Brite stirbt an Schimmelpilzen im Dudelsack

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Hallo an alle Blasinstrumentalisten

Ich habe gerade einen Artikel gelesen, in dem ein 61 jähriger Brite nach jahrelangem chronischem Husten und Atemnot starb.
In seinem Dudelsack hatten sich Schimmelpilze eingenistet. Bei einer Untersuchung des Instruments wurden unterschiedliche Schimmelpilzarten nachgewiesen.
Die daraufhin eingeleitete Behandlung kam für den Hobby-Musiker jedoch zu spät. Sein Zustand verschlechterte sich und er starb im Oktober 2014.

Der Fall ist zwar schon zwei Jahre her aber die Gefahr bleibt ja logischerweise nach wie vor aktuell.

Also deshalb eine Mahnung an alle Blasinstrumentalisten.....Achtet bitte auf eine gründliche Reinigung eurer Instrumente.
 
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Hi,
ich frag mich nur, ob man beim Dudelsack wohl Luft zurückatmet? Als Blasinstrumentalisten blasen wir ja rein in das Instrument, und da kommt kein Pilz in die Bronchien...
 
Naja, da wäre ich mir nicht so sicher.
Ich habe zwar mit Blasinstrumenten rein gar nichts zu tun aber wenn du doch während des spielens in das Instrument einbläst, musst
du ja auch zwangsläufig wieder Luft einatmen um wieder in das Instrument reinzublasen.

Wenn du Luft einatmest, entfernst du dich ja mit dem Mund auch nicht so weit vom Mundstück des Instruments weg.
Bei diesem kurzen Einatmen kanns schon passieren.
Mir scheint, das du kaum eine Vorstellung hast, wie klein Pilz- b.z.w. Schimmelsporen sind und wie schnell diese in die Atemwege kommen können.
 
"Ausschließlich ins Instrument blasen" halte ich genau wie Kollege @Vinterland für eine Illusion.
Es wird normalerweise zumindest kleine Einatmungen durch ein nicht vollständig abgesetztes Instrument geben.

Gehe ich von mir aus, so atme ich öfter mit angesetztem Instrument nur durch Nase und geöffnete Mundwinkel oder das Mundrohr ist für einen tiefen Atemzug nur möglichst wenig von den Lippen gelöst.
Außerdem rieche ich zur Kontrolle gelegentlich an meinen am Instrument, weil ich zwischen diversen Trompeten wechsele und natürlich nicht so genau weiß, wann ich was zuletzt richtig gereinigt habe.
Grundsätzlich weiß ich um den Wert guter Mundhygiene und kann das nur empfehlen. Damit entfällt ein Hauptfaktor für Beläge, nämlich eingespülte Essensreste aus den Zahnzwischenräumen (bzw. Taschen bei Menschen mit Paradontitis/Paradontose).

Hier ist der Link zum oben genannten und hoffentlich abschreckenden Beispiel:
http://www.focus.de/panorama/welt/i...immelpilz-in-seinem-dudelsack_id_5860018.html

Gruß Claus
 
Naja, kleinste Mengen an Schimmelsporen atmen wir wahrscheinlich dauernd ein. Ich denke, da geht es um größere Mengen. Deswegen meine Frage.
 
Wenn man in ein Instrument bläst, kommt die Luft auf der anderen Seite wieder raus.
Diese Luft atmet man dann ja auch wieder ein.
Wenn jetzt das Instrument stark verschimmelt ist, dann bläst man die Sporen ständig in den Raum in dem man übt.
Von daher ist es sinnvoll, seine Instrumente sauber zu halten.

Da ich mich aber mit Dudelsäcken nicht auskenne: Wie gut ist der Sack den zugänglich für Reinigung?
 
Naja, kleinste Mengen an Schimmelsporen atmen wir wahrscheinlich dauernd ein. Ich denke, da geht es um größere Mengen. Deswegen meine Frage.
Vermutlich ja.
Aber es gibt ganz verschiedene Arten von Schimmelpilzen. Welche die sogar essbar sind (zB Blauschimmelkäse wie Gorgonzola) das ist absolut harmlos. Dann gibts schädlichen Schimmel, aber es gibt auch richtig aggressive Schimmelpilze. Soweit ich weiss ist auch Anthrax (Milzbrand) sowas ähnliches wie ein Schimmelpilz. Zwar Bakteriell, aber bildet auch Sporen.. Wird bekanntlich als B-Waffe eingesetzt. Da reichen kleinste Mengen.

Achja, unser Lungengewebe, ist schön schwammig, feucht, warm, dunkel.... Denke das ist eine ideale Voraussetzung damit Pilze gedeihen können. Da fühlen die sich Pudelwohl:D
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, da geht es um größere Mengen. Deswegen meine Frage.
Wie Zelo01 schon sagt (sorry, erst jetzt gelesen), es ist nicht immer nur eine Frage der Menge.
Es gibt Sporen, Keime sowie Giftstoffe aus dem bakteriellen Stoffwechsel, die auch in kleinsten Mengen sehr gesundheitsgefährdend sein können.
Vermutlich weiß aber kein Blasmusiker auf der Welt, was genau zum Zeitpunkt X das Innere seines Instruments besiedelt, und zum Glück ist das normalerweise auch nicht notwendig.

Außerdem ist ein körpereigenes Immunsystem nicht immer gleich gut in Form und bei Verschlechterungen schlägt die Stunde längst angesiedelter, aber bisher in Schach gehaltener opportuner Keime, z.B. in Form einer Lungenentzündung.

Deshalb finde ich eine vernünftige Hygiene bei der Instrumentenpflege sehr empfehlenswert, wenn man gesund und gerne auch lange leben möchte.

Gruß Claus
 
Sorry, nichts gegen Hygiene, aber mir ist das zu pauschal.
1. Weiß man etwas über den Unterschied von Blech/Messing-Instrumenten und Holz in dieser Hinsicht? Es geht ja glaube ich um ein Holz-Rohr. Gibt es Erkenntnisse, welches Holz vielleicht für giftige Schimmelarten besonders anfällig ist? Aus welchem Holz ist das Mundrohr bei dem Dudelsack gewesen?
2. Das Dudelsackblasen ist ja etwas anders als bei anderen Blasinstrumenten. So viel ich weiß, ist das Mundrohr dazu da, den Sack aufzublasen, hat also für die Tonbildung direkt keine Funktion. Ich kann mir also vorstellen, dass der Mann die Gewohnheit hatte, wenn er nicht gerade beim Aufpumpen war, während dem Spielen Luft aus dem Instrument zurückzuatmen. Da müsste man jetzt einen Dudelsackbläser fragen, ob das Instrument so ein Zurückatmen erlaubt.
 
Zur Atemtechnik auf dem Dudelsack kann ich nichts sagen, aber in diesem Fall war das komplette Instrument besiedelt:
http://thorax.bmj.com/content/suppl...1.DC1/thoraxjnl-2016-208751_PRESS_RELEASE.pdf
Die Pilze und Sporen werden dann natürlich schon beim einfachen Umgang mit dem Instrument in der Umgebung verteilt.

Beim Blech kenne ich mich gut aus und da verhält es sich wie von mir oben beschrieben.
Eigentlich sind Holz und noch weniger Metall als "gute" Keimträger geeignet, im Gegenteil. Hölzer enthalten oft Stoffe, die einer Besiedlung entgegenwirken und die üblichen Metalle wirken in unterschiedlichem Maß geradezu antibakteriell (besonders z.B. Silber und Kupfer).

Bei unzureichender Mundhygiene und Instrumenten-Reinigung bildet sich aber erst ein feuchter, dann aufgrund der bakteriellen Prozesse schleimiger und am Ende ein harter Belag.
as Alles isoliert vom Material und schafft fortschreitende Verkeimungsmöglichkeiten.

Ungepflegte Blechblasinstrumente stinken aus dem Mundrohr wie Mundgerauch und das aufgrund der gleichen Ursache.
Man kann ja bei Interesse einschlägige Instrumentenmacher befragen, was die mit derart versifft eingelieferten Instrumenten erleben. :igitt:

Gruß Claus
 
Ich muss gestehen, dass ich da keine besondere Sorgfalt darauf verwendet habe. Keine pappigen Getränke, nichts essen beim Blasen, alle heilige Zeit mal das Blechinstrument mit warmem Wasser durchspülen, das war schon alles. Mundrohr putzen - wäre wohl sinnvoll, aber wie. Beim Sax zieht man was durch, aber bei Blech? Es gibt Bürsten fürs Mundstück, aber weiter rein?
 
Mundrohr putzen - wäre wohl sinnvoll, aber wie.
Sehr gute bebilderte Anleitungen für verschiedene Blechblasinstrumente findest Du z.B. hier:
http://www.ultrapureoils.com/all-articles/

Typisches Hilfsmittel ist ein Spiralreiniger, den es in verschiedenen Größen gibt. Ich habe für den Posaunenzug auch richtig lange und gerade "Schlauchbürsten" vom Haushaltsmarkt.
https://www.thomann.de/de/search_dir.html?sw=spiralreiniger&src=mozilla-search
https://rondell-shop.de/service-inv...reinigung/10155/schlauchbuerste-128-cm-borste

Etwas Handspülmittel für die Reinigung und gegebenenfalls auch Einweichen in der Badewanne über Nacht ist natürlich hilfreich, wenn es bei der Reinigung gewissen Nachholbedarf gibt.

Bei richtig harten Belägen hilft die Fachwerkstatt am besten, sonst bestaht die Gefahr von Beschädigungen.
Teuer, aber ein wirksamer "reset" ist eine Ultraschallreinigung, dann ist das Instrument wieder sauber wie im Neuzustand.

Rein vorsorglich erwähnt: das unscheinbare Mundrohr hat (außer intelligentem Üben) allergrößten Einfluss auf Spielgefühl und Klang des Instruments, also sollte man achtsam damit umgehen.

Gruß Claus
 

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