wie den Sax Hersteller herausfinden?

urpps
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Hallo Gemeinde,

mangels Talent (Gitarre ist eher mein Milieu...) möcht ich dieses schöne, alte Sopransaxofon in artgerechte Haltung veräußern. Habe leider
keine Ahnung, wer der Hersteller sein könnte. Erstverkäufer ca. 1926 -27
DSC_0577.JPG
IMG_0973.JPG
IMG_0972.JPG
war mein Opa, mit Geschäft in Wurzen/ Leipzig (1901 - 1930).
Vielleicht hilft jemand die eingestanzte Nummer weiter: 217707 - rein optisch ähnelt es einem CONN , der Koffer
würde dazu passen - aber das ist die einzige vage Vermutung nach einiger Recherche.
Danke für alle Tipps im Voraus :)
bertl
 
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Was steht denn unten am Schallbecher auf dem "Stempel" ???
 
vermutlich die Adresse von Opas Geschäft... entsprechend einer OEM Fertigung/Hausmarke

cheers, Tom
 
Genau, da steht nur sein Firmen Name, Musikinstr. -Bau und Versand - 1901 - 1926 (25) [jähriges Jubiläum] Wurzen in Sachsen.DSC_0576.JPG

Er selbst hat Trompete gespielt, Orchester und Blaskapellen ausgerüstet - als 3-4 Mann-Firma nicht (viel) selbst produziert hat.
Ich denke, dass es Mitte der 20er Jahre generell noch nicht viele Sax-Produzenten gab, oder??!
 
die 217XXX macht mich nervös, hohe nummer für so ein frühes baujahr!.
keine perlmut einlagen auf den drückern!

bitte noch mal genau den stempel hier einschreiben - danke.

das lila im koffer spricht für ausserhalb europa, dto seriennummer.
 
die 217XXX macht mich nervös, hohe nummer für so ein frühes baujahr!.
keine perlmut einlagen auf den drückern!

bitte noch mal genau den stempel hier einschreiben - danke.

das lila im koffer spricht für ausserhalb europa, dto seriennummer.

DSC_0577a.JPG DSC_0578.JPG
Die Nummer ist 21 77 07

Das Baujahr kann nur zwischen 1926 (Jubiläum) und 1929 sein, danach gab es einen anderen Firmennamen / ... & Co
Wenn ich mich nicht verzählt habe gibts: 25 Klappen und 21 Drücker /Tasten - davon sind insgesamt 9 mit Einlagen versehen, die mMn wie
Perlmut aussehen, ich kenne sonst nichts (doch: Muschel-Innenseite) was weiß-silber-lila ist + schimmert /Strukturoberfläche hat
oder gab es damals schon tolle Imitate??!
 
anscheinend ist meine bildschirmwiedergabe schlecht, ich habe die perlmuteinlagen nicht erkannt.

aufgrund der seriennummer ist es wohl ein conn oder buescher, man müsste es in der hand haben.
 
anscheinend ist meine bildschirmwiedergabe schlecht, ich habe die perlmuteinlagen nicht erkannt.

aufgrund der seriennummer ist es wohl ein conn oder buescher, man müsste es in der hand haben.
- -

Ich glaube das ist ein Büscher ! hab ein paar Bilder gefunden und die Anordnung der Klappen, sowie diese schwarzen Rolltasten
sehen genauso aus. Die Nummer passt auch von der Länge und Bauzeitraum. Kann jetzt gezielter weiter recherchieren und
über Neues berichten ... Danke!
 
Das wichtigste wäre doch mal --- wie klingt es denn? Ist es dicht, technisch ok ? Lass mal nen Sax kundigen reinblasen und nimm es auf.
 
über/unter dem daumenhaken müsste ein stempel sein.
 
über/unter dem daumenhaken müsste ein stempel sein.

Die Nummer unter dem Daumenhaken ist 217707 - es müsste nach allen Recherchen und Hinweisen (Danke!) demnach
ein Büscher Sopran "True Tone" sein, diese Nummer passt 1a zur Büscher-Seriennummer-Historie und Opa's 25-jährigen Geschäfts-Jubiläum
im Jahr 1926.
 
bei deiner Suche nach dem Hersteller bedenke auch das stencil Geschäft. Vor allem die großen Herstellerfirmen stellten zur Auslastung ihrer Fertigungskapazitäten stencils her, die dann auch an kleinere Hersteller günstig verkauft wurden. Diese wiederum übernahmen die Endfertigung, varierten das Klappenwerk, Polster etc. Die Instrumente wurden dann mit eigenem Namen, Siegel, Logo oder Kennzeichen versehen. So tauchen immer wieder Instrumente auf die den Originalen täuschend echt ähnlich sehen, stammen doch Korpus und Klappenwerk von Büscher, Conn, Keilwerth oder/und vielen anderen.
Eigentlich sollten die stencils als solche auch kenntlich bleiben z.B bei Conn der Klappenschutz für das tiefe C, außerdem wurde bei den Conn stencils eine Seriennummer verwand die mit "P" begann, addiert man 50.000 dazu kann man die Conn-Tabelle verwenden und so das Baujahr feststellen.

Das ganze stencil Geschäft war riesig und da durchzublicken wer mit wem Geschäfte gemacht hat, wer auch nicht so ganz legal sich mit fremden Federn schmückte ohne es zu deklarieren, schwierig, schwierig...
Hat man keine eindeutige Seriennummer und ev noch ein eindeutiges Firmenlogo, tappt man meist im Dunkel, da hilft nur direkter Instrumentenvergleich aber wer dazu schon die Möglichkeit. Fotos taugen da nicht so recht.

Helfen kann in vielen Fällen auch ein Instrumentenmuseum Markneukirchen, Berlin, Brüssel vielleicht hat man Glück. Auch ein einschlägiger guter Holzblasinstrumentenbauer kann ev das Sax einordnen. Fragen kostet nichts.

Ansonsten bleibt nur sich an dem "geheimnisvollen" Instrument erfreuen und das Schätzchen in Ehren halten.

Wer weiß, eines Tages................

ich wünsche noch viel Spass damit

Grüße

atrofent
 
bei deiner Suche nach dem Hersteller bedenke auch das stencil Geschäft. Vor allem die großen Herstellerfirmen stellten zur Auslastung ihrer Fertigungskapazitäten stencils her, die dann auch an kleinere Hersteller günstig verkauft wurden. Diese wiederum übernahmen die Endfertigung, varierten das Klappenwerk, Polster etc. Die Instrumente wurden dann mit eigenem Namen, Siegel, Logo oder Kennzeichen versehen. So tauchen immer wieder Instrumente auf die den Originalen täuschend echt ähnlich sehen, stammen doch Korpus und Klappenwerk von Büscher, Conn, Keilwerth oder/und vielen anderen.
Eigentlich sollten die stencils als solche auch kenntlich bleiben z.B bei Conn der Klappenschutz für das tiefe C, außerdem wurde bei den Conn stencils eine Seriennummer verwand die mit "P" begann, addiert man 50.000 dazu kann man die Conn-Tabelle verwenden und so das Baujahr feststellen.

Das ganze stencil Geschäft war riesig und da durchzublicken wer mit wem Geschäfte gemacht hat, wer auch nicht so ganz legal sich mit fremden Federn schmückte ohne es zu deklarieren, schwierig, schwierig...
Hat man keine eindeutige Seriennummer und ev noch ein eindeutiges Firmenlogo, tappt man meist im Dunkel, da hilft nur direkter Instrumentenvergleich aber wer dazu schon die Möglichkeit. Fotos taugen da nicht so recht.

Helfen kann in vielen Fällen auch ein Instrumentenmuseum Markneukirchen, Berlin, Brüssel vielleicht hat man Glück. Auch ein einschlägiger guter Holzblasinstrumentenbauer kann ev das Sax einordnen. Fragen kostet nichts.

Ansonsten bleibt nur sich an dem "geheimnisvollen" Instrument erfreuen und das Schätzchen in Ehren halten.

Wer weiß, eines Tages................

ich wünsche noch viel Spass damit

Grüße

atrofent

Ja - als ein Zulieferinstrument betrachte ich es auch - war viel zu aufwendig neben dem Geschäft (Handel, Reparatur, Versand, Einkauf) - für eine Drei-Mann-Firma. - Eventuell bin ich etwas weitergekommen und hab eine "bessere" Variante gefunden: Hab heute einem Fachmann das Sax gezeigt und er ist der Meinung, dass das Sax der Bauart nach nicht aus den USA (war damals auch teuer zu importieren..) sondern eher aus Graslitz oder Markneukirchen stammt. Die Fa. Kohlert kommt da in die enger Wahl, da die eingeschlagene Zahl zu deren Nummern / Jahr 1927 passt. Zudem waren die Erreichbarkeit /geschäftlichen Verbindungen zwischen Sachsen und der CZ-Grenzstadt (ca. 140km) per Bahn damals sicher einfacher zu regeln. Möglicherweise verbirgt sich unter dem Emblem eine Signatur des Hersteller - da wäre Röntgen vielleicht hilfreich - ablöten wird wohl kaum gehen...?!
 
...da wäre Röntgen vielleicht hilfreich -
hüstel, bei metall? - grins

seriennummermässig kohlert, ja,
wer war denn der spezialist?
 
...da wäre Röntgen vielleicht hilfreich -
hüstel, bei metall? - grins

seriennummermässig kohlert, ja,
wer war denn der spezialist?

okeeeh - besser ultraschall oder doch einen HellSeher ;o)

Spezialisten: (ohne schleichWerbung machen zu wollen!) - "Die-InstrumentenMacher"
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
...und da hätte ich noch Eins aus Opa's LadenDSCN6505a.JPG DSCN6508a.JPG DSCN6512a.JPG DSCN6513.JPG - genauso unbekannter Hersteller
am Ende hat er sie doch selbst "geschnitzt":)
 
na die ...Die-InstrumentenMacher... sind doch fit!

ablöten würde ich nicht, müsste jaj wieder angelötet werden, so wie es ist, ist es ein zeitzeuge und schön.

das Alt, beitrag 17, wurde sicherlich durch einen graveur beschriftet, also kein homemade, ebenfalls ein schöner zeitzeuge.
 
aus den USA glaube ich auch nicht, obwohl es bei den stencils verschlungene Wege gab, wo man sich nur wundern kann.

Eher stammt es tatsächlich als "Rohling" aus dem Musikwinkel und da hast du nun die große Auswahl, von Adler über Keilwerth bis Wurlitzer. Zu dem gab es da Hersteller die sich auf z.B. Becher spezialisiert hatten oder auf Klappen etc.
So waren dann auch Kleinstbetriebe in der Lage durch Zukauf solcher Teile ein "eigenes" Saxophon zu bauen, mit der Hoffnung verbunden, das Teil verkauft sich gut und man kann in Serie gehen.
Was, wenn man das aus heutiger Sicht betrachtet, meist daneben ging.
Nichtsdestotrotz sind da auch ein paar richtige Raritäten entstanden die zumindest einen Sammlerwert haben.

Eine wirklich gute Adresse, ich habe sie oben schon mal genannt, um da weiterzukommen ist das Instrumentenmuseum in Markneukirchen, die Leute sind nett und helfen auch gerne weiter.
Ein Ausflug dahin lohnt sich auf jeden Fall.

Grüße
atrofent
 

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