Starke Stimmprobleme (auch im Alltag)

Daw12345
Daw12345
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
26.07.23
Registriert
10.06.15
Beiträge
264
Kekse
0
Hallo :)

Ich glaube ich habe dieses Thema vor langer langer Zeit schon mal irgendwie angesprochen doch ich denke jetzt wäre noch mal kurz der richtige Zeitpunkt...

Mein Problem ist, dass ich im Alltag (nur beim sprechen) extrem schnell einen krazigen Hals bekomme und auch "dicke" Stimmbänder (bzw. fühlt es sich so an)...das kommt aber alles nur vom Sprechen!

Seit Monaten singe ich schon gar nicht mehr, weil ich nach ca. 5 Minuten kratzen im Hals bekomme und es auch sehr anstrengend für mich ist...Viele Sänger können sich denken dass das wirklich eine belastende Situation ist, wenn jemand der das Singen über alles liebt, seine Stimme "nicht findet"...

Ich war schon beim Arzt, der meinte (nach wkrlich guter Untersuchung) meine Stimmlippeb schließen nicht ganz und ich öffne meinen Kiefer nicht wirklich gut beim sprechen (obwohl er ganz aufgeht, ist wohl eher Kopfsache?)

Ich war dann bei einer Logopädien (bestimmt 10 mal) und habe auch einige Übungen gemacht und auch zu Hause fleißig gemacht...Leider wird meine Stimme beim Sprechen immer noch kratzig und heiser und das Singen, wie gesagt, gehört leider schon gar nicht mehr zu meinem Alltag...

Hatte jemand von euch schon mal Erfahrung mit Stimmproblemen, gibt es Geheimtipps die meine Stimme "Belastungstärker" werden lassen :), oder bin ich eventuell beim Logopäden gar nicht richtig sonder sollte lieber in eine andere Richtung denken?

Danke fürs lesen und ich hoffe jemand kann mir helfen :)
 
Eigenschaft
 
Tjaaa...

Hast ja eigentlich alles richtig gemacht. Und doch... Die Frage ist: Kann dein Logopäde explizit mit diesem Krankheitsbild umgehen? Ähnlich wie bei Physiotherapeuten ist es durchaus so, dass die einen dies, die anderen das andere Teilgebiet besonders gut beherrschen. Am besten wäre jemand, der seinen Schwerpunkt bei der Behandlung der Singstimme hat. ABER: Das reicht möglicher Weise nicht. Wenn du z.B. ähnlich wie ich damals einen ganzen Buckel voll Mist mit dir herumschleppst und der ganze Körper mehr oder weniger stumm rebelliert, wenn der kaputten Stimme ein seelisches Problem zugrunde liegt, dann kannst du in die Flanke atmen und lautieren wie du willst, das wird für sich genommen nicht unbedingt was.

Mein Therapeut war auch noch Heilpraktiker und Psychotherapeut. Das war mal ein ganzheitlicher Ansatz und hat unheimlich gut getan. Ich bin mir sehr sicher, dass die pure Logopädie mich nicht weitergebracht hätte. Und bei mir war die Singstimme fast ganz weg und die Sprechstimme schon sehr konditionsschwach.

Du könntest mit deinem HNO und ggf. auch deinem Logopäden über den anhaltenden Misserfolg sprechen und mal ganz unverblümt fragen, welchen Einfluss seelische oder auch andere körperlicher Malaisen haben könnten.

Und wenn die das in Bausch und Bogen abtun, dann weißt du, dass du da falsch bist. Der Einfluss auf die Atmung ist nämlich gewaltig. Und die ist fürs Sprechen und Singen nicht ganz unwichtig, wie ich hörte. ;)

Also, trau' dich. Auch ein Arzt weiß vielleicht nicht alles. Und sei es nur, weil du es ihm noch gar nicht gesagt hast. Du kannst nur gewinnen. Und eines kann ich verraten: der Moment, wenn die Töne wiederkommen, ist einfach wunderschön!

Viel Erfolg und beste Grüße,
6f
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Bei welchem Arzt warst Du? Hausarzt oder HNO? Es gibt einige (wenige?) auf Stimme spezialisierte HNOs.

Hast Du einen Gesangslehrer(in) oder professionellen Sänger an der Hand? Diesen würde ich nach einem geeigneten Logopäden / Stimmtherapeuten befragen und mir beim Arzt eine entsprechende Überweisung ausstellen lassen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Einatmer oder Ausatmer?
 
@6thfoot danke für deine Antwort :) tatsächlich ist meine Logopädin auf den Gesang spezialisiert und sie hat mir tatsächlich schon gesagt, dass es auch psychisch bedingt sein kann (ich bin generell ein ruhiger und schüchterner Typ)...Es freut mich dass du deine Stimme wieder gefunden hast :) Ich hoffe es gelingt mit auch wieder :)

@Amateurdiva Ich war beim HNO, ich muss auch ehrlich sagen eigentlich bin ich von meiner Logopädin sehr überzeugt weil sie wirklich weiß wovon sie redet und sie kennt sich sehr gut mit der Stimme (auch mit Gesang vor allem) aus...Nur glaube ich auch wir sind bei einem Punkt angekommen wo sie auch sagen muss: Mach die Übungen und Übe fest und der Rest kommt mit der Zeit...Doch leider bis jetzt nichts....
Zur Frage Einatmer oder Ausatmer: Ich habe sehr probleme meinen Atmen "loszulassen" wenn di verstehst? Also ich bin immer total angespannt und versuche auch mich zu entspannen aber meine Schultern sind immer nach oben gezogen und beim Ausatmen fällt es mir schwer "loszulassen"...Ich hoffe so war die Frage gemeint? :)
 
Einatmer oder Ausatmer war auf antipastis Anmerkung zu den Terlusollogen gemünzt. Sorry für die Verwirrung.

Wobei - bei denen gibt es die solaren und lunaren Typen - ich glaub' ich muss jetzt endgültig ins Bett.
 
Ich habe sehr probleme meinen Atmen "loszulassen" wenn di verstehst? Also ich bin immer total angespannt und versuche auch mich zu entspannen aber meine Schultern sind immer nach oben gezogen und beim Ausatmen fällt es mir schwer "loszulassen"...

In aller Kürze (muss jetzt auch ins Bett): "Nach oben gezogene Schultern" ist definitiv ein Atem-Fehlstereotyp! Ohne konkret auf deine Atem-Bewegungen schauen zu können kann ich hier nur ein paar allgemeine Dinge dazu sagen. Oft kommt bei diesem Fehl-Stereotyp die "Stütze" nicht aus dem Unterbauch und dem Beckenboden (wo die Hauptaktivität beim sängerischen/bläserischen Ausatmen sein sollte), sondern sie liegt weiter oben im Brustkorb, z.B. im Brustbein, den Zwischenrippenmuskeln. Das führt zu einer stärkeren Anspannung im Bereich der Halsmuskeln und der von den Schultern in den Hals aufgehenden Muskeln. Im Ergebnis wird der Kehlkopf sozusagen immer etwas "gequetscht" von diesen Muskeln und die Stimmlippen sind niemals wirklich frei. Die Folge sind typischerweise die von Dir beschriebenen Symptome und es ist auch typisch, dass sie chronisch werden - wenn das Schulter-Fehl-Stereotyp sich erst einmal fest gesetzt hat.

Neben bzw. zusammen mit den logopaedischen Übungen gilt es also, das Atem-Fehlstereotyp abzubauen und eine gute, von "unten" gestütze Atmung aufzubauen, die den Rumpf und vor allem den Hals/Nacken/Schultern frei macht und öffnet. Das sollte alles sinnvollerweise mit einem geschulten Blick auf deine Haltung an sich, auf deine Spannkraft, den Bodenkontakt usw. verbunden werden denn im Körper steht mehr oder weniger alles miteinander in Verbindung.

In welcher Region wohnst Du? Ich könnte Dir bei Interesse ggf. per PN Adressen von sog. "Musiker-Dispokinesioppaeden" in deiner Nähe mitteilen. Die arbeiten gezielt mit Musikern mit solchen Problemstellungen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich krieg ja Begriffen wie "ganzheitlich" etc. eitrige Pickel ... ;) Sind halt so New-Age-Wohlfühl-Beschreibungen für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.


Es gibt gute und schlechte Logopäden, wie es auch gute und schlechte Bäcker oder gute und schlechte Handwerker gibt. ;) Nur von den Therapeuten und Medizinern wird irgendwie immer Unfehlbarkeit erwartet. :D


@ Daw90210: Deine Geschichte klingt für mich so, als solltest Du mal den Therapeuten wechseln. Deine Schilderungen lassen, sofern rein schriftlich möglich, gewisse Fehlermuster erkennen, die LoboMix entsprechend identifiziert und benannt hat. Wenn die derzeit nicht erkannt werden, wäre es tatsächlich sinnvoll, sich neu zu orientieren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Foxx: Ja, das klingt immer ziemlich Eso-mäßig und ist entsprechend auch eigentlich nicht meins. :D Beschreibt aber eigentlich nur, dass bestehende Beschwerden auch eine ganz andere Quelle haben können, an die man eben nur kommt, wenn man auch danach sucht. Und das tun leider immer noch viele nicht. Und wer schon mal in einem so tiefen Loch gesteckt hat wie ich, der weiß, wie wichtig das ist. Stören tut es mich auch immer noch dann, wenn es in Beliebigkeit ausartet. Alles immer ganzheitlich kann halt auch heißen, da hat einer so gar keine Ahnung.... :evil:

@Daw12345: Ich bin mir nicht sicher, ob ein Wechsel richtig ist. Immerhin hat die Logopädin ja auch schon Hinweise in der Richtung gegeben, und du fühlst dich bei ihr gut aufgehoben. Hinsichtlich deiner Schüchternheit hättest du also eine Verbündete, um das aufzubrechen, wenn es denn da hakt. Ich würde da nicht die Flinte ins Korn werfen. Frag sie stattdessen mal, wie der Plan aussieht, wie lange sie meint, dass es dauert und was du SONST an Übungen machen kannst, die nicht direkt auf die Stimme abzielen, sondern vielleicht die Haltung korrigieren. Ich würde erst dann wechseln, wenn ich den dringenden Verdacht habe, dass das eine Sackgasse ist.
 

Eventuell reicht das in deinem Fall nicht aus, denn die Probleme die du beim sprechen und singen hast, scheinen ja schon sehr gravierend zu sein! Und es gibt HNOs (zumindest bei uns) die sind spezialisiert auf Hals- und Gesichtschirurgie, andere beschäftigen sich v.a. mit Hörstörungen oder sind Generalisten über ihr gesamtes Fachgebiet. Alles nicht unbedingt optimal für dich.

Ich würde mir deshalb an deiner Stelle einen guten Phoniater suchen, am besten einer, der auf Sänger spezialisiert ist und zu dem auch die Profisänger gehen. Es wäre mir auch wert, falls nötig, für eine solche Untersuchung eine längere Anfahrt in Kauf zu nehmen, denn du hast nur diese eine Stimme!
Die Untersuchungsmöglichkeiten die ein solcher "Sänger-Phoniater" hat, sind dann halt i.d.R. einfach besser als die bei einem "gewöhnlichen" HNO und dann hat ersterer natürlich auch viel mehr Erfahrung und kennt zudem ausgewiesene "Folgetherapeuten".

Und wenn beim Untersuch herauskommt, dass es "nur" eine funktionelle Störung ist und nichts organisches wie Knötchen etc., umso besser, zumindest weisst du dann auch, dass du nichts verpasst hast! Und kannst dann guten Gewissens die Ursachen deiner Probleme angehen, mit der Hilfe von Logopäden, Stimm- und Atemtherapeuten, auf Stimmstörungen spezialisierten GLs, Feldenkraisern, Sonne-Mond-Leuten oder was immer du möchtest ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
@Tonja Vor ca. 1 Monat war ich im Krankenhaus in unserer Stadt weil sie eine eigene Abteilung für Stimme und Ohren haben, die haben mir dann mit einem dünnen Rohr in den Hals gefilmt und ich musste dann lange und kurze bzw. hohe und tiefe Töne sprechen und dabei kam zum Glück raus dass es keine Knötchen sind :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Der ganzheitliche Ansatz ist mMn nicht so schlecht. Allerdings sollte er über das Medizinische hinaus gehen. Denn das Singen hat nicht nur mir der körperlichen und geistigen Gesundheit zu tun, sondern auch mit der physischen Kraft. Muckis!
Zitat eines GL vor etwa 100 Jahren: "Junger Mann, arbeiten Sie zwei Jahre lang auf dem Bauernhof, dann kommen Sie wieder, und ich mache einen Sänger aus Ihnen!"
Denn die typischen ländlichen Arbeiten von damals wie Sensen, Heu laden, Säcke schleppen - jeweils immer wieder stundenlang - hatten nicht nur kräftige Bauchmuskeln zur Folge, sondern auch eine effiziente Atemtechnik.
Zu meiner Anfangszeit gab es schon Trekker, Mähdrescher, etc, also habe ich sportlich gerudert. Sechs Tage die Woche jeweils 2 Stunden. Da gibt's kein Zurückhalten beim Ausatmen - du musst die Lunge schnell leer kriegen, um sie wieder mit frischer Luft zu füllen. Und der Bewegungsablauf - 40+ mal in der Minute - korrigiert hochgezogene Schultern.

Versuch's also mit einem Fitnessstudio! Nicht bloß Arm- oder Beinübungen, sondern solche, die an die Lungenfunktion gehen. Wie Laufband oder eben Rudergerät. Jetzt, wo ich kein Gewässer in der Nähe habe, fahre ich täglich wenn's geht Rad. Und zwar so schnell, wie es geht! Bringe dich auf jeden Fall in eine Situation, wo du richtig ausatmen musst, um nicht umzukippen!

Irgendwann sind deine Muskeln in der Lage, die Atemluft effizient umzuwälzen, und das Gefühl, die verbrauchte Luft richtig "loszulassen", wird zur Normalität.

So, und dann bleibt nur noch die Schüchternheit. Oder auch nicht? Denn wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass du deinen Atem "loslassen" kannst, wirst du vielleich keine Angst mehr davor haben.

Wünsche dir auf jeden Fall Glück. Nicht singen zu können ist etwas furchtbares!

Cheers,
Jed
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ich plädiere auch (zusätzlich natürlich zu anderen Dingen, die hier schon vorgeschlagen wurden) für (Kraft)-Sport und da vor allem für Fokus auf den Rücken.
Ich habe auch immer noch ziemliche Probleme mit längerem Sprechen, die sich auch auf die Singstimme auswirken, und bei mir ist es zum Beispiel anscheinend so, dass mein Rücken zu schwach ist und meine Brustmuskulatur verkürzt (haben viele, die im Sitzen arbeiten anscheinend), Ergebnis ist, dass meine Schultern nach vorne gezogen sind und kleine Stützmuskeln im Genick und oberen Rücken die Haltearbeit übernehmen, die eigentlich die großen machen sollten und dadurch komplett überbeanprucht sind. Meine gesamte Nackenpartie ist steinhart und wenn ich im Sitzen länger reden muss, vielleicht noch unter Stress, merke ich, wie die Schultern immer höher wandern, alles immer dichter wird und die Atmung und Stütze immer schlechter, was sich dann sofort auf die Stimme auswirkt. Das merke ich beim Singen nicht unbedingt, da meist im Stehen und darauf konzentriert, beim normalen Sprechen dafür umso deutlicher.
Ich führe das deswegen so im Detail aus, um zu illustrustrieren, dass auch 'simple' muskuläre Schwächen oder Fehlbalancen sich auf die Stimme auswirken können - und du schreibst ja auch von hochgezogenen Schultern.
Und nen schwachen Rücken haben bei uns viele ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
sondern solche, die an die Lungenfunktion gehen. Wie Laufband oder eben Rudergerät.
+1.
Was auch super ist ist schwimmen.

Ferndiagnosen sind immer schwer. Aber so wie Du schreibst scheint ja mechanisch alles soweit ok zu sein.
Arbeite doch mal an Deiner Technik und trainiere Dein Stimmapparat.

gruß + viel Erfolg

Fish
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Wobei ich noch anmerken würde, das Übungen, die möglichst viele Muskelgruppen ansprechen sinnvoller sind als zb.: isoliertes Training mit Gewichten. Dabei besteht nämlich die Gefahr einzelne Partien zu stärken, während andere vernchlässigt werden.

Ich mag ja die guten alten Liegestüzte. Die sind auch hervorragend variierbar: breiter Handabstand, kurzer Handabstand, einarmig etc.
Für den Rücken sind Klimmzüge empfehlenswert. Übungen mit Terabändern finde ich auch hilfreich für die Stützmuskulatur.
Das ganze kann man noch mit Ausdauersport kombinieren.

Ach - wenn man nur mehr Zeit hätte. Aber bringt echt viel fürs Singen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Ja, Körpergewichtstraining mit Grund-Übungen geht echt gut daheim, da braucht es nicht viel: Liegestütze, richtige Kniebeugen, Klimmzüge (wenn das nicht geht, Rudern mit Hanteln oder eben Theraband), vielleicht Planks :great:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben