Musiker mit Kindern...

  • Ersteller Vetinari
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Ich beantworte einfach mal die Frage(n): ;)

Ich habe viele Jahre in mehreren Bands gespielt, wo einige Leute Kinder hatten und einige auch nicht. Ich habe NULL (*) Unterschied festgestellt bzgl. Flexibilität, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit etc. Natürlich hat mal ein Vater eine Probe abgesagt, weil das Kind krank war, aber genauso oft ein Nichtvater eine Probe abgesagt, weil das Auto kaputt war oder die Waschmaschine die Wohnung überschwemmt hatte oder er Stress mit seiner Flamme hatte. :D

(* ausgenommen vielleicht der Zeitraum direkt vor und nach einer Geburt)

Außerdem habe ich festgestellt, dass "Flexibilität" auf mehrere Arten verstanden werden kann, und eine davon riecht manchmal etwas nach "mangelnder Termintreue": Wenn jemand einen Termin nicht einhalten kann, ist es ohne Kind für ihn sicherlich leichter, zeitnah eine Ausweichmöglichkeit anzubieten - wenn man dann (z.B. wegen Kindern) an diesem Ausweichtermin nicht kann, steht man oft als unflexibel da. Die Erkenntnis, dass man den lange geplanten Termin problemlos eingehalten hätte, fällt dann oft hinten runter und es heißt eben, mit Kindern sei man ein unzuverlässigerer Mitmusiker. :rolleyes:

Wie auch immer: Ich kann gut verstehen, dass man, wenn man sich kennt und weiß, dass man z.B. öfter auf Zuruf probt oder gerne Mal mit wenig Vorlauf zwei Wochen durch Polen tourt, von vornherein keine Bandkollegen mit Kindern haben will - finde ich auch völlig legitim. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es für den Großteil der Hobbybands, die man als normaler Wald-und-Wiesen-Musiker in seinem Leben so durchläuft, überhaupt keinen Unterschied macht.
 
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Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass es für den Großteil der Hobbybands, die man als normaler Wald-und-Wiesen-Musiker in seinem Leben so durchläuft, überhaupt keinen Unterschied macht.
Ich schätze, dass genau diese Annahme der Knackpunkt ist. So lang sich alle einig sind, dass aus der Hobbyband nicht mehr werden soll, mag das funktionieren...
 
Ich schätze, dass genau diese Annahme der Knackpunkt ist. So lang sich alle einig sind, dass aus der Hobbyband nicht mehr werden soll, mag das funktionieren...

Der Umkehrschluss lautet demnach: Sobald man sich einig ist, dass aus der Hobbyband mehr werden soll, ist von Bandkollegen mit Kindern abzuraten.
 
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Der Umkehrschluss lautet demnach: Sobald man sich einig ist, dass aus der Hobbyband mehr werden soll, ist von Bandkollegen mit Kindern abzuraten.

Richtig, je nach prognostiziertem Arbeitsaufwand wäre das dann die Konsequenz.
 
Da wundert es nicht mehr, dass die meisten Songtexte von unerfüllter Liebe handeln ... ^^

:love: ... :heartbeat: ... :nix: ... :gruebel: ... ... :weep:
 
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Hallo Leute !

Ich glaube hier treffen (grob gesagt) zwei Philosophien aufeinander):

- Auf der einen Seite die Kollegen die Probetermine wahrnehmen, Auftritten planen und spielen usw.
Das kann Hobbymässig oder (semi)profressionell funktioniern. Ist auch egal ob cover oder eigenes Material

- Auf der anderen Seite Musiker die ihre Musik und ihre Band "leben", die zusammen abhängen wann immer es geht,
stundenlang Songwriting und Proben machen, und evtl. auch den Rock 'n Roll erleben wollen.

Das mag beides legitim sein. Es kann m.E. auch beides sehr gute Ergebnisse hervorbringen.

Ich glaube dass mit Kindern beides grundsätzlich möglich ist, natürlich aber eher die erste Variante.
Ich verstehe dann einerseits wenn eine Band die tagelang im Proberaum verbringt ein Problem mit jemanden hat, der nur am Tag x zum Termin Y Zeit hat - weil das eben nicht ins Konzept passt.
Umgekehrt kann ich jeden verstehen, der außerhalb der Band noch ein anderes Leben hat und pflegt, und z.B. nicht den ganzen Sonntag im Proberaum verbringen will.

Das ist m.E. die Inkompatibilität und die hat nur zweitrangig mit Kindern zu tun. Es könnte hier auch genauso gut der Beruf oder ein anderes Hobby angeführt werden.
Ich selbst schaffe es trotz Beruf, Frau, Kind in 2,5 Bands zu spielen und musste noch nie wegen meiner Tochter eine Probe oder einen Auftritt absagen - wegen Job leider aber schon.
Trotzdem hat es noch nie Probleme mit den Kollegen gegeben. Wenn man gut vorbereitet in der Probe erscheint, und dort konzentriert und zielführend arbeitet, schafft man auch in weniger Zeit gute Ergebnisse.
Man könnte jetzt dagegen agumentieren dass die Kreativität und der "Flow" unterdrückt wird, wenn auf Kommando gearbeitet werden muss - aber damit muss man eben klar kommen.

Mit ein wenig Kommunikation zwischen den Bandmitgliedern kann man aber bestimmt eine Lösung für jede Form und Mischform finden.

ciao

bluebox
 
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ich kenne sogar Berufsmusiker, die Kinder haben - und nu...??
 
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ich kenne sogar Berufsmusiker, die Kinder haben - und nu...??

Die vier Kinder werden groß und manche gründen eine Band. Der eine nimmt nur Bandmitglieder auf die keine Kinder haben weil er Eltern hatte die Musiker waren. Der andere nimmt nur Bandmitglieder mit Familie auf weil er Eltern hatte die Musiker waren. Der dritte nimmt grundsätzlich jeden guten Musiker auf weil er Eltern hatte die Musiker waren. Der Vierte macht keine Musik weil er Eltern hatte die Musiker waren...

Alles klar?
 
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[ironie]
Das ideale Bandmitglied ist ein Rentner. Die Kinder sind aus dem Haus. Die Frau ist froh, wenn er mal aus dem Haus ist. Er hat alle Zeit, die er sich nehmen will. Er hat trotzdem ein geregeltes Einkommen. Sein Auto ist groß genug für Equipment.
[/ironie]

Grüße, Pat ;)
 
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Ich bin es gewohnt bei Auftritten bis 1 oder 3 nachts unterwegs zu sein. Auch sind Verschiebungen von Proben kein großes Thema.
Darf ich raten? Student, Mitte 20 und daher flexibel bis zum abwinken. Und das gilt wahrscheinlich auch für den Rest der Band. Ist ok, ich war auch mal in dem Alter in ner Band und alle waren kinderlos.
Dann paar Jahre später war ich in einer Band, da hatte unser Gitarrist ein Kind. Aber rate mal, wer zeitlich am flexibelsten war? Ebenjener, er hat für die Musik gelebt, dabei aber auch nie sein Kind oder seine Freundin vernachlässigt. Das war eher wegen seinem Job...
Kandidaten mit Kindern wurden einheitlich abgelehnt von der Band, egal wie gut sie waren. Es war einfach ein zu hohes Risiko.
Wo ist das Risiko? Dass ein Familienvater/-mutter nicht bis mitten in der Nacht unterwegs sein kann bei einem Auftritt? Glaub mir, auch wenn man Kinder hat bleibt man ein Mensch. Und ist gerade froh, wenn man ausbrechen kann. Oder dass Proben nicht kurzfristig verschoben werden können? Das Risiko hab ich doch sowieso, spätestens in dem Moment wo ein oder mehrere Bandmitglieder berufstätig sind. Oder ich mir den Proberaum mit einer anderen Band teilen muss.

Ich halte diese Einstellung Eurer Band gegen kinderhabende Musiker für aus Eurer Sicht wahrscheinlich am besten. Wobei ihr Kandidaten mit Kindern durchaus eine Chance geben solltet, wichtig ist ja, dass ihr mit ihnen eure Befürchtungen aussprecht. Dann wird sich das wahrscheinlich klären lassen.
Ansonsten: macht es nicht zu einem grossen Thema, du merkst ja, wie sehr das emotionalisiert...

Und rein der Neugierde halber: von welchem Level sprechen wir? Studentenband, mit wöchentlichen Proben und gelegentlichen Auftritten? Semiprofessionell?
 
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Hallo,

auch wenn schon viel geschrieben wurde, ich habe das nur mal so überflogen, wollte ich doch auch noch ganz kurz meinen Senf dazugeben :)...

Meiner Meinung nach sollte man bei der Auswahl neuer Bandmitglieder schauen, dass man menschlich und musikalisch zusammenpasst und deutlich machen, was einem in der Band und für die Zukunft wichtig ist und wie eine mögliche Zusammenarbeit aussehen könnte. Ob das dann für beide Seiten passt, kann man meistens gut Vorab klären. Mir zum Beispiel ist es wichtig, dass alle Musiker pünktlich bei einem Gig erscheinen. Soll ich beim Casting jetzt Bewerber mit einem über 10 Jahre alten Auto direkt aussortieren? Natürlich kann so ein Auto mal liegen bleiben, aber wenn mir das neue Bandmitglied den Anschein erweckt, dass ihm die Pünktlichkeit beim Gig genauso wichtig ist, dann bin ich mir sicher, dass er in solch einer Situation eine Lösung fände.
Genauso ist das mit Kindern, bei einem pflegebedürftigen Familienangehörigen, bei einem anstrengenden Job und bei sonstigen Verpflichtungen. Wenn ein Musiker hinter der Sache steht und man von Anfang an über alles klar gesprochen hat, ist das machbar.

Ich selbst bin gerade 28 geworden als meine Tochter geboren wurde. Ich bin professioneller Gitarrist, ernähre also meine Familie und schaffe es trotzdem nicht nur pünktlich, gut vorbereitet und mit ordentlich gewartetem Equipment bei allen Proben, Studiosessions und Gigs zu erscheinen, sondern verbringen wahrscheinlich mehr Zeit mit meiner Tochter als viele "normal" arbeitenden Väter. Natürlich habe ich Notfallpläne und weiß wen ich alles anrufen kann, wenn kurzfristig ein Gig reinkommt. Das muss man nur planen, wie viele andere Sachen auch. Soll ich zukünftig Musiker mit Nebenjob nicht mehr in den Bands akzeptieren, weil die vielleicht die paar kurzfristig reingekommenen Gigs im Ausland unter der Woche nicht mit ihrem Dayjob unter einen Hut bringen können? Ich glaube, da gibt es wichtigere Dinger um die man sich Gedanken machen kann im (Musiker-)Leben...

Cheerio
:hat:
 
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Wie ist das bei euch? Gibt es Musiker in jungen Jahren mit Kindern die erfolgreich in Bands spielen?
Jetzt hast du dir die Mühe gemacht und eigens einen eigenen Thread erstellt. Dann mach dir doch wenigstens die Mühe, auf die Feedbacks mal kurz zu antworten.
 
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Ich, 32, bin Vater und spiele sogar in 2 Bands. Alles machbar ;) Lass dich mal drauf ein, wenn es musikalisch passt.
 
TE ist doch auch ein Kind. Was macht er wenn die Eltern schwer Krank werden? Also müssten doch die eigenen Eltern auch ein Auschlusskriterium sein, weil sie auch schwer Krank werden können im zunehmenden Alter.
 
Naja, wenn man 20 ist, sind zumindest die Mütter nur selten viel älter als 60, und das ist heute doch von "alt und tattrig" noch weit entfernt... Vielleicht sind die Eltern auch erst Mitte/Ende 40, da denkt man als "Kind" nicht mal dran, dass die mittelfristig pflegebedürftig werden könnten. Klar, in 15 Jahren ist alles anders, aber das ist aus Studentensicht noch soooo uuuuunendlich lang hin ;-)
 
@cala: "Alt und tattrig" meine ich nicht einmal. Gibt schliesslich sowas wie Krebs zbsp. Aber ich kenne auch eine menge 25-30 jähriger dessen Eltern schon im gehobenen 60-70er Alter sind.
 
na dann hoff' ich mal, dass unsere jüngste (z.Z. 4 J.) während ihres Studiums auch eine Band findet, da bin ich dann auch schon über 60. Sonst müssen wir halt eine Familien Hausmusik Kapelle gründen, falls ich da noch musizieren kann. Andernfalls muss sie mir halt am Sterbebett ein paar Stückln spielen, warten, bis die Tranquilizer wirken und dann zur Bandprobe:weep:
 
Wie ist das bei euch? Gibt es Musiker in jungen Jahren mit Kindern die erfolgreich in Bands spielen?
Gegenfrage: Warum interessiert dich unsere Meinung, wenn du dir noch nicht mal Mühe machst, unsere Feedbacks abzuholen? Oder ging es darum, einen möglichst coolen Thread zu starten, der in dieser Form so noch nicht in den Tiefen des Musikerboards existiert hat? Dann kann ich dir wohl gratulieren. Ziel erreicht!


Zum Thema:

Ich habe im Herbst 2004 zusammen mit zwei Kollegen eine Coverband gegründet. Damals war mein Sohn noch nicht ganz zwei Jahre alt. Der Sohn eines der beiden Kollegen war knapp fünf Jahre alt. Mittlerweile sind wir zu fünft in der Band. Die Covertruppe existiert heute noch, Bandmitglieder ebenso und die Ehen halten nach wie vor. Seit 12 Jahren proben wir einmal die Woche. Proben werden nur dann abgesagt, wenn weniger als drei Bandkollegen anwesend sind. Das ist ziemlich selten der Fall und kommt vor allem in der Schulferienzeit im Sommer oder bei Feiertagen (Weihnachten, etc.) vor.

Mein Patenjunge hat vor ca. 2-3 Jahren zusammen mit ein paar anderen Kollegen eine Band gegründet. Die waren damals alle zwischen 18-20 Jahre alt und haben im Laufe dieser Zeit einige Gigs gespielt und sogar ein Album aufgenommen. Nun hat sich die Band aufgelöst aufgrund verschiedener Interessen und beruflicher Neuausrichtung einzelner Mitglieder.

Was ich damit sagen will? Musiker mit Kindern sind vielleicht nicht immer so flexibel. Vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. Da kann halt nicht mal ganz ganz kurzfristig am Wochenende geprobt werden, weil ein kurzfristiger Gig ansteht. Dafür sind Musiker mit Kindern meistens etwas 'gesetzt' und haben ihren Platz in der Gesellschaft eingenommen. Heisst, sie sind zuverlässiger und auf mittel- bis längerfristige Zeit besser planbar.
 
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Ich finde es übrigens ganz süß wenn jemand Kinder hat, ist doch tolle Werbung für die Band. Im Kindergarten tragen sie dann ein Oberteil mit Bandlogo und in der Schule können sie Mundpropaganda machen, so dringt es zu anderen Erwachsenen durch, die erzählen es weiter usw.
Warum so kompliziert Werbung machen wenn man es auf einfachen Weg auch machen kann :D
 
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Es ist auf jedenfall schwierig. Ich hab bei Bandsuchen das Thema meist direkt angesprochen, erklärt das es nunmal Nachwuchs gibt und es zu Problemen kommen kann, Krankheit , was auch immer, auch das Spontanität manchmal nicht möglich ist bzw. man auch nicht den ganzen Sonntag mit einer Band verbringen möchte, da die Familie nunmal wichtiger ist. Und ehrlich gesagt stört das viele, ich kann es allerdings gut nachvollziehen, jeder hat unterschiedliche Ambitionen mit der Musik, mir ist irgendwann klar geworden dass das Ganze nur ein Hobby und nicht mehr ist und andere Sachen wichtiger sind. Das heißt natürlich das (in der ohnehin mau besetzten musikalischen Gegend hier) vieles rausfällt. Aber es macht auch keinen Sinn sich was einzureden, das versucht durchzuziehen und hinterher im mehr oder weniger guten hinschmeissen muss. Hab ich ebenfalls hinter mir. Da muss man dann einfach realistisch sein. Anders siehts irgendwann aus wenn der Nachwuchs älter ist , aber dann bleiben mir vermutlich nur Coverbands und auf die habe ich (zumindest aktuell) keinerlei Lust.
 
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