Aus dem Stegreif spielen

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Maseltov
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Hallo Leute!

Ich bin vor einiger Zeit auf dieses Forum gestoßen und hab mich nun hier angemeldet, bin also ganz neu :)

Ich spiele seit September (im Zuge meiner Ausbildung) Gitarre (klassisch) und habe 2 Mal die Woche Unterricht zu je 50 Minuten.
Wir sind einige Akkorde durchgegangen, auch gerade für die Weihnachtzeit haben wir einige Weihnachtslieder auch gezupft.

Da mir der Unterricht zu wenig ist im Verhältnis zu meiner Motivation nehme ich mir die Gitarre selbst jeden Tag (je nach Zeit) her und übe das im Unterricht gerlernten, aber ich lerne sehr gerne neue Lieder und die Fingerstyle Technik gefällt mir überaus gut!
Ich bin damals auf Gabriella Quevedo mit ihrem Arrangement von Hotel California gestoßen und war absolut beeindruckt.
Ab dem Zeitpunkt habe ich mir gedacht, dass ich auch solche Lieder spielen will und habe mir einige Videos von Sungha Jung, Gabriella Quevedo, Steven Law usw. angesehen, wenn die Tabs vorhanden waren, war es umso besser.
Einige Lieder lerne ich mir gerade ein, abseits des Unterrichts sind es ungefähr 4-5 Lieder, die ich nicht flüssig aber auswendig spielen kann.

Nun zu meiner Frage:
Müssen sich diese Top spieler jedes einzelne Lied genauso wie ich im Endeffekt einüben und die Griffe eine Zeit lang einstudieren oder haben die das sofort im Griff (Wortwitz :p)

Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt :)

Liebe Grüße,
Thomas
 
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Mittlerweile werden sie es nicht mehr brauchen..., die Zugänge am Anfang sind aber sehr verschieden. Irgendwann hat man bestimmte Pattern im Kopf, die man abrufen kann, sowohl mechanisch (wenn man Noten sieht) als auch musikalisch (bestimmte Kadenzen, Floskeln etc.).
 
Müssen sich diese Top spieler jedes einzelne Lied genauso wie ich im Endeffekt einüben und die Griffe eine Zeit lang einstudieren oder haben die das sofort im Griff

Natürlich müssen die auch üben. Abläufe wollen auswendig gelernt werden, Fingersätze erstellt etc pp. Niemand kann da ein 5-Minuten-Stück frei vom Blatt spielen.
Nur wird es bei Leuten die schon jahrelang spielen entsprechend schneller gehen. Und sie werden vmtl weniger Zeit darauf verwenden das Stück rein mechanisch zu lernen, als sich über Interpretation etc Gedanken zu machen.
Ich geh bei Youtube Videos auch immer davon aus, dass die Leute da mehrere Anläufe aufgenommen haben etc, bis mal ein guter Durchgang dabei war.
Wie lange das alles jeweils dauert kann mMn sehr unterschiedlich sein, je nachdem wie komplex das Stück ist und wie sehr da Wert auf Kleinigkeiten gelegt wird. Ich kenne durchaus einige gute Klassikgitarristen, die auch monatelang an Arrangements feilen und verschiedene Interpretationsansätze durchgehen, bevor sie ein Stück live irgendwo spielen.
Von mir persönlich aus gesehen: die Töne eines Stückes zu lernen sind vllt 10% der Arbeit, die ich in ein Stück stecke. Der Großteil liegt wirklich im WIE, nicht im WAS.
Das ist leider, wenn man die Youtube Welt heut betrachtet beileibe nicht die Norm. Oftmals wird nur auf Geschwindigkeit gespielt und über Ausdruck keine Gedanken gemacht, mMn auch teils bis zu bekannten Namen.
Aber trotzdem wird in jeder Performance auch immer Übezeit stecken, egal wie sie aussieht.

Einige Lieder lerne ich mir gerade ein, abseits des Unterrichts sind es ungefähr 4-5 Lieder, die ich nicht flüssig aber auswendig spielen kann.

Hier mag ich einmal etwas nachhaken, weil ich nicht sicher bin, dass ich das richtig verstehe:
Du spielst seit September Gitarre, also etwas mehr als ein halbes Jahr, hast bisher ein paar Akkorde und Weihnachtslieder gespielt und wagst dich dann an Stücke von Sungha Jung und Konsorten?
Fühlst du dich da nicht maßlos überfordert?
Ich empfinde ja 4-5 Lieder solchen Schlages in einem halben Jahr einzuüben schon als fortgeschrittener Gitarrist durchaus ambitioniert..
Was bedeutet bei dir denn "nicht flüssig"? Hast du das mal mit nem Handy aufgenommen und angehört?
Ich kann mir das ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass da irgendetwas (in Anführungszeichen) "Gewinnbringendes" bei rumgekommen ist.
Hast du da schon musikalische Vorbildung oder sowas?
Für mich klingt das so ein wenig wie "Hey, ich geh seit September ins Fitnessstudio, diese Gewichtheber da bei Olympia, gehen die auch noch ins Fitnessstudio, oder können die die Gewichte einfach so heben? Ich hab jetzt nebenher auch mal angefangen 350 Kilo zu stemmen, aber hab's noch nicht so wirklich weit hochbekommen"..
Also ohne jetzt bös zu werden, aber meine Erfahrung als Gitarrenlehrer sagt mir da gerade, dass irgendwas nicht zusammenpasst.
 
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naja es ist natürlich so, dass ich mir schwer tue, und ich muss auch sagen, dass ich eher "leichtere" Stücke übe. Ich schaue mir die Tabs an und lerne gleichzeitig mit dem dementsprechenden Video dazu die "richtigen Griffe" - vlt habe ich mich auch zu harmlos ausgedrückt... natürlich haben wir auch schon Lieder gespielt (da ich die Ausbildung zum Kindergartenpädagogen mache einige Kinderlieder auch mit Zupftechniken/-abfolgen (pima)
manchmal läufts besser, manchmal schlechter, manchmal denk ich mir beim spielen selbst, dass es gar nicht so schlecht, war, beim anhören vergeht mir Hören und Sehen xD

Gut, dass ich auf einen Gitarrenlehrer stoße, das ist der Idealfall :)
Wie lerne ich den am besten? Die Frage klingt natürlich sehr naiv, aber es würde mir wirklich weiterhelfen, wenn du mir Tipps geben könntest (ich weiß, als Standardvariante "klein anfangen") :)
 
Grund: Vollzitat entfernt
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Wie lerne ich den am besten?
Aus Sicht Gitarrenlehrer: Jeder lernt anders!
Ich habe, je nach Semester, ca. 15 - 20 Schüler und jeder, wirklich jeder Einzelne, lernt anders und benötigt auch individuell angepassten Unterricht.

Es gibt Schüler, die brauchen jeweils 3-4 parallele Projekte, an denen sie arbeiten können. Andere wollen strikt einen Song nach dem anderen lernen. Wiederum andere wollen immer verstehen, was sie denn da spielen und warum diese Akkordfolgen so gut zueinander passen.

Trotzdem gibts natürlich eine Antwort auf deine Frage: Wie du am besten lernst? Natürlich mit Begeisterung.
Begeisterung entsteht dann, wenn du etwas spielst, was du deiner Meinung nach gut kannst. Das heisst, betone deine Stärken! Das gibt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Beginne dein Uebungen also mit Sachen, die du sehr gerne spielst und bei denen sich der Erfolg auch rasch einstellt.
Immer dann, wenn die Begeisterung da ist, feile auch an deinen Schwächen. Nehme die Uebungen hervor, die neu sind und dir noch nicht so gut gelingen. Runde deine Uebungsstunden wieder mit einem Zückerchen ab und spiele wieder das, was du liebst. So beginnst und beendest du deinen Unterricht mit einem positiven Eindruck.
 
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Wenn man auf einem gewissen Niveau ist gibt es natürlich Stücke die man (beinahe) frei von der Hand spielen kann, bzw. nach einmal drüberschauen. Je nach dem wie hoch das Niveau ist werden dann auch die Stücke bei denen das funktioniert. Je näher die Stücke an das eigene Niveau kommen, desto schwieriger wird das dann aber auch.
 

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