Auswirkungen von Hitze und Allergien auf die Stimme?

Ich finde auch, dass du dir zu viel Gedanken drum machst, was dich wie doll beim Singen einschränkt oder deine Range oder Stimmklang ändert. Gefährlich ist es auch, wenn du dir einbildest, irgendetwas müsste dich jetzt einschränken, denn dann wird es eine sich selbsterfüllende Prophezeihung. Was zählt ist, wie die Stimme jetzt gerade ist, egal warum und wieso. Dein Zuhörer interessiert es nicht, ob gerade Pollen fliegen, die Luft trocken ist, du vorher ein Sonnenbad hattest oder der Rhein Hochwasser führt. Wenn du in ihren Augen gut performt hast, ist's gut und wenn nicht, gibt es dafür keine Entschuldigung. Dann macht man es nächstes Mal halt besser bzw. wenn man weiß was einen eingeschränkt hat, sollte man das vermeiden.

War jetzt vor kurzem im Studio. Ich weiß, dass ich zu dieser Jahreszeit starken Heuschnupfen habe. Interessiert aber keinen. Wenn man nicht abliefert, ist man halt selbst schuld. Da eintschuldigt auch kein Disclaimer wie Ich hab zum Zeitpunkt der Aufnahmen heftig Heuschnupfen! Also rein mit den Medikamenten, Fenster zu, Haare waschen, Gesangstechnik so gut wie möglich abrufen und sich gedanklich in den Song versetzen und auf diese Weise einfach mal vergessen, dass man eigentlich gerade Allergie hat.

So wie auch jedes andere Instrument und jedes Körperteil wird man vielleicht von Umwelteinflüssen - nunja - beeinflusst. Je trainierter und routinierter man beim Singen ist, desto weniger ausgeprägt schlagen sich solche Einflüsse auf einen aus. Dein Körper ist aber nicht blöd. Wenn du das Gefühl hast, dass dir Singen gerade nicht gut tut, dann sing halt nicht. Wenn sich Singen trotz allem gut anfühlt, dann sing halt weiter.

Die Tiefe ist anatomisch stärker begrenzt als die Höhe, nämlich durch Stimmbandlänge und -dicke und Kehlkopfgröße. Irgendwann sind die Stimmbänder je tiefer man singt nun mal maximal locker und schlaff und schließen die Stimmritze nicht mehr. Wenn die Stimmbänder geschwollen sind, schaffen sie vielle cht noch ein zwei Tönchen nach unten mehr die Stimmritze zu schließen. Das ist aber nicht der natürliche Zustand.
Einsingen wirkt wie eine Lymphdrainage und massiert die Schwellung weg. Dadurch verschwinden die Töne die man unnatürlicher Weise zuvor getroffen hat. Dafür wird die restliche Stimmperformance besser. Ganz ehrlich, diese Spitzentöne will doch eh keiner hören und gegen jemanden mit ner tieferen Veranlagung kann man da nicht anstinken.

Also: weniger denken! Singen! oder halt nicht wenn einem gerade nicht danach ist.
 
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Nix für ungut, aber es fällt mir echt schwer das Ernst zu nehmen :nix:

Nagut, die Aussage war aber auch nicht auf meinem Mist gewachsen, ich gebe da nur das wieder, bzw. stelle das zur Diskussion, was ich von zwei Leuten gehört habe, die beide sehr viel Ahnung von Gesang haben. Ob es richtig oder falsch ist, sei dahin gestellt, das vermag ich nicht zu beurteilen, allerdings liefert Vali weiter unten eine gute Begründung und Erklärung dafür, daß da anscheinend doch was drann ist, zumindest wenn man davon ausgeht, daß die Stimmbänder durch Wärme schwellen.
 
Menno! Hätte ich jetzt die ganzen Sommergigs der letzten 25 Jahre gar nicht machen dürfen??? :eek:

Alles (!) hat Auswirkungen auf die Stimme. Das gilt auch für jede andere körperliche Leistung, das gilt für jeden Sportler, für jeden Denker, für jeden ___________________ (bitte selbst einfügen)
Letzten Endes ist es unnütz, sich darüber Gedanken zu machen - es sei denn, man möchte es als Ausrede verwenden, weil wieder irgendwas nicht geklappt hat. Aber nur als Amateur, ein Profi kann sich sowas nicht leisten. Entweder abliefern oder verhungern.
 
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Wenn das die Symptome sind, bin ich wohl dieses Jahr auch erstmalig ein Opfer. Allerdings habe ich mir auch angewöhnt, täglich 6 bis 10 km zu gehen. Bin dem also stärker ausgesetzt als früher
Zumindest bei mir ist das Augenjucken die häufigste und leider auch fast die schlimmste Reaktion. Bei bestimmen Pollen Ende Juni läuft dann die Nase und ganz selten (nicht jedes Jahr) geht es Ende Mai auf die Bronchien - zweimal bis zur Atemnot. Letzteres hat mich auch tatsächlich beim Singen beeinträchtigt.

Mehr in der Natur zu sein bedeutet sicher eine höhere Exposition zu haben, allerdings ist dieses Frühjahr - zumindest hier im Bay. Oberland - auch ziemlich krass. Bei uns ist alles gelb vom Blütenstaub.
 
Hallo,

...auch bei mir: Sonnenbad vor dem Konzert is nich' - unser früherer Chorleiter hat uns sogar dringend gebeten, sowas sein zu lassen. Bei mir wird - getestet! - dann die Höhe matter und enger, obwohl ich eigentlich schon lange in der Lage bin, ein gewisses Grundlevel immer abzurufen...

Was haben es wir Klassiker doch gut! :whistle::rock:

Je nachdem :D ... vor jedem Weihnachtsoratorium oder größerem Konzert, das ich mit mehr als meinem kleinen Setup aufzeichne, ist Arbeit angesagt, meist einmal bei der Generalprobe Mikrofonierung probieren und ggfs. bis zur Ansingprobe noch mal verändern. Gelegentlich darf ich nach der G.P. auch wieder komplett abbauen, wenn nämlich in der betreffenden Kirche noch eine Messe dazwischenkommt. Bei manchmal bis zu 16 Kanälen ist das ganz spaßig :( , wenn man die Kirche wieder komplett "clean" hinterlassen muß... nicht immer kann man Stative auf die Seite stellen und ggfs. Mikrofonkabel liegenlassen.

Viele Grüße
Klaus
 
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Sonnenbad vor dem Konzert is nich' - unser früherer Chorleiter hat uns sogar dringend gebeten, sowas sein zu lassen. Bei mir wird - getestet! - dann die Höhe matter und enger, obwohl ich eigentlich schon lange in der Lage bin, ein gewisses Grundlevel immer abzurufen...
Ernsthaft? :eek: Ist ja lästig. Dann könnten wir die Opern in der Reithalle knicken, unvorstellbar, wenn unsere Soliten das träfe (oder ist es nicht die Hitze?)
Na gut, wenn Du so pingelig aufzeichnest... Wir machen das ja nicht in dem Ausmaß :D
 
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Hallo,

Echt? Wie lange bist du da in der Sonne gelegen?

...eine halbe Stunde pralle Sonne reicht da vollkommen. Wenn ich dann noch so richtig hoch will, wird's zum va-banque-Spiel. Frische Luft schnappen im Schatten stört nicht... ;) Längere Auftritte in praller Sonne hatte ich noch nicht... mein absoluter Härtetest war allerdings das Festival "Europa cantat" 2003 in Barcelona. Hochsommer, als Workshop "Show choir" belegt und bis zu 8 Stunden Tanztraining am Tag. Im Sportpalast bei (gegenüber den Außentemperaturen von ca. 45 Grad) "angenehm kühlen" 29 Grad... das war wirklich ziemlich heftig.
 
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Ich will nicht zu sehr offtopic werden

Schwer zu glauben....

aber anscheinend ist meine etwas ironische Bemerkung ja wieder falsch verstanden worden

Ich denke eher, dass du Vali falsch verstanden hast ... Ihre Aussage bezog sich nämlich gar nicht explizit auf hohe Töne, auch wenn sie von Spitzentönen gesprochen hat.

Abgesehen davon: Mein Problem ist nicht die Ironie. Mein Problem ist dein Off Topic, was du ja angeblich gar nicht willst und auch nicht sollst. Und du weißt hoffentlich noch, dass wir eine Abmachung dazu getroffen haben.

Daher lösche ich jetzt das OT. Deine Mutmaßungen zu Honorarvergütungen von Stimmfächern darfst du gerne in "Tims Place" diskutieren. Von mir aus auch ironisch. Aber mit Hitze und Allergien hat es nichts zu tun.
 
...eine halbe Stunde pralle Sonne reicht da vollkommen
Wow. Ich habe im Theatron in München in der prallen Augustsonne aufgebaut, Soundcheck gemacht und dann den Gig gesungen. Ich habe, wenn ich mich richtig erinnere (war in den '90ern) auch nicht schlechter gesungen als sonst - was natürlich nichts heißen muß :D
 
Vieles ist sicher auch einfach nur Kopfsache, wenn man schon vor dem Gig im Hinterkopf hat, daß es durch die Hitze eng mit der Stimme werden könnte, sind die Probleme wahrscheinlich auch schon vorprogrammiert. Man muß halt locker und entspannt bleiben und dazu ist es eben notwendig nicht zu grübeln, nicht an sich zu zweifeln und einfach entspannt und gut gelaunt an die Sache heran zu gehen.

Bei mir war es beim Üben bisher auch so, daß ich mal meinte, durch die Hitze mich mit den Höhen etwas schwerer zu tun, und an einem anderen Tag, wo es nicht weniger heiß (draußen und drinnen) war, klappte es besser als sonst, also eine direkte und gleichbleibende Auswirkung der Hitze oder auch der leichten Allergie kann ich bei mir nicht feststellen, allerdings lege ich mich auch nie in die Sonne und bin bei über 30°C auch selten freiwillig länger draußen.
 
Also zu Allergien kann ich nur sagen: Meine Stimmbänder sind immer verschleimt durch Hausstauballergie. Als ich das noch nicht wusste und auch noch nicht die richtige Technik kannte, habe ich mit Kraft gegenan gesungen, was dann zu Stimmbandknötchen führte. Deshalb: Ja, man kann mit Allergien singen, die äußern sich ja auch immer verschieden, aber eine gewissen Vorsicht ist schon geboten. Bei mir heißt das: Jedes Mal den Schleim vorher runter singen durch bestimmte Einsingübungen und regelmäßig zum HNO zur Kontrolle.

Ich bin früher zum Gesangsunterricht immer gelaufen. Etwa 15min unter Zeitdruck, also wirklich fast gejoggt. Das hat den Kreislauf hochgefahren, sodass ich direkt danach keinen ruhigen Ton halten konnte, weil mein Puls so gerast hat. Die Stimmbänder sind ja auch gut durchblutet, ich denke, da merkt man schon, wenn es dem Kreislauf nicht gut geht oder halt zu gut. Ich merke zum Beispiel auch, wenn ich meine Tage habe, dass ich dann nicht so hoch komme, weil mein Kreislauf sehr schwach ist und die Stimmbänder dann nicht gut durchblutet sind. Und so etwas kann vielleicht durch Sonne/Hitze auch ausgelöst werden. Trifft aber wahrscheinlich eher zu, wenn man lange wirklich in der absoluten Hitze liegt. Aber das würde ich vor einem Auftritt sowieso nicht machen aus Angst, dass der Kreislauf dann kollabiert ;)
 
Mir fällt jedenfalls immer wieder auf, daß meine Stimme von Tag zu Tag minimal anders ist, an manchen Tagen kommt sie mir tiefer vor, an anderen höher.
Besonders merke ich das auch beim Singen der ersten Töne, am Anfang geht manchmal noch ein brauchbares, wenn auch leises und etwas hartes G2, wenn ich ein Bischen gesungen habe, auch in die Höhe, aber ohne mich zu verkrampfen, wird das G2 immer schlechter und auch das A2 ist dann manchmal schon nicht mehr wirklich brauchbar. Wenn ich richtig mit Energie eine Weile in der Höhe singe, verschlimmert sich das mit den tiefen Tönen noch weiter.
Manchmal kommen sie aber nach ein paar Minuten Entspannung der Stimme dann wieder etwas besser.

Warum mich das so viel beschäftigt?
Ich hab einfach Schwierigkeiten eine konstante Tonlage zu halten, die höchsten Tenortöne machen mir vorallem nach längerem Singen oft Probleme, die tiefen Baritontöne sind dann aber auch unbrauchbar. Wenn ich noch nicht eingesungen bin und die Stimme schön locker ist, schaffe ich ohne Probleme ein vollstimmiges C5, sogar sehr gut auch auf "U", C#5 geht meist auch noch gerade so, darüber wirds dann grenzwertig. Desto länger ich singe, desto fester wird leider meist auch die Stimme und diese Hochtöne verlieren dann deutlich an Klangqualität und wiegesagt, die Tieftöne ebenso. :redface:
Darum verbiete ich mir schon manche Songs und singe nur welche, bei denen ich mich nicht so schnell fest singe, mache zwischendurch dann immer mal wieder Glissandos in die Höhe und merke dabei ziemlich genau, ob und wie sehr ich mich wieder mal fest gesungen habe.
 
Du hast GU genommen, oder? Es wird besser werden.
Ich hab einfach Schwierigkeiten eine konstante Tonlage zu halten, die höchsten Tenortöne machen mir vorallem nach längerem Singen oft Probleme, die tiefen Baritontöne sind dann aber auch unbrauchbar.
Dann arbeite doch einfach nur die Mittellage. Ich bin inzwischen im Chor ganz strikt; wenn ich merke, dass ich in den Höhen anfange Schmarren zu bauen, gibt es kein g'' oder a'' mehr. Punkt. Das bezieht sich natürlich nur auf die Proben, bei Aufführungen klappt es ja und wird auch nur einmal pro Vorkommen gefordert, GsD :)
Desto länger ich singe, desto fester wird leider meist auch die Stimme und diese Hochtöne verlieren dann deutlich an Klangqualität und wiegesagt, die Tieftöne ebenso.
Arbeite an sauberer Technik. Wenn Du nach hohen Tönen keine Tiefe mehr hast, hast Du verkrampft/gedrückt.
Darum verbiete ich mir schon manche Songs und singe nur welche, bei denen ich mich nicht so schnell fest singe, mache zwischendurch dann immer mal wieder Glissandos in die Höhe und merke dabei ziemlich genau, ob und wie sehr ich mich wieder mal fest gesungen habe.
Gute Idee :great: Du wirst es zunehmend schneller merken und auch lernen, lockerer zu lassen und besser zu stützen. Pausen von hohen Tönen zu machen, tut oft ganz gut. Die kommen dann plötzlich viel besser von allein.
 

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