Diskussion: Wie steht ihr zu Downtuning?

Da meine momentanen Amps diese Stimmungen garnicht detailgetreu auflösen können, stimme ich mittlerweile wieder höher. Bei meiner Siebensaiter bin ich auf Standard, also die H-Saite ist gedropped, aber der Rest ist halt so wie ausgeliefert. Seitdem meine Hauptgitarre aber ne Gibson-Mensur hat, bin ich wieder auf 1nen Ton bis sogar nur einen halben Ton tiefer zu Normalstimmung hinaufgewandert. Trotzdem spiel ich da nen 50er Satz. Tiefer war mir alles zu labbrig auf dieser kurzen Mensur, auch mit dickeren Saiten. Irgendwo war die auch nicht bundrein zu bekommen.

Diese Stimmungen führen auch zu ziemlichen Problemen mit Raummoden. Dieses Lied von J.Richardson kann ich mir z.B. eigentlich nur über Kopfhörer anhören in meinem Musikraum:



Der Bass in den Strophen schaukelt sich derbe hoch und überlagert alles. Ziemliche Herausforderung, diese Musik. Bei mir scheiden sich da die Geister. Ich hör super gern, was der Richardson da auf dem Griffbrett macht, aber irgendwo hätte ich nix dagegen, wenn es nicht ganz so tief wäre.
 
Mir ist gerade noch eingefallen, dass Sevendust auch schon seit jeher sehr tiefe Tunings nutzt, damit haben die sich aber auch ihren Signature-Sound geschaffen.

 
Mh, also meine Band und ich spielen in Drop C und D.

Das liegt daran, dass die Stimme unseres Sängers sehr gut auf C/D ausgelegt ist und er in dieser Lage prima arbeiten kann. Wie schon erwartet, ist dies eine Band aus dem harten Genre und Drop Gitarren lassen sich bei tief-orientierten Riffs deutlich angenehmer spielen. Wenn man noch eine Melodie zu den Grundakkorden (Powerchords) spielen möchte eignet sich Drop XY hervorragend.

Bleibt also jeder Band oder jedem Musiker überlassen. Kenne auch Bands, die in Open Stimmungen spielen. Das muss einfach individuell zu der Band und deren Musik passen.
 
Wir spielen hauptsächlich Drop D und Standard etwa 50/50. Drop D kann man halt schnell und unkompliziert stimmen und es klingt einfach fett für manche Sachen. Ich bevorzuge auch das Standardtuning einen Halbton tiefer zu stimmen - Klingt irgendwie geiler. Man muss das nur ordentlich kommunizieren, das klingt nämlich richtig scheisse wenn einer der Kollegen nicht aufpasst und das normale Tuning drin hat :ugly:
 
Mir ist gerade noch eingefallen, dass Sevendust auch schon seit jeher sehr tiefe Tunings nutzt, damit haben die sich aber auch ihren Signature-Sound geschaffen.



Einer meiner lieblingsbands.
Drop B und A# spielen die auch auf standard mensur.
 
Drop A#/Bb ist meiner Ansicht nach mit 25.5 Zoll Mensur auch kein Problem. Ich hab meine 25 Zoll Tremonti mal auf Drop A# runtergestimmt mit 11-52er-Saiten. Das ging, war aber etwas schlapprig.
 
Was mir neben der niedrigen Spannung, und dem damit verbundenen Scheppern oder eben der vergleichsweisen hohen Saitenlage/Halsneigung zu schaffen machen würde, ist die schwierige Intonierbarkeit. Ich finde, je dicker die Saiten werden, desto schwieriger wird es sauber zu intonieren. Die dicken Saiten fühlen sich rein subjektiv auch trägern an.
Daher tendiere ich bei tieferen Stimmungen zu längeren Mensuren und zu den daher wiederum dünneren Saiten; Lässt sich besser intonieren und die Spannung der Saiten wird wieder höher, ohne dass man mit Stahlseilen spielen muss. :ugly:
Ich persönlich würde mir beginnend mit 5 HT runter, also B-Standard eine Mensur jenseits der 25.5'' wünschen. Oder eben Multiscale.
 
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Iommi spielt 8er auf D#, Billy Gibbons 7er auf E.
SRV 13er auf D#...

Das geht alles, wenn mans richtig einstellt, dem ganzen natürlich Zeit gibt sich auszuschwingen (Holz arbeitet) und seine Spielweise anpasst (8er Saiten wie The Who oder Angus zu schmettern ist nicht unbedingt der richtige Weg).

Ich hab, als Sabbath Fan auch mit runtergestimmten 8ern auf meiner SG angenfangen, und es ging.
Mittlerweile spiele ich 10 oder 11 bis 52, und das haut auch rein - auch bei Fendermensur auf E.
 
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Spielten Sabbath nicht C#-Standard, sprich 3 HT runter, so ab Master of Reality usw? Die Spannung muss auf Gibson Mensur so unglaublich gering sein; Wenn man nur leicht stärker greift oder anschlägt, ist der Ton sofort verstimmt.
 
Jupp, Iommi hat immer 2 Stimmungen mit.
Einmal D# für den alten Kram, und C# für den "neueren" Kram, das sind aber soweit ich weiß 9er Saiten.
Aber auch 8ter auf C# gehen, alles schon ausprobiert.

Übrigens macht auch die Saitenfirma n Unterschied im Zug aus, Elixir empfinde ich als deutlich weicher als viele unbeschichteten...
 
Auf Youtube gibt es einen netten Vergleich. Da zockt jemand vom Standard-Tuning bis ganz weiter runter die gleichen Riffs. In Sachen "Aggressivität" oder "Fettheit" ist absolut kein Unterschied zu hören.
Persönlich habe ich auch schon vor dem Anschauen dieses Videos nicht viel vom Downtuning gehalten. Für mich absolut unnötiger Käse für pickelige 24/7 Pommesgabelzeiger und Möchtegernwikinger.
Fetten Sound bekommste auch im Standard hin.
Wobei ich gestehen muss in jungen Jahren als pickeliger 24/7 Pommesgabelzeiger auch mal tiefer gestimmt zu haben.
Zu der Zeit habe ich bei Selfies aber auch noch Sonnenbrille im Kinderzimmer getragen um cool auszusehen. Kinderkacke. ;)
Man muss aber auch sagen, dass ich metalmäßig eher oldschool veranlagt bin.
Mit Meshuggazeugs beispielsweise kann man mich jagen. Ab Mitte der 90er war die goldene Ära vorbei. Vikinger, Djent, Vampire...nur noch Karneval und je mehr Saiten desto metalmäßiger...pfffffff.
 
Persönlich habe ich auch schon vor dem Anschauen dieses Videos nicht viel vom Downtuning gehalten. Für mich absolut unnötiger Käse für pickelige 24/7 Pommesgabelzeiger und Möchtegernwikinger.

Mit Meshuggazeugs beispielsweise kann man mich jagen. Ab Mitte der 90er war die goldene Ära vorbei. Vikinger, Djent, Vampire...nur noch Karneval und je mehr Saiten desto metalmäßiger...pfffffff.
Klingt eher nach der Angst, das eigene Metalsein abgelaufen zu bekommen, als an künstlerischer Kritik...
Oder die Erkenntnis alt geworden zu sein kam noch nicht ;)
 
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Oha...da ist jemand aber sehr sehr eingefahren...
 
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Ab Mitte der 90er war die goldene Ära vorbei.

Da fängt es für mich z.B. erst so richtig an. Nicht dass ich was gegen die alten Haudegen hätte, aber so richtig ist das nicht meine Musik.

Ich finde nicht, dass es Downtuning sein muss, aber mir gefällt es doch oft. Wobei G oder sowas muss dann für mich doch nicht sein.
Meiner Meinung nach ist tiefer nicht besser, es muss einfach auch zum gespielten Riff/Song passen. Deswegen klingen E Sachen tiefer auch nicht besser und ursprünglich tiefe Riffs auf E auch dämlich.
 
Klingt eher nach der Angst, das eigene Metalsein abgelaufen zu bekommen, als an künstlerischer Kritik...
Oder die Erkenntnis alt geworden zu sein kam noch nicht ;)

2014 Haare abgeschnibbelt, 70% meiner Bandshirts verkauft, Tarnjacke und Lederhose in den Keller verfrachtet. Mit dem meisten Zeugs kann ich mich einfach nicht mehr identifizieren. Musikalisch und thematisch (damit meine ich Texte) wurde es mir mit Mitte 20 schon irgendwie zu öde. Ich kann keine erwachsenen Leute mehr feiern, welche auf der Bühne die Zähne fletschen, böse gucken und meinen sie wären die Obermacker aus der Hölle , nur weil sie ein mit Draht bespanntes Stück Holz in den Fingern haben. Ist mir einfach zu doof geworden. Gehe ich doch mal schwer von aus, dass es am Alter liegt.
Applaudieren und bejubeln würde ich jemanden, der eine andere Person aus 'nem brennenden Fahrzeug zieht. Aber Musiker...geht einfach nicht mehr. Und schon gar nicht die Art von Musiker, die einfach nicht erwachsen werden möchte.
Habe durchaus noch Tage, an denen ich mir Gebolze gebe. Aber überwiegend ist der Zug doch abgefahren.
Mich überkommt die Fremdscham, wenn ich auf Foren Kerle jenseits der 30 sehe, welche oberkörperfrei vor der Poco-Wohnwand posieren, auf jedem zweiten Kackbild mit der Gitarre posieren (damit meine ich nicht dich, iwan) oder wahrhaftig mit der Hand eine Klaue bilden und augenverdrehend böse in die Kamera gucken. Ich meine...die sind doch in ihrer geistigen Entwicklung irgendwo stehengeblieben. Als Jugendlicher in der Selbstfindungsphase absolut legitim. Aber irgendwann muss doch mal gut sein.
Sie verstellen sich. Oder sie haben den Absprung wirklich nicht geschafft und sich die letzten Gehirnzellen weggesoffen. Sie sind die Pendants zu den Hoppern, die neben ihrem tiefergelegten BMW Knien oder Mädels, welche sich im Netz in Unterwäsche präsentieren.
Ich persönlich muss und möchte auch keiner speziellen Szene mehr angehören. Das reizt nicht mehr.
Dabei war ich schon 'ne Hartwurst. Ich hatte einen sicheren Job gekündigt, weil ich die Haare kürzen sollte, ich war auf zig Konzerten und Festivals hier und im Ausland, ich kannte in nahezu jeder Stadt im Umkreis Leute. Kein Shoppen ohne mal meinen Namen irgendwo gehört zu haben und auf'n Bier eingeladen worden zu sein. An jedem Metalschuppen mit Handschlag an der Security vorbei. Mädels, Saufen, Heavy Metal. Aber irgendwann ist halt Schluss. Man kann ja nicht Jahrzehnte lang am gleichen Käse Spaß haben.
Also ich jedenfalls nicht.
War 'ne geile Zeit. Aber ich mag nicht mehr.
Ich will auch kein "Metaller" mehr sein. Total unwichtig geworden.
Ich bin ich und das am liebsten ganz ohne Schublade.

Musikalisch bin ich natürlich geprägt. Wäre ich 20 Jahre jünger würde ich wohl auch ganz andere Bands mögen.
Wobei ich musikalisch gar nicht so festgefahren bin. Ich mag AOR, Melodic Rock, Death Metal, Thrash, Richard Marx, Michael Bolton, völlig unrockiges Zeugs wie Little Dragon und ich habe mich nie dafür geschämt auf 'ner Party Step By Step oder If You Go Away von den New Kids On The Block aufzulegen. Geile Songs. :) Konnte ich mir auch in Kuttte geben.
Aber im Metalbereich wurde es einfach zu "schwarz". Ne Zeit lang konnte man ja kein Festival mehr besuchen, auf dem nicht überwiegend Melodic Death, Death und Black Metal Gruppen auftraten und sich jeder zweite Affe den Bart geflochten hat. Wie öde.
Und heutzutage ist es überhaupt nicht mehr so schön intim. Nur noch Partyvolk, das nicht mal den Sänger von Iron Maiden nennen könnte, weil die Lieblingsmusikrichtung ja eigentlich "Charts" ist.
"Wir haben einen Beitrag vom Wacken im TV gesehen und fanden das voll witzig. Wir verkleiden uns jetzt auch ganz lustig und fahren immer auf Metalfestivals."

Ich muss sagen: damals war es, unabhängig vom Alter, einfach geiler. Heutzutage ist eine Band- und Reizüberflutung da.
Ich habe auf dem Schulhof noch Kassetten getauscht und im Plattenladen Vinyl durchwühlt. Zwei bis drei Platten im Monat. Dann war das Taschengeld verbraucht.
Mit fremden Typen im Vorbeigehen abgeklatscht, weil man ein Metalshirt getragen hat. Oder ins Gespräch gekommen, weil man eben nicht auf Foren zurückgreifen konnte und sich über jeden Metal-Bruder gefreut hat. Das war ja eine Rarität.
"Cooles Shirt alter. Kommste heute Abend mit in Stadtpark saufen?" - "Ja sia, geil!"
Videorekorder für den Headbanger's Ball programmieren. Und wehe der hat nicht aufgenommen. Weltuntergang.
Im Bus wurde ich von Omas noch doof angeguckt weil ich mit der Matte aussah wie 'ne Transe oder Massenmörder und Prügel bekam man auch noch diverse Male angedroht. "Zecke du. Wie siehst du aus"..."Bis du schwul isch mach disch kapott! blablabla. ^^
Da hatte das alles noch etwas mehr Bedeutung, finde ich. Glaube ich.
Heute bestellste bei EMP 'n Shirt und bist 'n Heavy.
Also die Glanzzeiten habe ich auch nicht mitgemacht. Mit Knapp 40 war ich für die wahren 80er noch etwas zu jung. Aber so Ende 80er / Anfang 90er habe ich noch bewusst mitleben dürfen.
Ich denke nicht, dass es heute noch so schön ist.
Wacken in den 90ern. Was für ein Unterschied. 80% Langhaarige und besser gemischte Bands. Zudem besseres Wetter.

Klingen die Beatles besser mit ner 7 Saitigen? Oder Hendrix?
Musik ist gut, wenn sie gut geschrieben ist. Und 001001000101010110111000010101 gehört für mich einfach, ganz oberflächlich betrachtet, nicht dazu. Da kann ich auch ner tiefergestimmten Eieruhr lauschen.
Jaja...das war jetzt natürlich übertrieben. Aber man muss auch nicht Musik studiert haben um mal motzen zu können. Fachsimpelei ging mir eh schon immer auf die Eier.
Aber wie gesagt...wäre ich 'n paar Jahre jünger würde ich vielleicht auch zu Meshugga schunkeln.
"Künstlerische Kritik"..wozu? Katy Perry macht Scheißmusik und feddich. Da muss man doch nicht bei nem Glas Wein drüber philosophieren.
Und wenn niemand mehr polarisieren möchte und alles mit Samthandschuhen angefasst wird...neee.
Muss doch noch möglich sein einfach mal 'nen fixen Gedanken rauszupfeffern.

So. Metal (mit alllem drum und dran) war geil, aber ich kann lebensstilmäßig mittlerweile auch drauf scheißen und die weitere Entwicklung könnte mich nicht weniger jucken, da ich einfach raus bin. Seit Jahren schon. Musikalisch bin ich vor Jahrzehnten hängengeblieben und das passt so. Meine Omma hat Master Of Puppets auch Pferdegetrampel genannt. So ist das halt. Ich bin manchmal intolerant und festgefahren. Wer nicht?
Meine Gitarrenskills sind wenn überhaupt durchschnittlich. Und es ist völllig egal, da es überhaupt nicht Hobby Nr. 1 ist. Ich habe an manch anderen Dingen viel mehr Spaß.
Ich bin alt geworden. Manchmal erschreckend, was den körperlichen Verfall angeht (die ersten grauen Haare kommen, ohne Rückentraining kommt Aua, rechte Auge nicht mehr HD tauglich, Splitter im Kniegelenk usw) und andererseits stehe ich drauf, wie ruhig es geworden ist. Statt Party am Wochenende einfach mal Webseiten programmieren oder Eierschaukeln, oder höchstens bis 1 Uhr im Biergarten sitzen, weil ich mittlerweile einfach super schnell müde werde. Kommoden streichen, Kumpel im Garten helfen bei 'nem Pils, mit Tochter alte CDs durchgehen...dat is alles viel angenehmer als Halli Galli.

Einen noch, dann ist Heia angesagt:
Ich glaube, dass man auf einer 7, 8 und 9 Saiter super geile Musik machen kann und diese Instrumente in ihren Möglichkeiten selbstverständlich einer 6 Saiter überlegen sind.
Das Problem ist, dass so wenig mit diesen zusätzlichen Saiten gemacht wird.
Es ist doch so, dass man im Metalbereich darauf hauptsächlich ein paar Bassnoten schrammelt und das war es dann. Was mit diesen Instrumenten angestellt wird ist überhaupt nicht innovativ, wenn man von ein paar wenigen Virtuosen wie Tosin Abasi etc. mal absieht, den ich vom Songwriting her übrigens auch total langweilig finde.
"Ich habe runtergestimmt. Jetzt sind wir schneller, tiefer und härter. Lass noch ein paar abgefahrene Tempo- und Taktwechsel einbauen und dann sind wir godlike."
Mehr passiert doch kaum und das ist wie'n Formel1 Wagen zum Einkaufen zu nutzen. Lächerlich. Auf dicke Hose machen. Aber bringt's wat und kann man die Karre voll ausfahren? Nö.
Alles Firlefanz, solange da nicht mal etwas mehr als 00101011101010 Schwanzvergleichsgeschrammel rausgeholt wird.

Aber selbst dannn wäre es für mich wohl nichts, da ich persönlich auf den Sound einfach nicht abfahre.
Ich möchte keine zusätzlichen Saiten unter meiner E haben. Für meinen Musikgeschmack ist die "klassische" E-Gitarre genau dat richtige.
Ne Bassdrum mit 2 Metern Durchmesser braucht auch keine Sau. Aber wäre bestimmt ne tolle neue Metalrichtung. Yey.
Klingt richtig schön hart und agggressiv. *fump* *FUMP* *FUMP*
 
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Ich habe meine Mike Mushok PRS SE vor ein paar Monaten an einen griechischen Baritone-Spieler verkauft. Die hat ihm wohl noch in seiner Sammlung gefehlt. Der hatte einige coole Gitarren, u.a. eine weisse Gibson mit verlaengerter Mensur. Mit dem Alter kam bei mir auch wieder die Lust nach Sounds, wo die beiden angeschlagenen Saiten eines Akkords sich auch vereinigen, nicht Brei, aber eben auch nicht dieses Gehabe um ultra definierten Distortion Sound, wo man jede Saite einzeln raushoeren muss. Bei Saitendicken von 60 - 70 und entsprechenden Stimmungen ist das irgendwo, wie aufm Bass Akkorde spielen. Ich denke, diese ganze Baritone-Geschichte wird auch wieder in ihrer Nische verschwinden. Und hoffentlich darf ein PU auch wieder matschen!! Mein naechster Kanditat fuer meine Ibanez Darkstone ist der gute alte EMG81. Ich hab noch ne alte Aufnahme von einer Gitarre damit. Mit den EMG707s bin ich danach leider nie richtig warm geworden. Vor kurzem wieder gespielt und auch wenn man die H-Saite weglaesst und praktisch ne 6-Saiter in Normalstimmung spielt, verbinden sich die angeschlagenen Saiten irgendwie nicht zu einer Einheit. Naja, jeder mag da andere Vorlieben haben. Stimme dem Vorredner zu, man wird aelter und man muss nicht mehr jeden Trend mitgehen.
 
Ich will auch kein "Metaller" mehr sein.
Wollte ich komischerweise noch nie.
Selbst als ich fast ausschließlich Metal gehört und gespielt hab, fand ich dies "ich bin Metal" total albern. Ne Szene bildet sich durch gemeinsame Interessen, ne Freundschaft durch Sympatie - nicht durch eine Hierarchie an "Dunkelheit".
Dieses alberne "ich darf nur noch in der Szene sein, wenn mich jemand auf nem Hiphop Konzert erwischt bin ich raus da" hat mich schon immer genervt, genau wie die Leute die bei Sommer mit Ledermantel im Stadtpark unterwegs waren.

Mir fehlt zwar noch n 10er zu deinem Alter, aber ich fühl mich teilweise auch massiv von Kindern umgeben auf manchen Konzerten - leider sind die teilweise noch in meinem Alter...

Mich nervt auch massiv diese Klassifizierung, einerseits obs Metal ist oder nicht scheint vielen sehr wichtig zu sein, auch nicht Metallern, und diese ewige Subgenre Diskussion in der Szene die unnötige Grenzen zieht.
Wenn ich heute, egal wem, erzähle ich mach Musik kommt immer zu erst "bestimmt Heavy Metal, ne?", was 100%ig an den Haaren bis zum Arsch liegt.
Ne, erstens sehe ich meine Musik nicht auf dem technischen Niveau, andrerseits ists es auch einfach kein Metal.
Dann wiederum sind 4 von uns Fünfen durchaus regelmäßig auf härteren Konzerten zu finden, und auch unser Publikum ist dem offen gegenüber - wir haben durchaus ein paar Songs, die vielleicht nicht mehr als harter Rock durchgehen.

Aber ich will kein spezielles Genre bedienen, ich will Musik machen. Und ich denk auch viele "Metal"bands möchten auch einfach Musik machen. Und ich stimme auch nicht runter um cooler zu sein, sondern um meinem Sänger mehr Raum zu geben, und weil ich finde, dass es cooler klingt.

Hier wederspreche ich auch jedem YouTube Video was angeblich zeigt dass alle Stimmungen ähnlich klingen. Iron Maiden kommt nicht auf ner 8-Saiter und die hier weiter oben von mir verlinkten Obscure Sphinx nicht auf E Standard.
Die haben die Musik zu den jeweiligen Stimmungen geschrieben, und deren Eigenarten und Klänge kreativ genutzt.
Und ich behaupte dass beide nicht die Stimmung der Härte wegen gewählt haben, und ich behaupte auch, dass es trotz einer Masse an Poseridioten in der Szene auch viele Bands gibt, die einfach ihr Ding durchziehen, ohne sich von Mauern zu umgeben.
Die dürfen aber imho gerne Show machen und auf böse tun, das gehört einfach manchmal zu nem Konzert dazu.

Davon abgesehen, grad wenn man sich intensiv mit ner Szene auseinandersetzt kann ich verstehen wie man da auf einnal rausrutscht und andere hinter sich lässt.
In meinem Freundeskreis feierten alle Opeth, ich auch, dann hab ich ein echt mieses Konzert von denen gehört, und immer wieder auch gemerkt wie sie sich doch vielen Passagen anderer Künstler recht direkt bedienten, und hab nie mehr n Album von denen in die Hand genommen. Dafür kassiere ich immer böse Blicke von den Fans.


Wie gesagt, Szene der Kunst wegen, nicht der Szene wegen - die Poser gehen mir auch aufn Sack.
Kommste heute Abend mit in Stadtpark saufen?
Ah, ein Hamburger - oder wird das in anderen Städten auch so gemacht? ;)
 
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Statt Party am Wochenende einfach mal Webseiten programmieren oder Eierschaukeln, oder höchstens bis 1 Uhr im Biergarten sitzen, weil ich mittlerweile einfach super schnell müde werde. Kommoden streichen, Kumpel im Garten helfen bei 'nem Pils, mit Tochter alte CDs durchgehen...dat is alles viel angenehmer als Halli Galli.
...oder die Gartenzwerge polieren, den eingerahmten Bausparvertrag anlächeln, im Schaukelstuhl ZDF gucken, Falschparker anzeigen oder jeden Sonntag Auto waschen (der Nachbar soll platzen vor Neid).
Naja jeder halt wie er mag. Ist ja okay so.
Aber deswegen sind jetzt alle, die keinen Bock auf den Senioren-lifestyle haben als zurückgebliebene Kinder anzusehen erscheint mir doch etwas kurzsichtig.
Ich glaube es gibt genug Leute, die in einer Bank arbeiten, ihre Familie in den Mittelpunkt stellen, Kumpels im Garten helfen, Kommoden streichen und ein Mal die Woche im Proberaum geile Musik machen und dabei vielleicht sogar albern posen.
Du siehst die Welt ausgesprochen schwarz/weiß.

Genauso kann ich diese "Metal ist nur geil, wenn ganz wenige Leute Metal hören. Das muss was ganz Besonderes sein"-Haltung nicht nachvollziehen.
Das ist doch nur Musik. Warum muss man zu einem elitären Kreis gehören, damit es gut ist?

Für meinen Musikgeschmack ist die "klassische" E-Gitarre genau dat richtige.
Ein Glück, dass die klassische Gitarre mit E2 auf E4 erfunden wurde.
Metal wäre eine ganz fürchterliche Musik geworden, wenn der Erfinder der Gitarre sie in Ukulenenstimmung erfunden hätte.
Alle die dann auf E2 runtergestimmt hätten, wären ja nur infantile Poser gewesen, die hart und cool wirken wollen und eigentlich Popmusik mögen.
Danken wir Jesus, dass es anders kam.
Er hat Heavy Metal den Arsch gerettet!
 
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Ab Mitte der 90er war die goldene Ära vorbei. Vikinger, Djent, Vampire...nur noch Karneval

Wenn du Amon Amarth mit Vikinger meinst und das auch noch in einem Satz mit Djent dann schäm dich.
Die sind genauso true wie Judas Priest. :ugly:

Danken wir Jesus, dass es anders kam.
Er hat Heavy Metal den Arsch gerettet!
In dem zusammenhang muss das Zitat von der christliche Powermetal Band Stryper genannt werden:
JESUS FORGED THE GUITAR!!! :rock::D

 

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