geschwiegen im tv. Da hat man alles mitgenommen, was man kriegen konnte :)
 
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Vielen Dank für die Schilderungen Deiner Erlebnisse!
Brot und Spiele für die Massen.
 
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Eine dieser Rockpalast-Shows liegt mir besonders gut in Erinnerung. Das war die, bei der "The Police" auftraten. Die kannte noch kein Mensch - und mir rutschte schlicht die Kinnlade runter, wie die mit 3 Leuten solche Musik hingekriegt haben... (Jaja, lang ist`s her).

Danke für Deinen Bericht. :great:

Ich kann mich auch noch gut an das Police Concert erinnern, ich war dort, das war in der Grugahalle, im Oktober 1980. Aber man kann wirklich nicht sagen, dass zu dieser Zeit noch kein Mensch Police kannte. Die Band gab es da schon seit 3 Jahren und sie hatten in den drei Jahren ihre 3 besten Alben abgeliefert: darunter Outlandos D'Amour und Regatta De Blanc mit Mega Hits wie So lonely, Don’t Stand So Close to Me oder Message in a Bottle, die übrigens auch auf der Setliste standen. Alle 3 Alben landeten auf Platz 1 der britischen Album-Charts. Sagen wir, sie waren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als "Police". 1982 begannen Andy Summers und Sting schon mit Solo Projekten. Abgesehen davon würde ich solche musikalischen Highlights wie Rockpalast nicht in einem Atemzug mit einer werbunggesteuerten Castingshow nennen. Einige der Rockpalastfestivals waren echte musikalische Höhepunkte und mache Auftritte sind bis heute legendär.
 
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Er sagte doch bereits, dass er nicht die Sendungen vergleicht, sondern das von mir beschriebene Gemeinschaftssyndrom.
 
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Kurzweilig geschriebener Beitrag, Glückwunsch! Ansonsten soll ja jeder sich im TV ansehen, was er möchte. Aber... es will nicht in meinen Kopf, warum diese Leute lieber einen schlechten (am Anfang) bis mittelmäßigen (zum Schluß) Sänger/in anhören, obwohl es die Songs im Original mit meisten um Längen besseren Künstler/innen gibt.
Eher glaube ich, das diese letztlich billig produzierten Sendungen für ein simples Publikum mit wenig oder keiner Musikkenntnis angeboten wird. Es ist ja wohl sicher kein Zufall, dass es genau die Sender bringen, die auch mit Laien als Schauspieler anbieten. Motto: Mit billigen Mitteln viel Geld verdienen. Letzlich sind die Kommerzsender nicht für die Zuschauer da, sondern für die Aktionäre.
Sorry aber das musste ich loswerden. Joe Cocker stirbt (RIP) und sowas bekommt Aufmerksamkeit!
 
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Ja, das hast du richtig erkannt. Ist allerdings auch keine besonders heiße Neuigkeit.

Wobei Cocker nun nicht gerade das Parade-Gegenbeispiel ist, da er ja selbst nicht ausschließlich, aber doch überwiegend mit Coverversionen erfolge hatte. Außer "with a Little help ..." Fand ich sein Werk auch nicht gerade bedeutend. Ich bin sogar der Meinung, dass dieselben Leute, die castingshows gucken, auch Joe Cocker im Regal haben, weil ihnen Ray Charles zu Wild und zu schwarz ist. Gleich neben Tina Turner und Simply red.​
 
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Ein herrlicher Bericht. Insgeheim hat man es sich ja so oder so ähnlich gedacht, wie es bei solchen Produktionen zugeht. Im Prinzip geht es wohl nur um eins, Werbung die Geld einbringt.
 
Ja, das ist jedesmal interessant und ich finde es natürlich gut, wenn sich jemand die Mühe macht, so einen Bericht zu schreiben.

Andererseits ist es ja auch nichts neues.

Und natürlich kann man diesen ganzen Zirkus einfach scheiße finden "...für die Massen...", andererseits hat das ganze schon auch positive bzw. zumindest interessante Aspekte:
-Ich finde es schon toll, dass dieser ganze Nimbus des Popstartums etwas abgebaut wird - denn es dient schon dem, dass anerkannt wird, dass ab und an 'mal ein Talent sozusagen nebenan wohnt. Und ich glaube, für einige sind diese Shows schon eine Chance.
-Ich denke auch, Rockpalast kann man damit nicht vergleichen - es ist eben eine ZUSÄTZLICHE Facette des Show-/Music-Biz, die es früher nicht gab
-Natürlich ist es "für die MAssen". Aber 'mal ehrlich: Ich glaube, dass 90% der Leute die Musik machen, letztlich davon träumen, ihre Musik den Massen nahezubringen. Ich war auch schon in Situationen, in denen man sich fragen muß: Welchen Scheiß macht man eigentlich mit, prostituiert sich, oder spielt den "Künstler", obwohl man scharf auf die große Bühne ist.
-Ich nehme einigen der Coaches z.B. schon ab, dass sie es irgendwie ernst meinen. Also liegt es, glaube ich, schon auch daran, wer da als Kandidat hingeht, wie weit die Leute ihre Coaches auch fordern etc. (z.B. geht es nur um Covers oder vielleicht auch um eigene Musik?).

Alles in allem: Das ist halt Showbiz. Und ich denke, bei Rockpalast war alles noch nicht so perfekt (und das Konzept anders) aber, wenn es da die Möglichkeiten des heutigen medialen Hypes gegeben hätte, hätten die Organisatoren es genauso durchgezogen.

Und ein Stück weit findet ja auch hinterher wieder eine Selektion danach statt, wer echt etwas nachhaltiges zu bieten hat - alle anderen sind eben schnell wieder in der Versenkung verschwunden.

Also, ich finde das amüsant, interessant und weniger schlimm, als wenn irgendwelche DJ's 50k pro Abend bekommen, die"nur" irgendwelche Loops zusammen würfeln - das ist noch weiter weg von "Musikmachen"....
 
(...) Also, ich finde das amüsant, interessant und weniger schlimm, als wenn irgendwelche DJ's 50k pro Abend bekommen, die"nur" irgendwelche Loops zusammen würfeln - das ist noch weiter weg von "Musikmachen"....
Die Diskussion des Pro und Kontra sollte ja eigentlich an dieser Stelle nicht erfolgen, weil das zu einer weltanschaulichen Diskussion ausarten würde, aber ich kann mich nicht bremsen, Deinen letzten Satz (Zitat oben) mit einem klaren "Jawoll" zu kommentieren. Leider Off-Topic, so wie mein letzter Satz: Frohe Weihnachten Euch allen.
 
Ich stimme dem letzten Satz ebenfalls zu. Zum Rest hülle ich mich zuächst in Schweigen, da ich den Sinn dieser Ausführungen noch nicht so ganz verstanden habe. Frohe Weihnachten.

@DudelstattBastel

Der Grund für diesen Bericht war weniger, neue TV-Geheimnisse aufzudecken, als vielmehr reine Pflichterfüllung. Es gehört hier im musiker-Board zur Regel, einen Bericht zu schreiben, wenn man etwas gewonnen hat. Ich bin davon ausgegangen, dass die Prinzipien solcher Unterhaltungsformate allgemein bekannt sind. Sie wurden ja auch bereits in unzähligen anderen Thread ausdiskutiert.
 
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Hallo,

ich war 2013 bei dem Voice of Germany Finale und zudem noch in der SAP Arena, als die Top Kandidaten gesungen haben. Ist eigentlich nicht so meine Musik (Bin Blueser / Rocker), aber mein Cousin Peer Richter kam bis ins Halbfinale. Da waren halt die Tickets dann auch kostenlos. Als sie in der SAP Arena gespielt haben, konnten die Angehörigen (u.A. meine Schwester und ich) Backstage zu den Top Kandidaten. Der Abend war sehr schön und danach wurde ich von paar Klassenkameraden beneidet ;)

Viele Grüße.
Marlon1999
:m_git1:
 

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