Blockflöte, Tonumfang f1-g3?

  • Ersteller Vincent Stone
  • Erstellt am
Ha, da bin ich ja mal wieder genau auf den richtigen Thread gestoßen!

Heute habe ich mich mal wieder ans Üben gewagt und tatsächlich genug Kondition gehabt für 30 Minuten (ich sag Euch, Kehlkopfentzündungen sind echt :igitt:).
Nun ist mir da ein nettes Stückchen Telemann zwischen die Finger geraten. Jedoch lief mir im dritten Takt dann gleich ein e3 über den Weg, und als wäre das nicht alles, hätte Telemann gerne noch das g3.
Nun ja, bis zum c3 läufst, dann werden wohl zwei weitere Töne die Tonleiter rauf den Käse nicht fett machen- dachte ich. :(

Glaubt ihr, dass ich nicht in der Lage bin diesen Ton halbwegs annehmbar zu spielen? Ich habe es mit hohem Blasdruck versucht, da bin ich mir sicher, ich habe sogar das e3 überblasen. Ok, hoher Blasdruck, aber irgendwie vorsichtiger an den Ton rangehen- nee, nichts. Also, rantasten an den Ton, geht bis zum d3, danach ist Schluß. Als wäre einfach Ende. Ich hab Tränen gelacht bei den Geräuschen, die ich da produziert habe! Irgendwie geht der Ton nicht auf meiner Flöte. Bin ja nicht gerade ein Flötenneuling, aber irgendwie geht das nicht.

So, jetzt mal zu meiner Frage: Kann es sein (wenn wir hier schon das Ganze physikalisch ergründet haben), dass Flöten nur mit anderer Bohrung etc. diese Töne erreichen, bzw. sich nicht so gequält und erzwungen anhören? Also ich bin mir sicher, die Flöte kann das, aber schön ist eben anders.
Ist das nun der Unterschied zwischen den Flöten für Fortgeschrittene und das Ensemblespiel, und den Flöten für ambitionierte Amateurflötenspieler, die auch mal gerne Solostücke spielen möchten (und sei es auch nur daheim)?
 
Irgendwie geht der Ton nicht auf meiner Flöte.

Das habe ich auch einmal geglaubt - und war dann äußerst erstaunt, wie leicht die meisten dieser hohen Töne spielbar werden, wenn man es technisch richtig angeht.

Ich nehme an, Du berichtest von Deinen Erfahrungen mit der ALTflöte?

e''' und g''' sollten fein zu erreichen sein, zickig ist vor allem das f'''.

Nach meinen Erfahrungen heißt das Zauberwort Atemstütze! Mehr Blasdruck kann das Ansprechen der genannten Töne sogar erschweren. Bei korrekter, ausreichender Stütze brauchst Du verblüffend wenig Blasdruck!

Leider ist Atemstütze kaum sinnvoll per Textposting zu erklären, ich müsste dich werken sehen... :D

Aber versuche doch mal Folgendes, um die kritischen Töne zu erreichen.
+ Gehe vom nächsttieferen Nachbarton aus. Für das g''' nimm aber nicht das f''', besser e''', c''' oder b''.
+ Appliziere bereits bei diesem Vorton soviel Stütze, wie Du dem höheren zugedacht hättest und halte sie.
+ Spiele langsame Viertel auf dem unteren Ton.
+ Wiege Dich im Rhythmus in den Hüften.
+ Unmittelbar bevor Du auf den höheren Ton gehst, gehe etwas in die Knie.
+ Spiele den hohen Ton mit scharfem, präzisem Zungenschlag an (NICHT mit Kompressor-Nachbrenner-Blasdruck!).
+ Kommt er nicht, dann kontrolliere auch den Sitz Deiner Finger, am besten mithilfe eines Spiegels.

+ Mach diese Versuche am Anfang einer Übungssession, wenn die Flöte noch frisch ist - dann spricht sie besser an.

Das sollte nach einigem Ausloten an sich klappen, vorausgesetzt, die Flöte ist gesund.

Allerdings hat jede einzelne Flöte so etwas wie eine eigene Persönlichkeit, die sich unter anderem mit unterschiedlichem Ansprechverhalten im hohen Register bemerkbar macht.

A propos: Wie greifst du g'''?
 
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Na Robert, wieder einmal vielen Dank für Deinen tollen Beitrag :hail:. im Moment fühlt es sich an, als müsste ich in den 6.Gang schalten, habe aber leider nur 5 zur Verfügung. Nachtrag: Ja, ich berichte von meiner ALTflöte. Mit der Sopran gibt es keine Probleme (mehr). Witzigerweise läuft es da sogar besser, seit ich mit der Alt flötel.

Die Atemstütze werde ich morgen gleich mal ausprobieren, da ist ganz viel Zeit und dann habe ich auch wieder Muse. Genau DAS sind so die Tipps, die mich hoffentlich weiterbringen. Ich entwickle da immer einen ungeahnten Ehrgeiz und kann es so gar nicht haben, wenn nichts klappen will.

Gemäß Küng & Co. greife ich folgende Töne auf der Alt so:

e''': ø XXO XXOo

f''': ø XOO XXOo

g''': o XOX XOXo

Edit: :keks:
 
Mir geht es mit der Küng Studio ähnlich.

Ich habe auf meiner Küng Studio Sopran (Pendant zu Deiner Flöte) auch mit den hohen Tönen mehr zu kämpfen als auf meinen anderen Flöten, im direkten Vergleich habe ich noch die Yamaha Ecodear, die kürzer mensuriert ist und einen engeren Windkanal, und da ist es um Längen einfacher.

Ich arbeite jetzt an der korrekten Daumenposition und achte darauf, dass ein möglichst gerichteteter und unverwirbelter Windstrom auf das Labium trifft, da der Windkanal bei den Küng Studio ja recht hoch ist und nicht so stark stabilisiert - ich nehme dazu die Flöte weg und halte meine Hand ca. 10 cm vor den Mund und fühle, wie gerichtet der Luftstrom ist. Wie Robert ja auch schon schrieb, benötigte ich anfangs auch einen sehr kräftigen Zungenstoß (wobei ich jetzt noch an a'''-c'''' arbeite).

Aber so langsam wird es immer besser...

Witzigerweise läuft es da sogar besser, seit ich mit der Alt flötel.
Umgekehrt zu Dir geht es auf der Rottenburgh Alt dann um Längen leichter (bzw auch auf auf Aulos Alt und Tenor) - wenn ich auch mit dem Klang des oberen Registers der Rottenburgh nicht zufrieden bin, seit die Flöte von der Überarbeitung zurückkam.
 
@Svalin
Danke für die Süßigkeit!:)


Falls das kein Tippfehler ist:
Beim g''' muss das Daumenloch halb verschlossen sein, nicht offen.
Wenn Du den Ton dann stabil spielen kannst, solltest Du auch probieren das 7er Loch zu schließen. Auf allen Altflöten, die ich bisher getestet habe, war das nötig, weil g''' sonst zu hoch ist.

Die Griffe für e''' und f''' sind korrekt.

Noch ein Nachtrag: Versuche auch mit dem Daumen die Öffnung des Daumenlochs zu variieren. Für f''' beispielsweise muss ich das Daumenloch relativ weit schließen, damit es sicher kommt. Bei d''' wiederum muss es eher 3/4 offen sein. Auch die Aufsetzrichtung des Daumens spielt eine gewisse Rolle.
 
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@Bernhard_Baptist : Doch war ein Tippfehler. Das Daumenloch ist natürlich halb geschlossen: ø
Danke für die Tipps, werde ich gleich nachher versuchen.

@Ralinem : Die Videos von Sabine Frey habe ich mir auch schon ein paar mal angeschaut. Leider habe ich zum Thema Atmenstütze nichts finden können.

Werde heute alles ausprobieren und schauen, ob sich irgendetwas umsetzen läßt. (Das sagt allerdings mehr über mich als über Eure Tipps aus ;) )
 
Es geht hier ja munter immer weiter. Nachdem es erstmal "klick" gemacht hat, sind die hohen Töne g``` und auch darübergehende für mich recht leicht erreichbar, wobei eine saubere Intonation in dem Sinne, das Tonleitern spielbar wären, für mich nicht in Aussicht steht. Eher habe ich das experimentieren entdeckt, suche nach Zwitscher- und Doppeltönen, und was da oben so pfeift und trillert, ist angelegentlich als z.B. etwa h´´´ zu erkennen, wobei das ja auch eher der x-te Oberton von y ist und damit von Haus aus um Prozentpunkte neben dem rechnerisch genauen h´´´liegt, wobei dann natürlich die Frage ist, nach welcher Skala definiere ich überhaupt Genauigkeit, soll die Flöte wohltemperiert oder gleichschwingend oder ... Da kommt man ganz schnell in theoretisches Fahrwasser, um verkopfte Diskussionen ohne praktischen Gehalt zu führen. Wenn ich ein sauberes c´´´´ spielen will, nehme ich wohl eher die Sopranflöte...

Auf der F-Flöte habe ich mir mittlerweile angewöhnt, das f´´´ mit sechstem Finger zu spielen (also 1/2 / 1oo / 1110 ). Der Ton spricht viel leichter an und klingt auch besser. d,es und e´´´ sind ganz ohne Schwierigkeiten spielbar, Zicken macht nur das cis´´´ .

Und mal eine ganz andere Frage: Arbeiten wir überhaupt mit den richtigen Bezeichnungen? Die F-Flöte ist von f1 bis g3 notiert, aber klingen tut sie doch eine Oktave tiefer, so daß es um einen Tonumfang von f bis g2 geht???
 
Die F-Flöte ist von f1 bis g3 notiert

f'-g'''...und sofern wir von einer Altflöten in F sprechen klingt sie auch genau so.
Es sei denn bei Benutzung der "chorischen" Notation, die ist in der Tat dann 1 Oktave tiefer notiert. so dass dann das notierte f' ein klingendes f'' wird; bzw. korrekter müsste man sagen, dass man dann 1 Oktave höher spielt, als notiert.
Klingend bleibt es aber beim Tonumfang f' (international f4, deutsch f1) bis g''' (international g6, deutsch g3).

Die Sopranflöte klingt 1 Oktave höher als notiert (also c' notiert klingt c'').

Da Flöten sehr grundtönig sind, ist das Klangempfinden im Vergleich zu anderen Instrumenten mit mehr Obertönen so, dass sie tiefer wirken.

aber klingen tut sie doch eine Oktave tiefer, so daß es um einen Tonumfang von f bis g2 geht???

..und f bis g'' ist tatsächlich schon eine F-Bassflöte (also noch sehr viel höher, als man mit "Bass" assoziiert)
 
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